
Servus,
Durch einen Umzug komme ich in die Situation, dass ich meinen Arbeitsweg von 13km jetzt mit dem Fahrrad bestreiten muss.
Das letzte Mal regelmäßig Fahrrad gefahren bin ich in der Pubertät und meine klapprige Möhre hab ich euch mal angehängt. Nicht abgebildet sind die Akku-leuchten für vorne und hinten.
Bin 30 Jahre alt, Raucher, gute 100kg leicht und 188cm groß. Ich gehe ins Fitnessstudio aber eher auf entspannt.
Ich bin jetzt natürlich auf der Suche nach den passenden Artikeln, Gegenständen, Produkten und Hacks die mir die zwei mal täglichen 45 Minuten gestrample erträglich machen.
Habe schon viel gegoogelt, aber zwischen Werbung und wirklichen Empfehlungen zu unterscheiden fällt als fachfremder etwas schwierig.
Ich habe konkret 3 Fragen:
1) ich ziehe momentan meine normalen Klamotten an plus meine Alltags-Winter-Lederjacke, darüber eine autowarnweste. Trotz minusgrade etabliert sich ein finnisches saunaklima unterhalb der Jacke, wenn ich aber was dünneres anziehe peitscht der Wind hindurch. Jetzt gibt es ja natürlich extra fahrradkleidung, und das nicht zu knapp. Aus dem ganzen Sortiment, welche Art und welches Material der Kleidung ist zu empfehlen?
2) wie sehr korrelieren Anstrengungsfaktor und der Ist-Zustand meines Fahrrads? Ich möchte ungern gleich tausende Euro investieren, wenn es nur wenige Prozentpunkte Verbesserung erreicht. Können eure erfahrenen Augen erspähen, ob El Möhro ganz okay ist für die Strecke (hauptsächlich Straße), oder es noch etwas gibt, was man ergänzen sollte?
3) Thema Fitnessstudio: in meine bröckelige Routine würde ich gerne etwas einbauen, was mir das Fahrradfahren leichter fallen lässt. Gibt es da speziell was zu empfehlen oder reicht eine Mischung aus Bein-Krafttraining und cardio?
Hoffe, dass das okay ist hier sonics blaue reinzufragen. Falls nicht bitte löschen, danke 🙂
by TheOrdner
14 Comments
Nur weils mich interessiert. Warum musst du jetzt mit dem Fahrrad fahren?
Wenn du ne Fahrradwinterjacke haben möchtest, dann https://www.decathlon.de/p/winterjacke-rennrad-discover-herren-gelb/_/R-p-344944?mc=8788252&c=fluoreszierendes%20Gelbgr%C3%BCn
Mit einem Merinoshirt ist mir nach ein paar Minuten Fahrt nicht kalt.
Der Großteil der Anstrengung geht mit der Zeit weg. Sind die Reifen neu? Wenn irgendwas beim Fahren nicht richtig anfühlt, lösen neue Reifen sehr oft das Problem. Du kannst auch mit dem Luftdruck spielen. Geh auf jeden Fall nicht auf das Maximum.
1) zwiebeltaktik: schichten anziehen, zu unterst empfehle ich Merinowolle, zu oberst etwas winddichtes. Zu- oder ablegen je nach hitzeentwicklung
2) der esel passt grundsätzlich fürs erste vermutlich, wir können halt nicht sehen wie der zustand ist, wie es rollt, schaltet, etc. Für das was du jetzt fährst würde ich nie mehr als 500 euro gebraucht ausgeben oder 1000 euro neu. Alles andere ist haben-wollen.
3) ergometer und was du sonst noch lust hast. Am ergo 80-90 trittfrequenz und ab gehts.
1) Bei Kleidung gibt es kein rezept für alles. Aber Zwiebelschalen prinzip mit atmungsfähigen material das nicht stinkt ist sicher zu empfehlen. z.B Meerino shirt base Layer, irgendwas langärmliges, Wind / Regenjacke je nach Wetter.
Es gibt auch “Ärmlinge” und “Beinlinge” um das kurze Trikot zu erweitern.
2) “Ich möchte ungern gleich tausende Euro investieren, wenn es nur wenige Prozentpunkte Verbesserung erreicht.”
Öhhm, wilkommen in der Fahrrad Welt.
Gutes Licht, Reparatur set, neue Kette.
