Tübingen hat 26% Radverkehrsanteil – mehr als doppelt so viel wie der deutsche Durchschnitt. Die Stadt investiert 79 Euro pro Einwohner in Radinfrastruktur und liegt beim ADFC-Fahrradklima-Test 2024 mit Note 2,8 an der Spitze ihrer Kategorie.

In diesem Video zeige ich dir, was Tübingen zur Fahrradstadt macht: vom einzigartigen Radkreisverkehr mit 8.500 Radfahrenden täglich über beheizte Radbrücken bis zum autofreien Stadtzentrum. Ich nehme dich mit durch die Altstadt, über exklusive Rad-Infrastruktur und durch den legendären Schlossbergtunnel.

🚴 Was du in diesem Video siehst:
• Modernes Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof (1.100 Stellplätze)
• Der erste reine Radkreisverkehr Deutschlands
• Ann-Arbor-Brücke – 365m beheizte Rad-Vorrang-Achse
• Schloss-Tunnel – 10.000 Radfahrende täglich durch den Berg
• Konsequente Fahrradstraßen
• Mühlstraße – dauerhaft autofrei seit 2023
• Drei weitere neue Radbrücken: Durham, Perugia & Moshi

Ist Tübingen die beste Fahrradstadt Deutschlands? Schreib deine Meinung in die Kommentare! 💬

👉 Welche Stadt soll ich als Nächstes besuchen? Lass es mich wissen!

📊 Fakten zu Tübingen:
• 91.000 Einwohner
• 26% Radverkehrsanteil (Bundesdurchschnitt: 13%)
• 30,1% im Binnenverkehr
• ADFC Note 2,8 – Spitzenreiter 50.000-100.000 EW
• Bundesweit bekanntes S-Pedelec-Netz

#Tübingen #Fahrradstadt #Radverkehr #Radinfrastruktur #Verkehrsplanung #Fahrrad #Deutschland #ADFC #Radkreisverkehr #ProtectedBikeLanes


🎥 Stadt Land Rad zeigt, wie moderner Radverkehr funktioniert – heute und in Zukunft.
Abonniere für mehr Videos zu Radverkehrsplanung, Infrastruktur und Verkehrspolitik!

