#richardwagner #opera

Christoph Stöcker studied church music and orchestral conducting in his native city of Würzburg, among other places. After first engagements at theaters in Schwerin, Münster and Hamburg, he was initially engaged as musical director of the international opera studio of the Deutsche Oper am Rhein in 2009. Since 2014 he has been working there as Kapellmeister and Répétiteur. His work as musical assistant to Christian Thielemann, Axel Kober, Hartmut Haenchen and Valery Gergiev, among others, has taken him to the Bayreuth Festival, as well as to many national and international opera houses and concert halls. For the Mariinsky Theater in St. Petersburg, he conducted »Tannhäuser« in 2019, as well as »Parsifal« in Vladivostok. A co-production with the Blaibach Concert Hall and the »Tchaikovsky-Youth Orchestra« took him to the Ekaterinburg Philharmonic in 2021 as conductor of »Rheingold«. He has held teaching positions at the conservatories of Hamburg, Cologne and Düsseldorf.

ES
Christoph Stöcker estudió música sacra y dirección orquestal en su ciudad natal, Würzburg, entre otros. Después de sus primeros compromisos en teatros en Schwerin, Münster y Hamburgo, en 2009 fue inicialmente contratado como director musical del Estudio Internacional de Ópera de la Deutsche Oper am Rhein. Desde 2014 trabaja allí como Maestro de Capilla (Kapellmeister) y Maestro Repetitor (Répétiteur). Su labor como asistente musical de Christian Thielemann, Axel Kober, Hartmut Haenchen y Valery Gergiev, entre otros, le ha llevado al Festival de Bayreuth, así como a numerosos teatros de ópera y salas de conciertos nacionales e internacionales. En 2019 dirigió »Tannhäuser« para el Teatro Mariinsky de San Petersburgo, así como »Parsifal« en Vladivostok. Una coproducción con la Blaibach Concert House y la »Tchaikovsky-Youth Orchestra« le llevó a la Filarmónica de Ekaterimburgo en 2021 como director de »Rheingold«. Ha ocupado puestos docentes en los conservatorios de Hamburgo, Colonia y Düsseldorf.

DE
Christoph Stöcker studierte Kirchenmusik und Dirigieren-Orchesterleitung u.a. in seiner Geburtsstadt Würzburg. Nach ersten Engagements an Theatern in Schwerin, Münster und Hamburg, wurde er 2009 zunächst als musikalischer Leiter des internationalen Opernstudios der Deutschen Oper am Rhein engagiert. Seit 2014 ist er dort als Kapellmeister und Korrepetitor tätig. Seine Tätigkeit als musikalischer Assistent u.a. für Christian Thielemann, Axel Kober, Hartmut Haenchen und Valery Gergiev, führte ihn zu den Bayreuther Festspielen, sowie an viele nationale und internationale Opern- und Konzerthäuser. Für das Mariinsky-Theater in St.Petersburg dirigierte er 2019 »Tannhäuser«, sowie »Parsifal« in Wladivostok. Eine Koproduktion mit dem Konzerthaus Blaibach und dem »Tschaikowsky-Youth- Orchestra« führte ihn 2021 als Dirigent von »Rheingold« an die Philharmonie Ekaterinburg. Lehraufträge wurden ihm an den Musikhochschulen von Hamburg, Köln und Düsseldorf erteilt.

