Hallo

Ich habe eine Frage zum Thema Mitschuld bei Verkehrsunfällen.

Vor einem Monat war ich in einem Verkehrsunfall mit einem Autofahrer. Long story short, ich wollte die Straße bei grün überqueren und der Autofahrer wollte rechts abbiegen wie hier in diesem Bild zu sehen:
https://ibb.co/p2ZQfLN

Da ich auf dem Fußgängerweg war (mit dem Schild Fahrrad frei), hatte ich Vorfahrt und bin demenstsprechend weitergefahren. Der Autofahrer hat das nicht geachtet und mich überfahren. Genau an der Stelle in diesem Bild:
https://ibb.co/ScYQd8b
https://ibb.co/k0Y6d3P
(Die Stelle an GoogleMaps falls ihr in Details mit Streetview die Kreuzung sehen wollt: https://maps.app.goo.gl/EDboo3f5EjKJ9sdS9)

Von der Autofahrer Seite sieht es so aus:
https://ibb.co/g7fpFc6

Ich hatte keine Verletzungen aber der Vorderer Rad war komplett zerstört wie hier zu sehen:
https://ibb.co/CBJgBN9

Direkt nach dem Unfall war der Autofahrer verständnisvoll und meinte er zahlt für jegliche Reparaturen und dass wir die Polizei nicht anrufen müssen. Ich war im Schock, da eine weißes Fahrrad an derselben Kreuzung war und ich hatte das akzeptiert.

Direkt danach hatte ich seine Auto-Versicherung angerufen um den Unfall zu melden und den Prozess zu starten. Danach hat der Unfallverursacher mich telefoniert und fast angeschrien dass "ich habe hinter seinem Rücken das gemacht und er zahlt privat". Zumindest hatte er aber bei der Versicherung verbal bestätigt, dass er verantwortlich war und es privat zahlen wird. Kam mir aber als ein Red Flag vor, dass er anschreit, wenn ich das Unfall bei seine Versicherung gemeldet habe.

Der Kostenvoranschlag kam und die Kosten sind um den 560€ wert. Unfallverursacher wollte natürlich nicht komplett zahlen wegen folgender Gründe:
-ich habe laut StVo Mitschuld weil es ein Fußgängerampel war, und ich soll da das Fahrrad schieben. Nur bei einem Fahrradampel darf ich die Straße auf dem Fahrrad überqueren (https://www.fahrrad-sale.de/blog/regeln-fuer-fahrradfahrer-im-strassenverkehr/#:~:text=Ausnahmefall%20Ampel,also%20f%C3%BCr%20das%20Rechtsabbiegen%20verwenden). Laut ihm war ich auch zu schnell.
-Kosten für Lenkerwechsel sind nicht akzeptabel und der Fahrradwerkstatt soll laut ihn "nur geld machen wollen" weil es "gut aussieht" obwohl es Best Practice ist: Lenker nach einem Unfall wechseln.

Der Unfallverursacher hat mir 350€ angeboten und gesagt, entweder akzeptiere ich das Angebot oder er involviert einen Anwalt. Toll von "bitte Ruf die Polizei nicht an, wir zahlen alles" zu "nimm das Geld oder wir eskalieren"

Ich wollte der Auszahlungsweg mit der Versicherung verfolgen und habe eine schriftliche Schadenmeldung eingereicht aber der Prozess stockt gerade. Die wollen eine schriftliche Schadenmeldung von Unfallverursacher (obwohl er schon verbal bestätigt, dass er den Schaden verursacht hat). Die Versicherung macht nicht weiter mit der Bearbeitung bis er die schriftliche Schadenmeldung einreicht. Er hat das natürlich nicht gemacht und ich stehe in der Mitte und bin eifnach gefickt. Ich habe mehrmals die Versicherung angerufen, um zu fragen ob der Unfallverursacher die schriftliche Schadenmeldung eingereicht hat. Macht er aber nicht. Die sind aber von mir langsam genervt.

Ich war nie in einem Unfall und ich komme nicht aus Deutschland daher habe ich Todesangst von dem ganzen Thema und möchte auch nicht wegen paar hunder Euro vom Gericht stehen, möchte aber auch nicht von anderen meine Rechte wegnehmen lassen.

Ich habe ein paar Optionen und wollte fragen:
– habe ich eigentlich Mitschuld weil ich vom Fahrrad nicht abgestiegen bin an einem Fußgängerampel obwhole der Fußgängerweg für Fahrräder frei ist? For fuck's sake in Google maps ist eine Person aufm Fahrrad
– Wenn ja, um wie viel Euros verringert sich die Auszahlung der Versicherung wegen Mitschuld? Bzw. zu welcher "Prozent" bin ich schuldig?

Wie soll ich weitermachen? Wie ich es verstehe habe ich drei Optionen:
– Zurück zu ihm gehen und 350€ akzeptieren. Das ist eine Option falls meine Mitschuld so groß ist, dass die Versicherung mir nichts oder zu wenig auszahlt
– Die Person anzeigen und Anwalt involvieren. Ich habe keine Rechtschutzversicherung. Das wird mich wortwörtlich pleite machen UND wenn ich Mitschuld habe, bekomme ich die Verfahrenskosten nicht. Es kann sein, ich verliere mehr Geld als das Fahrrad wert ist (https://www.bussgeldkatalog.org/unfall-anwalt/#:~:text=Grunds%C3%A4tzlich%20gilt%3A%20Sind%20Sie%20nicht,die%20Schuld%20Ihres%20Gegners%20bezieht.)
– Versicherung nerven bis die was machen, aber die sind nicht auf meiner Seite. Sie wollen ihren Kunden helfen.

Ich bin verzweifelt, fühle mich so machtlos, alleine, unsupported von dem System in Deutschland und verliere seit Wochen Schlaf da ich Angst davor habe, dass es eskaliert. Für mich ist das Fahrrad mein einziges Verkehrsmittel und ich habe nicht die Finanziellen Kapazitäten um einfach einen Anwalt zu holen oder ein neues Fahrrad zu kaufen.

Was macht man in so einem Fall?

Vielen kieben Dank für jegliche Hilfe ❤️

by Realistic_Army706

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4 Comments

  1. Soweit ich weiß, muss dir sogar die gegnerische Versicherung als Geschädigten den Anwalt zahlen.

    Du bist in einem Bereich gefahren, in dem Fahrradfahren eindeutig erlaubt scheint, also gehe ich bin keiner Mitschuld aus.

  2. Hol dir einen Anwalt für Verkehrsrecht.
    Zahlen muss den die Versicherung des Unfallverursachers.

    Edit:

    Für die Zukunft: Verkehrsunfälle immer von der Polizei aufnehmen lassen. Erst recht wenn du selber nicht schuld bist.

  3. Nimm Dir einen Anwalt. Mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit kostet Dich das keinen Cent, weil der Verursacher zahlen muss.

    Für die Zukunft IMMER Polizei, wenn Du vom Rad geschubst wurdest!

    Wenn ihr Zeuge bei einem derartigen Vorfall seid, ruft die Polizei, wenn ein Radfahrer vom Rad geschubst wurde!

    Ihr seht dem Radfahrer oder euch selbst nicht an, ob und welche Verletzungen vorhanden sind, unfallgegner geben sich freundlich, werden aber später zum A* (weil es nämlich funktioniert)

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