Kai Gimmler Bikes #pinion Pinion MGU #ebike
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17.000 Euro, ein Diebstahl und die perfekte Kurbel: Die unglaubliche Reise eines Custom-Bikes
1. Einleitung: Wenn das Traumrad zur Odyssee wird
In der Welt der High-End-Mobilität markiert die Grenze zwischen einem Serienprodukt und einem echten Custom-Bike oft den Übergang von bloßer Technik zu purer Leidenschaft. Bei KG Customs, der exklusiven Schmiede von Kai Gimmler, ist „individuell“ kein Marketing-Schlagwort, sondern ein ungeschriebenes Gesetz. Was im November 2024 als visionäres Projekt zwischen Kai und seinem Kunden Axel begann, sollte sich zu einer 16-monatigen Reise entwickeln, die erst im März 2026 ihren glanzvollen Abschluss fand. Es ist eine Geschichte über technische Obsession, herbe Rückschläge durch einen mysteriösen Diebstahl und eine internationale Teilesuche, die deutlich macht: Wahre Exzellenz lässt sich nicht einfach bestellen – man muss sie sich geduldig erarbeiten.
2. Industrielle Ästhetik und der Albtraum beim Hersteller
Das Herzstück dieses Aufbaus ist ein Rahmen aus der niedersächsischen Manufaktur Nicolai. Wer diese Marke wählt, sucht keine geschwungenen Carbon-Formen, sondern die rohe, ehrliche Schönheit des Maschinenbaus. Die fein geschuppten „Raupennähte“ der Schweißverbindungen am 7020er Aluminium sind legendär und machen jeden Rahmen zum handwerklichen Einzelstück. Doch Axels Rahmen schien unter keinem guten Stern zu stehen. Zuerst zwangen minimale Unreinheiten im Lack die Techniker dazu, das bereits fertige Stück komplett zu entlacken und den Prozess neu zu starten – ein Qualitätsanspruch, der keine Kompromisse duldet.
Doch dann folgte der eigentliche Schock: Der fertig lackierte Rahmen wurde bei einem externen Dienstleister von Nicolai gestohlen. Ein Totalverlust, der das Projekt unmittelbar an den Anfang zurückwarf.
„Das war der totale GAU. Da Nicolai nichts ‚auf Halde‘ produziert, sondern jeder Rahmen erst nach Auftragserteilung in die Fertigung geht, hieß das für uns: Der gesamte Prozess beginnt von vorn. Geduld wird in solchen Momenten zur härtesten Währung.“
3. Das kanadische Kuriosum: Die Odyssee der Northshore Billet Kurbeln
Wer bereit ist, über 17.000 Euro in sein Traumbike zu investieren, akzeptiert keine Standardlösungen. Axel war „angefixt“ von den silbernen, CNC-gefrästen Kurbeln von Northshore Billet aus Kanada. Während namhafte Hersteller wie Hope keine passenden Komponenten für die integrierte Pinion MGU (Motor-Getriebe-Einheit) liefern konnten, versprach das kanadische Frästeil die perfekte Symbiose aus Steifigkeit und industrieller Optik.
Was folgte, war eine bürokratische Materialschlacht. Kai Gimler spürte die Kurbeln schließlich bei einem Distributor in der Schweiz auf, da in Deutschland kein direkter Zugang existierte. Es begann ein zäher Prozess aus wochenlangem Warten, der Beantragung einer EORI-Nummer für den Import, Zollformalitäten und saftigen Einlagerungsgebühren. Doch als die silbernen Meisterwerke schließlich aus dem Karton glänzten, war klar: Dieser Aufwand war jedes Telefonat wert.
4. Physio-Türkis und Textilspeichen: Wenn Corporate Identity auf High-Tech trifft
Optisch ist das Bike ein Statement. Das gewählte „Physio-Türkis“ – die Firmenfarbe von Axels Frau – verleiht dem wuchtigen Nicolai-Chassis eine überraschende Leichtigkeit. Kai Gimler bewies hier besonderes Gespür für stimmige Konzepte: Die Farbe war so markant und gelungen, dass Nicolai sie später für ein offizielles Pressebike in den USA (über Prismatic Powders) übernahm – ein Ritterschlag für die Designarbeit aus dem Hause Gimler.
Technisch wird die Ästhetik durch Lilienthal-Laufräder mit Pirope-Textilspeichen unterstrichen. Diese Speichen bieten eine überlegene Schwingungsdämpfung gegenüber klassischem Stahl und reduzieren die Ermüdung auf langen Trails massiv. Als subtiles „Silent Flex“ für Kenner wurde eine einzige Speiche im Naturfarbton belassen – das „Golden Eye“. Es ist ein diskreter Hinweis darauf, dass hier kein Standard-Laufrad von der Stange rotiert, sondern High-Tech in seiner exklusivsten Form.
3 Comments
Die Kabelführung am Lenker geht bestimmt besser, habe ich schon aufgeräumter gesehen Vorallem für den Preis.
Ja aber 17 k ist schon krank sorry
Sieht Topp aus, klasse