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Gleiches Schild. Drei komplett andere Straßen. 🚲
Münster knallrot, Berlin nur schmale Linien, Freiburg grün mit gepflastertem Mittelstreifen, das sind alles Fahrradstraße nach Zeichen 244.1. Warum sieht in Deutschland jede Fahrradstraße anders aus?
In diesem Video zeige ich dir den Flickenteppich der Markierungen: NRW vs. Baden-Württemberg, weiße Begleitlinie vs. Sicherheitstrennstreifen nach Zeichen 295, Sophienstraße Karlsruhe, Berlin und Erlangen. Und warum die StVO zwar Tempo 30 und Nebeneinanderfahren regelt, aber keine Gestaltung.
💡 Das lernst du:
– Warum es keinen einheitlichen Standard gibt (ERA 2010, RMS, Länder-Erlasse)
– Was die Studie der Bergischen Uni Wuppertal + Difu zu Farbe vs. Sicherheit sagt
– Warum die Niederlande seit 2015 mit 10 Gestaltungselementen funktionieren, und was Freiburg vom RS6 richtig macht
– Was eine gute Grundgrammatik braucht: klare Prinzipien + lokale Freiheit
📍 Beispiele in diesem Video:
Münster — Berlin — Freiburg — Karlsruhe — Erlangen — Utrecht / Niederlande
💬 Wie sieht deine Fahrradstraße aus? Rot, Linien oder gar nichts? Schreib Ort + Farbe in die Kommentare.
⏱️ Kapitel:
00:00 Gleiches Schild, drei Straßen
00:55 Der Beweis: Karlsruhe und der deutsche Mix
02:25 Was die StVO (nicht) regelt
04:20 Studie: Bringt Farbe Sicherheit?
05:40 Niederlande: 10 Elemente statt nur Rot
07:20 Freiburg RS6: Standard mit lokaler Lösung
08:22 Fazit: Welche Grammatik braucht Deutschland?
🚴 Mehr Vergleiche Deutschland vs. Niederlande auf Stadt Land Rad
#Fahrradstraße #Verkehrswende #StadtLandRad
31 Comments
Es sollte schon eine gewisse Einheitlichkeit der Fahrradstraße bundesweit sein. Ein Flensburger muss in Füssen auch wissen, dass er sich in einer Fahrradstraße befindet, weil die in Flensburg auch so aussieht.
3:21 wie schön, dass du wohl auch in Essen-Stoppenberg warst. Aber das ist keine Fahrradstraße (ja rechtlich irgendwie schon, nur wenn ich da oft her fahre, merke ich überhaupt nichts davon, weil ich auch immer gefühlt der einzige Radfahrer bin). Die Tuttmanstraße und anschließende Seumannstraße ist Murks und eine sehr beliebte "Schleichroute" für Autofahrer.
Ehrlich gesagt ist es mir egal, welche Farbe welcher Radweg hat.
Wenn es gesetzlich erst mal ernster genommen würde (besonders in Städten) und für ein Leitfaden für Tempobeschränkungen Innerorts zu sorgen, wäre das ganze kein Thema mehr.
Außerorts gilt Tempo 80 ohne Mittel oder Seitenstriefen. 100 auf Bundesstrassen, Richtgeschwindikeit 130 kmh auf Autobahn oder Schnellstrassen. Aber Innerorts ist das Chaos vorprogrammiert. Da sollten und müssten Lönder zusammen und mal eine Lösung finden.
Aber die Behörden stehen sich selbst im Weg, da jeder meint, seine Lösung wäre die beste. Traurig
Ich finde die Kombination Fahrradstraße plus Anlieger frei sehr gelungen. Wenn das ganze dann in Nebenstraßen angewendet wird, welche eine gute Fahrradachse bilden und der Durchgangsverkehr durch Baulische Maßnahmen rausgenommen wird, wird es deutlich ruhiger. Anwohner werden entlasstet, weil keine Abkürzungen durch ein Wohngebiet genommen werden, ohne dass ein Einbahnstraßen Labyrinth ensteht und Fahrradfahrer haben eine übersichtliche und beruhigte Fahrradstraße.
Die "Fahrradstraßen" in Köln sind eher eine Lachnummer.
Die Straßen an den Wälle sind täglich verstopft mit Parkplatzsuchenden PKWs. Gerade in den Abendsstunden. Und beim Friesenwall ist das totale Chaos wo Fußgänger an der Ehrenstraße den Weg durchkreuzen und die die Autos teilweise nebeneinander parken oder den Blinker anlassen.
