

Nachdem ich nun meine Alpe Adria Radtour erfolgreich abgeschlossen habe, wollte ich mal an meinen Erlebnissen mit der deutschen Bahn teilhaben lassen.
Alle Tickets, Fahrradkarten und -reservierungen wurden bereits vor Monaten gebucht.
Hinfahrt: Erfurt nach Salzburg. Einmal umsteigen in München, 43 Minuten Umsteigezeit – Kann doch nicht viel schief gehen, oder?
Am Bahnhof angekommen checke ich nochmal die App und mich begrüßt unter "Fahrtinformationen" der untenstehende Hinweistext (Bild Nr. 1 🤓). Ich schon etwas unruhig, denke aber erstmal "Hey, mein Wagen 24 hängt doch dran – alles easy" Da ich früh dran war, bin ich nochmal runter zur Info und hab gefragt, ob sie genauere Infos haben – Ne ne, es fehlt wohl doch nur Wagen 25 (?), für mich besteht kein Grund zur Sorge. Ich wieder hoch, Zug hat 20 Minuten Verspätung und an der Anzeige steht nach wie vor "Fahrradmitnahme nicht gewährleistet". Als der Zug kommt, kommt gleich die Zugbegleiterin, stellt sich vor mich, sagt "Lol, sorry alles voll, die Fahrräder aus den ausgefallenen Abteilen stehen jetzt hier" und ich stehe weiterhin am Bahnhof wie so ein Opfer. Ich also zurück zur Info, darf den Zug eine Stunde später nehmen. Der Zug kommt 15 Minuten zu spät in Erfurt an und verliert noch viel mehr Zeit unterwegs, sodass ich auch den nächsten Zug in München nicht erwische. Ich war dann 2 Uhr nachts in Salzburg statt 23 Uhr. Mit 5 Stunden Schlaf fahre ich ja eh am besten 🚴♀️🥲
Heute stand die Rückfahrt an. Im Biketransfer von Grado nach Villach begrüßt mich folgender Hinweistext (Bild 2). Keine Alternative in München mehr heute, die ich mir meiner gebuchten Verbindung erreichen würde.
Doch da plötzlich ein goldener Schimmer am Horizont: ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist die ÖBB, die mich aus Kulanz und Mitgefühl im eigentlich ausgebuchten Direktzug von Villach nach München mitfahren lässt. Auf die erste Frage, ob ich eine Chance habe, im EC mitzufahren, wurde noch mit Nein geantwortet, aber nachdem ich kurz meine Lage erklärt habe, haben die echt emsig eine Lösung für mich gesucht und gefunden, obwohl auf Seiten der ÖBB alles super pünktlich war und die null Schuld an meiner Misere hatten. 🥹 So war ich viel früher als geplant in München und bin mit einer früheren Verbindung doch noch auf dem Weg nach Erfurt.
Ich fahre eigentlich wirklich gerne mit der Bahn, ich brauche jetzt aber ein bisschen Abstand. 😂
by saroeh
10 Comments
Nachtrag: Mein Stresslevel am Tag der Hinfahrt. Ab 16 Uhr war ich am Bahnhof. 😂
https://preview.redd.it/vohd2fqx8dof1.jpeg?width=1080&format=pjpg&auto=webp&s=be2c9ee34566d6c7e9e53ef82feffa2f8733185b
Urlaub und Freizeit werden schlichtweg nicht mehr mit der DB geplant.
Mobilitätsservice-Zentrale … ?
Sowas gibt’s tatsächlich? Und was machen die?
Ich will nicht anschuldigend sein, aber deine Reiseplanung war schon etwas mutig. Klar liegt die Schuld letztenendes bei der Bahn, aber du hast:
– Fahrradmitnahme im Fernverkehr gebucht, wo du bei einem Ausfall ziemlich sicher nicht weiter kommst weil alle Plätze eigentlich immer belegt sind
– mit Umstieg
– und späte Startzeit/ Ankunftszeit gewählt, was Verzögerungen wahrscheinlicher macht und du im schlimmsten Fall über Nacht irgendwo stecken kannst.
Am sichersten wäre eine Direktverbindung die du direkt vormittags fährst. Bei einer Radreise bist du ja eh recht flexibel was den Zielort deiner Bahnreise angeht.
Nur so als Hinweise, um mit der Situation bei DB besser umgehen zu können. Im Regionalverkehr am besten außerhalb der Pendlerstoßzeiten in der Woche/ den Freizeitradlern am Wochenende fahren wenn du die Zeit wählen kannst.
einer der absoluten DB Klassiker, habe ich auf der Fahrt von Bremen nach München bereits ein paar mal erlebt. das oder ein Ersatzzug ohne die Platzreservierung 🤣🤣
Kenne ich genau so. Das größte Abenteuer wenn man mit Rad und Bahn Urlaub machen will ist die Fahrt mit dem Zug: bekomme ich einen Stellplatz? Fährt der Zug überhaupt oder wird er kurzfristig abgesagt ? Bekomme ich die Anschlusszüge?
Daher bin ich bei solchen Ideen immer sehr vorsichtig geworden. Am besten nicht umsteigen. Dann nur die Hinfahrt buchen und mit dem Rad die Strecke zurückfahren. Dann hat man Zeit um sich von dem stressigen Bahnabenteuer zu erholen.
Oder man nimmt nen Flixbus. Kann eigentlich auch nicht schlimmer sein als Bahn.
Dabei fuhr ich eigentlich immer gerne Bahn. Aber aktuell kann ich niemandem dazu raten. Außer man sucht bewusst das Abenteuer.
Kann diesen Rant sehr gut nachfühlen. Es funktioniert einfach nicht. Von meinen 4 letzten Versuchen mit Rad im Fernverkehr Bahn zu fahren sind drei schief gegangen.
– Einmal mit: beim Rad im Gang stehenbleiben mit freundlicher Duldung des Zugbegleiters (mein Stellplatz war einfach doppelt gebucht)
– ein anderes Mal mit: gestrandet abends an einem der unschöneren Bahnhöfe Deutschlands woraufhin ich mir erstmal in der Bahnhofskneipe einen reingelötet habe.
– und schließlich mit: keine Chance auf irgendeine Mitnahme im Fernverkehr an diesem Tag, also ca 6 Stunden mit Nahverkehr durchgeschlagen.
Wahrscheinlich lerne ich nichts draus und werde es beim nächsten Anlass wieder machen und mich wieder aufregen.
Ich hoffe die Bahn ertsattet dir den ganzen Bums, dank deren Inkompetenz und mit der verlorenen Zeit.
Absoluter Saftladen einfach
Fahrrad und Fernverkehr ist einfach nicht planbar, punkt. Spontan fahren? Alles rund um die Uhr ausgebucht. Rechtzeitig buchen? Dann passiert genau das, was dir passiert ist.
Musste deswegen auch dieses Jahr umdisponieren. Nächstes Jahr werde ich mir einfach ein Auto one-way mieten und das Rad im Kofferraum transportieren.
Wir wollten im Frühsommer die Isar abfahren (haben wir dann auch gemacht). Hinfahrt wäre ICE bis München, dann RE und zurück ICE ab Plattling gewesen.
Und genau wegen der Erwartbarkeit solcher Probleme im/mit dem Radabteil haben wir die Tour dann halt mit Klapprädern gemacht 😁