Es folgt mein ich nenne es mal Reisebereicht zu der vor über einem Monat angekündigten Fahrradtour LyMa. Bei weiteren Fragen einfach fragen.

Anreise: Die Anreise nach Lyon haben wir von Gießen aus mit dem Flixbus angetreten. 2 Personen, 2 Fahrräder und einmal 30kg Extragepäck gebucht. Alle Taschen, die wir nicht im Bus gebraucht haben, haben wir mit den Spanngurten zu zwei Paketen zusammengeschnürt. In Gießen ist es erstmal nicht gelungen die Fahrräder an der Heckhalterung zu montieren. Mit schlecht gelauntem Busfahrer, abgebauten Komponenten, den Fahrrädern im Gepäckraum und 15 Minuten Verspätung ging es nach Frankfurt, wo ein zweiter Versuch unternommen wurde, der dann auch funktioniert hat. Ansonsten lief die 13 Stunden Busfahrt (21 Uhr bis 10 Uhr) ohne weitere Probleme ab.

Die Reise: 28 Tage, die Route, auf Komoot einsehbar: 1274km, Anstieg 11910 Hm. , Abstieg 11960 Hm.
Grobe Orientierung: Lyon -> Grenoble -> Devoluy -> Beaucaire -> Saintes-Maries-de-la-Mer -> Marseille -> Toulon -> Saint-Tropez -> Nizza -> Monaco -> Genua -> Mailand.
Verkehr und Straßen: Die Straßen und der Fahrzeugverkehr in Frankreich waren entspannt. Angemessene Mengen an Radwegen oder angemessene Alternativrouten. In den Bergen und anschließend in der Provence war nicht viel los. Etwas Verkehr zu den Skiresorts und zurück aber ansonsten nichts. An der Küste war durch die Bebauungs- und Besiedlungsdichte natürlich mehr los. Der italienische Teil der Route hat zu Beginn mit einem super Bahnradweg entlang der Küste gepunktet. Leider waren das nur ca. 60km, also eine Tagesetappe. Danach ging es auf die Küstenstraßen, die schon im Frühjahr mit italienischem Fahrverkehr abschnittsweise eine gewisse Nervenprobe sind. Von Genua aus ging es dann nochmal Bergauf. Im Hinterland war der Verkehr wesentlich entspannter. Um Mailand herum gab es wieder eine Menge superschöner Radwege.

Rückreise: Zurück sind wir dann von Mailand nach Frankfurt am Main mit dem EC150 (7:30h). Diese Fahrt klappt bis auf etwas Stress am Bahnhof Mailand (Probleme im Aufzug einen Platz zu bekommen und dann gefühlt die Abfahrt des Zuges verpassen.) ohne Probleme. Von Frankfurt ging es dann mit dem RE nach Hause.

Unterbringung: Wildcampen, Campingplätze, Warmshowers

Kapitel Warmshowers: Wir wollten Warmshowers nutzen, um mit Leuten in Kontakt zu kommen und um in dicht besiedelten Gebieten auch mal in der Stadt übernachten zu können, ohne ein Zimmer buchen zu müssen. In Frankreich waren Antwortrate und Erfolgsquote gut. Entlang der Küsten gab es immer genug Campingplätze und im Hinterland konnten wir immer ohne irgendwelche Probleme, wir nennen es mal Biwakieren. ABER IN MAILAND: wir haben 6 Tage vorher angefangen, nahezu alle Hosts in Mailand anzuschreiben. Von diesen 30 Anfragen gab es 6 Antworten, und eine Zusage. Junge Junge. Fazit für mich: Warmshowers ist super, wenn ich nicht zu 100% auf eine Unterkunft angewiesen bin. Wenn doch, dann schreibe früh und gegebenenfalls viel. Durch Gespräche, Tipps und Erlebnisse, habe ich die Vorteile des Hostings sehr gut erleben können und werde bald selbst einsteigen.

Biwakieren: Mittags warm kochen und abends noch ein Brot essen. Zelt in der Dämmerung aufbauen. (Wälder, die so klein sind, dass da niemand hingeht, verlassene Gebäude (Wobei wir uns da einfach so reingelegt haben ohne Zelt), um das Zelt herum Ordnung halten, Sachen zusammenbehalten. Morgens nach dem Aufwachen abbauen. Keinen Müll zurücklassen.

Verpflegung: Meistens selbst gekocht, 3- oder 4-mal Essen gegangen, 6 mal bekocht wurden.

Pros dieser Radtour im März:

  • Wir hatten 3 Regentage
  • angenehme Temperaturen bis 21 Grad
  • nur zwei Mal Nachtfröste
  • Wenig Verkehr
  • Wenig Touristen
  • Nebensaison auf Campingplätzen (Günstiger)
  • Vieles blüht und es gibt durchaus noch die ein oder andere Zitrusfrucht am Baum

Cons dieser Radtour im März:

  • Die meisten Campingplätze entlang der Küste sind in der Nebensaison geschlossen. So jeder dritte oder vierte hat offen
  • Viele Mücken in der Camargue

Highlights:

1.      Camargue: Die Camargue fühlte sich an wie eine Safari, aber auf dem Rad. Flamingos, Ibisse und Co. in freier Wildbahn beobachten zu können war traumhaft. Außerdem hat meine 10km Wasserkantenfahrt einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen erhalten

2.      Spontaner Ruhetag in Costa Vescovato. Der Campingplatz La Campeggia war einfach top. Das Restaurant vor Ort war Top. Die Landschaft war Top.