3) FAHRRAD FAHRN
Pendel selbst 13 km beinahe täglich, Kleidung wie folgt: Wollshirt, Fleecejacke (oder Wollfleece) und dünne Windjacke (In meinem Fall Patagonia Houdini, man muss aber natürlich keine 100€ für so eine Jacke ausgeben…), wenn du das Haus verlässt ist dir erstmal kalt, aber sobald du dich bewegst gehts…eine Winterjacke ist halt dafür da, dass du auch beim Auf den Bus warten nicht erfrierst, die ist bei körperlicher Anstrengung einfach zu warm. Als Hose fahre ich tatsächlich eigentlich immer mit einer normalen Jeans…ausnahme ist, wenn es regnet. Da werde ich dann auf der Arbeit manchmal komisch angeguckt, wenn ich da (Als Mann) im Winter mit Leggins und kurzer Hose auftauche, weil Regenhose über Jeans einfach nicht geil ist…
Zum Fahrrad würde auf jeden Fall mal die Reifen anschauen, zum einen liegt da viel potential für verbesserung, zum andern auch viel Potential für Frust, denn alte poröse und abgefahrene Reifen sind meiner Erfahrung nach anfälliger für Pannen…Kette ölen natürlich auch.
Achja und zum Thema nützliche Gadgets: Irgendwas wie du deinen Kram auf deinem Gepäckträger vorn mit nehmen kannst…13km mit Rucksack ist einfach nicht geil…
Ein paar Gedanken von mir dazu:
Zum ersten Punkt: Ich habe zwar nur ein drittel des Arbeitswegs, aber bei mir weiß ich auf jeden Fall, ich bin zu warm angezogen, wenns mich nicht den ersten Kilometer friert. Noch einen weiter und ich muss oft auch die Jacke aufmachen. Eine Mischung aus etwas wärmer Anziehen und etwas gemächlich fahren könnte aber hier bei mir auch helfen 😀 Ansonsten habe ich eigentlich (bisher nach inzwischen einem Jahr) auch kaum spezielle(re) Kleidung. Schuhüberzieher finde ich Gold wert, weil eine etwas nasse Hose ist zur Not schnell trocken, aber Schuhe, welche es am ehesten erwischt, können auch mal den halben Tag nass bleiben. Ansonsten habe ich zur Not noch Regenjacke und -hose, aber nur eine sehr billige, welche ebenso Wasser- als auch Winddicht sind, wodurch ich bei nur Nieselregen genauso nass bin, nur nicht vom Regen, sondern von Schwitzen, weswegen diese nur bei starkem Regen zum Einsatz kommt. Ansonsten fahre ich mit normaler Alltagskleidung und Softshelljacke. Aber wie gesagt mein Weg ist nur ein drittel von deinem und die eigentlichen spannenden Kilometer in die Richtung kommen erst, wenn ich schon in der Arbeit bin.
Zum zweiten Punkt:
Ich würde wahrscheinlich, je nachdem wie Nabenschaltung ist, El Möhro nicht unbedingt als Basis aufgeben, gerade wenn du nicht so viel Geld ausgeben willst. Was ich gut finde, ist die Halterung für Taschen vorne, dann hat man schon mal keinen Rucksack auf dem Rücken und der bleibt demensprechend etwas länger trocken.
Ich würde aber wahrscheinlich noch gerne eine (richtige) Bremse hinten gerne haben wollen, was bei deinem Rahmen soweit ich das sehe nicht möglich ist. Keine Ahnung wie du mit Rücktrittbremse zurecht kommst, so eine hatte ich seit meinem Kinderfahrrad nicht mehr.
Ansonsten würde ich noch einen Satz Speichenreflektoren kaufen und die Lücken auffüllen, dann ist auch wirklich StVO-konform. Reifen, falls schon älter würde ich auch empfehlen zum wechseln, gerade für den Winter. Wenns bei dir doch hin und wieder schneit, kann ich die Top Contact Winter II von Conti empfehlen, die habe ich seit diesem Winter drauf und demletzt merkte ich es am Ziel zu Fuß, dass es doch etwas glatt ist 😀
Zum dritten Punkt kann ich leider nicht so viel dazu beitragen.
Edit: Die Top Contact II sind mit knapp 50 € pro Stück natürlich nicht sehr günstig, aber zumindest neue (normale) Reifen sollten nach der Altersbeschreibung auf jeden Fall drauf
Ich trage eine ganz normale Regenjacke und darunter Fleece/Pulli (je nach Temperaturen). Es ist normal dass du in den ersten 10 Minuten etwas frieren wirst, der Körper braucht, bis er warm wird. Was ich persönlich wichtig finde sind gute Handschuhe, geh da in den Laden und lass dich beraten. Ich hab welche von Röckl, die auch mit etwas Minusgraden klarkommen mit denen ich sehr zufrieden bin. Bei mir sind es aber auch nur 9 km.
Hat deine Lederjacke Knöpfe oder einen Reißverschluss? Bei der Jacke ist Reißverschluss + eine “Leiste”, die man drüber klappen kann, wichtig, damit es nicht zieht.
