Bin gerade über den Thread gestolpert. Typisch deutsch und reddit wird sich natürlich nur über die Bahn bzw. den ÖPNV aufgeregt. Ich frage mich da immer, ob das Fahrrad überhaupt als alternatives Verkehrsmittel gesehen wird? Immerhin haben die Hälfte aller Pendler keine 10km bis zur Arbeit. Mit einem E-Bike oder Biobike kein Problem. Andere Wege sind ja oft noch kürzer.
Wie ist das bei euch im Umfeld? Ich bekomme das zumindest auch immer so mit, dass immer nur Auto vs. Öffis gerechnet wird. Wenn man dann damit ankommt, dass man die 4km doch auch radeln könnte, wird man angeguckt wie der größte Öko.
lennoxred on
Natürlich nicht. Autoland-Deutschland verdient mit der Rad-Lobby kein Geld. Alles andere Gesundheit, Klima etc. sind am Ende komplett egal, solange wir mit der Automobilbranche jährlich Milliarden über Milliarden machen.
Webtruster on
Wenn ich mir ansehe, was hier in den letzten 5 Jahren an Fahrradinfrastruktur geschaffen wurde -nein.
Bin selbst seit 18 Jahren führerscheinlos und ALLES geht ohne Auto. Aber es ist in Deutschalnd so kack unbequem.
AXCdev on
Arbeitgeber holen ihre Mitarbeiter wieder öfter ins Büro. Vielleicht hat das seinen Anteil.
PizzaUltra on
Ich kann natürlich nur für mich schrieben: Das Fahrrad ist für mich keine Alternative als Fortbewegungsmittel. Mein Fahrrad ist ein reines Sport- und Freizeitgerät.
Hat ein paar Gründe, hauptsächlich aber irgendwie Praktikabilität und Wetter. Zusätzlich hält die Stadtbahn quasi vor der Tür.
(Ich hab kein Auto)
AirportBeneficial392 on
Seitdem ich immer öfters kriminell gefährlich überholt werde, bin ich auf wieder aufs Auto umgestiegen.
Bartislartfasst on
Nein.
MattR0se on
Auto besitzen und Auto fahren sind zwei paar Schuhe. Ich kann verstehen dass Leute ihr Auto nicht komplett weggeben können oder wollen. Manchmal braucht man einfach ein Auto, und flexibles Carsharing gibt es nicht überall.
Aber als ich noch ein Auto hatte, habe ich schon versucht so viel mit dem Rad zu machen wie es geht. In der Stadt ist das auch imho deutlich angenehmer weil der Stau und die Parkplatzsuche entfällt und oft sogar schneller am Ziel ist. Vom Fitness-Aspekt ganz zu schweigen. Und es ist deutlich günstiger. Die Leute haben scheinbar immer noch zu viel Geld für Sprit?
SometimesLifeIsGood on
Definitiv nein. Es werden absolut keine Anstalten gemacht, das Fahrrad als Alternative zum Auto zu betrachten. Halbherzige Radwege, eine mehr als schlechte Radinfrastruktur und keinerlei Anreize das Auto mal stehen zu lassen.
glisc on
NRW hat 2021 ein Gesetz zur Nah- und Fahrrad-Mobilität in Kraft gesetzt, in dessen Präambel steht (https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=35420230202120743674): “Landesweit soll der Radverkehr so attraktiv werden, dass sich mehr Menschen im Alltag für das Rad entscheiden können. So soll ein Radverkehrsanteil von 25 Prozent im Modalsplit der Wege erreicht werden. Dazu kann auch der Radtourismus einen Beitrag leisten. Das Fahrrad soll sowohl als eigenständiges umwelt- und klimafreundliches Verkehrsmittel als auch als wesentlicher Bestandteil intermodaler Mobilitätsketten, insbesondere in Verbindung mit dem öffentlichen Personennahverkehr, gestärkt werden. Zukünftig sollen alle Verkehrsmittel eine gleich bedeutsame Rolle einnehmen.” Die Kreise und Kommunen in meiner Gegend haben auch eigentlich alle Radverkehrskonzepte erstellen lassen, die eigentlich gar nicht so verkehrt aussehen, soweit ich mir sie angeschaut habe. Also würde ich schon sagen, in Politik und Verwaltung ist die Auffassung vorherrschend, dass das Fahrrad eine gute Alternative in der Nahmobilität ist. Nur in der Praxis passiert leider nicht besonders viel. Dennoch hat zum Beispiel in Düsseldorf meiner Einschätzung nach der Radverkehr in den letzten 10 Jahren deutlich zugenommen.
