7 verschiedene Typen Radinfrastruktur auf einer einzigen Straße? Die Kriegsstraße in Karlsruhe zeigt auf 4,0 Kilometern das ganze Chaos der deutschen Radverkehrsplanung, vom Hochbordradweg über Schutzstreifen bis zum Radfahren im Gleiskörper.
In diesem Video fahre ich die komplette Strecke ab und erkläre jede einzelne Führungsform: Was ist ein Radfahrstreifen? Was ein Schutzstreifen? Wann darf man auf dem Gehweg fahren? Und warum wechselt die Infrastruktur alle paar hundert Meter?
Ein Radweg-Lexikon zum Mitfahren und eine Kritik an der Flickwerk-Planung in deutschen Städten.
📚 Führungsformen im Video:
00:00 – Intro
01:15 – Gemeinsamer Geh- und Radweg
01:40 – Radweg
01:54 – Mischverkehr
02:04 – Gehweg (Rad frei)
02:31 – Radfahrstreifen
03:00 – Radfahrstreifen in Mittellage
03:25 – Stadtumbau Kombilösung
05:12 – Schutzstreifen
06:04 – Hirschstraßenquerung
07:10 – Hochbordradweg
01:54 – Radfahrstreifen
07:48 – Radweg im Gleiskörper/Mittelstreifen
07:55 – Mischverkehr und der Kampf um Radfahrstreifen
09:05 – Fazit: Was Karlsruhe besser machen muss
📬 Mehr zu Radverkehr & Stadtplanung:
→ Niederlande vs. Deutschland: https://youtu.be/OHCxnyR74LU
→ Karlsruhe verspielt historische Chance: https://youtu.be/wPfYI1vdhdg
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21 Comments
Eine weitere Radwegeform, die nicht vorkam: Hochbordradwege ohne Radwegeschild, d.h. nicht benutzungspflichtig. Die sind auch echt nervig. Zum einen werden sie von den Autofahrenden für benutzungspflichtig gehalten und sie sind dementsprechend aggressiv beim Hinterherfahren auf der Fahrbahn und zum andern sind sie auf dem Geh/Radweg oft unzureichend markiert, so dass Fußgänger*innen häufig auf die Fahrradspur laufen.
Ist m.E. auch die am Wenigsten bekannte Radverkehrsführungform.
1:33 – Die Kante ist aber auch geil markiert, ey -.-
Auf den ersten Blick dachte ich, der Pfeil mit dem Piktogramm will mich auf die Straße leiten. Ich hab's dreimal schauen müssen um zu checken, dass der mich nur an der linken Seite runter führen will, weil rechts eine Bordsteinkante ist.
Wer PLANT denn sowas? Und wer schaut solche Pläne an und sagt "Joah, bauen wir so"?!?
6:38 – Außerdem ein Hinweis an die Fahrer von Rollicare (und anderen, ähnlichen Diensten oder Postboten oder Lieferfahrern, etc.):
So auf dem Radstreifen zu stehen ist verboten und kostet einen Punkt. Ja, auch für Rollstuhl Taxis. Ja auch da, wo sonst keine Parkplätze sind. ABER – wenn man sich einfach auf exakt der gleichen Höhe stattdessen auf den rechten Fahrstreifen für den MIV stellt, dann ist das erlaubt und so gewollt! Denn beim Halten (nicht Parken, aber ihr ladet ja nur) ist es erlaubt, am rechten Rand der normalen Fahrbahn zu stehen, solange die Restfahrbahnbreite mindestens 2 Meter beträgt. Das ist bei einer vollen Fahrspur, die übrig bleibt definitiv gegeben. Und falls irgendjemand argumentieren möchte, dass er ja dann angehupt wird: Ja, ich weiß. Aber warum ist es denn okay, Radfahrern im Weg zu stehen, nur weil die leisere Aufmerksamkeitserzeuger haben?
Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich habe das Gefühl, dass der Text mit ChatGPT geschrieben ist. Ansonsten interessantes Video:)
Hey Marvin, ich freu mich immer, wenn ich ein neues Video von dir sehe. Das Thema liegt mir ohnehin sehr am Herzen und, dass du über die Straßen sprichst, die ich täglich befahre, machts nur noch besser 😀 Aufgrund der oft mäßigen Radinfrastruktur und der auf der anderen Seite echt starken Öffis, fahr ich in der Stadt fast nur Bahn. Wie ist das bei dir? Ich find allein den Stadtbahntunnel wirklich gut, wenn man sich die Frequenz anschaut, und das in einer doch eher kleinen Stadt. Vielleicht auch Mal ein Video wert 😀
Mischverkehr mit Autos ist der absolute horror! 1.5m Abstand? Eher 1.5cm. Und dann wirst du fast auf der Motorhaube mitgenommen und angeschnautzt. Ständig wird man übersehen, dass ich noch lebe, habe ich dem zu verdanken, dass ich nicht auf meinen rechten bestehe.
