Moin zusammen,

gestern Abend hat es mich auf dem Chemnitztal-Radweg erwischt. Kurz vor der Hauptstraße in einer unübersichtlichen Kurve kam mir ein Mountainbiker (ca. 50–60 J.) auf meiner Spur entgegen. Ich war mit dem Rennrad (Felgenbremsen)(ca. 25 km/h+) weit außen auf meiner Spur unterwegs, konnte aber nicht mehr ausweichen oder gar viel Bremsen = Frontal-Zusammenstoß.

Der Status:

Körperlich: Ich bin okay, schirfwunde, leicht geprelltes Knie, aber er hatte eine extrem stark blutende Nase

(mein Helm hat ihn wohl erwischt).

Er ist direkt ins KH, Nummern haben wir getauscht

(siehe edit).

Material: Mein Lenker ist Schrott (stark verbogen), Vorbau war verdreht.

Sorge bereiten mir mögliche Folgeschäden an Gabel (Carbon), Rahmen o. Laufrädern.

Meine Frage:

Er war eindeutig auf der falschen Seite („Geisterfahrer“), aber ich war "zügig" unterwegs.

• Wer trägt hier wirklich die Schuld?

• Ist es fair, den Ersatz des Lenkers zu fordern?

• Und wie sieht es aus mit dem Carbon da man ja nie weiß, ob intern etwas passiert ist?

EDIT 2

• Weg breit genug (fast 3 meter)

• Ausweichen ging nicht, Metall pöller im weg damit man eben nicht die Kurve/Spur kreuzt sondern außenrum fährt (im 1. Bild sichtbar, bei etwas zoom)

• Zum verhindern des unfalls gab es nur 2 wege, ich hätte fast stehen müssen, oder er auf seiner Seite fahren müssen.

• Die nummer ist nicht vergeben, ich weiß nicht ob ich was falsch eingetragen habe oder er sie falsch gesagt hat.

by Street_Climate_3316

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12 Comments

  1. Man kann das probieren, wenn er nett ist, denke ich mal. Ansonsten steht eben Aussage gegen Aussage. Aber vielleicht auch was für r/LegaladviceGerman

    Edit: Meines Erachtens nach hast du da wenig Möglichkeit, dich noch anders zu verhalten. Du warst auf deiner Spur ganz außen und er kam dir dort , warum auch immer?, entgegen. Du kannst dich ja nicht einfach in Luft auflösen. Und auf “seine” Fahrbahn wechseln, bringt dich ja auch in Gefahr. Aber das ist mein logischer Menschenverstand und keine rechtlichen Kenntnisse..

  2. Famous-Educator7902 on

    Mache ein Gedächtnisprotokoll.

    Ansonsten würde ich sagen, dass das auf Teilschuld hinausläuft. Hat der Weg 2 getrennte Spuren? Das sieht für mich nicht so aus. Also offenbar seid ihr beide nicht ordentlich auf Sicht gefahren.

  3. AgileSeries7795 on

    Klingt für mich nach einem klassischen Fall von 50/50 Teilschuld für jeden. Er war zu weit links, du zu schnell in einer offenbar schlecht einsehbaren Stelle, beide haben den Unfall somit nicht vermeiden können.
    Ich würde es daher nicht auf eine rechtliche Auseinandersetzung ankommen lassen. Schmerzensgeld übersteigt gerne mal Materialersatzkosten. Wenn sich beide Seiten respektvoll verhalten kann man ggf. bzgl. des Lenkers mal sprechen, ich sehe dich aber ehrlich gesagt nicht in der Position große Forderungen zu stellen.

  4. Hast du Fotos direkt nach dem Unfall gemacht? Als insb. wo die Fahrräder lagen? Evtl. Teile/Blut/Spuren auf dem Boden? Hat die Polizei den Unfall aufgenommen?

    Es gilt Rechtsfahrgebot. Wenn so passiert, wie von dir geschildert, ist der MTB-Fahrer klarer Unfallverursacher und muss für deine Schäden aufkommen. Zudem hat er eine fahrlässige Körperverletzung begangen. Ggf. muss er halt seine Haftpflicht bemühen. Natürlich ist das fair. Du kannst außerdem Schmerzensgeld einfordern.

    Vielleicht ist er ja auch einfach ehrlich und gibt den Hergang so zu?

    Edit: Auf einem ausreichend breiten Radweg muss ich nicht damit rechnen, dass jemand einfach auf der falschen Seite fährt. Ca. 25 km/h sind außerdem auch nicht wahnsinnig schnell. Zudem hat niemand die Geschwindigkeiten gemessen und du musst dich nie selbst belasten.

  5. Uff,das ist schwierig zu sagen. Zeugen wirds ja wohl auch nicht geben, eher “Aussage gegen Aussage”, oder?

    Wir sind zwar vermutlich nicht im direkten Geltungsbereich der StVO, aber diese sieht bei unübersichtlichen Stellen vor, dass man maximal so schnell sein darf, dass man innerhalb der halben Sichtweite zum Stehen kommt. Das schließt dann Frontalunfälle theoretisch aus, mindestens einer von euch hat dagegen verstoßen. Rechtsfahrgebot gilt natürlich auch,aber das ist doch ein einspuriger Weg ohne Mittellinie, oder? Nach Bauchgefühl ist dieses Argument nicht ganz so stark. Man soll halt so weit rechts wie nötig/sinnvoll fahren, muss aber nicht am rechten Rand ” kleben”.