In Aachen hat man sich nach dem Radentscheid vor einigen Jahren entschieden Fahrradstraßen komplett rot zu färben mit dicken gestrichelten Linien zum Rad wo ausreichend Abstand zu parkenden Autos ist. Eine neue CDU-geführte Mehrheit nach der letzten Kommunalwahl hat jetzt entschieden wieder nicht mehr alles rot zu machen und will nur Gefahrenpunkte an Kreuzungen rot färben.
Ich halte durchgehend Rot, das signalisiert dass hier eine sichere Radverbindung existiert, für besser als Rot an Gefahrenpunkten die eigentlich gar nicht existieren sollten.
Ein Problem mit der Rotfärbung ist auch die Farbe, die d aufgetragen wird und nicht lange hält. Gleich nebenan in den Niederlanden nimmt man durch-gefärbten Asphalt, wo die Farbe länger hält und es fährt sich auch besser drauf. Solcher Asphalt wird in den Niederlanden so oft gebraucht, dass die Werke immer beide Farben vorrätig haben. Dadurch ist das kaum teurer als in Schwarz. Hier braucht man es nicht so oft und das würde bedeuten, das Asphaltwerk muss extra die bestellte Menge herstellen und dann die Farbe wieder wechseln. Das ist teuer. Die Lösung wäre natürlich viel mehr Rot asphaltierte Radwege zu bauen aber dafür fehlt selbst nach dem Radentscheid mit fast 40.000 Unterschriften (bei ca. 200.000 Wahlberechtigten) der Mut und in der neuen Mehrheitskoalition auch der Wille.
Mir war gar nicht bewusst wie viel Gestaltungsspielraum die Länder da haben, cooles Video!
Wurde in diesem Zusammenhang auch der Aspekt der Aufklärung untersucht? Gefühlt haben sehr viele Verkehrsteilnehmer absolut keinen Plan was eine Fahrradstraße so macht (StVO Wissen ist auf dem Jahr der Führerscheinsprüfung stehen geblieben).
Bringen Kontrollen oder Info Tafeln etwas?
0:10
und Wiesbaden (v.a. Goebenstraße und Rüdesheimer Straße): Enge Straße, mit Parken links und rechts durchgehend weiterhin erlaubt und absolutem "Auto frei" Schild….
besser als nichts. Aber noch mit viel Luft nach oben.
In Stade, Niedersachsen wurde die "Neubourgstraße" zu einer Fahrradstraße umgebaut.
Vorheriges Design war eine Einbahnstraße mit Parken rechts am Fahrbahnrand und die Durchfahrt war erlaubt. Rad- und Fußverkehr waren durch farblich abgesetzte Steine auf dem Bürgersteig getrennt.
Neues Design als Fahrradstraße:
Weiterhin eine Einbahnstraße, diese ist jetzt aber nur für Anlieger frei in einer Richtung und Radfahrer in beide Richtungen.
Die parkenden Autos wurden auf den vorherigen Radweg verschoben mit Gewichtsbeschränkungen, da die Fahrzeuge nun zum Teil auf dem Bürgersteig und der Fahrbahn stehen. Die Fahrbahnbreite hat sich dadurch erweitert, ich vermute so an die 4 Meter. (nachgemessen mit Google Maps).
Der verschobene Parkstreifen hat zwei Markierungen. weiße Strichlinie und eine durchgehende weiße Linie.
Die durchgehende Linie soll wohl als Fahrbahnnutzungsbegrenzung dienen und Fahrzeuge sollten aber mit den Reifen hinter der parallelen Strichlinie stehen.
Der Parkstreifen endet/startet in dem Straßenabschnitt in der Nähe des Bahnhofes mit bis zu 35 Meter (gemessen in GMaps) Abstand zur Einmündung/Ende der Straße. Das Ende am Bahnhof ist mit einer durchgehenden Mittellinie getrennt. Rechts und links sind in weiß die Markierungen für Radverkehr in jeweilige Richtung zu sehen. Die Leitlinie wird mit einem über 2mx2m großen Emblem-Markierung der Fahrradstraße unterbrochen.
Die Fahrbahn ist auf dem Rest der Straße enger, dort gibt es keine Mittellinie, doch die getrennten zwei Wege Radmarkierungen sind sichtbar.
Das sind bisher alles positive Dinge, klare Aufteilung der Fahrbahn, Erinnerung der Autofahrer an den Rad-Gegenverkehr und der Parkstreifen ist klar markiert.
