Mathieu van der Poel hat den Hattrick geschafft und den Radklassiker Paris-Roubaix zum dritten Mal in Folge für sich entschieden. Entscheidend war ein Sturz Tadej Pogacars 38 Kilometer vor dem Ziel, der van der Poel den entscheidenden Vorsprung in einem faszinierenden Duell ermöglichte. Rang drei erkämpfte sich Mads Pedersen.

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“Ich bin super happy. Es war extrem hart heute mit Gegendwind auf den letzten Kilometern”, strahlte der Sieger im Ziel. Angesprochen auf die Vorstellung seines größten Konkurrenten zeigte sich van der Poel beeindruckt: “Wir alle wissen, welch großartiger Fahrer Tadej ist. Aber dass er bei seiner ersten Roubaix-Teilnahme gleich so stark abliefert – eigentlich unglaublich”, so der Niederländer.

Van der Poel hatte aber noch mit anderen “Gegnern” zu kämpfen. Auf den Fernsehbildern war zu sehen gewesen, dass van der Poel rund 33 km vor dem Ziel offenbar absichtlich mit eine Flasche attackiert worden war. “Das ist inakzeptabel. Es war eine volle Flasche, sie wog ein halbes Kilo und ich bin mit 40 km/h gefahren”, erklärte van der Poel, der in der Endphase des Klassikers von einem Zuschauer abgeworfen worden war: “Es ist, als würde man einen Stein ins Gesicht bekommen. Es hat mir sehr wehgetan.” Er hoffe, führte van der Poel aus, “dass wir den Zuschauer identifizieren und rechtliche Schritte einleiten können”. Van der Poel hatte schon in der Vergangenheit mit ähnlichen Attacken zu kämpfen gehabt.

Paris-Roubaix – das bedeutet: 259 Kilometer durch Frankreichs Norden. Mit insgesamt 30 Passagen über die sogenannten “Pavés”, Kopfsteinpflaster-Abschnitte, die Fahrern und Material wirklich alles abverlangen. Die gute Nachricht schon vor dem Start der 2025er Ausgabe lautete: Es hatte über Nacht zwar geregnet, am Renntag war es aber trocken und der Wind hatte die größten Teile der Strecke auch wieder abgetrocknet.

Dennoch ist der Ritt durch die “Hölle des Nordens” wohl der sturzträchtigste im gesamten Rennkalender der Profis. Was sich auch diesmal bewahrheitete. Gerade im ersten Teil des Tages ereilte die Renner ein regelrechtes Sturz-Festival. Was zum einen an der Nervosität im Peloton lag, zum anderen aber auch am höllischen Tempo, das vorgelegt wurde. Während der ersten drei Rennstunden legten die Fahrer einen Durchschnitt von 49,2 Stundenkilometern hin.

Zahlreiche Profis kamen zu Fall, auch Mitfavorit Wout van Aert war anfangs betroffen. Nicht bei den Gestürzten dabei: Die beiden größten Favoriten des Tages, Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar, der zum ersten Mal das Abenteuer Paris-Roubaix anging. Die beiden Topstars hielten sich während der ersten asphaltierten 100 Kilometern, die so etwas wie eine Anfahrt auf die Pavé-Schwierigkeiten darstellten, vornehm zurück und überließen erst einmal einer achtköpfigen Ausreißergruppe das Feld.

Ganz vorn dabei in der Führungsgruppe: Die beiden Deutschen Jonas Rutsch (Intermarché) und Kim Heiduk (Ineos-Grenadiers), die vom Favoritenfeld erst kurz nach dem gefürchteten Wald von Arenberg eingeholt wurden. Genau vor diesem neuralgischen Punkt – im 19. Pavé-Sektor – hatten die Favoriten im Hauptfeld das Tempo noch einmal enorm forciert. Pogacar, van der Poel und Mads Pedersen setzten sich an die Spitze des Feldes und preschten von ganz vorn auf den enorm gefährlichen Untergrund des Arenberger Waldes.

Der Plan, etwaigen Stürzen somit aus dem Weg zu gehen, ging auf. Die drei, die im Übrigen zuletzt auch das Podium bei der Flandern-Rundfahrt belegt hatten, kamen als Erste auch wieder aus dem Wald heraus. Und van der Poel wollte es nun wissen. Obwohl noch 100 Kilometer bis zum Ziel blieben, machte der Sieger der beiden Vorjahre nun mächtig Tempo. Selbst Pogacar hatte Mühe, dran zu bleiben.

Auch Pedersen, Stefan Bissegger und van der Poels Teamkollege Jasper Philipsen blieben dran – zu fünft ging vorn die Post ab. Bissegger musste bald abreißen lassen, Pedersen fiel nach einem Vorderrad-Schaden zurück – Pogacar, van der Poel und Philipsen waren nun zu dritt unterwegs.