Links:
https://www.operamrhein.de/menschen/christoph-stoecker/
https://www.operabase.com/artists/christoph-stocker-24950/de
https://www.theapolis.de/en/profile/show/christoph-stoecker


Interview: Claudio Ortiz
Camera: Jaime Casanova
Editing: Nicolás Ortiz

[Musik] Ich bin mit Richard Wagner in Kontakt gekommen zuerst als Kind durch die Radioübertragungen, meistens die im Radio liefen, Bayerischer Rundfunk und zwar die Direktübertragungen vom Bayerischen Rundfunk, da wurde der Ring übertragen, Parsifal, ich weiß es nicht, ich erinnere mich an Ring besonders und das hat mich als Kind fasziniert und meine Eltern obwohl sie Musik affin sind auch, Opern affin, aber das fanden sie dann doch ein bisschen lang und langwierig und dann musste ich mich zurückziehen in den Zimmer und das dann für mich selbst für und das hat mich aber so begeistert dass ich da stundenlang der vom Radio gehockt bin und das schon sehr ohne sehr viel darüber zu wissen aber er konsumiert habe und da ist eine frühe Bindung würde ich sagen entstanden. Dann habe ich natürlich in meinem Studium ich habe zunächst Kirchenmusik studiert das heißt Orgel, Chorleitung also die, Bach sehr viel Bach Mendelssohn und so da hat Wagner dann weniger eine Rolle gespielt das war eher so ein, ich würde mal sagen unter den meisten Kirchenmusikern eher verpönt und für mich war das dann auch erstmal so ein bisschen aussen vor, ich hatte in erster Linie mit Bach mich dann beschäftigt, das heißt Wagner war dann so ein bisschen hinten angestellt und dann habe ich aber noch Dirigieren studiert und da war natürlich dann Oper zentral und über die Oper kommt man natürlich zwangsläufig auch wieder zu Wagner und die erste Oper die ich, als Student habe ich im Opernchor in Nizza als Aushilfe mitgesungen, bei Lohengrin, so das ist, also Lohengrin war die erste Oper mit der ich professionell zu tun hatte, habe ich als Tenor mitgesungen. In der Inszenierung lustigerweise von ähm wie hieß der, Pet Halmen, und es ist eine Inszenierung die hier von der Deutschen Oper am Rhein kam, die war damals ausgeliehen worden nach Nizza und mit James King als Lohengrin und Viktor von Halem, Mari Anne Häggander, also es waren sehr schöne Besetzung und ja und Klaus Weise hat dirigiert was mich auch sehr fasziniert hat, das war meine erste große Wagner Begegnung kann ich sagen und dann als ich mit dem Studium fertig war, nach Schwerin als meine erste Stelle kam, war auch eine Wagner Oper mein erstes Stück, nämlich Meistersinger und also so kann man natürlich dann früher oder später mit dem gesamten Werk Richard Wagners in Kontakt, also ein bisschen ketzerisch könnte man sagen Wagner bedeutet in erster Linie sehr viel Arbeit weil wenn man hier sieht also es ist ein sehr dicke Bücher und dann muss man natürlich entsprechend als Anfänger auch sehr viel üben bis man das alles in den Fingern hat und bis man die Texte kann und die Harmonik versteht und das ist ja teilweise sehr komplexer sehr sehr kompliziert auch rhythmisch aber wenn man sich damit näher auseinandersetzt merkt man dass es Wagner selbst gar nicht in erster Linie um die Musik ging sondern die Musik war ihm eigentlich eher ein Transportmittel um was was Größeres zu transportieren, also eine Philosophie eine, also im Grunde könnte man sagen ein gewisser Größen waren die ich ich möchte die Welt durch meine Kunst erlösen und und und besser machen. Könnte man natürlich als Größenwahns nicht bezeichnen andererseits ist mehr über die vielen Jahre die ich mich jetzt damit auseinandersetze immer mehr bewusst geworden wie sehr das gesamte Werk Richard Wagner natürlich zuerst in seinem Kopf entstanden ist, also es war erst ein Gedanke es