Ich hab mir diese Woche mein Rennrad geholt und bin sofort vom Geschäft nachhause geradelt. Wären gerademal 5.5km.
Ich bin eigentlich ein Radwegfahrer, die Straße hab ich meist gemieden.

Nun ist es so, dass der Radweg erstmal wegen eines größeren Bauprojekts gesperrt ist, weswegen ich wohl oder übel über die Straße musste. Der Verkäufer meinte noch, ich er würde mir einen Helm leihen (mein Helm hatte im Arbeitsrucksack in der Früh nicht Platz). Ich hab verneint, ich würde halt vorsichtig fahren.
Aber Himmel, ich musste gerademal 280m über die Straße. Ich wurde mit so wenig Abstand überholt, dass ich fast umgekippt bin (bin auch neu am Rad), ein anderer hat just auf meiner Höhe Scheibenputzmittel einsetzen müssen und eine dritte Person hat gemeint, mich noch während des Abfahrens auf die Dorfstraße überholen zu müssen, während sie selbst abfährt. Dann war da aber dummerweise ein anderes Auto und sie ist zum Ausweichen soweit nach rechts, dass sie mich fast die Böschung runtergedrängt hat.

Da die Baustelle vermutlich noch ein paar Jahre bleibt, muss ich die nächsten Jahre über diese 280m eigentlich schönste Straße fahren, was mir ehrlich gesagt jetzt die Laune verdirbt. Das ist ja brandgefährlich, wenn jede Fahrt so wird, kannst ja fast ein Testament machen.
Wie machen das jene von euch, die öfter und mehr auf der Straße fahren? Härtet man irgendwann ab?
Ich bin vorher nur Hardtail gefahren, ich bin mir sicher, dass die Stabilität/das Gleichgewicht sich schnell verbessern wird. Aber dann bleiben immer noch die anderen beiden Aktionen.

Oder hatte ich einfach nur Pech.

by christoph95246

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17 Comments

  1. Der einzige Weg sowas zu verhindern ist den Platz zu verlangen der dir zu steht. Deswegen fahr ich eher in Richtung Fahrbahn Mitte als am rechten Rand, weil dann muss das Auto zu überholen wirklich auf die andere Spur, und ich hab noch Platz zum Ausweichen nach rechts. Vorallem wenn das “nur” 280m sind, können dir die Autofahrer dahinter eigentlich egal sein. Die 10 Sekunden längere Fahrt dürfen die schon vertragen

  2. Bartislartfasst on

    Willkommen in der Welt der “gegenseitigen Rücksichtnahme” der Autofahrer. Nein, daran gewöhnt man sich nie und Du hattest auch nicht nur Pech. Nach meinen Messungen mit dem OpenBikeSensor wird bei 75% der Überholvorgänge außerorts und 50% innerorts nicht mit dem vorgeschriebenen Seitenabstand überholt. Diese Messergebnisse werden von anderen Studien bestätigt. Diese Gesellschaft erachtet das als “normal”. Die Pollizei tut nichts dagegen, die Staatsanwaltschaft interessiert sich nicht dafür und wer darauf hinweist, wird als ein ideologischer Spinner und Sonderling betrachtet. Wird ein Radfahrer dabei überfahren, ist er selber Schuld, denn wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

    Viele resignieren und fahren lieber Auto oder suchen sich andere Strecken und fahren große Umwege, einige schreien Autofahrer an und wenige treten Spiegel ab. Wie Du damit umgehst, wirst Du früher oder später herausfinden.

    Ich wünsche Dir ein dickes Fell und trotzdem viel Spaß beim Radfahren. Denn Radfahren macht (trotzdem) glücklich!

  3. Ultimate_disaster on

    Du fährst immer auf der Straße denn ein vorhandener Radweg ist Teil einer Straße.

    Was Du meinst ist die Fahrbahn.

