
https://www.swr3.de/aktuell/verkehr/infos/radfahrer-strasse-schild-oberhausen-100.html
ist das nicht wieder schön geschrieben? "Neues Schild in Oberhausen erlaubt Radfahrern die Nutzung der Straße" – während die Radwege nicht entsprechend benutzungspflichtig beschildert sind, weil sie den Anforderungen nicht genügen und damit gar nicht benutzungspflichtig sein können
aber ja, der heilige Autofahrer und sein falsches Verständnis der StVO sind natürlich eigentlich richtig, deshalb noch mehr Schilder, deshalb solche Artikel, die die Mythen nicht korrigieren, nicht aufklären, sondern zementieren.
by fluctacious-fragile
6 Comments
Die Redaktion schreibt einen mehr als fragwürdigen Artikel um “Klarheit” zu schaffen zu einem Schild, dass es eigentlich nicht braucht, weil die Radinfrastruktur seit Jahren Wartungsstau hat und ein Großteil der Verkehrsteilnehmer keinerlei Ahnung von den Verhaltensregeln im Straßenverkehr hat.
Kannste dir nicht ausdenken…
Die schöne Theorie ist dass es so ein Schild nicht braucht, aber die Praxis ist anders.
Bei mir in der Stadt gibt es einen alten Radweg in einer schmalen Straße, der rechts von an der Straße parkenden Autos direkt in der Beifahrer-Dooringzone verläuft (wenn eine Beifahrertür auf geht, ist der komplette Radweg blockiert, keine Ausweichmöglichkeit).
Dieser hatte solang ich da wohne nie ein Schild und war nicht benutzungspflichtig. Ich fuhr aus Selbsterhaltungstrieb natürlich immer auf der Fahrbahn.
Vor kurzem wurde dieser Radweg neu gestrichen, schön leuchtendes Rot. Ich verstehe die vermeintliche Idee dahinter, die Beifahrer kurz zögern zu lassen bevor sie die Tür aufreissen, aber leider hat das für mich nur folgenden Effekt:
Jedes mal wenn ich da (auf der Fahrbahn) langfahre, werde ich aufs übelste von Autofahrern genötigt und bedroht. Sie sehen den leuchtend roten Radweg und denken, ich will provozieren. Dabei will ich doch nur leben. Ich kann mir nun also aussuchen gegen eine Autotür zu fahren oder von hinten umgemäht zu werden.
So ein Schild würde theoretisch vielleicht helfen, aber vermutlich geht das nicht weil ja keine Nutzungspflicht aufgehoben wurde, weil ja nie eine bestand. Die für mich sinnvollste Lösung wäre, diesen schlimmen Radweg einfach wegzumachen.
Radwege sind Teil der Straße, ihr Deppen vom SWR.
Natürlich ist der Artikel aus unserer Sicht Quatsch, aber die Zielgruppe sind halt auch nicht wir, die sich eh schon auskennen, sondern gerade die, die es nicht tun, uns sonst von der Fahrbahn hupen und sich dabei im Recht fühlen würden. Die muss man da abholen, wo sie stehen, und langsam aufklären. Ich find, der Artikel macht das am Ende schon ganz okay.
In Köln hatten sie sich auch ähnliche Schilder zur Aufhebung der Benutzungspflicht ausgedacht. Und auch Fahrradpiktogramme auf die Fahrbahn (zwei Fahrspuren) gemalt. Auf den Piktogrammen wurde regelmäßig geparkt…
Schilder standen etwa 1/2 Jahr.
Dann fuhr mir im Längsverkehr ein Pkw von hinten aufs Rad (beim “erzieherischen Schneiden” verschätzt)…
Die örtliche Polizei, die dazu kam, hatte mich als Radfahrer als erstes auf dem Kicker, warum ich mich nicht an die Radwegbenutzungspflicht gehalten habe…
Kannste dir nicht ausmalen, wie autozentriert und gewohnheitsfixiert das Verkehrswesen so ist…
Aber vielleicht braucht es da gerade doch mal sowas wie “neue Schilder”, um überhaupt die nötige Disruption zu schaffen…
Sehe ich ähnlich, man kann es auch korrekt ausdrücken und betonen, dass das längst schon bestehende Sach- und Rechtslage und eigentlich selbstverständlich ist. Aber kommt dann halt weniger innovativ und “news-relevant” daher.