HANNOVER IN 59 SEKUNDEN – HERRENHÄUSER MARKT 2024
70 Jahre prägte der größte Zivilschutzbunker von Hannover das Gebiet am Herrenhäuser Markt, nicht weit entfernt von den berühmten Barockgärten. Im Sommer 2013 kaufte die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen – kurz WGH – den Betonkoloss für einen symbolischen Euro von der Stadt, mit der Auflage, ihn abzureißen. Damit begann die dritte und letzte Bauphase für das neue Stadtquartier in Hannovers Norden nach den Plänen der Architekten kellner schleich wunderling.
Doch an der Hauptfront des Gebäudeensembles entlang der Herrenhäuser Straße stand nach wie vor der Hochbunker. Viele Menschen aus der Nachbarschaft waren mit dem Koloss aufgewachsen und, vor allem die älteren, verbanden mit ihm Erinnerungen an die Bombennächte im Zweiten Weltkrieg. Um alle mitzunehmen, wurde von der Agentur tabasco media eine Ausstellung zur Geschichte des Bunkers konzipiert und eine große Abrissparty organisiert. Beides wurde schon im Vorfeld von der Lokalpresse aktiv begleitet. Architektin Karin Kellner ist überzeugt: „Man muss die Leute mitnehmen. Diese Aktion beweist, wie wichtig die Einbeziehung der Öffentlichkeit ist.“ Danach begann der eigentliche Abriss.
Nun steht an der Stelle des Bunkers entlang der Herrenhäuser Straße ein vier- bis fünfgeschossiger Neubau in der gleichen, klaren Formensprache wie die der beiden vorherigen Bauabschnitte. Im Erdgeschoss befinden sich sechs kleinere Gewerbeeinheiten, u. a. ein Reisebüro, ein Optiker, ein Eiscafé und die „Lieblingsbar“. In den oberen Geschossen gibt es vier Büroeinheiten und 22 großzügig geschnittene Wohnungen. Sie werden über drei schmale Treppenhäuser vom Innenhof aus erschlossen.
Der Bunker am Herrenhäuser Markt in Hannover war der größte Bunker der Stadt, der in den Jahren 2014 und 2015 abgerissen wurde. Erbaut zur Zeit des Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkrieges, bot der Großbunker während der Luftangriffe auf Hannover eingelassenen Schutzsuchenden hinter 2,5 Meter dicken Außenmauern Zuflucht auf fünf Ebenen.
In der Nachkriegszeit wurde der Bunker bis zum Jahr 2012 für Zwecke des Zivilschutzes vorgehalten. Mit seinem klobigen Erscheinungsbild und seinen Ausmaßen dominierte er den Platz am Herrenhäuser Markt. Daher wurde direkt neben dem Hochbunker ein futuristisches Gebäude errichtet, um die Wirkung des kolossartigen Betonklotzes abzumildern.
Um die Jahrtausendwende gab es Vorschläge, die marode Fassade des Bunkers durch großflächige Illusionsmalereien zu kaschieren, die jedoch nicht umgesetzt wurden.
Im Jahr 2013 stimmte die Stadt Hannover einem Verkauf an eine Wohnungsbaugesellschaft zu. Diese plante den Abriss des Bunkers. Er sollte – um die umliegenden Häuser nicht zu gefährden – nicht gesprengt, sondern durch Herausschneiden großer Blöcke Stück für Stück demontiert werden.
📽Aufnahme/Schnitt: JANGO TV HANNOVER 🇩🇪2024/05
2 Comments
That Kiosk was owned by Herr Korbach when I was a child in the 1960s and 70s.
When I used to visit every summer from London, Opa and I used to go there are he would buy his Bild Zeitung, HB hand-rolling tobacco and some sweets for me! 🙂
Where those shops are now was a HUGE Bunker.
Thats a few meters away from where i live…