Die Ultracycling-WM beim Race Around Austria hat ihre erste große Wende erlebt — und sie hatte nichts mit dem Großglockner zu tun, sondern mit einer Nacht in der Südsteiermark.
Sebastian Trimborn hatte das Rennen bis dahin von vorne kontrolliert. Über 850 Kilometer lang war er der Einzige im Feld, der keinen einzigen Abschnitt langsamer als 24 km/h zurückgelegt hatte. Dann legte er sich zwischen Halbenrain und Arnfels für rund drei Stunden schlafen.
Lukas Kaufmann fuhr in derselben Nacht mit deutlich kürzeren Pausen weiter — und führt seitdem.
Die Frage, die dieses Rennen jetzt entscheidet: War Trimborns Schlaf ein Fehler oder eine Investition? Über 750 Kilometer und die schwersten Pässe liegen noch vor ihnen.
Bei den Frauen ist die Wende noch spektakulärer. Yvonne Margraf lag in Kötschach-Mauthen auf Rang 9 und hat sich über den Großglockner an die Spitze gearbeitet. Sie ist inzwischen die Einzige im gesamten Feld, die den Westen erreicht hat.
Und es gibt einen prominenten Ausfall: Sebastian Mayr, deutscher Meister und Europameister und einer der Topfavoriten, musste nach Schwindelanfällen aufgeben.
In diesem Video werte ich die Checkpoint-Daten aus: Wer steht wo, wer hat wann geschlafen, und was die Zahlen über die Taktik der Führenden verraten.
⚠️ WICHTIG ZUM VERSTÄNDNIS
Die Solo-Fahrerinnen und -Fahrer sind in drei Blöcken über zwei Tage verteilt gestartet. Wer auf der Karte weiter vorne liegt, führt deshalb nicht automatisch.
Gewertet wird ausschließlich die Fahrzeit ab dem individuellen Start. Tina Büttner hat weniger Kilometer zurückgelegt als Margraf und Mazzorana — ihre Zeiten sind aber auch rund einen Tag jünger.
🛌 ZUR SCHLAFANALYSE
Die Pausen sind aus den Checkpoint-Zeiten errechnet, nicht gemessen. Ich vergleiche das Tempo jedes Abschnitts mit dem persönlichen Referenztempo der Fahrer. Was dabei als Zeitverlust erscheint, kann Schlaf sein — aber auch Essen, ein Defekt oder ein
Anstieg. Bergabschnitte habe ich deshalb getrennt ausgewiesen.
🔴 LIVE MITVERFOLGEN
Offizielles GPS-Tracking aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
https://www.racearoundaustria.at
Livestreaming auf dem Kanal von @sebastian_trimborn https://www.youtube.com/live/YIulx8yNvpw?si=JEOwr2D2pwriPm1f
📅 DAS RENNEN
Race Around Austria Extreme / WUCA World Championships 2026
Start und Ziel: St. Georgen im Attergau, Oberösterreich
2.145 km laut Tracking · rund 30.000 Höhenmeter · Zeitlimit Solo: sechs Tage
Höchster Punkt: Großglockner Hochtor bei Kilometer 1.281
🚴 SO GEHT ES WEITER
Als Nächstes kommen Kühtai, St. Christoph und der lange Weg zurück über den Dientner Sattel. Genau dort ist im Vorjahr das Rennen der Frauen entschieden worden. Abo und Glocke, damit du das nächste Update nicht verpasst.
💬 DEINE EINSCHÄTZUNG
Zahlt sich Trimborns Schlaf noch aus — oder hat Kaufmann das Rennen in dieser Nacht gewonnen? Schreib es in die Kommentare.
ℹ️ DATENQUELLE
Alle Zwischenzeiten stammen aus dem offiziellen Live-Tracking. Höhenprofil und Streckenverlauf basieren auf einer GPX-Näherung; die Form stimmt, einzelne Kilometerangaben können leicht abweichen.
#RaceAroundAustria #Ultracycling #RAA2026 #Radsport #Ultraradsport
3 Comments
Schade für Sebastian. Fand es schön ihn heute kurz bei Basti im Stream schon zu hören
Wieso schade, Basti ist längst wieder zweiter und das ist Mega. Dadurch holt gerade wieder mächtig auf Kaufmann. Basti sollte vernünftig fahren und sich nicht verleiten lassen. Kaufmann wird langsamer und könnte auch mal nen Fehler machen, Hallus kriegen oder einbrechen. Trotzdem sende ich den zweiten Platz im ersten Supportet Rennen und das bei der WM über 2200km extrem gut und damit setzt er ein Zeichen (wenn er auch finished)
super analyse hast du die mit ki gemacht?