Hab kein Problem mir mit Fußgängern die Straße zu teilen. Da fühle ich mich tatsächlich am sichersten. Baulich getrennter radweg ist gut, wenn man schneller unterwegs ist. Auf dem aufgemalten streifen fühl ich mich auch nicht wirklich sicher. Besonders wenn ich mich auf einmal auf einer riesenkreuzung einordnen muss. Da nehm ich oft einfach verbotener weise die Fußgängerampel….und muss 2 Zyklen warten…bei regen… während die leute in ihren beheizten suvs die grünphasen durchziehen.
Am schlimmsten finde ich abrupt endende Radwege, die einen rätselnd zurücklassen. Schlimm, wenn man die Strecke nicht kennt und sich unsicher durchwurschteln muss.
Und natürlich wie mehrere Leute bereits schrieben der Mischverkehr mit Schienen und parkenden Autos.
Die schlimmste Radführung? Mischverkehr über Landwirtschaftswege. Ist zwar sicher, aber häufig holprig und verdreckt, und in vielen Fällen so schlecht ausgeschildert, dass man sich verfährt.
Mir geht es so, dass ich ständig dazulerne, was mich im Radverkehr stresst. Sehr hilfreich ist dafür das Sammeln von Erfahrungen aus anderen Ländern. Und obwohl die rechtliche Lage in CH sogar schlechter als in DE ist (kein Mindestüberholabstand) und es auch häufig keine dedizierte Radinfrastruktur gibt, habe ich v.A. drei Punkte gefunden, welche CH im urbanen Raum entspannter als DE machen, von denen man lernen könnte:
1. Die Infrastruktur wird gut gepflegt und die Untergrundqualität ist damit meistens gut. Das macht wenig befahrene Seitenstrassen für das Radfahren attraktiv.
2. Das Parken am Fahrbahnrand ist wesentlich seltener erlaubt, weswegen die Lage oft übersichtlicher ist. Man kennt es in DE gar nicht anders, aber es macht einen Riesenunterschied, wenn nicht eine permanente Blechlawine im Sichtfeld liegt und jederzeit eine Tür aufgehen könnte.
3. In CH gibt es mehrspurige Fahrbahnen nur relativ selten, was für weniger Lärm, mehr Übersichtlichkeit und weniger Stress beim Abbiegen und ggü. Abbiegenden sorgt.
Fließender Verkehr hat Vorrang vor ruhendem Verkehr. Fahrbahnen sind keine Parkbahnen.
Wie kann Karlsruhe in irgendeinem Rest besser abschneiden als Münster?
Das sieht absolut schrecklich aus
Apologies for the google translate comment, my German is good enough to follow the video but not good enough to write my thoughts.
Die Infrastruktur, die ich in diesem Video sehe, erscheint mir als Niederländer absurd. Die Straßenführung ist schlichtweg schlecht für alle Verkehrsteilnehmer: Fußgänger, Radfahrer, Autos, Motorräder, Busse, Lkw und alle anderen. Sie ist uneinheitlich, die Verkehrsregeln lassen sich nicht aus der Straßenführung ableiten, und aufgrund des Chaos dauert es für alle viel länger, irgendwohin zu gelangen. Ganz zu schweigen von dem Stress und der psychischen Belastung, die solche Straßen verursachen.
Also. Gehwegradfrei ist die schlechteste Form der Radinfrastruktur. Fast alle Vorteile des Radfahrens gegenüber dem Gehen werden dadurch zunichtegemacht.
Für mich generell am schlimmsten ist der Radfahrstreifen.
Es gelten (angeblich) die 1,50 m nicht, da der als eigener Weg gilt. Drauf geparkt und gefahren wird trotzdem, gequert sowieso, da meistens Parkplätze dahinter liegen.
Einen Schutzstreifen darf ich wenigstens verlassen, um die rechte Fahrspur dicht zu machen.
Der Abschnitt mit den Schienen ist aber eindeutig der absolute Endgegner.
Gutes Video, man muss aber zur ganzen Wahrheit sagen, dass man, bevor es in die Zwickmühlensituation mit den Schienen zwei bessere Wege gibt, die parallel laufen:
Einmal am Karlstor gibt es eine (nicht perfekte) Möglichkeit, in die Sophienstraße (die auf ganzer Länge Fahrradstraße, mittlerweile sogar mit Vorfahrtsregelung, ist). Diese Straße geht parallel zur Kriegsstraße und ziehe ich seit sie Fahrradstraße ist der Kriegsstraße immer vor!