Für Kopf und Hals nutze ich jeweils einen Schlauchschal, damit die Öhrchen warm bleiben.
Bezüglich des Fahrrades: radel dich erstmal ein und gewöhn dich an die Strecke, du wirst mit der Zeit merken, ob dir das Fahrrad taugt oder nicht und ob du mehr Lust auf ein Trekking- oder Rennrad hast (ich bin Team Trekkingrad, gerade in der Stadt und du musst bei einem möglichen Fahrrad auch nicht ewig viel Geld in die Hand nehmen, um eine solide und ausreichende Basis zu haben). Achte auf den richtigen Luftdruck und ein ausreichendes Schmieren sowie regelmäßiges Reinigen der Kette und Reinigen der Ritzel, gerade im Winter wichtig (ich mache das ca. alle 1-2 Wochen).
Und vor allem: versuch es zu genießen und Spaß dabei zu haben. Plane gerade am Anfang ein bisschen mehr Zeit ein, um entspannt anzukommen und dich nicht hetzen zu müssen! Nimm dir die Zeit, deine Route zu optimieren. Oft gibt es alternative Routen, die mit weniger Ampeln/Autoverkehr angenehmer zu fahren sind, das kriegt man aber meist erst raus, indem man es ausprobiert. Bei mir war z.B. die Sperrung einer Brücke notwendig, damit ich die für mich optimale Route gefunden habe. Du wirst es relativ sicher anfangen zu lieben und es nicht mehr missen wollen. Das ist Alltagsbewegung, die ich total schätze und mir hilft es, von der Arbeit abzuschalten und ausgeruht anzukommen.
Also grundsätzlich braucht es keine Fahrradbekleidung.
Fürs Winterwetter sind Schichten zu empfehlen ein langärmlige Thermoshirt Pullover und Jacke drüber.
Der Trick ist eigentlich sich so warm anzuziehen das es einen den ersten km leicht fröstelt; dass man die restlichen km nicht schwitzt und nicht kalt ist.
Mütze, Schlauchschal, Handschuhe.
Für den Regen hab ich einen Regenponcho.
Ich hab mir die vorderen Schutzbleche verlängert mit zwei Kabelbindern und einem stück altem Mantel.
Oder sowas:https://www.fahrer-berlin.de/produkte/schmutzfaenger#latz
Hilft das die Schuhe sauber und trocken bleiben.
Am Rad fehlt sich eigentlich nichts. Jetzt im Winter kann es nützlich sein ein Ersatzvorderrad zu haben auf dem man einen Spikemantel aufzieht, bei Glatteisgefahr kommt das eben vorne dran und das Rad mit normalen Mantel bleibt daheim
Wichtig als (wieder)Einsteiger, stell deinen Sitz gescheit ein. Du willst nicht zu tief sitzen sonst tun dir nach wenigen Metern die Knie weh und es macht keinen Spaß.
Ob der Sattel angenehm ist kannst nur du sagen, sonst hier eben auch Ersatz holen.
Je nachdem wie du die 13 km machst kannst du dir ja überlegen irgendwann auf ein E-Bike also Pedelec umzusteigen.
Ansonsten wünsch ich dir gute sichere Fahrt und viel Spaß.
Edit: Geh nichts ins Fitnessstudio aber auch ohne solltest du nach 1-2 Wochen merken, dass es dir leichter fällt.
Besonders ohne den Finger böse heben zu wollen, wenn du das Rauchen ablegst wirst du es enorm merken; kann ich dir nur aus zweiter Hand sagen von Freunden die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Kleidung ist natürlich individuell, aber generell eher weniger anziehen (nach ein paar Minuten bist Du warm) und auf mehrere, eher dünne Lagen setzen. Außen hilft eine Outdoor-Jacke gegen Wind und Regen, atmungsaktiv ist hilfreich, muss aber nicht speziell fürs Rad sein. Ich trage Sweatjacken statt Sweatshirts, da ich die vor allem am Ziel flexibel aufmachen und ausziehen kann. Fleece geht natürlich auch, Wolle wäre besser.
Bei der Strecke kann Duschen am Ziel nicht schaden, umziehen ist sicher hilfreich. Ich fahre knapp die Hälfte und komme ohne klar, mach das aber auch seit 20 Jahren 😉
Das Fahrrad sieht okay aus, hoffentlich ist es gut geschmiert und nichts schleift. Mir wäre ein Gepäckträger wichtig, dann brauche ich keinen Rucksack auf dem Rücken – weniger warm, vor allem im Sommer. Das Gewicht (Regensachen, Wechselkkamotten,…) stört auch kaum. (Edit: den vorn hab ich vergessen, geht natürlich auch)
Nabendynamo, Scheibenbremsen und Riemenantrieb machen noch mehr Spaß, sind aber kein Muss – fang lieber erstmal an und achte drauf, was andere so fahren.