war erst eine Idee, eine Philosophie und dann hat sich das manifestiert in Noten, in Dichtung später in einem Gebäude in einem Festspielhaus und er hat nur aus dem Gedanken selbst heraus eine komplette Welt geschaffen die heute Tausende von Menschen mit sehr viel Arbeit versorgt und auch Einkommen sicher für viele Sänger und und Regisseure und Dirigenten und Orchestermusiker und das fasziniert mich dass man also, wenn heute jemand zur Tür rein käme und würde mir sagen: ich mache ich habe eine Idee ich mache hier ein Festspielhaus und ich komponiere hier eine Oper dann würde man ja irgendwie so ein bisschen sagen… "dream on", oder so aber das ist eben das faszinierende bei Richard Wagner, dass er das also und zwar schon als er auch noch nicht erfolgreich war, also noch bevor König Ludwig ihn quasi vom Schuldenturm gerettet hat, könnte man sagen hat er schon, war er schon der Überzeugung dass das eigentlich alles schon ganz toll ist und und wertvoll was er tut und das ist das was mich fasziniert diese Sicherheit die er von Anfang an anscheinend hatte, das es großartig ist was er tut und das es wichtig ist, und ja und da steht man heute staunend davor ich weiß natürlich auch eine widersprüchliche Persönlichkeit auch diese antisemitischen Aussagen von Richard Wagner die sehr verstörend sind das heutige Sicht die gehören genauso zu dieser sehr vielschichtigen Persönlichkeit wie dieser Witz der Humor den er hatte und ja es ist es faszinieren sich damit auseinanderzusetzen aber ich finde das in der Musik kann ich kein Antisemitismus hören und lesen, deswegen glaube ich auch dass man daher keine Ressentiments gegenüber der Musik haben braucht aber diese Aussagen gegen das Judentum und so weiter davon Wagner das ist natürlich schon, ja also aus heutiger Sicht also ich habe es nie begriffen warum es dazu kam oder was dahinter steckte. Also der Assistent ist in erster Linie für den Dirigenten würde ich sagen eine Art externes Ohr das heißt der Dirigent kann natürlich logischerweise nur an dem Ort sein wo er dann das Orchester dirigiert und nicht gleichzeitig im Saal hören wie die Akustik ist das ist besonders wichtig in einem Haus wie Bayreuth weil durch die besondere Situation mit diesem verdeckten Orchestergraben kann der Dirigent nicht wirklich den Raumklang beurteilen von unten, also sehr erfahrene Bayreuth Dirigenten haben natürlich dann mehr oder weniger da schon Erfahrungswerte wie sie das sehr gut hinkriegen aber es ist in Bayreuth besonders wichtig ein externes Ohr und das ist in dem Fall der Assistent oder die Assistenten im Saal zu haben und es gibt den Besonderheit dass man per Telefon mit dem Dirigent in Kontakt ist und ein bisschen lustig in den Proben dann teilweise während die Musik läuft ist man dann am Telefon und kommuniziert Dynamiken, Dinge die oder Dirigent speziell fragt hört man die ist, hört man das, ist das plastisch genug, kann man diesen Auftakt gut hören oder weil die Akustik ja auch sehr hallig ist dann manchmal muss man Auftakte ein bisschen mehr betonen und solche Dinge die man in einem normalen Opernhaus anders artikuliert ausführen würde, würde man in Bayreuth dann teilweise also auch kurze, ähm feine Artikulationen werden da wenn man im Graben ist klingt es fast grob in der Ausführung und in im Saal klingt das ja so wie es soll und das sind eben die Dinge für die ein externes Ohren Assistent wichtig ist der dann ist natürlich ein Vertrauensverhältnis der Dirigent muss auch dem Assistent vertrauen dass das in dem Sinne ist aber ich würde sagen das also in normalen Opernhäuser ist das auch genau die Funktion aber es ist eben in einem Haus wie bayreut wo eben oder ist es eigentlich nur