Kill3mall668 on
Hier im Speckgürtel kommt man in jede Richtung auf Fahrradwegen überall hinohne mit dem Autoverkehr groß Kontakt zu haben (außerörtlich komplett vermeidbar). Trotzdem fahren alle Auto mich eingeschlossen. Ist einfach vom Komfort und praktischen Aspekt unschlagbar wenn man es sich leisten kann .
Fahre trotzdem noch 200-300km in der Woche als Sport Fahrrad.
Wo kommt eigentlich der Gedanke her das eine Verkehrswende gewünscht wird? Von wem? Das will vllt ein kleiner Teil, der Großteil ist mit dem Auto zufrieden. Sieht man ja auch an den Wahlergebnissen.
Sobald das nächste Auto ansteht kommt ein e Auto her und fertig ,ist mir dann ziemlich egal was ne kleine bubble will.
falsa_ovis on
Frage: habt ihr echt geglaubt, dass man in nur 5 Jahren alles wiedergutmachen kann, was seit fast einhundert Jahren schief läuft? die Antwort liegt auf der Hand
ja, ich rechne die fahrradfeindliche Verkehrspolitik der Nazis auch mit ein.
Kanonenfuta on
Ist es halt oftmals einfach nicht. Musste letztens auch drei mal zum einkaufen fahren weil ich nicht alles mitbekommen hab. Wenn ich nicht frei gehabt hätte hätt ich da keine Zeit für gehabt. Öpnv kannst du hierher auch vergessen, da kann ich vom Laden auch gleich laufen.
Arbeitsweg ist auch kritisch, grade wenn man sich vor Ort nicht duschen kann. Zu meiner Unizeit bin ich auch relativ schnell auf den Bus umgestiegen, obwohl es fast ne halbe Stunde länger gedauert hat als mit dem Rad, weil ich einfach fast immer verschwitzt angekommen bin, was im vollen Vorlesungssaal halt super unangenehm ist.
Dann kommt grade hier noch das Wetter hinzu. An der Küste hat man des öfteren doch recht starken Wind, wenn ich da erstmal ne halbe, dreiviertel std gegenanstrampeln durfte kann ich auf der Arbeit erstmal pause machen. Und wenn dann mal wieder Sturm ist sollte man das Fahrrad lieber ganz zu Hause lassen
Slight_Box_2572 on
Viele Menschen haben sich ein Leben eingerichtet, das ein Auto sowieso benötigt.
Auf dem Weg zur Arbeit schnell noch Kuchen für die Abteilung holen? Kurzer Umweg, Kuchen aufn Beifahrersitz, fertig. Nach der Arbeit spontan einen Großeinkauf, weil man in der Mittagspause mit Kumpels telefoniert hat, die einen am Wochenende besuchen wollen. Arztbesuche, Kinder in die Kita bringen, Sperrmüll wegbringen, was sperriges von Kleinanzeigen holen oder zwei Sack Blumenerde vom Baumarkt, usw.
Da ist ehrlich gesagt die Frage nicht „Auto oder ÖPNV“ sondern „wie groß muss das Auto sein?“.
jatmous on
Ich fahre seit kürzem wieder ab und zu Auto und es hält auf keinerlei Weise mit dem Fahrrad mit. Hohe Kosten um in der Stadt von Tür zur Tür zweimal so lang zu benötigen.
Trotzdem benutzt man es weil es so absurd bequem ist. Das muss sich ändern. Aber wie es jetzt organisiert ist, ist saudumm.
Oreelz on
Ich erlebe es immer wieder das ich angesehen werde wie ein Traktor wenn ich sage das ich nicht nur ohne Auto zur Arbeit komme, sondern sogar ohne Auto zur Arbeit komme.
Ändert natürlich nichts daran das ich beweisen kann das ich mit E-Scooter (Gilt hier als Fahrrad) und Zug schneller und bequemer unterwegs bin als mit dem Auto.
Jetzt sind Sommerferien, es fahren wegen Baustellen keine Züge und ich bin jetzt nach Tag 3 schon genervt vom Start und Stop auf der Autobahn… die Dinger sind hier Binär, Leer und Stillstand. Dazu deutlich mehr Nahtoderfahrungen wenn es mal läuft.