Zusätzlich kann man auch direkt vor der Einfädelung mit den Schienen halbrechts in die Weinbrennerstraße abbiegen, welche auch verkehrsberuhigt ist. Tatsächlich finde ich dadurch einen fahrradgerechten Umbau dieses Kriegsstraßenteils nicht nötig.
Klar, ich verstehe die Probleme, aber dennoch muss man sagen, dass es schon auch deutlich bessere Straßen in Karlsruhe für Radfahrende gibt.
Ich fahre selbst nur mit den Öffis oder dem Rad durch diese Stadt, besitze kein Auto.
Die Strecke zwischen Weinbrennerplatz und Kühlem Krug ist tatsächlich extrem unbequem als Radfahrer. Aber es gibt ja parallel dazu die Sophienstraße, die eine Fahrradstraße ist (und über die es in diesem Kanal auch ein Video gibt). Als gebürtiger Karlsruher (der in seiner Karlsruher Zeit fast ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs war) komme ich öfters zu Besuch in die Weststadt und kann verstehen, dass die Anwohner gegen die Wegnahme von Parkplätzen auf die Barrikaden gehen. Es ist wirklich schon jetzt extrem schwer, in der Gegend Sophienstraße/Gutenbergplatz/Schillerstraße einen Parkplatz zu finden, ich musste da schon viele Minuten lang herumkurven und am Ende noch einen halben Kilometer laufen. Als Besucher betrifft mich das nur gelegentlich, aber als Anwohner jeden Tag solchen extremen Stress zu haben ist wirklich nicht schön. Bei aller Liebe zum Fahrrad darf man auch an die autofahrenden Anwohner denken. Die Kriegsstraße ist in diesem Abschnitt nun mal sehr schmal, und man will ja auch nicht die Bäume abholzen oder die Straßenbahnlinie abschaffen, um Platz für einen Radweg zu schaffen. Immerhin gilt dort Tempo 30 und es gibt sogar einen Blitzer, damit die Autofahrer nicht zu übermütig werden..
auch ein problem:
1. es wird nicht kontrolliert und 2. wenn die es sehen, oder etwas zur anzeige mit beweis gebracht wird, interessiert die rechtslage auch nicht
solange du nicht tot auf der straße klebst ist jede ausrede recht, und selbst wenn du tot gefahren bist, kommt nur widerwillig "reue"bekenntnisse. gemacht wird aber nichts. vielleicht ein monat führerschein weg – und dann wird auch nicht kontrolliert, ob sich jemand daran hält.
deutschland ist im kern faschistoid.
Dieser Mist von wegen Fußweg, aber Radfarer frei: Das ist der größte Mittlfinger an alle Radfahrer! 2 Schilder, statt eines Gemeinsamen Fuß und Radweges, der einem wenigsten ein klitze kleines bisschen Recht einräumt. Wie es zu sowas dummen kommen konnte, ist mir Rätzelhaft…
… hab meinen eigenen Platz…
Und prompt latschen Fußgänger vor das Rad.
Bei uns absolutes Stockwerk.
Es gab eine Umfrage, bei der schlechte Stellen gemeldet werden konnten.
Fast durchgehend Meldungen.
Passiert ist nicht wirklich etwas.
Das Geld wird in KFZ Infrastruktur gesteckt.
Klar formuliert ist, dass die Menschen aus dem Umland möglichst einfach mit dem Auto in die Stadt kommen können.
Öffis werden derzeit ausgedünnt.
Es ist ja kein Geld da.
Danke für deine Videos.
Ich finde es am schlimmsten, wenn na einen 80 cm breiten Schutzstreifen links, direkt neben parkenden Autos hat und man dann auch noch von den fahrenden Autos ohne jeglichen Abstand überholt wird. Wenn es keinen Schutzstreifen gibt, wissen die Autofahrer zumindest, dass sie Abstand halten müssen. Aber wenn es einen Schutzstreifen gibt denken die meisten sie müssten überhaupt keinen Abstang mehr halten.
Sehr gute Analyse ❤.
8:23 ich würde dort konsequent zwischen den Schienen fahren, jedes Überholmanöver ist dort illegal. Müssen Autofahrys halt Geduld haben wenn parken wichtiger ist. Zugegeben ich hab einen dicken Pelz was drängelnde #carbrains angeht
Die Fahrradinfrastruktur hier in Bonn ist (noch?) typisch deutsches Stückwerk. Es gibt zwar ambitionierte Pläne aus der Zeit, als das Bonner Rathaus von Grüner Hand regiert wurde. Aber bei der letzten Kommunalwahl wechselte der Sessel zur CDU, und jetzt wird eine neue Verkehrspolitik angekündigt, die man in der Turnhalle wohl "Rolle rückwärts" nennen würde.