Kostenpunkt:

Hinfahrt: 33,99€ p.P.

Verpflegung, Unterkunft, Aktivitäten, Ausgehen: 645,01€ p.P., (23,04€ pro Person pro Tag)

Rückfahrt: 76€ p.P

Gesamtkosten: 755€ p.P.

Änderungen für die Zukunft:

  • Vorne ebenfalls zwei Backroller, damit ich mehr essen dabeihaben kann
  • Oberrohrtasche für die Zeltstangen und Heringe

Zu den Fragen:

Gewicht: u/Gold_Mention_3150 , u/Ms_CCH , u/O-M-E-R-T-A ,

Fahrradgewicht: Meins 18kg, Freundin 14kg

Gewicht Gepäck: Meins 37kg, Freundin 25kg

Gesamtgewicht: Meins 55kg, Freundin 39kg

Fahrverhalten: Das Rad ist für Gewicht gebaut und fährt sich mit dem Gepäck durchaus auch mit 66km/h noch sehr gut. Mit 40-50 kann ich auch noch ohne Probleme einhändig fahren.

Packtaschen:

Lenker: Ortlieb Ultimate Lenkertasche

Vorne: Ortielb Sport Roller

Hinten: Ortlieb Back Roller, Ortlieb Drybag 22L, Ortlieb Drybag 35L

Packliste:
Ich:

Vorne links: Essenstasche, 2 Mal Bundeswehrbesteck, 2 Teller, 1 Walther Messer, 1 Zippo

Vorne rechts: 2 Regenhosen, 2 Paar Schuhüberzieher, 2 Regenjacken, Dynamolader, Erste Hilfe Material

Am Rahmen: Trinkflasche, Luftpumpe, Werkzeugflasche: Blackburn Big Switch Ratchet Multi-Tool (ICH LIEBE ES, ES IST SOOOO GUT), Ketten Öl, 3 Reifenheber (Schwalbe), Flickenset (TT 01 Tour), Spitzzange, Dumbell Schlüssel, 14/15 Maulschlüssel, 2 Stücke alter Fahrradschlauch, 2 Sets Bremsbeläge (Keins gebraucht), Unzählige Kabelbinder

Hinten links: 5 Unterhosen, 5 Paar Socken, 1 Jogginhose, 1 Zipp off Hose, 2 Lange Unterhosen, 2 Thermo Langarm, 4 T-Shirts, 2 Handtücher, 1Pullover, Hygienebeutel

Hinten Rechts: Zelt 3 Personen, Zeltstangen, Heringe, Bodenplane, 2 Sandalen

Hinten drauf: Bratpfanne, Isomatte, Schlafsack, 2×1,5l Wasserflasche

Meine Freundin ergänzt mit:

vorne rechts: Kocher, Benzin

Vorne links: Töpfe, Gewürze, Spülsachen, Geschirrhandtuch, ein Ersatzschlauch

Und dazu noch ihr Gepäck

 

u/Katzenstreuselkuchen der Gepäckträger vorne ist der Tubus Duo. Hinten ist der Tubus Classic montiert. Mit beiden Habe ich gute Erfahrungen gemacht.

u/LieOdd929 nur für dich habe ich bei 30% Steigung dann auch noch fast alles Gepäck von meiner Freundin hintendrauf genommen (Siehe Bild 15) und bin da hochgefahren. (Lass dich nicht von mir ärgern) Nur für dich <3

u/Mucker-4-Revolution die Blaue Flasche ist die erwähnte Werkzeugflasche. Die schwarze meine Trinkflasche. Auf den Backrollern finden je noch eine 1,5L Flasche Platz.

Und bevor mir hier irgendjemand mit der Bratpfanne kommt. JA die war notwendig. Lecker Bratgemüse, Spiegeleier, Garnelenpfanne, Bratwürstchen, gebratene Gnocchi etc. bereiten sich nicht von selber zu :).

Ob man die Komoot Route genau so für sich auch fahren möchte, darf jeder selbst entscheiden.

by CalmKakao

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4 Comments

  1. Schöne Tour, danke für deinen Bericht und Beantwortungen der Fragen. Aber schade, dass du das Beil nicht mitgenommen hast!

  2. Environmental_Bug515 on

    Das schaut echt nach einer genialen Tour aus, was macht Dein Gepäck denn so viel schwerer? nur das Zelt mit Zubehör und das Wasser?

  3. jort_catalog on

    55kg für das Rad inkl. Gepäck find ich persönlich verrückt. Ich bin letzte Woche mit dem Rad, Bob Yak Anhänger und 40kg Haftputz (ca. 60kg) nach Hause gefahren, und das fand ich sehr grenzwertig. Aber schöne Tour!

  4. Maximum_Ad9953 on

    Und die Räder? Sehe auf dem Bild Rohloff… Feine Reise und toller Bericht! Danke für Deine/Eure Mühe!

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