
Dresden. Die Schranke öffnet sich, und er fährt mit dem Transporter auf das Gelände der Bereitschaftspolizei in Dresden. An Bord: sechs geklaute Fahrräder. „Ich sah Polizisten in Zivil, die sich freuten wie Kinder“, erinnert sich Heiko Hempel. 500 Mark habe er pro Stück erhalten, bar auf die Hand.
Zuvor habe ein Freund ihn gefragt, ob er kurzfristig die Mountainbikes an die Polizei liefern könne. Erst habe er gelacht und an einen Scherz geglaubt. „Komm einfach auf die Stauffenbergallee, bringe die Räder, niemand wird etwas sagen“, habe der Freund geantwortet.(…)
by clemisan
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Im Osten nichts neues
“1991/92 klaut er die Räder, wo immer er sie finden kann: vor Schulen, vor Kaufhallen, aus Kellern und von Supermarktparkplätzen. Bald geht er gemeinsam mit Freunden auf Raubzug. Tag für Tag. Viel mehr als einen guten Bolzenschneider braucht er dafür nicht. …”
“Die Gruppe folgt Radfahrern, beobachtet, wohin sie fahren, und nimmt sich die Räder direkt vor der Haustür weg. Oft samt Schloss. Im Keller richtet sich Heiko Hempel eine Werkstatt ein, schallisoliert, damit niemand die Flex hört. Dort entfernt er reihenweise Rahmennummern und lackiert Räder neu. Für Tipps, in welchen Häusern welche Räder zu finden sind, bezahlt er. Hunderte Fahrräder verschwinden auf diese Weise.”