in Bayreuth soweit ich mich in Sinne dass der Graben verdeckt ist das besonders wichtig da dieses externe Ohr zu haben. Es gibt auch während, also zum Beispiel in Bayreuth ist es oft so dass man also man sieht zwei drei Assistenten also ein Studienleiter zwei Assistenten noch und dann laufen während der Generalproben oder Endproben auch noch teilweise parallel entweder Bühnendienste dass man zum Beispiel einen Bühnenhorn oder ein solche Dinge so wie Stierhorn Einsätze bei denen in der Götterdämmerung oder solche Dinge die werden natürlich auch dirigiert hinter der Bühne und das ist normalerweise auch die Aktion eines, die Aufgabe eines Assistenten da hinter die Bühne zu rennen, dann rennt man kurz raus und und geht hinter die Bühne und dirigiert diesen Einsatz, dann kommt man wieder zurück und dann sagen die Kollegen die da sitzen schon so, ja war zusammen, war nicht zusammen, und dann hat man schon direkt das Feedback und das ist die Aufgabe auch in der Vorstellung nur in der Vorstellung laufen wir nicht in Zuschauerraum sondern sind dann eben nur hinter der Bühne Manchmal ist es auch in den Pausen -also zwischen den Akten- laufen dann Proben mit den Sängern, zum Beispiel in der Walküre wird im ersten der ersten Pause der dritte Akt anfangen mit den Walküren, der berühmte Walkürenritt, normalerweise geprobt oder die Rheintöchter ein Reingold oder eine Götterdämmerung, werden normalerweise vor den jeweiligen Akten also im Rheingold vor der Vorstellung, noch mal eingestellt auf dass man wirklich zusammen ist, das ist wirklich ein wie aus wie ein Organismus. Ja, also im Prinzip ist Wagner natürlich erst mal als Komponist nicht anders zu behandeln als andere Komponisten also ich würde sagen zwischen den früheren Wagner Opern und Freischütz Weber oder oder Meyerbeer oder selbst Lortzing könnte man sagen, da gibt es durchaus Verbindungen also gerade im Holländer kann man ja sagen sie eine viele Spielopern Elemente noch ganz deutlich zu hören, auch im Tannhäuser, und da würde ich sagen gibt es nicht so wirklich Unterschiede und ich meine die Aufgabe als Assistent die Balance zu hören und in dem Dirigenten Feedback zu geben aber auch den Sängern natürlich sagt man da darfst du ein bisschen weniger oder hier ist es muss ein bisschen lauter sein oder das sind ja so ja Dinge die für die Balance dann wichtig sind und ja wenn man einen sehr vertrauensvolles Verhältnis zum Dirigenten hat dann darf man auch mal über das Tempo meckern und sagen also ich finde hier hängt so ein bisschen durch oder hier muss ein bisschen, das hängt natürlich immer von der von der Beziehung ab die man zu dem Dirigenten hat weil das ist doch eine sehr sensible Sache, also man sind ja auch gestandene Musiker die Dirigenten, die ihre eigene Vorstellung sehr genau haben und dann ja also die Sänger also wir sind natürlich auch irgendwo die Sprachrohre für den Dirigenten also weil der Dirigent kann jetzt nicht zu jedem einzelnen Sänger immer hin…und dann heißt bitte richte hier dies aus und das aus und dann dann gehen wir dahin und übermitteln natürlich die Wünsche des Dirigenten und aber nicht nur das sondern auch ich meine wir sind die ganze Zeit am kontrollieren aber wenn wenn kleine Fehler sind kleine Auftaktfehler, Achtel statt Viertel oder solche Dinge oder auch kleine falsche Töne die sich eingeschlichen haben wo man dann noch mal nachhakt und das dann auch korrigiert ja sind dann alles immer sehr öffentlich wenn es im Radio gesendet wird und dann gibt es eine gewisse Verantwortung. Man kann natürlich sagen also allein die Masse an Musik also irgendwie 16 Stunden irgendwas im Ring ist natürlich aufgrund der Länge schon also eine