Die drei Führenden arbeiteten sich eine gute Minute Vorsprung heraus und hielten diesen. Philipsen und van der Poel natürlich mit dem unschätzbaren Vorteil, als Teamkollegen bald abwechselnd attackieren zu können und immer wieder Druck auf Pogacar auszuüben.

Pogacar und van der Poel lieferten sich fortan ein beeindruckendes Duell. Mal zog der eine an, mal der andere. 38 Kilometer vor dem Ziel passierte es: Pogacar fuhr viel zu schnell in eine Kurve und stürzte. Der Radstar lag im Dreck, die Kette verklemmte sich – der Slowene verlor gut 20 Sekunden auf den Niederländer.Für van der Poel reichte dieses Malheur seines Konkurrenten, um Paris-Roubaix zum dritten Mal in Folge für sich zu entscheiden.

#ParisRoubaix #vanderpoel #mvdp #Pogacar

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33 Comments

  1. Habe das Siegerrad von 1954 zu verkaufen, nahezu komplett original, Historie per Bild und Videomaterial nachvollziehbar,
    Dass rad von raymond impanis mit dem er auch 1954 paris nice und die flandernrundfahrt gewann. Interesse? Antwort mit kontaktmöglichkeit.

  2. Siegerrad von 1954 zu verkaufen. Rad von Raymond Impanis mit dem er auch die Flandernrundfahrt und Paris Nizza gewonnen hat.
    Nachweisbar und belegbar.
    Suche Hilfe – will dass Rad nicht über ebay verkaufen dass es bei nem Millionär in Asien landet – es gehört nach Belgien oder roubaix – bin aber selber zu arm um es spenden zu können, bin im bürgergeld gelandet – habe noch mehr ehemalige profiräder – also bin kein dummschwätzer, kann die Historie beweisen per Bild und Videomaterial – ja vielleicht auch ne interessante geschichte für sportpresse.

  3. Ich hab gestern gehört, dass vorallem ein Fahrradwechsel bei Pogacar entscheiden über den Sieg gewesen sein soll. Frag mich war der Wechsel wirklich noch nötig ?

  4. dass MvdP das Ding gewinnt, stand eigentlich bereits vor dem Rennen fest. auf dem Kopfsteinpflaster von P-R kann ihm derzeit niemand das Wasser reichen. wie denn auch? der Junge ist mehrfacher CX Weltmeister und auch auf dem MTB eine Wucht. auch Pogacar kann gegen ihn einpacken, denn erstens hat er nicht die nötige Physis und zweitens weist er noch sichtbare technische Defizite ggü vdP auf.

  5. Ich kann absolut immer noch nicht verstehen, wie man Pogaca, ohne zu Hinterfragen, so abfeiern kann. Und wenn man es macht, wird einem vorgeworfen dass man missgünstig ist. Wild.

  6. Nicht nur der Sturz, das sieht man an den Zeitabständen in den letzten 30-40km. Und im Interview hat er auch gesagt, dass er alle war. Aber trotzdem Platz 2 bei der ersten Teilnahme. MvP Sieg. I ljust love it!!!

  7. Klar die Duelle zwischen van der Poel und Pogacar sind legendär. Trotzdem vermisse ich irgendwie die "alten Zeiten" wo Mailand-Sanremo meistens in einem Massensprint zu Ende ging und es bei Paris-Roubaix häufig bis zum Schluss spannend war.

  8. Mads Pedersen nur im Nebensatz zu erwähnen ist etwas absurd. Er ist einer der Wenigen, die aktuell auf einem ähnlichen Level wie MVP und Pogi fahren. Er teilt sich nicht zum ersten Mal das Podium mit den beiden, und hat MVP schon mehrfach geschlagen. Dass er nach dem Platten zum absolut schlechtesten Zeitpunkt (und soweit ich es verstehe massivem Zeitverlust, weil das Auto mit dem Ersatzrad nicht zeitnah rankam) dennoch auf den dritten Platz gefahren ist, ist schon sehr stark. Und dabei mal eben einen WVA stehen gelassen. Man darf gespannt sein, was der Giro bringt!

  9. Radsport ist in einem absoluten Hoch 🙂 Einfach geile Rennen, van der Poel, Wout von Art, Pogacar, Pedersen bei den Klassikern. Vingegaard, Pogacar und Roglic bei der Tour. Dazu Philipsen und Pedersen bei den Sprints. Es macht einfach Spaß, dieses Niveau zu verfolgen. Man kann immer nur hoffen, dass alle bis zur Tour verletzungs- und sturzfrei bleiben 🙂

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