
Hi allerseits,
als Einsteiger (!) möchte ich mir ein Gravelbike zulegen. Dabei suche ich ein Bike, das nicht all zu teuer ist, aber trotzdem ein paar Annehmlichkeiten (z.B. Carbon-Gabel, hydraulische Scheibenbremse, Zweifachschaltung, usw.) bietet und mir damit ein paar Jahre Spaß bringt. Ich wohne in Norddeutschland, alpine Steigungen sind also nicht zu erwarten. Wahrscheinlich fahre ich mehrheitlich auf Alphalt/Radwegen, aber auch mal Wald- oder Schotterwege. I call it "Basic-Graveln".
Das Modell, das ich aktuell im Blick habe, ist das "Rose Blend". Interessant finde ich hier, dass das Bike zwischen Renn- und Gravelbike positioniert ist. Das Modell gibt es dafür in zwei Ausstattungen – "Road" (1.199€) oder "Gravel" (1.399€). Nach meinen Verständnis sind sie identisch – mit zwei Ausnahmen: Schaltung und Reifen. Oder übersehe ich hier weitere Unterschiede?
Reifen:
- "Road": Continental Ultra Sport III Performance, schwarz 700x32C
- "Gravel": Continental Terra Trail, schwarz/braun 700x40C
Die Reifenfreiheit beträgt bei beiden Modellen 40mm. Meine Frage: 32mm wirken schon recht breit für Rennrad-Reifen – hier kenne ich eher 25-28mm. Sind das also für Einsteiger etwas breitere = "sicherere" Rennradreifen? Sind die für "Basic-Graveln" auch schon geeignet? Oder sollte man hier breitere Reifen wählen – sei es beim Kauf oder durch Nachrüsten?
Schaltung:
- "Road": Shimano Tiagra, FC-4700, 2/10-fach, schwarz 170mm, 34-50
- "Gravel": Shimano GRX, FC-RX600, 10-fach, 2-fach, 46/30Z., 172,5mm
Gibt es einen qualitativen Unterschied zwischen den beiden Schaltungen?
Die Übersetzung habe ich mit diesem Video mal ausgerechnet. Die Ergebnisse:
| Rose Blend ("Road") | Rose Blend ("Gravel") | |
|---|---|---|
| Leichtester Gang | 1:1 | 1:0,88 |
| Schwerster Gang | 1:4,55 | 1:4,18 |
Wie wirkt sich das beides in der Praxis aus? Kommt man mit der Road-Schaltung auch auf Gravel zurecht – und andersrum? Im Gegensatz zum Reifen würde man die ja vielleicht nicht sofort wieder austauschen wollen.
So, nun die finalen Fragen: Was haltet ihr von dem Modell (für mich)? Würdet ihr mir zur Road- oder Gravel-Variante raten? Ist der Aufpreis (+200€) hier gerechtfertigt? Wie gut eignen sich Road-Reifen und Road-Schaltung für "Basic-Graveln"? Lässt sich die "Road"-Variante besser nachträglich zum Gravelbike umrüsten – oder die "Gravel"-Variante besser zum Rennrad?
Vielen, vielen Dank!
by DavNinety
4 Comments
Ich denke der Aufpreis kommt hauptsächlich durch den Gravel Hype, weniger auf Grund der Komponenten.
Die Gravel Variante hat keine reine GRX600, Bremsen, Schaltwerk, Umwerfer sind alle 400 und damit eher mit der Tiagra vergleichbar.
Das Gravel hat eine leichte Untersetzung, dh Du kannst etwas steiler (und langsamer) bergauf fahren.
Ich denke, am Ende kommt es auf Dein Fahrprofil an: 80% Straße und evtl gute Forstwege geht mit dem Road, andernfalls würde ich lieber zum Gravel greifen.
Wenn du nicht vorhast, bei wirklich schnellen Rennrad Group Rides mitzufahren, würde ich die Gravelübersetzung bevorzugen. Da hast du bei steilen Anstiegen einen Vorteil. 40mm Reifenfreiheit ist aber eher knapp, bei technischem Gravel wären breitere Reifen vorteilhaft. Manche fahren Rocket Ron oder Race King am Gravelbike.
32mm auf der Straße ist komfortabel, ich fahre 30mm und 35mm, wobei die 35mm bei niedrigem Luftdruck schon deutlich schwerer rollen. Dafür sehr komfortabel. Unter 28mm würde ich keinesfalls nehmen.
Wenn du oft zwischen Gravel und Straße wechselst, ist ein zweiter Laufradsatz sehr fein.
Gravel mit 32mm geht halbwegs, wenn nicht zu grob. Sonst wird es pannenanfällig, oder sehr mühsam, mit höherem Luftdruck.
Du kannst auch das Road nehmen und später GRX Komponenten nachrüsten, wenn du die Übersetzung anpassen willst. Tiagra und GRX400 sind 100% kompatibel so weit ich weiß.
Der Thread ist dazu evtl. auch interessant: [Link](https://www.mtb-news.de/forum/t/grx-unterschiede-was-ist-womit-kompatibel-marketing-bullsh-t-versuch-eines-guides.936528/)
Würde die Gravelvariante nehmen. Schaltung lässt sich nicht so leicht tauschen und im 46-11 Gang fährst du bei 85 1/min Trittfrequenz 46km/h. Als Anfänger sollte das genügen. Mit 30-34 bist du deutlich flexibler als mit 34-34 und kannst bergauf auch mal chillen.
Reifen sind egal, du fährst erstmal die, die gerade drauf sind und justierst dann nach. Wenn du in der Gruppe fahren willst, könntest du dir auch direkt einen zweiten Laufradsatz mit Conti GP5000 und einer 28-11 Kassette besorgen.