Zu Fitness kann ich nicht viel sagen, aber ich würde wohl am ehesten genau für das Radfahren trainieren – zumindest am Anfang. Cardio und Beinmuskulatur sind natürlich hilfreich.
Schau auch, dass Du eher eine autoarme, schöne Strecke wählst – weniger Ampeln sind wichtiger als eine kürzere Strecke.
1. Anständiger Baselayer. Merinowolle ist sehr zu empfehlen und eine Windjacke. Schau mal bei Decathlon vorbei.
2. Solange El Möhro gut gewartet ist, muss ed nix neues sein. Allerdings ist die Sitzposition eher von der Art Segel im Wind. Die richtige Sattelhöhe macht auch einen gewaltigen Unterschied. 0,883 mal Schrittlämge ist ein guter Ausgangspunkt. Bestes Upgrade sind immer Reifen. Damit verhinderst du je nach Alter der aktuellen auch das Plattenrisiko.
3. Genügrnd essen und richtig pacen (nicht zu schnell fahren) ist das A und O.
PS: Mit dem Rauchen Aufhören bringt + 10kmh 😉
Ich würde mir überlegen, ein Ebike zu holen..
Alles bis 6 km fahre ich normal, darüber mit EBike. Sonst komme ich nämlich garantiert verschwitzt an und hab zusätzlich keinen Bock auf gar nichts mehr.
Ich habe aber auch kein Auto und muss halt wirklich überall hin und bei jedem Wetter radeln. Da ist die Laune eh nicht so ideal..
Ich fahre schon länger Rad, bin aber auch erst neu in der Winterzeit dabei.
1) Ich hab mir grad Funktionskleidung für den Winter gekauft und sie funktioniert. Merino-Untershirt, Revolutionrace Mountainbike-Langarmshirt, Kunstfaser-Sportpulli, Rad-Winterjacke vom Gore, Thermohose von Gonso. Hält warm und transportiert die Feuchtigkeit ab. Mehrere dünne Schichten gehen besser als eine dicke. Bloß keine Regenjacke (wenn’s nicht regnet), die führt zu dem bekannten Saunaeffekt. Ja, die Klamotten sind mies teuer, aber es ist eine Investition ins Wohlbefinden. Dennoch: die ersten fünf Minuten ist es kalt. Falls nicht, dann wird es nach fünf Minuten zu warm.
2) Bin von 300€ Baumarktfahrrad auf 800€ Trekkingrad und davon auf 2400€ Gravelbike umgestiegen. Jedes mal ein himmelweiter Unterschied, gefühlt 30% schneller bei gleicher Anstrengung. Da es Spaß macht schneller zu fahren, ist es für mich aber nicht weniger anstrengend. Ist vielleicht ne Frage der Disziplin.
3) Das Radfahren ist Training genug fürs Radfahren. Die Kondition kommt von alleine.
Hi! Guter Entschluß!
Ich bin knapp 50, wiege ca. 100kg und bin 1,75m, also nicht unbedingt der ideal-Adonis. 😊
Ich habe sehr lange auf nem Mountainbike gesessen, jetzt aber für Touren und zum Pendeln auf ein Trekking gewechselt. (Cube Kathmandu SLX) bin sehr zufrieden.
Als Klamotten dient mir ebenfalls Alltagskleidung. Dünne Thermo-Unterwäsche, normal Hose, Fleecepullover und ne Fleecejacke. Lange Handschuhe und ein leichter Schlauchschal reichen dazu. Den Schal nutze ich bei starker Kälte als Kopfbedeckung unter dem Helm. Ich schwitze auch schnell aber in dieser Kombi geht das prima ohne private Sauna. Die Zwiebelmethode hält mich warm ohne mich zu sehr einzuschränken. Mir ist die Bewegungsfreiheit beim Fahren wichtig.
Durch das regelmäßige Fahren wird sich deine Kondition verbessern und du schwitzt auch nicht mehr so viel.
Viel Spaß!
Auch wenn hier schon viel gesagt wurde möchte ich dir meine Erfahrung auch teilen.
– zieh dich nicht so an das dir warm ist wenn du vor Tür gehst. Zieh dich so an, das dir nach einem km warm ist.
– fahr nicht mit Rucksack. Es gibt super Taschen für Gepäckträger – das erspart viel rückenschweiß
– parke ein flickest und eine Luftpumpe bei der Arbeit. Irgendwann bist du froh wenn du nicht heim schieben musst