Und die Züge sind hier nicht Perfekt, aber stabil. Ich kann meinen Roller oder das Rad kostenlos in einer Zugangsbeschränkten Box abstellen und der ÖPNV ist auch kostenlos, es ist Bequemlichkeit.
Autumnxoxo on
Ich kann nur für München (Stadt) sprechen aber in den letzten Jahren hat sich spürbar viel positiv in Sachen Fahrradinfrastruktur entwickelt und ich habe das Gefühl, dass das auch so weitergeht. Es dauert halt, aber es verschwinden immer mehr Autospuren und die Radwege werden breiter, sicherer und besser.
Öffis hingegen sind schon teilweise eine krasse Zumutung und ich verstehe warum die Leute darauf verzichten. Das fängt bei fehlender Klimatisierung an und hört bei der ständigen Stammstreckensperrung auf.
MorgenKaffee0815 on
ich habe einen Weg von 4.6km zur Arbeit. Seit 2.5 Jahren fahre ich das mit dem Rad, ausser es schneit. Im Schnee fahren ist echt ätzend.
Die Strecke fahre ich 4x am Tag, weil ich Mittags 1h Pause habe und diese dann zuhause nutzen möchten. Die Fahrt ist halb Radweg, halb Strassen. Wenn Ferien sind, dann ist alles entspannt. Wenn Schule ist merkt man wie viele Kinder mit dem Auto transportiert werden. Ein Unterschied wie Tag und Nacht und das mache die Fahrt wesentlich anstrengender, weil man auf viel mehr achten muss Viele Autofahrer sind halt sehr überfordert mit dem Verkehr.
Kollegen von mir wohnen wesentlich näher an der Firma aber fahren das ganze Jahr mit dem Auto. Sie finden es zwar cool das ich mit dem Rad fahre, aber machen will es keiner. Lieber 5min länger im Bett liegen.
True_Goat_7810 on
Das Rad ist für mich schon ein Verkehrsmittel, aber halt nur für ultra kurze Strecken. Von zu Hause in die Stadt, zum Einkaufen etc. Und auch mal zur Arbeit.
Ich habe 10 km zur Arbeit, das ist schon ziemlich die Grenze für mich. Nach der Strecke muss ich zwingend duschen, was einfach zusätzlich Zeit kostet. Mit dem Auto fahre ich direkt nach der Arbeit zu einem Treffen, mit dem Rad würde ich dort komplett verschwitzt ankommen, muss also noch mal nach Hause und mich frischmachen. Dazu halt noch Wetter – einfach keinen Bock bei Regen 40 Minuten wohin zu fahren.
Für die sonstigen Strecken von 20-700 km ist das Fahrrad dann eh keine Option mehr. Aber für alles innerhalb der Stadt ist das Rad perfekt.
SeaHoliday4747 on
Natürlich nicht?
Also abseits von einigen U30 Studis steht dass doch wenn man ehrlich sit auch gar nicht zur Debatte.
Das Fahrrad ist ein schönwetter Sport und Freizetigerät mit dem mal im Sommer auch mal zur Eisdiele fahren kann oder kleinere erledigungen.
Aber mir würde doch nie in den Sinn kommen bei Wind und Wetter damit zur Arbeit zu fahren.
MaxDev_ on
Selbst in der Großstadt (Bundesland Hamburg) in der ich lebe ist es für die meisten keine Alternative. Selbst Central fahren wohnend, ist hier alles voll mit PKW.
Warum? Weil es bequem ist, und extrem günstig, für das was man bekommt. Das klassische “Carbrain” verhindert zudem, das die negativen Aspekte vom Auto dem Auto zugerechnet werden.
Lange Parkplatzssuche?
– die anderen Autofahrer sind schuld, von denen gibt es einfach zu viele. Man selbst braucht ja auf jeden fall das auto.
– es werden immer weniger Parkplätze gebaut, die Leute die das zu verantworten haben sind schuld. Das man selbst teil des Problems ist wird gerne ignoriert.
– Die grÜÜÜünen.
Unübersichtliche Straßen:
– Liegen nicht daran dass es super voll ist, weil jeder Hannes alleine in seinem riesigen Auto sitzt, nein, die Radfahrer sind schuld (oder so).
etc.