Tübingen hat etwas geschafft, woran die meisten deutschen Städte scheitern. Eine Verwaltung aufzubauen, die Radverkehr wirklich will. Aber reicht das, um Tübingen zur besten Fahrradstadt Deutschlands zu machen? Ich bin Marvin, Verkehrsplaner im Studium und heute schauen wir uns eine Stadt in Süddeutschland an, die das Fahrrad nicht nur als Freizeitgerät, sondern als vollwertiges Verkehrsmittel behandelt. Ich zeige euch Projekte, die Tübing von anderen Städten abheben und vielleicht zum Vorbild für ganz Deutschland machen. Tübing, eine Stadt am Necker, mitten in Badenwürttemberg. Sie hat rund 91 000 Einwohnerinnen und Einwohner und schon heute einen Radverkehrsanteil von 26 % bei allen Wegen und 30,1% im Binnenverkehr. Zum Vergleich, der Bundesdurchschnitt liegt gerade einmal bei 13%. Die Stadt investiert im Schnitt rund 80 € pro Einwohner und Jahr in ihre Radinfrastruktur. Das ist weit mehr als in den meisten anderen Kommunen. Beim ADFC Fahrradklimatest 2024 liegt Tübing mit der Note 2,8 an der Spitze aller Städte zwischen 50.000 und 100.000 Einwohner. Ein Wert, den so keine andere Stadt in Deutschland erreicht. Und Tübingen ist bundesweit bekannt für sein S-Pedelectetz. Hier dürfen schnelle E-Bikes auf vielen Radwegen fahren. Etwas, das sonst kaum eine andere Stadt zulässt. Wir starten am Hauptbahnhof. Direkt hier findet man eins der modernsten Fahrradparkhäuser Deutschlands. Hell, sicher und bewacht mit über 1100 Stellplätzen. Zwei Drittel davon sind sogar kostenlos. Und wer sein Rad besonders sicher abstellen möchte, kann einen besonders gesicherten Platz mieten für gerade einmal 5 € im Schnitt im Monat. So sieht zeitgemäßes Fahrradparken aus. Wenn man das Parkhaus verlässt, steht man direkt am Tübiger Europaplatz, der neu gestalteten Mobilitätsdrehscheibe der Stadt. Hier treffen Bus, Bahn und Rad gleichberechtigt aufeinander. Von hier aus führt die erste große Radachse, das sogenannte blaue Band in Richtung Anlagenpark. Und dort erwartet uns etwas einzigartiges, der Radkreisverkehr von Tübing. Ein Kreisverkehr, der nur für den Radverkehr gebaut wurde. Hier können Radfahrende ohne enge Einmündungen abbiegen. Flüssig, sicher und komfortabel. Täglich sind hier bis zu 8500 Radfahrende unterwegs. Man sieht schon, das macht Spaß. Dieses Kind fährt gleich zweimal durch und man merkt sofort, das ist keine Verkehrshürde, das ist Radfahrfreude in Infrastruktur gegossen. Direkt am Radkreisel schließt die Naberbrücke an. Eine exklusive Brücke nur für Radfahrende und Fußgänger. Sie ist 365 m lang und rund 4 m breit. Sie führt über Bahnleise und Straßen hinweg. Sie ist Teil des sogenannten blauen Bandes, der Radvorrangachse Tübingens. Das Besondere, die Fahrbahn ist beheizt. Bei Temperaturen unter 4° und hoher Luftfeuchtigkeit wird sie automatisch eisfrei gehalten. Die Brücke kostete rund 16 Millionen Euro. Sie wurde im Herbst 2024 fertiggestellt. Seit 2025 trägt sie den Namen Ann Aberbrücke, nach der amerikanischen Partnerstadt von Tübingen benannt. Ein echtes Leuchttürmprojekt, das zeigt, dass Radverkehr hier nicht am Bordstein endet. Von hier aus geht’s weiter durch den Radkreisverkehr in Richtung Altstadt und durch den Schlossberg. Der Schlossbergtunnel wurde schon 1944 eröffnet. Er ist rund 250 m lang und ausschließlich für Fuß und Radverkehr reserviert. Zwei Spuren für Räder, eine für Fußgänger. Täglich nutzen ihn bis zu 10 000 Radfahrende. Ein perfektes Beispiel dafür, wie Tübingen seine Topografie clever löst. Statt steile Umwege einfach durch den Berg hindurch. Am Tunnelende tauchen wir mitten in die Altstadt ein. Hier schließen zwei Fahrradstraßen an. Einmal der Schleifmühlweg und die Rapstraße. Sie stehen sinnbildlich für die acht Fahrradstraßen, die Tübingen seit 2014 eröffnet hat. Seitdem wird das Netz an Fahrradstraßen konsequent erweitert. Von diesen beiden Straßen kann man besonders in Richtung der Stadtteile im Amatal fahren. Hier ist Radfahren Alltag, nicht die Ausnahme. Wir haben nun eine Runde um die Altstadt gedreht und nun treffen wir auf ein weiteres Highlight. Die Mühlstraße, eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Altstadt und Österberg. Seit Januar 2023 ist sie dauerhaft für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Nur Busse, Fahrräder und Anlieger dürfen noch durch. Das ist mutig, denn hier wurde wertvoller Straßenraum ganz bewusst dem umweltfreundlichen Verkehr vorbehalten. Ein gelungenes Beispiel, wie man Städte leiser, sicherer und lebenswerter macht. Nur wenige Meter entfernt liegt die Eberharzbrücke, eine Brücke über den Necker. Von ihr aus hat man eine der schönsten Ansichten der Stadt. Hier verläuft auch ein Zweirichtungsradweg mitten auf der Fahrbahn, getrennt von Bussen und Fußgängern. Ein Ort, an dem man perfekt sehen kann, wie man alle Verkehrsmittel auf engem Raum unterbringen kann, ohne dass dabei jemand zu kurz kommt. Wir verlassen die Altstadt und kommen durch die Fahrradstraße Wörtstraße zu Durhammbrücke, früher bekannt als Radbrücke Mitte. Sie wurde am 29. Juli 2021 eröffnet. Sie ist 37 m lang und besteht aus einem Stahlfachwerkträger. Sie ist ebenfalls für den Winterbetrieb vorbereitet. Die Brücke überquert die Steinlach und verbindet die Wörtstraße mit der Friedrichstraße. Hier schließt ein Zweirichtungsradweg an, blau markiert und klar vom Fußverkehr getrennt. Bis zu 5000 Radfahrende nutzen sie täglich, um in die Innenstadt zu kommen. Etwas weiter östlich liegt die Perugia Brücke. Früher Radbrücke Ost. Sie wurde eröffnet und überquert den Necker zwischen Bismarck und Hermann Kurzstraße. Sie verbindet das Gewerbegebiet au unterer Wert mit der Gartenbergstraße am Österberghang. Sie schafft damit eine neue Ostwestachse im Radnetz. Künftig soll hier auch der neue Haltepunkt Tübingen Güterbahnhof entstehen sowie der Anschluss an den geplanten Radschnellweg nach Reutling. Am Haltepunkt Tübigen Güterbahnhof wird dann auch eine neue Fuß und Radwegunterquerung entstehen mit für beiden Verkehrsarten breit angelegten Wegen. Auch diese Radbrücke trägt den Namen meiner Partnerstadt und zwar Perugia in Italien. Unser letzter Halt ist nun Tübing Lustnau. Hier wurde im Sommer 2025 die Moschiebrücke eröffnet. Eine elegante Holzkonstruktion über den Necker. Sie ersetzt den alten Günther Bankmannsteg. Sie ist rund 70 m lang und 5,5 m breit. Kostenpunkt etwa 5,7 Millionen Euro. Davon 60% vom Landbadenwürttemberbeck gefördert. Der Name Moschrücke erinnert an die Partnerstadt in Tanzania. ein Symbol für Nachhaltigkeit, Partnerschaft und den Anspruch beim Radverkehr weltweit Maßstäbe zu setzen. Ist Tübing nun die beste Fahrradstadt Deutschlands? Vielleicht nicht in jeder Kategorie. Tübingen ist auch wirklich sehr hügelig, aber Tübingen zeigt, wohin sich Deutschland entwickeln kann, wenn man den Mut hat, den Straßenraum neu zu denken. Vom beheizten Brückenbau bis zum autofreien Stadtzentrum, vom SPNTZ bis zur konsequenten Fahrradstraßen. Hier wird deutlich, Radverkehrst keine Randnotiz, sondern Teil der städtischen DNA. Wenn du solche Städte spannend findest, dann lass ein Like da, abonniere Stadtland und schreib mir in die Kommentare, welche Stadt soll ich als nächstes besuchen. Danke fürs Zuschauen.