Herausforderung weil man einfach gerade jetzt wenn der Ring als Zyklus läuft hat man als Assistent natürlich auch entsprechend die ganze, das ganze Werk in kürzester Zeit zu betreuen und entsprechend dann auch es gibt ja immer wieder Stellen, selbst wenn man das Stück kennt die man dann doch auch wieder üben muss und und jedes Mal sich wieder ein bisschen angucken muss, also insofern würde ich sagen schon der Ring ist wahrscheinlich die die Größte Herausforderung und auch im Ring gibt es natürlich unterschiedliche, also zum Beispiel der erste Akt Siegfried ist natürlich zu spielen ziemlich anspruchsvoll, dritter Akt Tristan ist natürlich sehr schwer oder ja also es gibt immer einzelne Szenen die sehr fordern sind, pianistisch, weil wir ja auch die Proben begleiten wenn kein Orchester dabei ist dann sind wir sozusagen das Orchester im Graben und ja da hat man sehr viel zu üben. Ich würde sagen in der Assistenz-Tätigkeit also im Saal zu sitzen und zu hören gibt es keinen Unterschied weil das ist, es ist insofern also von der Konzentration auch anstrengend aber es ist jetzt nicht vergleichbar mit am Klavier zu sitzen und das wirklich alles zu spielen und die Töne alle zu treffen und die Tempi möglichst so wie der Dirigent die haben möchte zu spielen ja. Also ich würde sagen dass das assistieren im Saal ist anders anstrengend als das Repetieren der Proben im Graben Ich denke man kann das nicht direkt, also das Publikum kann feststellen ob die Vorstellung gut war oder nicht und im Ernstfall also die Kritik sagt dann der Dirigent war toll und hat es super einstudiertes es geht immer auf den Dirigenten und ich würde sagen also ohne unbescheiden zu sein aber wenn ein Dirigent sehr gut wegkommt in der Kritik gerade in einem Haus wie Bayreuth würde ich sagen, bei aller Bescheidenheit, dass die Assistenz da einen gewichtigen Anteil daran hat. Das will jetzt nicht die Leistung des Dirigenten schmälern aber es hat, also Christian Thielemann sagt das immer wieder dann, man ist ohne einen guten Assistenten einfach verloren weil man einfach da ja insofern würde ich sagen da hat es eine besondere Wichtigkeit und in allen anderen Opernhäusern haben die Assistenten mit Sicherheit auch in großen Anteil wenn etwas sehr gut über die Bühne läuft dann ist das fantastisch einstudiert, mit den Sängern und dann dann kann der Dirigent wirklich Musik machen und muss ich nicht wie ein Verkehrspolizist um Dinge kümmern die eigentlich laufen müssten. Die Soufflage, ja ist auch extrem wichtig, also gerade in Bayreuth weil -darüber könnten wir vielleicht auch noch reden- Also dass das diese besondere akustische Situation ist weil das eben ein bisschen verzögert ist, also der Klang geht erst zur Bühne und dann zurück und dadurch ist natürlich, normalerweise wird in Deutschland ja nicht dirigiert bei der Soufflage. Also in Italien gibt es diese Maestro Suggeritore die wirklich Dirigenten sind, also die dirigieren die Sänger richtig. Ja in Deutschland ist es nicht üblich außer in Bayreuth. Da wird es gemacht ja also da werden wirklich Einsätze gegeben und das hat auch damit zu tun dass der Klang eben in Bayreuth erst von dem Graben zur Bühne geworfen wird und dann sich mischt und dann quasi zusammen mit dem Gesang gemischt bereits in das Publikum kommt was diesen typischen perfekten Mischklang macht und das ist aber für die, sowohl für die Dirigenten ungewohnt weil sie die Sänger eigentlich immer ein bisschen später hören als sie das in einem normalen Opernhaus gewohnt sind und für die Sänger ist es auch ungewöhnlich weil normalerweise heißt es immer man soll ein bisschen früher singen dass man zusammen ist dann dass der Klang außen dann und in