    Auf der Fahrbahn darfst Du nicht den Fehler machen zu weit rechts zu fahren. Das verleitet Trottel Dich zu knapp zu überholen. Diesen Fehler machen extrem viele Radfahrer !

    Du musst weiter Richtung Mitte fahren aber nicht mittig denn dann fühlen sich andere Trottel wieder provoziert.

    Damit verhinderst Du das jemand die Chance wittert Dich trotz Gegenverkehr zu überholen.

    Natürlich gibt es auch Trottel die einen ohne Grund (gerade Strecke, alles frei) mit 70km/h Differenzgeschwindigkeit und 30cm Abstand überholen.

  4. wormholebeardgrowth on

    Ja, man gewöhnt sich irgendwann mehr oder weniger daran. Man kann mit der Routenplanung schon einigermaßen entschärfen, wenn man die Strecke zum großen Teil auf wenig befahrene Nebenstraßen legt. Aber auch da reicht natürlich schon ein Idiot, um eine gefährliche Situation hervorzurufen. Wie der andere Kommentar schon erwähnt hat, ist es hilfreich, wenn man sich seinen Platz auf der Straße einfordert. Ich tendiere allerdings auch oft dazu, ganz am Rand zu fahren, vor allem wenn ich alleine bin.

    Also wie gesagt, ich würde gerade am Anfang versuchen, einen großen Teil der Route auf Nebenstraßen und (falls vorhanden) gut ausgebaute Radwege zu legen. Falls du dich auch nach längerer Zeit nicht daran gewöhnen kannst, wäre es eventuell eine Überlegung wert, auf ein Gravel umzusteigen. Ich kenne einige, die sich die Gefahren auf der Straße nicht länger geben wollten und lieber auf Waldwegen fahren.

    Und die Sache mit dem Helm: Du weißt es sicherlich selbst, aber auch nach 5,5m statt 5,5km kann schon was blödes passieren. Da reicht schon einmal umkippen. Also das nächste Mal einfach den Helm z.B. außen am Rucksack befestigen 😉

  5. Ginsterstrauch on

    Ich hab mir im Herbst, vor allem für die dunkle Jahreszeit, das in Deutschland illegale Garmin Varia Radar geholt. Das blinkt sehr hell, wenn sich ein Auto von hinten nähert und gibt mir ein akustisches und optisches Signal, wann ich damit rechnen kann überholt zu werden. Seitdem halten Autofahrende deutlich mehr Abstand. Und in unübersichtlichen Situationen wie bspw. Kurven, fahre ich weiter in die Fahrbahnmitte, damit es nicht zu gefährlichen Überholvorgänge kommen kann. Das gibt es auch natürlich ohne Blinken legal für in D, war für mich aber keine Option. Da gibt es Diskussionen, dass man blinkende Lichter entfernungstechnisch nicht einschätzen kann, mein Fokus ist aber: Hey, ich bin auch auf der Straße! Ein paar Idioten inkl. zu engem Überholen gibt es immer noch, wo ich wütende Gewaltfantasien gegen Blechkisten bekomme, die sind aber weniger geworden.

  6. Zu allem, was hier bereits geschrieben wurde: kaufe dir ein helles Rücklicht (nicht blinkend) und unbedingt zeitnah einen Helm. Beides zu deiner eigenen Sicherheit.

    Arschige Autofahrer wird es leider immer geben. In meiner Gegend hält der Großteil tatsächlich Abstand, aber wenn man bei einer Tour von 100 Autos überholt wird und nur jeder 20ste wenig Abstand lässt, hat man trotzdem 5 brenzlige Situationen.

    Wenn ich merke, dass sich hinter mir bereits eine Schlange an Autos gebildet hat und sich die Möglichkeit bietet (haltebucht, Feldweg, o.ä.) fahr ich auch gerne mal rechts ran und lasse überholen. Muss ich theoretisch nicht, aber am Ende hab ich nichts gewonnen, wenn die Autofahrer sauer auf mich sind und nervös werden.