23 Comments

  1. Das ist so genial. Ich fahre 4x Woche 13 km einfache Strecke durch Göttingen zur Arbeit. Göttingen hat teilweise eine gute Rad-Infrastruktur. Aber Tübingen ist eine ganz andere Liga.

  2. Vielen Dank für das tolle Video! Wir sind unter anderem deshalb in die Stadt gezogen. Man ist nicht gezwungen in einer Stadt zu leben, wo Fahrradfahrer verhasst sind. Wir haben es keine Sekunde bereut und Tübingen hat sonst auch noch viel zu bieten

  3. Fahrrad Propaganda!
    Ich möchte nicht sagen dass es schlecht ist so wie es ist aber auch die Kehrseite einmal aufzeigen. Insbesondere zwecks der Ann…? Brücke! Die Kommune Tübingen hat hier zu viel Geld benutzt , sodass Einsparungen an anderer Stelle vorgenommen werden mussten dies betraf insbesondere den pädagogischen Bereich Schulen Kitas und Förderstellen Obwohl es Boris Palma auch wichtig ist dass es hierfür ausreichend Geld gab durch die aufwendigen Sanierungen und der vielen Fahrrad Brücken. Zukunftsorientiert sind gute Entscheidungen getroffen worden dennoch gab es bei vielen Brücken schon bereits vorhandene Brücken wobei sich hier Fahrradfahrer und Fußgänger eine Brücke teilen mussten in Bad Tübingen auch eine sehr kleine Stadt ist ist sie auch angewiesen auf die vielen umliegenden Dörfer und kleinen Gemeinden diese fühlen sich zunehmend isoliert und befinden sich im Gespräch mit Herrn Palmer denn gerade die älteren Menschen die eher auf dem Land leben aber auch die Menschen mit Behinderungen werden an einem Leben in der Stadt durch die Einschränkung des autoverkehrs gehindert. Diese fühlen sich dadurch oft "diskriminiert". Teilweise wurde hier auch schon ein Erfolg erzielt indem die Busverbindung optimiert wurde. Dennoch ist das Land vs Stadt auch hier ein Thema.
    Wenn dieses Problem noch effektiver behoben werden würde, würde es auch mehr zu einem gesellschaftlichen zusammenleben kommen und nicht die Stadtmenschen vs die Landmenschen.

  4. Ich Arbeite in Tübingen und habe die Veränderungen, vor allem am Hbf täglich mit bekommen und finde das die Stadt das schon sehr gut für Fahrradfahrer gemacht hat. Ich bin aber meisten als Fußgänger unterwegs und finde das vor allem der Fahrradweg über die Blaue Brücke nicht ganz optimal gelöst ist, weil der blaue Weg einfach mitten drin begingt/endet und mit den Fußgängern zusammen läuft und man als Fußgänger dann ziemlich aufpassen muss, wenn hinter einem ein Fahrrad angeschossen kommt. Also finde ich sollte man bei weiteren Projekten nicht nur die Fahrradfahrer beachten sondern auch die Fußgänger, den die sind am Umweltfreundlichsten.