Bayreuth ist es so man singt im Grunde mit dem was man hört ja also man wartet wirklich auf den Klang und kann sich da ja und, man kriegt in Bayreuth als Sänger sehr viel Klang was nicht nur gut ist sondern manche Sänger werden verleitet dann ein bisschen zu viel zu geben weil sie glauben sie müssten mit dem Orchester in Wettstreit treten und das ist genau nicht der Fall sondern Bayreuth hat so eine tolle Akustik dass man eigentlich normal singen kann und trotzdem an den meisten Stellen sehr gut hörbar ist, also das heißt muss dann immer sagen weniger weniger und ja, das sind eben auch Sänger die länger da singen schon erfahrener wissen das und Sänger die neu sind sind meistens zu laut und zu früh. Ich kann nur sagen dass jeder Dirigent irgendwo seine Eigenheiten hat, seine Dinge die besonders wichtig sind und wo Wert darauf legt und ja ich kann das das schwer zu benennen im Einzelnen so das sind natürlich so die musikalischen Aspekte die jedem einzelnen wieder so mehr so wichtig sind oder anders und auch wie auf szenischen Proben Klavier gespielt wird wird unterschiedlich gesehen, die einen wollen dass man sehr zart Spiel leise spielt damit die Sänger auch wirklich auch nicht so zu laut werden und andererseits gibt es andere die möchten ein bisschen mehr Fundament haben dann kriegt man meistens sehr schnell. Natürlich gibt es mehr Dirigenten die die alles kontrollieren wollen aber es sind auch sehr viele die dann eben mögen wenn der Sänger sich Freiheit nimmt und das muss natürlich alles innerhalb eines gewissen Rahmens passieren, also eines Spannungsrahmens aber also es ist sehr viele Dirigenten die ich kenne die auch sehr berühmt sind, wollen sich eigentlich diese Art von Tempodramaturgie nicht aus der Hand nehmen lassen und wollen selbst bestimmen wann wann ist nach einer Fermate weitergeht und wie … das kann ich auch verstehen das ist einfach der der Spannungsbogen den den man dann in der Hand hat und ich glaube auch die Dirigenten die dem Sänger Freiheit lassen würden das nur in einem gewissen Rahmen tolerieren, ja. Ja, nur für das eine Werk eigentlich konnte es wirklich beurteilen. Also sagen wir mal, nach, also ich würde ich sagen der dritte Akt Siegfried und Götterdämmerung, da kannte er dann auch schon und vor allem der Parsifal den hatte er wirklich mit der Erfahrung des Hauses gemacht und das hört man eben auch und und wenn man, ich würde sagen, den Parsifal dort zu erleben, zu assistieren, und und das war für mich noch mal etwas Besonderes obwohl ich die anderen Opern da auch erlebt habe aber der Parsifal ist klanglich und in vieler Hinsicht einfach für dieses Haus geschrieben und diese ganzen höheren Chöre also die die höchste Höhe mittlere Höhe und so weiter das sind alles bestimmte Positionen die schon seit 100 Jahren eben so sind und das macht diesen speziellen Klang dort aus und das diese wie sich das dort mischt ja ich habe gute Vorstellungen auch in großen Opernhäusern gesehen von Parsifal aber oder auch konzertant, nur diese diese spezielle Klang von Bayreuth, dieser Mischklang dass man wirklich nicht hört welches Instrument wann startet und in wo geht die Kantilene über in ein anderes Instrument, das ist mit Absicht so komponiert dass man eben ganz wie im Trance mitgenommen wird das hat etwas hypnotisches würde ich sagen , die Musik ist es wie eine Droge und das ist Absicht, das ist nicht Zufall, das wollte er diese Wirkung, ist vollkommen beabsichtigt, das schreibt er auch dass er genau diese Wirkung erzielen möchte, dass der Zuhörer da wirklich in so einem anderen Zustand versetzt wird ja, und ich würde sagen es ist ihm gelungen. Ich würde sagen im Saal selbst eigentlich nicht weil