
Hey, was hält ihr von diesem Vorschlag?
[https://www.morgenpost.de/berlin/article241598270/Bus-versus-Fahrrad-Verband-macht-interessanten-Vorschlag.html](https://www.morgenpost.de/berlin/article241598270/Bus-versus-Fahrrad-Verband-macht-interessanten-Vorschlag.html)
by AaronRutherfort
3 Comments
Finde ich unter den aktuellen gesellschaftlichen Gesichtspunkten eine extrem gute Forderung.
Warum:
– Die eigentliche Vision, in der Straße, die erst für Fußverkehr, dann für Radverkehr, dann für ÖPNV (oder andersrum) geplant wird, und dann falls noch Platz ist erst fürs Auto freigegeben wird, ist so utopisch hier, davon müssen wir uns als Aktivist:innen einfach verabschieden. Wenn wir das fordern kriegen wir gar nix. Was bleibt also?
– Auf sehr vielen Straßen, gibts einfach keine drei Spuren plus Fußwege in beide Richtungen. Da man das Auto nicht aussperren kann, und Fußverkehr im Normalfall auch immer seinen Platz bekommt (Deutsche lieben es zu Fuß unterwegs zu sein), gibts meist dann noch eine Spur für ÖPNV oder Fahrrad. Jetzt könnte man:
– ÖPNV keine Spur geben (Mischverkehr mit Autos), was den ÖPNV so schlecht macht, dass man jedwede Verkehrswende torpediert (vgl. eines der unzähligen Videos zum Thema Nahverkehr in den USA)
– Keine Radspur und Rad-Mischverkehr mit Autos. Imho etwas was niemals passieren sollte, vor allem nicht in Deutschland, außer man ist wirklich in extrem engen, minimal befahrenen Straßen, wo eigentlich nicht mal Tempo 30 herrscht. Wir alle wissen, wie unfassbar unangenehm (und gefährlich) es für normale Menschen ist, sich mit Autos den Raum zu teilen.
– Es bleibt also oft nur die gemischte Spur, so ungerne wir es hören.
– Was aktuell dazu führt das – auch wenn ein Bus oft nur alle 5-15 Minuten kommt – ein Radweg sich extrem gefährlich und unangehem anfühlt. Busfahrer sind oftmals die absolut tödlichsten Verkehrsteilnehmer, aus vielen verschiedenen Gründen. Wenn du jetzt einen duzende Tonnen schweren Stadtbus prall gefüllt hinter dir hast, der davon überzeugt ist, dass du auf seiner Spur bist, da ist nichts mit entspannt mit 18 kmh in die Stadt cruisen. Das ist auch wirklich kein guter Zustand
– Ich erhoffe mir also von Radspur – Busse frei, dass die Busse – wenn sie nicht müssen – da auch nicht drauf fahren, und nur auf die Spur ausweichen, wenn Autos mal wieder den ganzen Verkehr blockieren. Dann sollte eine gemischte Spur die meiste Zeit frei und sicher und angenehm sein, bei Notwendigkeit den ÖPNV nicht ausbremsen, und hoffentlich dafür sorgen, dass Busfahrer eher denken “das ist eher die Spur der Leute auf dem Rad” und nicht “die sollen sich mal verpiiiiiiissen”. Wenn das dann gut funktioniert, und zusätzlich einen westenlich zuverlässigeren und angenehmen ÖPNV ermöglicht, weil ganz viele Radwege auch dafür verwendet werden können, bin ich da eigentlich eher positiv als negativ. Vllt führt das dann sogar dazu, dass wir ganz viele Spuren vom KFZ-Verkehr für Radwege bekommen, weil die jetzt zu auch-Busspuren umgewandelt werden können. Ich kenne jedenfall sehr wenige Radspuren, die so breit sind, dass ein Linienbuss drauf fahren kann, heute aber im Stau steckt. Dh. ich glaube wenn dann kommen sehr viele neue Radspuren dazu, anstatt dass uns welche “weggenommen” werdne. Würde ich auf jeden Fall erproben wollen!
Imho, mit etwas Hoffnung die besten Möglichkeit unter den realistischen Gegebenheiten.
Sehe ich nicht so kritisch, solange die Busse eine Haltebucht kriegen.
Ich frag mich halt wie viele Radwege in der notwendigen Breite es in Berlin überhaupt gibt. Wohl eh nicht viel mehr als 2 oder 3.
Und dann überholen die Busse die Radfahrer bestimmt mit 1,5m Abstand auf der nächsten Autospur und nicht etwa mit <30cm Abstand auf der Kombispur…