Außerdem ist es viel zu günstig – bzw. die Kosten des Autos werden von der Allgemeinheit getragen und das nimmt der einzelne nicht war.
– Anwohnerparken? 70€ (im Jahr! nicht im Monat).
– Steuervorteile/Abrackprämien für die Automobilindustrie, die sich alle 15 Jahre gegen die Wand fährt.
– Steuergelde für Autobahnen (dir wirklich pro Kilometer absurde Kosten haben)
– Dienstwagenprivileg für viele Mrd. im Jahr.
– Gesundheitskosten Durch Feinstaub, aber auch weil sich Deutsche im Alter viel zu wenig bewegen etc.
– Man wird bevorzugt behandelt, bspw. bei Ampelschaltungen, es gibt keine Bettelampeln, Verkehrsführung etc.
Auch haben die Leute absurde Vorstellungen. Das merkt man auch bei den Diskussionen immer.
Die Alternativen zum Auto müssen genau so gut sein wie das Auto selbst.
ÖPNV im Sekundentakt – weil ins Auto kannst du direkt aussteigen. Haltestelle direkt vor der Haustür, weil dort ist das Auto geparkt. Fahrradfahren, aber ohne Schwitzen und es muss im Winter schön warm und im Sommer kühl sein, wie die Klimaautomatik. etc.
Fakt ist: wenn man sich ans auto gewöhnt hat, dann ist es extrem schwer sich umzugewöhnen. Meiner Erfahrung nach muss es den Menschen “weh tun”, bevor sie es abschaffen. Meist weil es irgendwann zu teuer wird, wenn man es im Homeoffice 5 Tage rumstehen lässt – und selbst da brauchen viele sehr viel Zeit um drauf zu kommen.
Fit-Bookkeeper9775 on
Benzin ist momentan auch extrem günstig
H3rvey on
Mein Auto ist vor Wochen kaputt gegangen und leider ist Reparatur momentan finanziell nicht drin. Seitdem bin ich nur mit Rad überall hin und ehrlicherweise geht es. Ja wenn es regnet schon doof aber die Strecken sind nicht so lang. Ich vermisse das Auto fast gar nicht.
the_seven_sins on
Ich werde ggf demnächst in eine verkehrstechnisch schlechtere, aber günstigere Wohnung umziehen. Regulär mit dem Rad zur Arbeit scheidet dann aus.
24 Comments
Bin gerade über den Thread gestolpert. Typisch deutsch und reddit wird sich natürlich nur über die Bahn bzw. den ÖPNV aufgeregt. Ich frage mich da immer, ob das Fahrrad überhaupt als alternatives Verkehrsmittel gesehen wird? Immerhin haben die Hälfte aller Pendler keine 10km bis zur Arbeit. Mit einem E-Bike oder Biobike kein Problem. Andere Wege sind ja oft noch kürzer.
Wie ist das bei euch im Umfeld? Ich bekomme das zumindest auch immer so mit, dass immer nur Auto vs. Öffis gerechnet wird. Wenn man dann damit ankommt, dass man die 4km doch auch radeln könnte, wird man angeguckt wie der größte Öko.
Natürlich nicht. Autoland-Deutschland verdient mit der Rad-Lobby kein Geld. Alles andere Gesundheit, Klima etc. sind am Ende komplett egal, solange wir mit der Automobilbranche jährlich Milliarden über Milliarden machen.
Wenn ich mir ansehe, was hier in den letzten 5 Jahren an Fahrradinfrastruktur geschaffen wurde -nein.
Bin selbst seit 18 Jahren führerscheinlos und ALLES geht ohne Auto. Aber es ist in Deutschalnd so kack unbequem.
Arbeitgeber holen ihre Mitarbeiter wieder öfter ins Büro. Vielleicht hat das seinen Anteil.
Ich kann natürlich nur für mich schrieben: Das Fahrrad ist für mich keine Alternative als Fortbewegungsmittel. Mein Fahrrad ist ein reines Sport- und Freizeitgerät.
Hat ein paar Gründe, hauptsächlich aber irgendwie Praktikabilität und Wetter. Zusätzlich hält die Stadtbahn quasi vor der Tür.
(Ich hab kein Auto)
Seitdem ich immer öfters kriminell gefährlich überholt werde, bin ich auf wieder aufs Auto umgestiegen.