der Graben ist ja ein Halbrund und die ersten Violinen spielen quasi in diese Richtung und werden reflektiert so das heißt also faktisch kommt der Klang in der Reflexion doch wieder von links das heißt also man hat eigentlich, also ich weiß nicht was es wäre wenn jetzt die ersten wie normal links sässen, ob man dann merken würde dass es schwäche also ich vermute das ist auch schwächer wäre weil natürlich die die Wand des Grabens, diese Reflexion des Klangs begünstigt aber ich kann nicht sagen dass ich es ihm Saal besonders höre, ich weiß es natürlich und vielleicht liegt es auch daran also ich … würde sagen das ist einfach der perfekte Mischklang da. Der Solorepetitor studiert mit den Sängern die Partien ein, das heißt die Töne, die Rhythmen, auch der Text, die Aussprache, das sind alles die Aspekte die da gearbeitet werden, natürlich gibt es Sänger die sehr viel alleine schon studieren und die dann relativ studiert schon kommen, dann gibt es auch andere die auch komplett unstudiert kommen und sich das dann in der Repetition abholen, das ist auch in Ordnung, das ist also ich will das nicht werten, ich sag nur das ist unterschiedlich. Also bei manchen Sängern ist es besser wenn sie von Anfang an mit dem Repetitor Studieren also gerade bei Stücken die sehr kompliziert sind dann gewöhnt man sich nichts falsch an, bei Sängern die sehr gut sind auch im Selbststudium oder die sehr gut selbst Klavier spielen können und sich helfen die können natürlich auch viel schon alleine machen und sowieso ist die Aufgabe des auswendig Lernens nicht immer in der Repetition zu leisten. Also man kann natürlich auch Abschnitte machen, Du kannst auch wiederholen wie der Name Repetition schon sagt aber eben ob man das wirklich so oft wiederholen kann dass es dann auswendig sitzt, vor allem die Kontrolle, die richtigen Töne, die Rhythmen, Aussprache, manchmal unterhält man sich auch über inhaltliche Dinge wie, wie ist etwas gemeint wenn man denkt die Farbe ist vielleicht so dass der Sänger das ganz anders versteht als, es ist meine Ansicht nach dem Stück gedacht, ist und dann unterhält man sich auch über Subtexte oder ob etwas vielleicht so ein bisschen mehr à part oder so das das macht auch Freude wenn man 0:25:59.320,1193:02:47.295 da gibt’s schon auch noch einen Bedarf an Eigenleistung das sein erst zu Hause aber also verschiedene Aspekte oder wenn man auch Dinge auf verschiedene Weisen probiert, wenn man sagt manche Dirigenten mögen das mehr so manche so lass uns mal zwei Tempi probieren mal ein bisschen schneller mal ein bisschen langsamer und was macht das mit dem Atem oder was macht es mit also mit dem ganzen Charakter an der Phrase, sowas finde ich spannend und dann auch die Sänger flexibel zu halten weil also gerade in einem Theater wie Deutsche Oper am Rhein hat man viele Gast Dirigenten der einen kommen bisschen, machen schnellere Tempi die anderen sind eher ruhig und das ich inzwischen habe ich nicht mehr so viel Ego und sage das ist richtig oder falsch Tempo oder sondern es ist faszinierend wenn jeder auf seine Weise das authentisch musiziert wie er das sieht und dafür finde ich muss man als Solorepetitor die Sänger vorbereiten dass sie mit allen gut klar kommen und sich gut vorbereitet fühlen, wenn sie auf der Bühne stehen. Also Wagners deutsch ist natürlich eine Kunstsprache die er selbst geschaffen hat und und und der also er hat ja auch über alt Hochdeutsch das war ein sehr gebildeter Mann, da hat er natürlich viel einfließen lassen in seinen spezielles Wagner deutsch, das ist auch für Deutsche manchmal nicht so einfach diese grammatikalischen Konstruktionen zu entschlüsseln da muss man manchmal dreimal den Satz