Der ADFC Nürnberg lässt Radfahrende abstimmen, wo sie im Stadtgebiet die größten Lücken im Radwegenetz sehen. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Die Radweglücke am Westring zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Fürther Straße landet auf Platz eins.

Rund 60 Prozent der Teilnehmenden bewerten die Strecke mit der Höchstnote zehn von zehn – also als besonders problematisch.

Vor Ort zeigt sich schnell, warum.

Radfahrende treffen hier auf eine vierspurige Straße mit dichtem Autoverkehr. Die Radinfrastruktur endet teilweise abrupt, Autos fahren mit Tempo 50 oder schneller, und die Fahrbahn liegt in Teilen in schlechtem Zustand.

Aus Sicht des ADFC liegt genau darin das Kernproblem.

Der Ring wirkt insgesamt unangenehm zu fahren. Besonders kritisch wirkt, dass die Radinfrastruktur plötzlich endet und Radfahrende direkt im fließenden Kfz-Verkehr landen. Das wirkt im Alltag sehr unangenehm und teilweise auch gefährlich.

Der Westring bildet dabei eine wichtige Verbindung im Nürnberger Westen. Rund 30.000 Autos fahren täglich über den Abschnitt, gleichzeitig nutzen auch viele Menschen das Fahrrad. Aus Sicht des ADFC gibt es kaum sinnvolle Alternativen – wer die Strecke meidet, nimmt mehrere Kilometer Umweg in Kauf.

Auch die Frage nach einer Lösung steht seit Jahren im Raum.

Aus Sicht des ADFC wirkt eine Verbesserung vergleichsweise einfach möglich. Entlang der ehemaligen Straßenbahntrasse gibt es ausreichend Platz für einen breiteren, sichereren Radstreifen. Viele fragen sich, warum diese Chance bei früheren Arbeiten an der Straße nicht genutzt wird.

Im Verkehrsplanungsamt läuft bereits seit rund zwei Jahren eine Umgestaltung.

Dort ist die Umfrage bekannt, und der Kritik wird nicht widersprochen. Die Stadt erkennt die schwierige Situation an. Gleichzeitig läuft die Planung für eine Umgestaltung weiter. Vorgesehen sind deutlich breitere Radstreifen als bisher, teilweise mit bis zu 2,10 Metern auf der Brücke und etwa 1,85 Metern in anderen Abschnitten – jeweils mit Abstand zum Autoverkehr.

Doch bis zur Umsetzung bleibt es ein weiter Weg.

Die Stadt führt eine lange Liste an Verkehrs- und Infrastrukturprojekten, die ebenfalls umgesetzt werden sollen. Insgesamt geht es um Bauvorhaben im Umfang von rund 250 Millionen Euro. Da Mittel, Personal und Fördergelder begrenzt sind, lassen sich nicht alle Projekte gleichzeitig umsetzen.

Zwischen Planung und Umsetzung vergehen deshalb oft mehrere Jahre. Viele Vorhaben laufen parallel, während die Stadt priorisiert.

Zwar liegen die Planungen für den Westring bereits weitgehend vor, doch der Start der Bauarbeiten hängt noch von der Zustimmung des Stadtrats ab.

Wenn der Stadtrat zustimmt, beginnt der Umbau frühestens 2028. Bis dahin bleibt die Situation für Radfahrende unverändert – und die Lücke am Westring eine der zentralen Problemstellen im Nürnberger Radwegenetz.

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14 Comments

  1. Wie er sagt, ist der gesamte Ring problematisch. Diese "Radstreifen" sind durchgängig viel zu schmal und werden durch die parkenden Autos noch schmäler gemacht, weil die Autofahrer damit überfordert sind, sich vollständig auf den Parkstreifen zu stellen. Braucht man überhaupt 4 Autospuren dort? Man könnte problemlos eine Umweltspur nur für Busse und Radler ähnlich wie in Erlangen-Büchenbach einrichten.

  2. Seh ich die ganzen "Radfahrer" im Wald, würde ich mir zuerst wünschen: 1. Nummernschild; 2. Geschwindigkeitsbegrenzung; 3. Verpflichtenden Fahrradführerschein!
    Radfahrer jammern oft auf hohem Niveau, was ihre Belange angeht. Kennen aber weder Verkehrsregeln oder Rücksicht auf Andere!

  3. Wenn man die Kommentare hier liest, dann bemerkt man schnell eine angespannte Stimmung zwischen Autofahrern/ Radfahrern und Fußgängern. Aber warum eigentlich ? Also ich bin alles in Einen. Beruflich fahre ich zwingend mit dem KFZ von Kunde zu Kunde ( Handwerker ) , privat bin ich Fußgänger, fahre Auto, aber auch Bahn und sehr gern Fahrad und nutze die Öffis. Alle Verkehrsmittel werden genutzt. Wir sitzen alle in einen Boot. Auto fahren in Nürnberg ist psychischer Stress pur. Grund : Viele Autofahrer fahren rücksichtslos, aggressiv, sehr schnell und blinken nicht. Dabei darf man nicht vergessen, das ein KFZ im Falle eines Unfalles tödliche Konsequenzen haben kann, wenn es einen Radfahrer oder Fussgänger erfasst. Vernunft und Verantwortung im Straßenverkehr liegt in jeden Menschen bzw Verkehrsteilnehmer selber. Wir sollten Alle Rücksicht aufeinander nehmen, um Gefahren zu minimieren.

  4. Je mehr Fahrradfahrer, desto weniger Autofahrer, desto weniger Stau und Stress, stattdessen freie Fahrt für Autofahrer. Insofern sollten alle ein Interesse daran haben, dass man in Nürnberg gut mit dem Fahrrad von A nach B kommt. Gleiches gilt natürlich für die Öffis. Würden alle, die ÖPNV oder Fahrrad fahren, stattdessen mit dem Auto fahren, kann man sich ausmalen, wie unerträglich der Verkehr wäre.

  5. Könnte man nicht ermäßigte Tickets für Fahrräder im ÖPNV einführen? Dann könnte jeder sein Fahrrad mitnehmen und bräuchte auf der Straße keine Angst mehr zu haben.

  6. Und wieder plant man Fahrradstreifen zwischen den Auto Spuren an Kreuzungen… es gibt ein sehr gutes, mittlerweile 15 Jahre altes Youtube Video "Intersection design, the Dutch – cycle friendly – way", bei dem kommentiert wird, das in den Niederlanden ein solches Design als unsicher gilt und deswegen seit Jahren nicht mehr gebaut wird. Wir leben was Fahrradinfrastruktur angeht in der Steinzeit.

  7. Mir wäre schon geholfen wenn in Nürnberg einer mal die Baustellen ansieht und die Absperrungen überprüft, mir fehlen manchmal die Worte wie die Radwege durch Baustellen umgeleitet oder blockiert werden. Man könnte ein Buch schreiben in Nürnberg über Mängel. Grausam ist auch die Bauvereinstrasse, hier fährt der Radfahrer das letzte Stück in eine Einbahnstraße hoch und wird dann zum rollenden Hindernis, wer sowas plant …. Und da gibt es viele Beispiele.

  8. Weshalb soll man ständig für die undisziplinierten Radfahrer, die ständig machen was sie wollen, etwas verbessern ???

    Fahren auf dem Gehweg obwohl es einen Radweg gibt

    Fahren ohne Abstand rechts und links an wartenden Autos an der roten Lampe vorbei

    Fahren ständig bei rot über die Ampel usw

    Kennzeichenpflicht und Fahrradsteuer sofort

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