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📝 VIDEOBESCHREIBUNG
In Amsterdam parkt man sein Fahrrad unter Wasser, in Utrecht stehen 12.500 Stellplätze – und in Deutschland? Da freuen wir uns über einen überdachten Bügel. Warum funktioniert Fahrradparken in den Niederlanden so viel besser und was können wir davon lernen?
In diesem Video zeige ich dir die besten Fahrradparkhäuser Europas und vergleiche sie mit deutschen Beispielen. Von Amsterdam Centraal über Utrecht bis Den Haag – und was Städte wie Tübingen, Heidelberg und Karlsruhe bereits umsetzen.
⏱️ KAPITEL
00:00 Fahrradparken in den Niederlanden vs. Deutschland
00:25 Was macht ein gutes Fahrradparkhaus aus?
01:15 Utrecht
02:25 Amsterdam Centraal
03:15 Delft
03:45 Den Haag – Fahrradparkhaus mit Holzboden
04:25 Esslingen
04:55 Karlsruhe
05:28 Heidelberg
06:15 Tübingen
07:15 Schluss
🏙️ STÄDTE IM VIDEO
Niederlande: Amsterdam, Utrecht, Delft, Den Haag
Deutschland: Tübingen, Heidelberg, Karlsruhe, Esslingen, Mannheim
🚲 WARUM FAHRRADPARKHÄUSER SO WICHTIG SIND
Sichere und komfortable Fahrradparkplätze sind entscheidend für die Verkehrswende. Wer sein Rad sicher abstellen kann, kombiniert es viel eher mit der Bahn. Die Niederlande zeigen, wie durchdachte Radverkehrsplanung aussieht – mit einfachen Zugängen, kostenlosem Parken und direkter Anbindung an den ÖPNV.
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Stadt Land Rad zeigt, wie moderner Radverkehr funktioniert. Hier findest du Videos zu Radverkehrsplanung, Fahrradinfrastruktur, Verkehrspolitik, Protected Bike Lanes, Modalfiltern und erfolgreichen Beispielen aus den Niederlanden.
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#Fahrradparkhaus #Niederlande #Verkehrswende
In Amsterdam parkt man sein Fahrrad unter Wasser. In Ütrecht steht das größte Fahrradparkhaus der Welt mit 12500 Stellplätzen. Und in Deutschland, da freuen wir uns, wenn wir irgendwo am Bahnhof wenigstens einen überdachten Bügel finden. Warum klappt das dort so viel besser und was können wir davon lernen? Ich bin Marvin, Verkehrsplan im Studium und heute beschäftigen wir uns mit einem Problem, das ihr wahrscheinlich kennt. Man kommt mit dem Rad am Bahnhof an und nirgendwo ist Platz oder der einzige freie Bügel steht im Regen. Ein gutes Fahrradparkhaus sollte deshalb vor allem eins sein. Sicher, trocken und sauber. Und es sollte einfach zugänglich sein, ohne Schranke und ohne App, am besten sogar kostenlos für die ersten 24 Stunden. Denn genau das schafft den Anreiz, das Rad häufiger für den Umstieg auf die Bahn zu verwenden. Die Niederlande sind weltweit bekannt als Fahrradland, aber nicht nur beim Radwegenetz, auch beim Fahrradparken sind sie weit voraus. Im ganzen Land gibt es über 300 Fahrradparkhäuser und das sind nur die bewachten trockenen und sauberen Fahrradparkhäuser. Was dort Standard ist, kennen wir in Deutschland meist nur von Autoparkhäusern, wie hier z.B. in Mannheim. In Ütrecht steht das größte Fahrradparkhaus der Welt, direkt am Hauptmannhof. Über 12500 Stellplätze, allein in der größten Anlage. Im gesamten Bahnhofsunfeld sind es insgesamt rund 30.000. Man kann direkt von den Gleisen ins Parkhaus laufen. Bequemer geht’s eigentlich kaum. Und das ist kein Einzelfall. In Ütrecht wird das Fahrradparken systematisch geplant mit einem Fahrradparkleitsystem. dass freie Fahrradparkplätze in der gesamten Stadt anzeigt und gleichzeitig Zugängen direkt in Gebäuden, wie hier z.B. in der Universitätsbibliothek von Üdrecht oder auch zu einem Supermarkt im Stadtzentrum. So sieht echter Komfort für Radfahrende aus. Ütrecht positioniert sich damit klar an der Weltspitze. Ein Beispiel, das zeigt, was möglich ist, wenn man Fahrräder wirklich ernst nimmt. Wenn ihr solche Fahrradparkhäuser irgendwann auch in Deutschland sehen wollt, lasst mal ein Like da und abonniert den Kanal. Auch Amsterdam setzt Maßstäbe. Direkt am Bahnhof Amsterdam Zentral steht ein spektakuläres Parkhaus unterwasser. Über unterirdische Zugänge gelangt man direkt von den Bahnsteigen zum Parkhaus und über Rollbänder von dort direkt an die Oberfläche. Allein hier gibt es 7000 Stellplätze. Ein weiteres Parkhaus auf der Nordseite bietet 4000 zusätzliche. Die Baukosten 85 Millionen Euro. Zum Vergleich, das gesamte deutsche Förderprogramm für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen von 2023 bis 2026 umfasst gerade mal 110 Millionen Euro, also für das gesamte Land Deutschland. In Amsterdam wurde viel Wert auf die Nutzererfahrung gelegt. Helle Farben, schöne Materialien, gute