    Und prüf das Rad wirklich gut. Nachdem mir mal ein PkW von hinten drauf gefahren ist, hat der Polizist gar nix gesehen. Es gab aber ne stattliche Acht im Vorderrad und nen gerissenen Rahmen im Bereich der Hinterradachsaufnahme. Hab ich aber auch erst ne Woche später gesehen.
    Insbesondere bei der Carbongabel wäre ich wirklich sehr vorsichtig, bevor ich die wieder in Nutzung nehmen würde.

  6. >Er war eindeutig auf der falschen Seite

    Bei diesem schmalen Weg? Ohne ein Video halte ich das für Bauchgefühl, sorry. Mich würde interessieren, was er dazu sagt. Na wer weiß.

  7. Solange er nicht von sich aus sagt, dass er auf deiner Seite war wird das nichts, denn es wird Aussage gegen Aussage stehen

  8. CouldNotAffordOne on

    Ich kann nichts zur Frage beitragen. Allerdings fahre ich wegen sowas immer mit Dashcam. Kann ich empfehlen.

  9. IllDragonfly1389 on

    Behandel das wie einen Unfall mit einem PKW. Nimm dir einen Anwalt, sicher die GPS Daten.

    Ich kenn Fälle bei denen solche Zusammenstöße mit Verletzungen geendet sind die ein Leben lang Folgeschäden verursachen (zbsp. durch Kieferbrüche).

    Das könnte dann teuer werden ohne Haftpflicht.

  10. Für das Rad: Kostenvoranschlag bei einer Werkstatt machen lassen. Schildere den Unfall. Die sollten dann alles, was durch den Unfall beschädigt wurde, aufschreiben. Das ist die Grundlage auf die der Unfallgegner bei Schuld deinen Schaden begleichen muss.

    Der andere wird sicher eine Privathaftpflicht haben, die diesen Schaden decken sollte. Ich würde da relativ selbstbewusst aber freundlich formulieren, dass diese Kosten bitte über seine Versicherung abgewickelt werden müssten und die Schuldfrage gar nicht erst stellen.

    Ich würde auch ein Gedächtnisprotokoll schreiben, das Gehirn ist sehr gut darin, diese Details zu verdrängen.

  11. Puravida14177 on

    Wenn Du keine Zeugen hast, wird es schwer, weil Deine Meinung leider nicht (alleine) zählt – sondern nur als Ergänzung zur Meinung des Anderen dient. Jedenfalls dann, wenn nicht die Polizei eine Unfallaufnahme gemacht hat (was ich bei Verletzungen immer empfehlen würde).

    Falls der andere feststellt, dass er stärker verletzt ist als gedacht (und ein A*Loch ist), dann könnte er sogar auf Dich zukommen mit Schadenersatzforderungen und einfach behaupten, Du seist auf seiner Spur gefahren.
    Genau deshalb kann auch keiner wissen, ob Du die Wahrheit sagst – denn jeder kann behaupten, was er will.

    Das heißt zwar nicht, dass er am Ende auch Recht bekommt, aber es ist extra Aufwand und paar Anwälte verdienen dran. Genauso wenig wirst aber auch Du Recht bekommen, wenn Aussage gegen Aussage steht.

    Am besten also persönlich zu klären versuchen, vielleicht auch mit Hinweis darauf, dass es Zeugen gäbe – aber erstmal würde ich voll auf Good-will setzen (Du hast sowieso keine andere Wahl). Wenn auch noch knapp bei Kasse, wäre Dein Weg zum Recht sowieso schwer begehbar, weil nur mit Anwalt machbar.

    Edit: Generell: zu einem Unfall gehört immer ein Verursacher – aber auch ein Unfallgegner, der den Unfall nicht verhindern konnte. Verhinderung von Unfällen ist immer oberstes Gebot (deshalb kann auch die Schuld 50/50 verteilt werden, wenn jemand die Vorfahrt missachtet). Wenn Du den Unfall nicht verhindern konntest, gilt das erstmal als Hinweis, dass auch Du Deinen Beitrag zum Geschehen geleistet hast – und das Gegenteil nachzuweisen wird unmöglich sein (was wäre gewesen, wenn Du nur da gestanden hättest – und warum hättest Du dann in der Spur gestanden, wäre nicht noch Platz weiter am Rand gewesen usw…).
    Da der Schaden offensichtlich Peanuts sind (im Vergleich zu anderen Unfällen), wird da auch niemand mit Eifer an die Wahrheitsfindung gehen…

  12. Moin! Ich bin ganz auf deiner Seite. Aber gerade auf dem Teil des Radwegs, der noch ziemlich in der Stadt liegt sollte man immer vorsichtiger und langsamer fahren. Da sind viele alte Leute, Jogger und Familien mit Kindern unterwegs.
    Ich fahre den CTRW auch fast auf jeder meiner Touren und bis mindestens nach Wittgensdorf muss man deswegen sehr aufpassen.

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