Nein.
Auto besitzen und Auto fahren sind zwei paar Schuhe. Ich kann verstehen dass Leute ihr Auto nicht komplett weggeben können oder wollen. Manchmal braucht man einfach ein Auto, und flexibles Carsharing gibt es nicht überall.
Aber als ich noch ein Auto hatte, habe ich schon versucht so viel mit dem Rad zu machen wie es geht. In der Stadt ist das auch imho deutlich angenehmer weil der Stau und die Parkplatzsuche entfällt und oft sogar schneller am Ziel ist. Vom Fitness-Aspekt ganz zu schweigen. Und es ist deutlich günstiger. Die Leute haben scheinbar immer noch zu viel Geld für Sprit?
Definitiv nein. Es werden absolut keine Anstalten gemacht, das Fahrrad als Alternative zum Auto zu betrachten. Halbherzige Radwege, eine mehr als schlechte Radinfrastruktur und keinerlei Anreize das Auto mal stehen zu lassen.
NRW hat 2021 ein Gesetz zur Nah- und Fahrrad-Mobilität in Kraft gesetzt, in dessen Präambel steht (https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=35420230202120743674): “Landesweit soll der Radverkehr so attraktiv werden, dass sich mehr Menschen im Alltag für das Rad entscheiden können. So soll ein Radverkehrsanteil von 25 Prozent im Modalsplit der Wege erreicht werden. Dazu kann auch der Radtourismus einen Beitrag leisten. Das Fahrrad soll sowohl als eigenständiges umwelt- und klimafreundliches Verkehrsmittel als auch als wesentlicher Bestandteil intermodaler Mobilitätsketten, insbesondere in Verbindung mit dem öffentlichen Personennahverkehr, gestärkt werden. Zukünftig sollen alle Verkehrsmittel eine gleich bedeutsame Rolle einnehmen.” Die Kreise und Kommunen in meiner Gegend haben auch eigentlich alle Radverkehrskonzepte erstellen lassen, die eigentlich gar nicht so verkehrt aussehen, soweit ich mir sie angeschaut habe. Also würde ich schon sagen, in Politik und Verwaltung ist die Auffassung vorherrschend, dass das Fahrrad eine gute Alternative in der Nahmobilität ist. Nur in der Praxis passiert leider nicht besonders viel. Dennoch hat zum Beispiel in Düsseldorf meiner Einschätzung nach der Radverkehr in den letzten 10 Jahren deutlich zugenommen.
Hier im Speckgürtel kommt man in jede Richtung auf Fahrradwegen überall hinohne mit dem Autoverkehr groß Kontakt zu haben (außerörtlich komplett vermeidbar). Trotzdem fahren alle Auto mich eingeschlossen. Ist einfach vom Komfort und praktischen Aspekt unschlagbar wenn man es sich leisten kann .
Fahre trotzdem noch 200-300km in der Woche als Sport Fahrrad.
Wo kommt eigentlich der Gedanke her das eine Verkehrswende gewünscht wird? Von wem? Das will vllt ein kleiner Teil, der Großteil ist mit dem Auto zufrieden. Sieht man ja auch an den Wahlergebnissen.
Sobald das nächste Auto ansteht kommt ein e Auto her und fertig ,ist mir dann ziemlich egal was ne kleine bubble will.
Frage: habt ihr echt geglaubt, dass man in nur 5 Jahren alles wiedergutmachen kann, was seit fast einhundert Jahren schief läuft? die Antwort liegt auf der Hand
ja, ich rechne die fahrradfeindliche Verkehrspolitik der Nazis auch mit ein.
Ist es halt oftmals einfach nicht. Musste letztens auch drei mal zum einkaufen fahren weil ich nicht alles mitbekommen hab. Wenn ich nicht frei gehabt hätte hätt ich da keine Zeit für gehabt. Öpnv kannst du hierher auch vergessen, da kann ich vom Laden auch gleich laufen.
Arbeitsweg ist auch kritisch, grade wenn man sich vor Ort nicht duschen kann. Zu meiner Unizeit bin ich auch relativ schnell auf den Bus umgestiegen, obwohl es fast ne halbe Stunde länger gedauert hat als mit dem Rad, weil ich einfach fast immer verschwitzt angekommen bin, was im vollen Vorlesungssaal halt super unangenehm ist.