Beleuchtung, ein Ort, an dem man gerne sein Fahrrad abstellt und das zeigt, was möglich ist. In Delft steht ein weiteres beeindruckendes Beispiel: 10.000 bewachte Stellplätze am Bahnhof, 24 Stunden geöffnet und die ersten 24 Stunden sind wieder kostenlos. Direkter Zugang vom Gleis wie selbstverständlich. So sieht die Integration des Fahrrads richtig aus. Und von hier aus radelt man einfach nur raus. Auch am Marktplatz von Delft gibt es ein kleineres Parkhaus mit ein paar hundert Stellplätzen, das hervorragend genutzt wird, ebenfalls mit kostenlosen Parken am ersten Tag. Und als letztes wirklich beeindruckendes Beispiel zeige ich euch den Hak. Hier wurde ein ehemaliges Geschäft im Stadtzentrum umgebaut zu einem Fahrradparkhaus mit Holzboden. Rund 250 Stellplätze, geöffnet am Wochenende bis 3:30 Uhr nachts. Der erste Tag ist kostenlos. Danach kostet es nur 50 Cent. Ein schönes Beispiel, wie man das Fahrradparken ordentlich regeln kann und gleichzeitig ein Anreiz schafft, das Fahrradparkhaus auch zu nutzen. Es ist ein Level der Integration, wie wir es in Deutschland noch nicht kennen. Kommen wir zu Deutschland. Wie sieht’s in Deutschland aus? In Esling, an der Fleischmannstraße z.B. gibt es in der Nähe des Bahnhofes ein Fahrradparkhaus mit 370 Stellplätzen. Leider ist der Zugang nur über eine App möglich. Das ist für viele schon mal eine Hürde, aber immerhin gibt es eine Rampe, über die man direkt ins Fahrradparkhaus fahren kann und eine Werkstatt, die von Montag bis Freitag von 10r bis 18 Uhr geöffnet hat. Von der Einfachheit der niederländischen Anlagen sind wir natürlich noch weit entfernt, aber es ist zumindest sauber, modern und gesichert. Karlsruh hat ein Fahrradparkhaus am Südeingang seines Hauptbahnhofes. Es bietet 600 Stellplätze. Der Zugang nur mit einem Parkticket oder Dauerparkticket. Das Parkticket kostet 1 € am Tag und es ist 24 Stunden lang geöffnet. Bezahlung ist dann per IC-Karte am Parksinautomaten möglich. Leider nervt ein lauter Piepton beim Öffnen. Ein Detail, das zeigt, wie wenig auf Nutzerfreundlichkeit geachtet wird. Ein zweites Parkhaus am Karlsroh Hauptbahnhof ist derzeit wegen einer Baustelle komplett beseitigt worden. Wann hier ein Ersatz kommt, ist leider komplett unklar. Als nächstes gehen wir nach Heidelberg. Hier in Heidelberg am Europaplatz wurde 2025 das größte Fahrradparkhaus von Badenwürtemberberg eröffnet. 1600 Stellplätze, davon sind immerhin 1100 öffentlich zugänglich. Die ersten 24 Stunden sind kostenlos. Die Zufahrt erfolgt über eine Rampe und das Parkhaus sieht sehr modern, sauber und gepflegt aus. Es ist fast direkt neben dem Bahnhof. Der Ausgang ist wirklich nur 50 m neben dem Gleis. Allerdings ist das Registrierungssystem über eine Webseite etwas umständlich. Ich habe es auf Anhieb nicht geschafft. Allerdings konnte mir glücklicherweise eine Person helfen. 2026 soll ein weiteres Parkhaus auf der Nordseite des Bahnhofs mit 730 Stellplätzen folgen. Es ist auf jeden Fall schön zu sehen, wie Heidelberg das Fahrradparken beginnt zu integrieren. Kommen wir nach Tübing. Tübingen ist, was das Fahrrad angeht wirklich eine der Vorreiterstädte Deutschlands. Hier zeigt sich wie es besser geht. 1100 Stellplätze, davon zwei Drittel kostenlos. Breite Rampen, die ins Fahrradparkhaus führen. Eine Fahrradwaschanlage, ein Kaffee und eine Fahrradwerkstatt sind in das Gebäude integriert. Das Parkhaus wurde im Zuge der Neugestaltung des Europaplatzes gebaut. Es könnte vielleicht sogar in Zukunft noch einen direkten Durchgang zu den Gleisen bekommen, wenn da die Deutsche Bahn mitspielt. Das wäre wirklich Premium. Aber auch schon jetzt ist es eines der besten Fahrradparkhäuser Deutschlands. Modern, funktional und ohne Zugangshürden. Fahrradparkhäuser sind mehr als nur Abstellplätze. Sie sind ein entscheidender Baustein für eine echte Verkehrswende. Denn wer sein Fahrrad sicher und komfortabel parken kann, kombiniert es viel eher mit der Bahn. Die Niederlande zeigen, wie das geht. Einfache Zugänge, durchdachte Standorte, klare Regelungen und ein Verständnis dafür, dass das Fahrrad genauso wichtig ist wie das Auto. In Deutschland gibt es erste gute Ansätze, aber noch viele Hürden, vor allem beim Zugang und der Finanzierung. Wenn wir den Radverkehr wirklich stärken wollen, dann müssen wir das Fahrradparken endlich ernst nehmen. Wenn ihr jetzt noch wissen wollt, wie man den Fahrradverkehr richtig ernst nehmen kann, dann schaut euch den Radschnellweg 15 an. Lasst ein Abo und ein Like da. Vielen Dank fürs Zuschauen.
