Kai Gimmler Bikes
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Im EKC Bous
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Vom Traum zum „Baby“: Warum ein 13.000 € E-MTB mehr ist als nur ein Fahrrad
Wer bereit ist, einen fünfstelligen Betrag in ein E-Mountainbike zu investieren, sucht keine Kompromisse. Er sucht Perfektion. Doch die Realität der Luxusklasse ist oft ernüchternd: Selbst jenseits der 10.000-Euro-Marke dominieren Modelle „von der Stange“. Man kauft ein fertiges Produkt, das zwar technisch potent, aber letztlich ein Massenartikel bleibt. Kai Gimmler von KG Customs bricht dieses Paradoxon auf. Sein Projekt auf Basis des Nicolai S16 MGU ist die Antwort für Individualisten, die kein Fahrrad suchen, sondern eine maschinelle Ästhetik, die ihre eigene Handschrift trägt.
Der „Oldschool-Look“: Warum Silber das neue Schwarz ist
Bei der Gestaltung des aktuellen S16 MGU Projekts setzt Kai Gimmler auf einen bewussten Kontrast zum Mainstream. Während die Industrie seit Jahren in „Stealth-Optik“ und mattschwarzen Parts versinkt, zitiert dieses Bike den unverfälschten Charme der 80er-Jahre – jedoch mit moderner High-End-Präzision.
Das Herzstück bilden silberne Hope-Naben und silberne Felgen. Es ist eine Hommage an die Ära des klassischen Rahmenbaus, kombiniert mit absoluten Exoten-Parts: Die ultra-teuren NSB-Kettenblätter von North Shore Billet, die über Umwege aus Kanada via Schweiz importiert wurden, unterstreichen den kompromisslosen Custom-Anspruch. Ein weißer Sattel rundet das Design ab – ein Element, das laut Gimmler zyklisch als Trend zurückkehrt und hier perfekt mit dem „Industrial-Look“ des Nicolai-Rahmens harmoniert.
„Silberne Speichen können immer mal irgendwie so ein bisschen billig aussehen. Das einzige, was man dann, wo wir abgewichen sind, waren dann die Speichen, die habe ich tatsächlich in schwarz gewählt.“
Dieser feine Unterschied verhindert den „Retro-Kitsch“ und sorgt dafür, dass der Laufradsatz technisch und hochwertig wirkt, statt an ein Baumarktrad zu erinnern.
Philosophie der Beständigkeit: Evolution statt Revolution
In einer Branche, die den Kunden mit jährlichen Modellwechseln unter Druck setzt, wirkt die Synergie zwischen dem schwedischen Fahrwerksspezialisten Öhlins und der Manufaktur Nicolai wie ein Fels in der Brandung. Beide Marken folgen einer Philosophie der Evolution. Es geht nicht darum, das Rad jedes Jahr neu zu erfinden, sondern ein bestehendes System stetig zu perfektionieren.
Für den Besitzer bedeutet das eine enorme Wertbeständigkeit. Ein Nicolai ist kein Wegwerfprodukt der digitalen Ära, sondern eine Plattform, die mit ihrem Fahrer wächst. Diese Beständigkeit ist der Gegenentwurf zur geplanten Obsoleszenz der großen Player und macht das S16 MGU zu einem technischen Erbstück.
6.500 Farben und der „Mercedes-Faktor“
Die wahre Magie von KG Customs entfaltet sich bei der Oberflächengestaltung durch Prismatic Powders. Während Serienhersteller oft nur zwei Farbkönige anbieten, stehen hier über 6.500 Nuancen zur Auswahl. Ein aktuelles Projekt zeigt, wie weit diese Individualisierung geht: Ein Kunde wünschte die exakte Entsprechung zu seinem Fuhrpark – konkret den Farbton „Green Hell Magno“ von Mercedes-AMG sowie das legendäre „BBS-Gold“ für den Hinterbau.
Die technische Umsetzung ist dabei ein echtes Insider-Stück: Als Basis diente das hochglänzende „Illusion Sour Apple“, das durch ein spezielles Verfahren mattiert wurde, um den seidenmatten Glanz des AMG-Lacks perfekt zu treffen.
* Matt: Für eine technische, dezente Optik, die Konturen betont.
* Glänzend: Um die volle Tiefe der Farbpigmente auszureizen.
* Glitter / Metal Flakes: Eine zusätzliche Klarlackschicht mit Metallpartikeln für einen extremen Sparkling-Effekt im Sonnenlicht.
„Es ist wie ein Baby bekommen“: Der emotionale Prozess
Ein Custom-Bike zu bauen bedeutet, eine Beziehung zu einer Maschine aufzubauen, noch bevor die erste Schraube gedreht ist. Es ist ein Prozess, der Monate dauert und bei dem gestandene Männer wieder zu Kindern werden.
„Das hier ist ein Prozess, wie ein Baby bekommen. Es dauert Monate und tatsächlich werden manchmal gestandene Männer wieder zu Kindern.“
Kai Gimmler berichtet von Kunden, die sich ein ganzes Wochenende lang über die Nuancen eines Blautons den Kopf zerbrechen. Diese psychologische Komponente – die Vorfreude, die Detailversessenheit und das gemeinsame Erarbeiten eines Unikats – ist das, was den eigentlichen Wert ausmacht. Es ist die Transformation von einem anonymen Produkt zu einem persönlichen „Baby“.
5 Comments
Also, ehrlich gesagt, sieht hässlich aus
13.000€😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂
🚲❤️🔥
Deine Videos gucke ich immer wieder gerne.
Mein altes G1 mit Intend, oder mein aktuelles G18 Hammer mit der Dorado und Sonderlösungen liebe ich ja.
Die Custom-Bikes von euch mag ich sehr, wobei Reverse nicht zu meinen Favoritenmarken gehören.
Würde ich sofort nehmen. Erinnert mich an meine Anfänge in den 90ern. ✌️