Negativ:
Das Ende der Fahrradstraße ist mit einem Schild der Fahrradstraße beschildert und einem KFZ Verbotsschild.
Dies finde ich nicht gut, da es nicht klar ist von dieser Richtung, dass die Fahrradstraße den (eingeschränkten) KFZ-Verkehr in die andere Richtung erlaubt. Dies kann dann zu Überraschungen und Verwirrung führen.
Ein "Verbot der Einfahrt" in Kombination mit "Radverkehr frei" (+ das Fahrradstraße Schild) wäre in meinen Augen besser, da es die Verkehrssituation beschreibt.
Das Ende mit Mittellinie wird von Autofahrern nicht als eine Begrenzung erkannt der sie folgen müssen. Eine PKW Aufdruck-Markierung auf der einen Seite würde es ausdrücklich sichtbar machen sich rechts von der Markierung zu halten und das diese nicht nur den Radverkehr in zwei Richtungen trennt. Das dies die Designidee ist wurde mir klar, als ich sah, dass die Mittellinie an den anderen Stellen fehlt wo ein PKW größte Fläche ausfüllt.
Ich habe sie selbst noch nicht genutzt, auf Google Maps ist nur das Ende am Bahnhof erkundbar. Bahnhofstraße X Neubourgstraße, Stade.
Ich würde sagen der Radverkehr hat zugenommen oder sich zumindest von der Parallelstraße (Salztorswall) zu der Neubourgstraße verlagert.
#Hannover – Die Velorouten die Teilweise Fahrradstraßen sind die Fahrbahn ( 4m breit) zum Rand mit grüne Gestrichelte Linie – Die grüne Lnie soll der ERA konformen Dooring Zone zum Den Öffentlichen Autolagerflächen entsprechen .
Trotz der Verkündung das Alle Fahrradstraßen der ERA ( 3.0) zum Urteil des FahrradStrasse ( Kleestrasse) 2022 sind nach wie Vor -selbst hochfrequente Radverkehrs Achsen – entsprechend umgebaut worden. Hannovers Tiefbauamt brüstet sich mit wenigen Leuchtturm Ergebnisse … daher keinen Grund Hannover beim. Aktuell laufenden FahrradKlimaTest besser zu bewerten…
Hier in unserem Ortsteil von Arnsberg gibt es zwei Fahrradstraßen. Beide haben außer dem Verkehrsschild keinerlei Kennzeichnung.
Das ist aber nicht so schlimm, da die Fahrradstraßen dort eh keinen Sinn machen, da auf diesen Straßen kaum Autoverkehr stattfindet. Das Schild hätte man sich somit auch sparen können. Aber so kann man halt sagen " Wir haben doch Fahrradstraßen." 🤷🏼♂️
Also ich finde die Umsetzung der gezeigten Fahrradstraßen beunruhigend. Die meisten sehen aus wie ganz normale Straßen mit zwei Wege KFZ Verkehr und Radverkehr muss sich die Fläche teilen und ist gezwungen sich unterzuordnen.
30kmh, ich glaube die wenigsten halten sich daran.
Die Straßen schienen mir alle viel zu attraktiv für den Durchgangsverkehr oder KFZ allgemein. Radverkehr erschien mir sekundär und nicht primär.
Fahrradstraßen sollten eine Safe Space für Radfahrer sein und nur minimal für KFZ freigegeben sein, sonst erscheint mir das ausweisen einer Fahrradstraße nur eine Ausrede zu sein um vernünftig abgetrennte Radinfrastruktur zu bauen.
2:40 Der Satz aus der StVO klingt so als dürfte man das auf anderen, nicht Fahradstraßen🤪
Ich hab keinen Plan was das Schild eigentlich aussagen soll. In München in ganz vielen Wohngebieten. Kein Unterschied zur normalen 30iger Zone.
In Nürnberg/Erlangen/Fürth sind die Fahrradstraßen eher Dekoration oder etwas für die Statistik. Auf denen wird überall wild geparkt (obwohl man es nur auf gekennzeichneten Flächen dürfte) und die Autofahrer verhalten sich genauso gegenüber den Radlern wie auf allen anderen Straßen.
Wenn ich hier in Niederlande in meine 37000 Einwohner Stadt mit Oberfläche von 10 km², 12 km von Hoek van Holland, umschaue sehe ich bei separate Radwege folgendes.
1 richtung:
Breite variiert von 60 cm bis 2,5 Meter.
