
Ich lasse aktuell meinen neuen Laufradsatz von LightBicycle anfertigen.
Heute haben sie mir dieses Bild geschickt und um meine Rückmeldung gebeten. Laut ihrer Aussage handelt es sich dabei lediglich um einen optischen Makel, der keinerlei Einfluss auf die Sicherheit oder Funktionalität der Felge hat.
Ihre Nachricht dazu lautet:
"On the other hand, we completed both rims. The rear rim, Turbo 50, has some weave marks in the carbon layer conjunction, while the Turbo 40 rim doesn't. This is due to the stress when they are in the mold. They are aesthetic issues which will not affect rim function. May I have your approval to continue with the laser engraving and wheel building? If this is not acceptable, we will put new material into production and make a new Turbo 50 for you, which will take around another 5 weeks. Let me know your thoughts."
Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Handelt es sich hier tatsächlich nur um einen rein optischen Mangel?
Ich bin aktuell dabei, mit ihnen zu verhandeln, dass sie mir anstelle der regulären 5 Jahre Garantie eine lebenslange Garantie einräumen – als eine Art Bestätigung, dass es sich nicht um einen sicherheitsrelevanten Defekt handelt.
Denn sollte es doch ein strukturelles Problem sein, hilft mir die beste Garantie nichts, wenn mir das Laufrad bei 70 km/h bricht.
Was meint ihr – klingt das für euch nach einem rein ästhetischen Thema oder sollte ich mir Sorgen um die Stabilität machen?
by Leleleluca
7 Comments
Ich denke, der Hersteller sollte es ja wissen.
Ich hab mehrere Laufradsätze von Lightbicycle: das sieht kosmetisch aus. Mach dir keinen Kopf.
Hatte auch schon Felgenbrüche durch zu locker eingespannte Felgen:
Carbon bricht nicht direkt sondern eher wie Holz.
Ich bin absolut kein Experte, würde aber auf Nummer sicher gehen und neu produzieren lassen.
Wobei ich mich auch an der Optik aufhängen und mich das stören würde.
Ich würde das bei dem Preis schon aus kosmetischen Gründen nicht akzeptieren. Das ist dem Hersteller sehr wohl bewusst, daher die Mail.
Solche optischen Mäkel sind bei der Produktion von Carbonteilen ziemlich normal. Es ist und bleibt Handarbeit. Zudem ist die oberste Schicht an Carbonfasern bei so einem Finish wirklich nur für die Ästhetik, strukturell macht die nicht viel.
Ist jetzt sicher Geschmackssache, aber: boah ey, was für eine hässliche Felge.
Für mich sieht es ganz danach aus als wäre hier Carbongewebe von Textreme verwendet worden. So ziemlich das leichteste was man nehmen kann. Ich habe das schon oft verarbeitet und das Problem bei dem zeig ist, dass es sich recht schlecht in Krümmungen laminieren lässt. Und da ist es ganz normal dass sich das Gewebe unter Druck leicht verzeiht wie hier zu sehen. Für mich ist das einwandfrei. Wundert mich eher dass sie dich deshalb kontaktieren.
Solange die Fasern nicht gebrochen sind ist es ein rein optischer Mängel, der sich bei diesem Gewebe leider kaum verhindern lässt. Zudem betrifft das nur die äußerste, sichtbare Gewebelage. Darunter sind noch einige weiter Lagen von Geweben oder Unidirektionalen Fasern. Ob Fasern gebrochen sind oder nicht, lässt sich nur mit einem Röntgenverfahren feststellen. Die einzelnen Carbonfasern haben ein sprödes Bruch erhalten. Sind durch einen Impact ein paar Fasern gebrochen, ist an dieser Stelle das Bauteil geschwächt und die übrigen nicht gebrochenen Fasern müssen höhere Lasten aufnehmen. Ergo, die nicht gebrochenen Fasern an dieser Stelle haben eine höhere Wahrscheinlichkeit ebenfalls zu brechen. Das geht so lange bis das Bauteil schlussendlich kollabiert. Gegen Ende hin, ist das Riss Wachstum deutlich schneller, da immer weniger Fasern, die selben Lasten zu tragen haben.