Letzter Post von mir zum Thema Eurobike, finde bloß die Entscheidung mitteilenswert.

Die Eurobike 2026 wird verkürzt: Statt wie bisher bis Sonntag läuft sie künftig nur noch von Mittwoch bis Samstag.

Offiziell heißt es, man wolle die Messe "kompakter, kostengünstiger und klarer" machen. Der Fokus verschiebt sich weiter Richtung Fachpublikum. Parallel dazu wird das Messekonzept mit "MobiFuture" weiter aufgebohrt: mehr E‑Autos/Microcars, E‑Roller, Ladeinfrastruktur, Urban (Eco)Mobility-Lösungen… die Eurobike als "IAA Light"?

Warum ich dies problematisch finde:

Der Sonntag war wichtig. Für viele war es der einzige Tag, an dem sie Zeit hatten, sich spontan inspirieren zu lassen. Für Aussteller (besonders Direktversender oder kleinere Manufakturen) war dies oft der erste Touchpoint zum späteren Kunden.

Weniger Publikum bedeutet weniger Impuls. Gerade bei hochpreisigen Produkten wie Fahrrädern spielt der direkte Eindruck eine riesige Rolle. Den Besuchern diesen Kontakt zu nehmen, wird höchstwahrscheinlich die Nachfrage mittelfristig auch im (stationären) Handel schwächen.

Die Eurobike driftet ab. Weg vom Fokus "Fahrrad & Mensch" hin zu einem unklaren Mobilitätsmix. E‑Autos auf der Fahrradmesse? Das wirkt mehr wie Verdrängung als wie Ergänzung. Auch wenn hier von einer klaren Abgrenzung gesprochen wird.

Natürlich mag das für einige Aussteller logistisch und finanziell einfacher sein. Aber langfristig frage ich mich: Wem dient diese Entwicklung? Wer verliert dabei Sichtbarkeit und wer profitiert davon?

Was denkt ihr? Ist das der logische nächste Schritt der Messe oder der Anfang vom Ende der Eurobike? Ist die Eurobike damit überhaupt noch "die" Fahrradmesse in Deutschland?

by LepraZebra

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6 Comments

  1. Naja die Messe geht halt wie selber berichtet mehr Richtung Fachpublikum. Was ich selber auch schade finde aber das ist bei sehr vielen Messen die letzten zehn Jahre gefühlt der Fall.

    Ich kann mich an eine örtliche Gartenmesse erinnern auf der man als Privatperson immer was mitnehmen konnte, dort gab es einen kleinen Flohmarkt und von regionalen Gärtnerein konnte man Setzlingen etc. relativ günstig kaufe. Mittlerweile ist eine von zwei Hallen komplett voll mit Poolfirmen, irgendwelche Terassenbauer und so weiter. Da brauchst als Privatperson gar nicht mehr reingehen, weil die Preise wahnsinnig hoch sind und alle Produkte irgendwie soulless wirken.

  2. >Die Eurobike driftet ab. Weg vom Fokus “Fahrrad & Mensch” hin zu einem unklaren Mobilitätsmix. E‑Autos auf der Fahrradmesse? Das wirkt mehr wie Verdrängung als wie Ergänzung. Auch wenn hier von einer klaren Abgrenzung gesprochen wird.

    > Parallel zur Eurobike findet erstmals die neue Messe „Mobifuture“ statt – ein Format, das sich ausschließlich der Ecomobility widmet.

    Wirkt jetzt nicht nach Verdrängung sondern nach klarer Trennung von Fahrrad und Elektrischer Micromobiltät. Von der IAA ist man da auch eher weit weg. Macht auch Sinn das in den Kontext passieren zu lassen da Micromobilität im selben Raum wie Fahrräder zwischen Autos und Fußgänger stattfindet und damit den Druck auf bessere „Fahrrad“-Infrastruktur erhöht.

  3. Das Ding ist halt, für mich haben ebikes schnell an Attraktivität verloren und wenn es so mit mir und dem Markt weitergeht, können die auch sehr lange für mich nicht in Frage. Die Technologie ist natürlich sehr interessant und man hofft dass da irgendwas runterkommt, aber alleine wegen dem Preis geht es halt für mich nicht.

    Bei den Rädern ohne E gehen Innovationen halt nur so weit bis es ins Gimmick und Unnötige geht, deswegen war ein Besuch es nicht wirklich wert. Habe mir natürlich einige Videos angeguckt aber das wars auch. Das mit den anderen Gefährten verstehe ich auch nicht.

  4. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass der Sonntag (für mich) attraktiv war. Aber ich bin halt auch so ein oldschooler der an allem mit ‘E’ vorbeigelaufen ist.

  5. Infamous_Ad_7672 on

    Der Fokus war immer auf das B2B Geschäft, also sprich Händler und Fachleute.

    Ich als Privatperson hatte sehr große Hoffnung für dieses Jahr wegen des erlaubten Direktvertriebs. Habe doch einiges gekauft, aber es war weniger Auswahl als vergangenen Jahre.

    Zufällig gestern mit einem Kumpel in der Branche gesprochen, der als Vertriebler in einem mittelständischen Unternehmen arbeite. Seine Firma habe wohl einen Stand bei Eurobike beantragt, aber der Veranstalter wollte dafür 20,000 Euro haben. Ihr Budget für andere Messen liegt bei 4-5k ohne Übernachtung usw.

  6. “Hey wir haben gedacht, wenn wegen Corona jeder neue Räder kauft, dann geht das nun jedes Jahr so weiter. Naja das war dumm, merken wir selber und jetzt bleiben die Aussteller und Goldgräber halt weg”

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