Oberfläche variieren von Betonstein rot ohne Streifen, Betonstein grau ohne Streifen, betonstein rot/grau random gemischt ohne streifen, Asphalt schwarz ohne streifen, Asphalt rot ohne Streifen, Asphalt schwarz mit Streifen links und rechts, Asphalt rot mit Streifen links und rechts.
2 Richtungen:
Breite variiert von 60 cm (bei Gegenverkehr absteigen) bis 4 Meter
Oberfläche wie bei 1 Richtung, und hier und da Streifen in der Mitte.
Zusammenfassung: chaotisch 😉
Ich verstehe nicht ganz, warum Fahrradstraßen auf diesem Kanal so durchweg positiv dargestellt werden. Ein Video darüber, was sie dem Radverkehr tatsächlich bringen, fände ich mal interessant.
Meiner Erfahrung nach bewirkt das Schild nicht mehr als ein Tempo-30-Schild. Ich habe noch keine Fahrradstraße erlebt, auf der Autos nicht trotzdem freigegeben sind. Meist sind es normale Wohnstraßen, beidseitig zugeparkt, und man wird weiterhin ständig zu dicht überholt.
Wenn man schon Autos zulässt, bräuchte es aus meiner Sicht mindestens ein generelles Überholverbot für Kfz und ein Parkverbot auf der Fahrbahn, außer auf ausdrücklich markierten Flächen. Erst dann verdient so eine Straße den Namen. In der Praxis gibt es das leider kaum.
😬😔
4:24 Ist das roter Asphalt oder rote Farbe?
In Herrenberg gibt es eine neue Fahrradstraße bei der noch gar nichts ist
Im Ulm (z.B. Schüllinstraße) finde ich die baden-württembergische Idee mit den breiten gestrichelten Seitenstreifen eher problematisch. Bei entgegenkommendem Autoverkehr ist die Straße so schmal, dass man fast darauf ausweichen muss und da die Farbe leicht erhaben ist, ist man dann auf einer Rüttelpiste. Folglich wäre mir eine flächige Farbgestaltung deutlich lieber.
Ich verstehe es nicht – Warum nicht einfach copy-paste die Hollaendische Rad infra
Hier im Hochsauerland werden immer die beiden Dörfer Gleidorf und Winkhausen mit einem neuen Radweg verbunden, damit fällt ab nächsten Frühling die Fahrt über den Berg weg😊 Ungelöst ist noch immer die Lücke Lenne – Störmecke 😕
7:40 Bus fährt mit weniger als 1m an Fahrrad vorbei , VOLLKATASTROPHE
7:55 zuerst dachte ich , solch eine Strasse könnte funktioniert. Aber prompt fährt ein PkW völlig unnötig mit weniger als 1,5m an einem Fahrrad vorbei. also doch nicht so toll
Selten eine Fahrradstraße in Deutschland gesehen, die diesen Namen auch verdient..
In Köln hat man eine geniale Lösung gefunden: hier sind Fahrradstraßen in erster Linie Parkplätze.
In Dortmund nutzen wir regelmäßig die Fahrradstraße „Lange Reihe“.
Hier wurde eine Kreuzung nach mehreren Unfällen (es herrscht durchgehend Vorfahrt und kreuzender Kfz-Verkehr hat diese missachtet) rot markiert.
Zudem herrscht viel Durchgangsverkehr und regelmäßiger Busverkehr.
Ich fühle mich auf dieser Straße subjektiv nicht sicherer, als auf einer x-beliebigen Tempo 30 Straße.
Hier in der Pfalz werden Fahrradstraßen rein durch das Verkehrsschild "Fahrradstraße" ausgewiesen. An manchen Stellen wird das Schild auch nochmal auf den Asphalt gemalt. Aber farblich wird hier gar nichts markiert 😅
Ich fahre oft durch die Linienstraße in Berlin und wie auch in dem Video gut zu erkennen ist, hat die "enge" Linienstraße trotzdem noch Platz für beidseitige PKW-Parkplätze. Dabei ist sie unglaublich alternativlos im aktuellen Radnetz von Berlin und deswegen dicht befahren. Traurigerweise ein Paradebeispiel für unvollständige Fahrradinfrastruktur.
Die Fahrbahn ist unnötig eng durch die 2 Parkstreifen
Wenn PKW aber vor allem Müllabfuhr oder Lieferverkehr unterwegs ist kommt man mit dem Fahrrad überhaupt nicht vorbei an vielen Stellen.
Die Kreuzungen mit den vielen größeren Straßen sind eine Katastrophe, weil sie so schlecht einzusehen Sind und auf der breiten Straße die PKWs so schnell fahren. Teilweise ist die Kreuzungsituation völlig unverständlich markiert.