Dann kommt grade hier noch das Wetter hinzu. An der Küste hat man des öfteren doch recht starken Wind, wenn ich da erstmal ne halbe, dreiviertel std gegenanstrampeln durfte kann ich auf der Arbeit erstmal pause machen. Und wenn dann mal wieder Sturm ist sollte man das Fahrrad lieber ganz zu Hause lassen
Viele Menschen haben sich ein Leben eingerichtet, das ein Auto sowieso benötigt.
Auf dem Weg zur Arbeit schnell noch Kuchen für die Abteilung holen? Kurzer Umweg, Kuchen aufn Beifahrersitz, fertig. Nach der Arbeit spontan einen Großeinkauf, weil man in der Mittagspause mit Kumpels telefoniert hat, die einen am Wochenende besuchen wollen. Arztbesuche, Kinder in die Kita bringen, Sperrmüll wegbringen, was sperriges von Kleinanzeigen holen oder zwei Sack Blumenerde vom Baumarkt, usw.
Da ist ehrlich gesagt die Frage nicht „Auto oder ÖPNV“ sondern „wie groß muss das Auto sein?“.
Ich fahre seit kürzem wieder ab und zu Auto und es hält auf keinerlei Weise mit dem Fahrrad mit. Hohe Kosten um in der Stadt von Tür zur Tür zweimal so lang zu benötigen.
Trotzdem benutzt man es weil es so absurd bequem ist. Das muss sich ändern. Aber wie es jetzt organisiert ist, ist saudumm.
Ich erlebe es immer wieder das ich angesehen werde wie ein Traktor wenn ich sage das ich nicht nur ohne Auto zur Arbeit komme, sondern sogar ohne Auto zur Arbeit komme.
Ändert natürlich nichts daran das ich beweisen kann das ich mit E-Scooter (Gilt hier als Fahrrad) und Zug schneller und bequemer unterwegs bin als mit dem Auto.
Jetzt sind Sommerferien, es fahren wegen Baustellen keine Züge und ich bin jetzt nach Tag 3 schon genervt vom Start und Stop auf der Autobahn… die Dinger sind hier Binär, Leer und Stillstand. Dazu deutlich mehr Nahtoderfahrungen wenn es mal läuft.
Und die Züge sind hier nicht Perfekt, aber stabil. Ich kann meinen Roller oder das Rad kostenlos in einer Zugangsbeschränkten Box abstellen und der ÖPNV ist auch kostenlos, es ist Bequemlichkeit.
Ich kann nur für München (Stadt) sprechen aber in den letzten Jahren hat sich spürbar viel positiv in Sachen Fahrradinfrastruktur entwickelt und ich habe das Gefühl, dass das auch so weitergeht. Es dauert halt, aber es verschwinden immer mehr Autospuren und die Radwege werden breiter, sicherer und besser.
Öffis hingegen sind schon teilweise eine krasse Zumutung und ich verstehe warum die Leute darauf verzichten. Das fängt bei fehlender Klimatisierung an und hört bei der ständigen Stammstreckensperrung auf.
ich habe einen Weg von 4.6km zur Arbeit. Seit 2.5 Jahren fahre ich das mit dem Rad, ausser es schneit. Im Schnee fahren ist echt ätzend.
Die Strecke fahre ich 4x am Tag, weil ich Mittags 1h Pause habe und diese dann zuhause nutzen möchten. Die Fahrt ist halb Radweg, halb Strassen. Wenn Ferien sind, dann ist alles entspannt. Wenn Schule ist merkt man wie viele Kinder mit dem Auto transportiert werden. Ein Unterschied wie Tag und Nacht und das mache die Fahrt wesentlich anstrengender, weil man auf viel mehr achten muss Viele Autofahrer sind halt sehr überfordert mit dem Verkehr.
Kollegen von mir wohnen wesentlich näher an der Firma aber fahren das ganze Jahr mit dem Auto. Sie finden es zwar cool das ich mit dem Rad fahre, aber machen will es keiner. Lieber 5min länger im Bett liegen.
Das Rad ist für mich schon ein Verkehrsmittel, aber halt nur für ultra kurze Strecken. Von zu Hause in die Stadt, zum Einkaufen etc. Und auch mal zur Arbeit.
