Nachdem ich im letzten Jahr zu meinem Bericht über meine ersten 400 km sehr viel positive Rückmeldung bekommen habe, wollte ich euch auch gern an meinem neusten Abenteuer teilhaben lassen. Ich bin eingetaucht in die verrückte Welt der Brevets und habe das erste mal 600 Km am Stück gemacht. Brevets sind organisierte Langstreckenfahrten), ähnlich einem RTF. Der Fokus liegt darauf das ganze überhaupt zu schaffen aber nach Möglichkeit zügig und mit wenigen Pausen. Es gibt keinen Support, man muss also zusehen wie man klar kommt.

Meine Eindrücke in Stichpunkten:

Nur krasse Typen und ich durfte auch mitfahren – für mich war das ein riesen Ding und völlig neu auf der Distanz, die meisten dort machen sowas aber mehrfach im Jahr und gefühlt jeder hatte schon mal Paris-Brest-Paris absolviert.
Krasse Bikes – die UCI hat keine Zuständigkeit und dementsprechend gibt es ganz wilde Gefährte. Mein persönliches Highlight war das Velomobil welches auf einem der Fotos zu sehen ist. Einer ist die Strecke mit seinem Singlespeed gefahren. Super viele auf kompletten Custom Bikes, ausgerichtet nach den individuellen Bedürfnissen, unterwegs.
Nahrungsversorgung ist ein Ding. Bin nicht ganz ohne Vorerfahrung aber das war schon sehr schwierig trinken und essen vernünftig zu timen. Hauptsächlich gab es Maltodextrin und Fruchtgeleeriegel. Ab und an ein Corny. Immer mal ne Laugenstange um was salzig neutrales rein zu bekommen. Bloß nichts was zu viel Ballaststoffe hat. Bein vorletzten Kontrollpunkt Pommes-Ketchup als kleine Belohnung.
Schlafentzug ist auch ein Ding. Ein kleiner Hammer kam um die Uhrzeit, zu der ich normal ins Bett gehen würd. Den konnte ich noch überwinden. Der große Hammer kam zum Sonnenaufgang. Habe dann auf einem Schützenplatz ein Dano mit Bänken gesehen und dort eine halbe Stunde Powernap gemacht. Erstaunlich wie frisch einen das wieder macht.
Keine Berge heißt nicht das es einfach ist. 300 km im Gegenwind machen keinen Spaß…

Mein Dank geht an den ARA Ruhrgebiet, dafür das ich diese Erfahrung machen durfte und persönliche Grenzen verschieben konnte.

by Mr_Gunnn

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8 Comments

  1. “Nur krasse Typen und ich [… ] ” du bist hier eine riesen Leistung gefahren. Du gehörst also definitiv auch da hin. Respekt!! Ich hoffe ich schaffe dieses Jahr noch 200 und 250km nach einem Bikeft. Von 600 kann ich aktuell nur träumen 🙂 

  2. Jetzt bist Du auf jeden Fall auch einer der krassen Typen. Was eine Leistung. Dafür habe ich neulich ne Woche gebraucht und du fährst das am Stück.

  3. Acrobatic-Let6318 on

    ich finde solche Berichte sehr interessant, die längste Strecke die ich an einem stück bewältigt habe waren 330km (und fehlende Berge durch gegenwind zu ersetzen zermürbt den Kopf ganz schön).

    kannst Du vielleicht dein setup beschreiben? insbesondere die reifen/ Laufräder sehen sehr interessant aus

  4. Und mir tut schon der Arsch nach 180km auf 2 Tagen weh😂😂 meinen größten Respekt!

  5. Wie findest du den Auflieger von Canyon? Ist ja recht teuer aber eine schicke Lösung für die Lenker.

  6. Also wenn ich dran denke wie D-E-L-E-T-E-D ich heute, einen Tag nach meiner 140km hoch und am nächsten Tag wieder runter Tour bin kannst mir glauben wenn du keine krasse Type bist, häng ich am Schnuller.

    Da ging gestern gar nichts mehr. Bin in den Garten rein, hab mich 20 minuten ins Gras geschmissen und war trotzdem fett stolz auf mich.

    600 km an Stück ist unerreichbar. Da komm ich auch nicht mit Training und Vorbereitung hin. Vielleicht mal auf 200, dann aber ohne Gepäck und Berg… aber alles andere ist Beyond me.

    Dass du so bescheiden bist zeigt nur: egal wie fett du bist, irgendeinen gibt’s, der ist noch viel fetter.
    Setz Ziele für dich selbst, mess dich nicht an globalen Standards.

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