Es gibt bspw eine Kreuzung an der die Tram so an einer Ampel halten muss, dass sie die Linienstraße komplett blockiert.
OMG, wie immer in D kein gemeinsamer Plan. Aber ich habe noch Hoffnung! Beim Faxgerät, mit dem die D-Behörden immer noch kommunizieren, hat es zu Anfang auch keinen gemeinsamen Standard gegeben. Hope for the best! 😂
In Stuttgart-Feuerbach wurde die Burgenlandstraße vor knapp 2 Jahren in eine Fahrradstraße mit Autoverkehr ausschließlich "Anlieger frei" umgebaut. Technisch ist alles schön gelöst, türkisfarbene Begrenzunglinien und vollflächig türkis in den Kreuzungsbereichen. Richtig gut funktionieren tut es nicht. Ich bin jedesmal erstaunt, wieviele Anlieger auf 500m Straße wohnen können (und es gibt dort keine Hochhäuser), weil einem bei JEDER Durchfahrt mindesten 5 Autos begegnen. Die bewegen sich im allgemeinen rücksichtsvoll, was für die Fahhradstraße spricht. Problematisch ist die Querung mit der Grazer Straße, die stark frequentiert ist und vor dem Umbau Vorfahrtsstraße war. Auch nach 2 Jahren und einem abgesenkten Bordschein ist nicht jedem Autofahrer klar, dass jetzt die Farhhradstraße Vorrang hat und es kommt regelmäßig zu Vollbremsungen von Rädern und Autos. Bzw. unterschätzen Autofahrer permanent die Geschwindigkeit von Radfahrern, hier sollten die Fahrschulen besser aufklären. Gelungen ist die Idee, die Fahrradstraße 50m vor einer Schule enden zu lassen. Da wollte man wohl die querenden Autofahrer nicht verärgen und hat die Radstraße vor einer Kreuzung beendet.
In Kiel gibt es eine ganze Reihe an Fahrradstraßen, die zum Teil in ganz unterschiedlichen Jahrzehnten entstanden sind und durch Breite, Kreuzungen usw auch sehr unterschiedlich sind. Die neueren sind wirklich exzellent, so etwas habe ich bisher in kaum einer anderen Stadt gesehen. Also zum Beispiel die Goethestraße. In der Mitte Asphalt, am Rand statt einem Strich ein gepflasterter Streifen als Abgrenzung zu Parkplätzen, aufgepflasterte Gehwegüberfahrten für klare Vorfahrt der Fahrradstraße und Modalfilter an zwei Stellen, damit wirklich nur Autos reinfahren, die in der Straße ihr Ziel haben. Auch die angrenzende Hansastraße die soweit ich weiß erste Fahrradstraße Deutschlands (späte 80er irgendwie) wurde an einen ähnlichen Standard angepasst, mit Modalfilter, Gehwegüberfahrten etc, aber statt gepflastertem Rand mut durchgehendem Breitstrich. Das finde ich aber auch sehr angenehm. Es gibt aber auch Beispiele wie die Gerhardtstraße, die hat auf beiden Seiten einen Parkstreifen, obwohl sie recht schmal ist. Dadurch gibt es in der schmalen Straße viel Parksuchverkehr, an dem sich die Fahrräder irgendwie vorbeiquetschen müssen, es ist insgesamt zu eng. Modalfilter gibt es trotz der Länge nur einen einzelnen, das könnte auch mehr sein. Die Straße ist durch einen durchgehenden Breitstrich am Rand abgegrenzt, aber wegen der Enge sind die parkenden Autos sehr nah am Strich. Im Vergleich zu den im Video gezeigten Beispielen ist das wahrscheinlich noch ok, nicht so schmal wie die Berliner Linienstraße, aber schon merkbar schlechter als neuere Beispiele in Kiel. Und dann haben wir hier noch ein paar Velorouten, die als Fahrradstraße markiert sind, obwohl sie funktional eher an Radschnellwege erinnern, wie die Veloroute 10 oder der "Flughafenradweg" zwischen Holtenau und Pries. Diese sind ausnahmsweise mal nicht für Autoverkehr freigegeben, aber anders als auf richtigen Radwegen dürfen Fußgänger rechts am Rand entlanggehen. Da sind die Herausforderungen natürlich noch einmal ganz andere, da geht es nicht darum wie man die Verkehre am besten miteinander zusammenbringt, sondern eher um Entflechtung, an mehreren Stellen werden begleitende Gehwege nachgerüstet.