    Abgesehen davon: das Garmin Varia Rücklicht mit Radarsensor gibt mir zumindest gefühlt etwas Sicherheit. Ich kriege auf dem Navi angezeigt, wenn sich ein Fahrzeug von hinten nähert und kann mich schonmal geistig darauf einstellen.

  7. Ich vermeide grundsätzlich Straßen mit viel Kfz-Verkehr. Allerdings sind meine Erfahrungen mit Fahrbahnradeln insgesamt gar nicht so schlecht, aber ich glaube, das liegt daran, dass in meiner Gegend (Niederrhein) die Autofahrer relativ fahrradfreundlich sind. Die Tipps außerorts mittiger zu fahren, um Autofahrer zu mehr Überholabsicht zu motivieren, würde ich ignorieren. Zu enger Überholabstand ist selten wirklich gefährlich. Die (ziemlich geringe) Gefahr von hinten überfahren zu werden, vergrößert sich eher, wenn mittig, da die meisten Autofahrer nicht ganz rechts fahren, eher so 80 cm zum rechten Rand, so dass man mit schmalem Rennrad da eigentlich auch vor Blindfliegern sicher ist. Wenn die Strecke nicht vermieden werden kann und Dir es zu unangenehm ist, da auf der Fahrbahn zu radeln, würde ich an Deiner Stelle die paar Meter vielleicht schieben, falls man das über das Feld oder so laufen kann oder auf der linken Seite und bei Gegenverkehr ausweichen.

  8. deliciuos_panda on

    Mal eine Frage an die Rennradler. Ich habe im Umland eine Landstraße auf der es schon zwei entgegenkommende Fahrzeuge schwer haben. Diese ist kurvig und wird gerne von Rennradlern genutzt. Wenn ich also mit dem Auto mit ca 2-3 Autolängen Abstand hinterher tuckere weil ich nicht um die Kurve gucken kann und auch Geduld mitbringe, werden die Radler auch wieder nervös und wedeln, dass ich vorbei ziehen soll. Ich kann mir vorstellen, dass man unter bereits getätigter Anstrengung nicht mehr schneller fahren kann und sich mit einem Auto im Nacken unwohl fühlt. Aber mehr als Abstand halten kann ich dann ja auch nicht.
    Zumal ich immer einen riesen Respekt habe, wenn die Radler ihre 35-45km/h halten. In der Stadt habe ich bei 45km/h auch keine Lust mehr zu überholen.

    Edit: Frage: was kann ich tun, damit sich der Radler entspannt?

  9. Das mit der Stabilität gibt sich, die Autofahrer bleiben leider Idioten

    Ich plane Routen möglichst clever und vermeide es auf den vielbefahrenen Landstraßen unterwegs zu sein

  10. Ja, Landstraßen sind sehr einschüchternd. 
    Wenn ein Autofahrer träumt und mit 100 in dich rein fährt, war es das. Man kann nur ganz auf dem Seitenstreifen fahren sobald ein Auto kommt. 

    Auch sehr gefährlich sind Überholvorgänge im Gegenverkehr, hab ich alle 1-2 Jahre mal. Aber da kann man wenigstens entsprechend handeln.

    Deswegen fahre ich eigentlich fast nur Nebenstraßen. Landstraßen machen überhaupt keinen Spaß weil man ständig auf der Hut sein muss.

  11. Ich hasse es sagen zu müssen, aber wenn du auf der Landstraße mit dem Fahrrad überleben möchtest, dann steige ab und schieb. Dieses Autoland ist unbarmherzig und historisch fehlgeleitet; nicht nur wird dein Überleben und deine Unversehrtheit nicht garantiert werden, auch im Falle einer Kollision kommt dein Unfallgegner mit einem “Du du du!” davon während du den Rest deines Lebens im vegetativen Zustand bleibst, falls du das überlebst.

    Außerorts wird am linken Straßenrand geschoben.

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