Mit Georg Zimmermann gewinnt ein Deutscher den Radklassiker Eschborn-Frankfurt. Mit Jonas Rutsch spielt ein Hesse eine zentrale Rolle auf dem Weg dorthin. Und selbst der abgeschlagene Lokalheld John Degenkolb hat Freudiges zu berichten.
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John Degenkolb, der Einheimische aus dem Taunus, kämpfte sich mit hochrotem Kopf über die Ziellinie vor der Alten Oper. Mehr als zehn Minuten Rückstand hatte der erfahrene Profi aus Oberursel bei seinem Highlight-Rennen, dem Radklassiker Eschborn-Frankfurt am 1. Mai, angesammelt – und konnte dennoch zufrieden sein. Vielleicht nicht übers Ergebnis, Platz 77, ein bisschen später als zur Hälfte der 211 Kilometer wäre er schon gerne abgehängt worden.
Perfektes Wetter, zigtausende von Fans an der Strecke, Volksfeststimmung an Mammolshainer Stich, Feldberg, dem Burgweg, auch in den Taunus-Gemeinden rundherum sowie der Frankfurter Innenstadt. Dazu ein deutscher Sieger, Georg Zimmermann, der erste aus diesem Lande seit Pascal Ackermann vor sieben Jahren. Und ins Bergtrikot fuhr mit Jonas Rutsch zu allem positivem Überfluss auch noch ein Profi aus dem Hessenland. “Das Schönste, was ich in meiner Karriere erleben durfte”, staunte Gewinner Zimmermann. Was für ein Tag!
Der hatte, um die hessische Brille an dieser Stelle aufzusetzen, mit Degenkolb begonnen. Direkt vor dem Rennen verkündete der Altmeister, seine Karriere noch ein Jährchen verlängern und damit auch 2027 wieder am Start in Eschborn stehen zu wollen. Dann ein letztes Mal “Ich freue mich auf all das, was bis zum Karriereende noch auf mich wartet”, sagte der 37-Jährige. Im Rennen spielte er, der vorher das Aushängeschild des Radklassikers bei allen möglichen Medienterminen war, erwartungsgemäß keine Rolle. Nur ab und an blitzt das angestrengte Gesicht von Degenkolb aus dem Peloton hervor. Sein Fazit: “Es ist immer etwas Besonderes, zu Hause ein Rennen zu fahren. Aber was war das heute bitte? Die ganze Strecke voller Zuschauer, die Stimmung sensationell.”
Die Rolle des Local Heros übernahm an diesem Tage dennoch ein anderer, Jonas Rutsch. Der ruhige Riese aus Erbach im Odenwald machte früh im Rennen klar, dass er sich zeigen will. Heißt: Er flüchtete vor dem Rest – und war tragendes Mitglied einer fünfköpfigen Ausreißergruppe.
Eine wirkliche Siegchance hatten Rutsch und Co. zwar nicht, aber doch jene, sich lange und sehr gekonnt in den TV-Kameras zu präsentieren. “Dass der Parcours für mich mit 80 Kilo nicht perfekt ist, liegt auf der Hand. Wenn ich meinem Team helfen wollte, ging es nur über den Weg”, erklärte Rutsch.
Solange das Quintett in Führung lag, führte es der Südhesse ganz vorne über die Erhebungen der selektiven Strecke. Rutsch sicherte sich damit die Bergwertung und das Bergtrikot. Ein Sonderapplaus auf dem Siegerpodest war ihm gewiss. “Ein ziemlich perfekter Tag”, sagte Rutsch, “wir können zufrieden sein”.
Wir, das ist das Team Lotto-Intermaché, dem nicht nur der nach seiner abgefangenen Flucht letztlich auf Rang 75 landende Rutsch angehört, sondern auch Sieger Zimmermann. Der Augsburger konnte sein Glück kaum fassen. “Es ist der größte Sieg meiner Karriere”, sagte der 28-Jährige beim Sieger-Interview. Zimmermann, dem Experten vorher zwar eine gute Rolle, aber eher nicht den Triumph zugetraut hatten, bewies im Finale furioso körperliche wie mentale Stärke.
Als die zwölfköpfige Führungsgruppe über die Zielgerade donnerte, war der amtierende Deutsche Meister anfangs noch recht weit hinten platziert, ging entsprechend früh aus dem Windschatten und überholte seine Widersacher seitlich mit einem wahren Kraftakt. Er habe kurz gedacht, so Zimmermann, “dass ich mich verpokert habe”. Dann aber habe er alles auf die Pedale geworfen, “was noch in den Beinen drin war”. Kein anderer Profi hatte mehr zu bieten. Der deutsch-hessische Radsport-Festtag war perfekt.
#sportschau #radsport
21 Comments
Erster Kommentar, danke für den Bericht
Bissele spät die Highlights? Das Rennen war gestern.
Sehr schön für Georg, dass der im Meistertrikot das größte deutsche Rennen gewinnt.
Leider bissl spät… Schade
Richtig gut dass er sich den Sieg geholt hat!
So geil! Freu mich so für Zimmermann
Sehr geil und wie ich ihm das gönne – Gänsehaut. 🤗🤗🤗
Tolles Rennen. Irgendwann fahre ich die Strecke auch mal, vermutlich aber etwas langsamer
Gute Zusammenfassung!
Warum ist das Bild so ausgewaschen?
Herzlichen Glückwunsch Georg das hast du dir verdient… starke Leistung..🚴♂️
Das Hitzetraining macht sich bezahlt;) Zimmermann hat Klasse!
hammer rennen! da soll sich die deutschlandtour doch mal etwas abschneiden. höhenmeter satt – und direkt hat man einen viel packenderen, nagelbeißenden radklassiker. g. immerman!!
stark georg!!!!
Staek!
Top Rennen
getimed… da geht mir die Hutschnur hoch. Schafft doch gleich Deutsch ab. Dann haben wir auch das Gendern von der Hacke.
Tolles Rennen!
❤❤🚀🚀
Sehr sehr gute Zusammenfassung!
Der Vorsprung betrug ca. 15 cm.
Was für ein Endsprint