  5. Das ist einfach vorbildlich. Ich wohne in Köln und auch hier wurde in den letzten Jahren viel für breitere Radwege getan, so dass ich eigentlich zufrieden bin. Dennoch setzt Tübingen in dieser Hinsicht neue Maßstäbe und zeigt, was man noch weiter verbessern kann. Ich erledige beinahe alles mit dem Rad, habe bewusst kein Auto, jedoch ein Deutschland-Ticket für Ausflüge ins Umfeld. 🙂

  6. So macht Radfahren Spaß. Bei uns enden Radwege einfach. Bestenfalls hat man auf dem Gehsteig einen schmalen Streifen abgetrennt. Das heißt, Bordstein hoch, Bordstein runter, über Löcher im Asphalt oder über Baumwurzeln und ständig anhalten vor roten Ampeln. Am Ende schmerzt der Po und man ist total genervt.

  7. In Studentenstädten geben nicht nur die Studenten den Ton an sondern im Hintergrund die Unis selbst.
    Und die stehen im weltweiten Kampf um die besten Köpfe (und den daran hängenden Fördermitteln).
    Also geben letztendlich die Elite-Universitäten der USA vor, was in deutschen Uni-Städten so alles angesagt ist. Dies gilt besonders für die Soft-Standortfaktoren.

  8. Unglaublich…….
    Habe nicht gewusst das es so etwas in Deutschland überhaupt gibt !!!!!!!
    Super …. endlich mal ein echtes Positiv Beispiel für die gelebte "Fahrradstadt" !!!!!!!!

  9. Sehr gut. Eine Stadt, die es schafft diese elende Autolawine aus der Innenstadt zu bekommen. Quasi unglaublich, dass man mit dem S-Pedelec Fahrrad auf Radwegen fahren darf ohne von Micheln angezeigt, oder von der Polizei als Straftäter verfolgt zu werden. Was mich stört, Elektro Microfahrzeuge, also Scooter sind wohl ausgeschlossen aus dem System – damit meine ich nicht die Leihscooter Seuche, sondern den Scooterverkehr mit privaten Fahrzeugen. Find das praktischer für den kleinen Weg. Was unschön ist, diese eklige Baby Badebecken blaue Farbe. Radwege sollten rot asphaltiert und nicht blau gestrichen sein.

  10. Wow, was sieht das alles toll aus.
    Hier im Lahn-Dill-Kreis in einer Kleinstadt, hatten wir zwar schon früh vor 40 Jahren ein paar Radwege, aber seitdem wurde daran kaum mehr etwas geändert oder ausgebessert. Seit Jahren erzählt die Politik, mehr für Radfahrer tun zu wollen, immerhin ist man überall in unserer Stadt in Maximal 10 Minuten und mit Auto dauert es bis zu einer Stunde vom einen Ende zum anderen.
    Hier ist das genaue Gegenteil, hier passiert nur noch etwas für Autos, immer mehr Autos, die nur blöd rumstehen und alle behindern.

  11. Einzig die rücksichtslosen Fußgänger sind in Tübingen ein Problem. Die stehen einfach andauernd auf den Fußgängerwegen, Fußgängerzonen oder verkehrsberuhigten Bereichen im Weg herum. Müssen regelmäßig einfach weggeklingelt oder fortgerempelt werden. (aus dem Alltag eines Fußgängers in Tübingen)

  12. Die Ann-Arbor-Brücke ist bescheuert. Hat ewig gebraucht, viele Bäume und Sträucher gekostet und außerdem konnte man die Strecke von Anfang bis Ende der Brücke vorher schon mit dem Rad fahren nur mit einer Ampel auf der Hälfte! Also 10 Millionen für ne Brücke zu zahlen und man spart sich nur 1 Ampel und einen Bahnübergang idk ich find es blöd. Es war mit dem Fahrrad vorher 2-4 Minuten wenn man Pech hatte, jetzt ist es 1 Minute oder weniger. Zeit wurde gespart aber war es wirklich so nötig

  13. Man kann nicht jede Stadt zur Fahrradstadt machen. Was in einer Studentenstadt wie Tübingen funktioniert, wird in einer hügeligen Autostadt wie Stuttgart niemals funktionieren.

Leave A Reply