15 Comments
Cooles Video wieder! 🎉
Kann es sein, dass wir uns vor 2-3 Wochen, in Tübingen im Parkhaus kurz unterhalten haben?
Hatte ein nettes Gespräch mit 2 Jungen Herren, die "auf Radinfrastrukturtourismus in BaWü" waren und ein paar Fragen zu der Anlage hatten. 😊
Als Ergänzung hätte ich noch das Freiburger Fahrrad Parkhaus am Hauptbahnhof, meines Wissens, damals in 1999 das erste in Deutschland überhaupt.
Nein, nein, nein, so geht das gar nicht. In Hamburg gibt es ein neues Fahrradparkhaus mit Treppenzugang. Dafür aber kostenfrei, glaube ich
Besonders an Bahnhöfen ist das elementar wichtig.
Denn besonders diejenigen, die ohne Auto mobil sein wollen, nutzen die Bahn.
Und wie kommt man am besten zum Bahnhof? Richtig, mit dem Rad.
Ob das Thema Verkehrswende in der Politik wirklich erwünscht ist, daran habe ich so meine Zweifel.
Die feinen Herren (und Damen) wollen sich doch irgendwie ihren Vorstandsposten nach der Abwahl sichern, da stören solche Konzepte eher.
an meiner Schule kann man sein Fahrrad auch parken (nicht überdacht und auch nicht überwacht), mein Fahrrad wurde dort angezündet
Eine Sache sollte man wissen die Fahrradmitnahme in Zügen in den Niederlanden ist stark eingeschränkt und teils verboten, alternativ erfordert es Reservierung.
Das Auto für einen Tag am Karlsruher Bahnhof abzustellen kostet nur 9€, das Fahrrad muss natürlich 1€ zahlen, davon bekommt man ja nur 20 Stück auf einen Autoparkplatz, wenn man Doppelparker verbaut.
Ich geh am 1.1.26 regulär in Rente, ob ich das noch erlebe das Fahrradparkhäuser oder Fietsenstallingen das beste Deutschland aller Zeiten überfluten?
Schau Dir mal Münster, ich war vor 10 Jahren dort und fand es gut. Einziges Manko, es war zu klein.
Fast ein Gegenbeispiel Nürnberg, wenig Stellplätze, falscher Standort, aber immerhin sauber.
Die ständigen Geschwindigkeitswechsel im Video und dann noch ohne Gimbal sind belastend!
Unser Land hängt so viel weiter zurück. Man bedenke die Auto Industrie und somit auch der Einfluss deren Lobby auf Deutschland. Dazu kommt noch das wir kein Vorreiter mehr sind in Irgendetwas sondern eher nachziehen wen es wirklich nötig ist.
Ich pendel von Mannheim nach Karlsruhe.
In Mannheim wurde der Hbf-Vorplatz neu gestaltet. Es gibt ein Fahrradparkhaus, das hat aber meiner Erachtens nach viele Hürden für die Nutzung. Deswegen stelle ich mein Rad vorm Bhf ab. Da wurden allerdings im Zuge der Neugestaltung die meisten Bügel entfernt. Gibt ja das Parkhaus wurde wohl gedacht.
In Folge dessen stehen dort jetzt an jedem Schild mehrere Fahrräder und stehen auch echt manchmal im Weg. Zu kurz gedacht.
In Karlsruhe ist zwar das Parkhaus am einen Ende abgebaut, aber dafür gibt es überhaupt einen überdachten recht großen Parkplatz für Räder direkt am Ausgang.
Es ist ein weiter Weg nach Holland, speziell aus dem Entwicklungsland Deutschland.
In meiner Stadt (200k EW) ist das Fahrradparken am Bahnhof eine reine Katastrophe. Kot- und Urinverschmutzung (Toilette kostet leider Geld), im Winter suchen Obdachlose hier Schutz vor der Kälte (Notschlafstelle macht leider tagsüber zu), düstere Belichtung, Vandalismus, umständlich Erreichbar, eigentlich nur mit Fahrradleichen gefüllt und aus dem Versprechen wenigstens den Außenfahrradparkplatz zu überdachen ist seit 2022 nichts geworden.
Wer Lust auf Schocktherapie hat kommt nach Linz (Donau).