
Nachdem ja in dem ursprünglichen Post mit dieser Fragestellung vom OP standhaft vertreten wurde, dass dezidierte Radinfrastruktur schlecht wäre und man am besten auf der Straße fahren sollte, hier vielleicht mal ein Blick auf neuere wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema.
Diese Metastudie hat eine Reduktion von Unfällen und Verletzungen durch Radinfrastruktur gefunden.
Diese Studie zeigt einen Sicherheitsgewinn für alle Verkehrsteilnehmer durch dezidierte geschützte Radinfrastruktur.
Diese Studie zeigt, dass Sicherheitsbedenken und eine als ungenügend empfundene Fahrradinfrastruktur das wichtigste Hindernis für einen großen Teil (42%) der Nicht-Radfahrer ist.
Was es eher wenig überraschend macht, dass diese Studie eine Zunahme des Radverkehrs durch neue Radinfrastruktur zeigt.
by alfix8
15 Comments
Infrastruktur ist so oder so das Stichwort. Die Illusion mehr Menschen zum Fahrrad zu bewegen geb ich mich nicht hin – weil es ein Modell für Urbane-Gegenden ist. Solange das aufsitzen auf’s Fahrrad nicht genauso niederschwellig und/oder attraktiver als Autofahren ist – wird es nicht passieren.
u/alfix8 Könntest du bitte noch deinen Body editieren und den anderen Post verlinken. Der OP dieses Posts hat sich mit dem ständigen Wiederholen seiner Ideologie, fehlender Empathie gegenüber Radfahrenden, die dieser nicht folgen und generellen Uneinsichtigkeit für diese Community disqualifiziert.
Dagegen zeigt die Studien der Unfallversicherer (UDV) das innerorts baulich getrennte Radwege deutlich gefährlicher sind wegen Unfällen an den Knotenpunkten.
[https://www.udv.de/resource/blob/74726/2ec206e1ccb74c9820ec236abdf6a1b9/37-unfaelle-zwischen-kfz-und-rf-beim-abbiegen-data.pdf](https://www.udv.de/resource/blob/74726/2ec206e1ccb74c9820ec236abdf6a1b9/37-unfaelle-zwischen-kfz-und-rf-beim-abbiegen-data.pdf)
Deswegen gehört der Radverkehr innerorts auf die Fahrbahn, Radschutzstreifen oder Radfahrstreifen.
Ich find’s ja geil wie sie in vielen Städten in NL das Autofahren nicht verbieten, aber so nervig gestallten, dass man nach ein paar Fahrten das Handtuch schmeisst.
Aufhören ideologisch irgendwas durchbrechen zu wollen was scheinbar ein Großteil der Menschen aus verschiedenen Gründen nicht will.
Ich bin selber begeisterter Fahrradfahrer, aber ich verschließe nicht die Augen vor der Tatsache, dass es für viele Menschen einfach sau unpraktisch ist. Angefangen bei dem mangelnden Komfort und dem Wetter einfach ausgesetzt zu sein (heute bei uns Temperaturen von 5 Grad am Morgen und dann 17 Grad nachmittags weil zwischendurch Regen), deutlich weniger Möglichkeiten Dinge zu transportieren, der eingeschränkten Flexibilität, wenn es darum geht, mal schnell weitere Strecken zurückzulegen usw. Wenn noch Kinder dazukomme dann erst Recht.
Autofahren hat für das Individuum in vielen Fällen einfach massive Vorteile, nicht ohne Grund ist der Auto motorisierte Individualverkehr Haupttransportmittel für die meisten Menschen die sich das leisten können.
Ich liege im Jahr ca 5- 10.000 km mit dem Rad zurück und ich würde trotzdem niemals auf mein Auto verzichten.
Etwas was garnicht direkt mit Fahrrädern zu tun hat. Aber die Carsharing Angebote müssten noch ausgebaut werden. Dann würden sich auch immer weniger Menschen überhaupt erst ein Auto zulegen. Viele Parkstreifen würden überfallig werden und Platz schaffen für Radinfrastruktur, und Radfahren würde sehr viel attraktiver werden.
Den Kerl von gestern hab ich auch null verstanden.
Wenn ich wie ein Vehikel auf der Straße fahre ist das eine Sache. Ich bin ein Mann, 32J, 95kg, 174, breit gebaut (vorallem Rücken und Schultern) dank Krafttraining, eher sorglos im Verkehr unterwegs. Ich traue mich da ran, weil ich im Falle einer Auseinandersetzung mit Fremden nicht direkt verloren hätte. Weil ich im Falle eines Zusammenstoßes mit größeren Fahrzeugen (sprich PKW) mir nicht direkt sämtliche Knochen im Körper breche. Und weil es mir auch ein Stück weit egal wäre, falls. Wenn milde Gefahrensituationen entstehen zögere ich es manchmal hinaus, damit die Blechkisten ihre Fehler checken (am häufigsten Vorfahrt).
Zu verlangen, dass sich jeder daran traut wie ein Vehikel zu fahren ist aber schlicht und ergreifend realitätsfern. Gibt so viele Gründe warum man es nicht machen möchte, wenn die Lösung einfach Infrastruktur heißt.