Ich habe 10 km zur Arbeit, das ist schon ziemlich die Grenze für mich. Nach der Strecke muss ich zwingend duschen, was einfach zusätzlich Zeit kostet. Mit dem Auto fahre ich direkt nach der Arbeit zu einem Treffen, mit dem Rad würde ich dort komplett verschwitzt ankommen, muss also noch mal nach Hause und mich frischmachen. Dazu halt noch Wetter – einfach keinen Bock bei Regen 40 Minuten wohin zu fahren.
Für die sonstigen Strecken von 20-700 km ist das Fahrrad dann eh keine Option mehr. Aber für alles innerhalb der Stadt ist das Rad perfekt.
Natürlich nicht?
Also abseits von einigen U30 Studis steht dass doch wenn man ehrlich sit auch gar nicht zur Debatte.
Das Fahrrad ist ein schönwetter Sport und Freizetigerät mit dem mal im Sommer auch mal zur Eisdiele fahren kann oder kleinere erledigungen.
Aber mir würde doch nie in den Sinn kommen bei Wind und Wetter damit zur Arbeit zu fahren.
Selbst in der Großstadt (Bundesland Hamburg) in der ich lebe ist es für die meisten keine Alternative. Selbst Central fahren wohnend, ist hier alles voll mit PKW.
Warum? Weil es bequem ist, und extrem günstig, für das was man bekommt. Das klassische “Carbrain” verhindert zudem, das die negativen Aspekte vom Auto dem Auto zugerechnet werden.
Lange Parkplatzssuche?
– die anderen Autofahrer sind schuld, von denen gibt es einfach zu viele. Man selbst braucht ja auf jeden fall das auto.
– es werden immer weniger Parkplätze gebaut, die Leute die das zu verantworten haben sind schuld. Das man selbst teil des Problems ist wird gerne ignoriert.
– Die grÜÜÜünen.
Unübersichtliche Straßen:
– Liegen nicht daran dass es super voll ist, weil jeder Hannes alleine in seinem riesigen Auto sitzt, nein, die Radfahrer sind schuld (oder so).
etc.
Außerdem ist es viel zu günstig – bzw. die Kosten des Autos werden von der Allgemeinheit getragen und das nimmt der einzelne nicht war.
– Anwohnerparken? 70€ (im Jahr! nicht im Monat).
– Steuervorteile/Abrackprämien für die Automobilindustrie, die sich alle 15 Jahre gegen die Wand fährt.
– Steuergelde für Autobahnen (dir wirklich pro Kilometer absurde Kosten haben)
– Dienstwagenprivileg für viele Mrd. im Jahr.
– Gesundheitskosten Durch Feinstaub, aber auch weil sich Deutsche im Alter viel zu wenig bewegen etc.
– Man wird bevorzugt behandelt, bspw. bei Ampelschaltungen, es gibt keine Bettelampeln, Verkehrsführung etc.
Auch haben die Leute absurde Vorstellungen. Das merkt man auch bei den Diskussionen immer.
Die Alternativen zum Auto müssen genau so gut sein wie das Auto selbst.
ÖPNV im Sekundentakt – weil ins Auto kannst du direkt aussteigen. Haltestelle direkt vor der Haustür, weil dort ist das Auto geparkt. Fahrradfahren, aber ohne Schwitzen und es muss im Winter schön warm und im Sommer kühl sein, wie die Klimaautomatik. etc.
Fakt ist: wenn man sich ans auto gewöhnt hat, dann ist es extrem schwer sich umzugewöhnen. Meiner Erfahrung nach muss es den Menschen “weh tun”, bevor sie es abschaffen. Meist weil es irgendwann zu teuer wird, wenn man es im Homeoffice 5 Tage rumstehen lässt – und selbst da brauchen viele sehr viel Zeit um drauf zu kommen.
Benzin ist momentan auch extrem günstig
Mein Auto ist vor Wochen kaputt gegangen und leider ist Reparatur momentan finanziell nicht drin. Seitdem bin ich nur mit Rad überall hin und ehrlicherweise geht es. Ja wenn es regnet schon doof aber die Strecken sind nicht so lang. Ich vermisse das Auto fast gar nicht.
Ich werde ggf demnächst in eine verkehrstechnisch schlechtere, aber günstigere Wohnung umziehen. Regulär mit dem Rad zur Arbeit scheidet dann aus.
Kein Auto zu brauchen ist in DE ein Luxus.