
Bosch und der ZIV fordern neue EU-Grenzwerte für E-Bikes:
max. 750 W Motorleistung und max. 1:4 Unterstützungsverhältnis. Laut Bosch eBike Systems-CEO Claus Fleischer soll das helfen, "E-Bikes" (Pedelecs) rechtlich als Fahrräder zu erhalten. Also ohne Versicherungspflicht, Nummernschild, Helm- oder Führerscheinpflicht. Hierzu gab es auch auf dem vit:bikes YT-Kanal ein Interview mit Herrn Fleischer.
Doch die LEVA-EU nennt das Protektionismus: Leistungsstarke Motoren wie z.B. der DJI Avinox (1000 W, 1:8) wären damit verboten und neue (vor allem auch asiatische) Hersteller würden effektiv vom Markt ausgeschlossen.
Auch Cargobikes wären betroffen, denn gerade bei größeren Modellen sind mehr als 750 W teilweise sinnvoll, z. B. bei schwerer Beladung, Gewerbenutzung oder bergigem Terrain (hier auch E-MTBs). Eine starre Grenze würde viele sinnvolle Anwendungen behindern.
Hier nochmal der Link zur offiziellen Positionierung des ZIV.
Dass Versicherer am Fahrrad mitverdienen möchten, sollte nicht verwunderlich sein. Auch das Unternehmen ihre Vormachtstellung behalten möchten.
Ich propagiere hier auch nicht für Motorentuner und Fahrradwegraser (wobei ich hier für die Öffnung für S-Pedelecs bin).
Jedoch bin ich der Meinung, dass bevor sich über so etwas unterhalten wird, sollten wir vielleicht über offene Standards von Motoren und Batterien reden. Schnittstellen (einheitliche Ladestecker), Befestigungen, die auf Nachhaltigkeit und Kompatibilität ausgelegt sind und nicht monolithische Ökosysteme stärken. Technik kann kaputt gehen und damit, je nach Ersatzteilversorgung zu einem Totalschaden des ganzen Pedelecs führen.
Die VDE SPEC 90035 hat hier bei Akkus schon etwas Grundlage geliefert, aber es bedarf meines Erachtens nach noch weitergehender Maßnahmen.
Wie seht ihr das? Ist dies für euch Protektionismus oder ein notwendiges Übel?
Welche Regulierungen würdet ihr euch wünschen?
by LepraZebra
6 Comments
Sofern das Fahrrad keinem 13 jährigen gehört eher peinlich
Die Chinesen können doch auch einfach auf 750 W und 1:4 per Software umstellen. Das kriegen die Jungs und Mädels bei DJI schon noch hin. Keine Ahnung wo das ernsthaft Protektionismus sein soll.
Wem 750 W (ca. 1 PS) aufm Rad nicht reichen kann dann ja Moped fahren.
mMn. sollte es echt Pflicht sein sämtliche Ersatzteile für Ebike-Komponenten zu bezahlbaren Preisen (bzw. einer Gewinnmarge die nicht jenseits von gut und Böse ist) anzubieten, mit der Möglichkeit dass Dritte hier Ersatzteile liefern können.
750 W E-MTB zu wenig? Wenn man 15 km/h mit 25% Steigung fahren möchte?
Sind Pedelecs nicht ohnehin schon auf 250W Dauerleistung limitiert? Was wollen die da jetzt mit den 750W noch, die Peak-Leistung auch noch einschränken?
Wir haben hier schon Probleme trotz Beschränkung auf 250W Nenndauerleistung und 25km/h. Teilweise gehen die Dinger über 50. MMn gehört alles was technisch gesehen über 250W ist oder einen Unterstützungsfaktor höher als 4 hat als Moped mit Kennzeichen und Versicherung auf die Straße.
Fahrradwege sind historisch gesehen dafür geschaffen worden, um langsame Straßenbenutzer von der Straße wegzubekommen. Generell aber ist die Straße für alle Benutzer da, vom Pferdefuhrwerk bis zum 40-Tonner.