Danke für deinen Post.
Ich geh Paragleiten, lauf gern auf Bergen rum, Klettern ist auch meines. Und ab und zu Bretter ich gern mit dem MTB durch den Wald.
Ich bin also niemand der Risiko perse scheut. Aber ich versuche es immer so weit als Möglich zu minimieren.
Was mir aber einfach viel zu gefährlich ist, ist mit dem Rad auf der Straße zu fahren.
Selbst die Radweg in der näheren Umgebung sind Todesfallen auf die mich keiner kriegt.
In Dänemark z.b. ist Radfahren einfach gemütlich.
Bei mir in Österreich ist es einfach ein Überlebenskampf den du irgendwann verlierst, und dann bist eine Statistik… nein danke
Selbst wenn es richtig wäre, dass Radfahrer auf der Fahrbahn sicherer unterwegs sind:
Damit bringt man niemanden dazu, das Auto stehenzulassen. Denn das Unsicherheitsgefühl auf der Fahrbahn ist groß. Auf dem Radweg nicht.
Ja. Bessere Infrastruktur.
Ich persönlich habe eine Arbeitsweg von 6km eine Strecke.
Mit dem bike? Gern!
Bin ich lebensmüde? Nein.
Es ist Landstraße. Gut ausgebaut. Aber selbst mit dem Auto wird man so krank überholt…
Für mich gibt es Situationen, in denen ein Radweg für mich Sinn ergibt, in anderen Situationen nicht. Für mich wäre bei Radwegen wichtig, dass diese nur in besonderen Gefahrenlagen benutzungspflichtig sind. Diese ist auch meist gar nicht notwendig, da ohnehin weit über 90% auf dem Radweg fahren oder auch mit Benutzungspflicht auf der Fahrbahn fahren.
Dann können auch gemeinsame Geh- und Radwege in Ordnung sein, weil man bei Anwesenheit von Fußverkehr einfach vorher an einer geeigneten Stelle bereits auf die Fahrbahn fahren kann.
Nur dass ich es richtig verstehe: Es gibt also angeblich Menschen die, bewusst absichtlich nicht mit dem Fahrrad fahren, weil die Infrastruktur so schlecht ausgebaut sei. Und diese sollen angeblich bereit sein, aufs Rad umzusteigen, sobald die Infrastruktur besser sei? Das ganze beweist eine ‚Studie‘? Wo wurde die denn durchgeführt? In Berlin Only? Also alle Menschen, die ich kenne, entscheiden das ausschließlich nach dem Wetter, der Entfernung und den Transportbedarfen. Ich hätte noch nie jemanden getroffen, der gesagt hätte ‚Hach, ich würde ja auch gerne Fahrradfahren, wenn es nur mehr Radwege gäbe‘ und das nicht offensichtlich nur als Ausrede vorgeschoben hätte. Das ist eine Frage der Einstellung, entweder ist man ein Radmensch, oder eben nicht, weil man zu faul und/oder zu bequem dafür ist. Das ändert auch mehr Infrastruktur nicht. Und bevor jetzt wieder das Geheule losgeht, weise ich darauf hin, dass ich sehr wohl für mehr Radinfrastruktur bin, aber nicht, weil ich mir vorlüge damit Leute anzulocken, sondern weil ich der Meinung bin, diejenigen die bereits mit dem Rad fahren haben es verdient, dass man Ihnen eine vernünftige Infrastruktur zur Verfügung stellt.
Bullshit. Die öffis müssten einfach genau so schnell, oder schneller als Auto sein. Tolle Rad-Infrastruktur bringt auch nichts, wenn die Strecke einfach zu lang ist!
Zu dem Thema gab’s zufälligerweise erst vor kurzem [ein gutes Video von NotJustBikes](https://youtu.be/pRPduRHBhHI). Darin wird unter anderem die These aufgestellt, dass das “Vehicular Cycling” nur eine Notlösung sein kann.
Ich persönlich sehe das mit etwas gemischten Gefühlen. Wenn die Radinfrastruktur wirklich gut ist nutze ich sie gerne, auch mit dem Rennrad. In der Stadt mit dem Citybike sowieso. Aber es gab schon die ein oder andere Abfahrt bei der ich lieber auf der Bundesstraße hinunter gedonnert bin, obwohl nebenan ein zwar gut asphaltierter, aber doch sehr schmaler Radweg war. Deswegen bin ich ganz froh dass ich in Österreich mit dem RR den Radweg als Option habe, aber nicht verpflichtet bin ihn auch zu nutzen.
Gibt ja noch den Mobilitätsreport, der zeigt, wie viele Leute Kurzstrecken mit dem Auto fahren.
Es gibt Studien, die zeigen, das 90% (oder so ähnlich) der Menschen in Deutschland einen Bahnhof innerhalb von 2km oder so haben.
Aber auch gerade für den Hybriden Verkehr mit der Bahn (sei es Auto+Bahn oder Fahrrad+Bahn) muss da echt heftig investiert werden. Vor allem in Gegenden, wo die Züge bereits aus allen Nähten platzen.