lesen um zu verstehen: ach so meinte er das. Ja und es gibt auch ein Buch das heißt ich glaube "Wagners Wörter", ja da werden auch einzelne Begriffe noch mal auf was es wirklich bedeutet also vertragen also solche Dinge dann also, das ist ganz interessant also da kann man auch als Deutscher immer noch sehr viel lernen und das ist natürlich für Ausländer oder für nicht deutsche Muttersprachler immer eine Herausforderung also auch allein die Bedeutung und was die Aussprache betrifft da ist dann natürlich ja, klar, der sich hier weiter man von der deutschen Sprache entfernt ist das so schwieriger also nun habe ich das Glück dass es meine Muttersprache ist aber ich merke natürlich wenn Menschen aus dem englischsprachigen Raum haben typische Probleme, asiatische, koreanische japanische Sänger haben natürlich andere Probleme, oder spanisch sprechende Menschen haben sehr oft diese weichen "b" und "w" und das muss man eben je nachdem bearbeiten und wir versuchen am Ende immer auf ein perfektes Ergebnis zu kommen. Überhaupt, also ich meine was wenn ich jetzt das sagen darf noch, also was oft zu kurz kommt in der Interpretation Wagners Opern ist einfach der Text, ist die Dichtung, das heißt Wagner hat alle Stücke erstmal gelesen und zwar wie also mit verteilten Rollen auch im Haus Wahnfried, das war vielleicht auch lustig ich denke der hat immer diesen sächsischen Akzent noch gab, aber trotzdem hat es immer erst einmal nur die Texte rezitiert und auch mit verteilten Rollen lesen lassen, das hat er nicht nur mit seinen Texten, das hat er auch ja doch Shakespeare und zusammen, also Lesungen haben sich dann mit verteilten Rollen und dann habe ich noch ein Buch gelesen wo sie dann mit den jeweiligen Abendgesellschaften dann verteilt die Rollen dann irgendwelche Texte gelesen haben, das war natürlich ja Zeitvertreib auch aber es ist für die eigenen Werke glaube ich wichtig gewesen dass die Worte eine Bedeutung haben und an Gewicht haben und nicht sozusagen was ist manchmal heute ist das ist in erster Linie wie eine Sinfonie ist mit Worten sondern ich glaube wenn man die Worte als erstes in der Wichtigkeit betrachtet, dann dann nähert man sich ein bisschen anders dem Gesamtwerk an als wenn man die Musik als erstes stellt so faszinieren und so verführerisch das ist weil die Musik natürlich etwas unglaublich faszinierendes ist und und eigentlich wird Richard Wagner heute eher als Komponist wertgeschätzt als als Dichter, aber ich glaube dass man sich dem Werk besser annähert über den Text, das sage ich als Musiker. Ja ja, absolut! Also die die Aussprache ist sehr sehr wichtig und ich finde es eine Unart dass man jetzt alles mit Übertiteln bezeichnet auch bei deutschen Opern also sollte in Deutschland nicht notwendig sein aber es wird immer mehr gemacht und viele Leute finden es auch sehr hilfreich aber ich empfinde das immer eher als Kritik wenn Übertiteln in der eigenen Sprache notwendig sind weil das heißt ja dass der Text nicht verstanden wird sonst wäre es ja nicht notwendig. Ja da finde ich, könnte man oft noch mehr erreichen, das hat nicht nur mit den Sängern zu tun, das hat auch mit den Orchester zu tun, wie laut die spielen, wie weit man dann noch vielleicht mehr Rücksicht nehmen könnte aber aber die Aussprache ist natürlich ganz extrem wichtig auch in der Korrepetition wird dann schon darauf geachtet dass Konsonanten früh gesprochen werden, dass der Vokal auf die Zeit kommt und der Konsonant zu kurz davor, also das ist immer so wichtig dass wenn das nicht der Fall ist hat man immer den Eindruck der Sänger schleppt, ist immer zu spät der Konsonant kommt immer vor her und auf die Zeit kommt der Vokal. Das sind Dinge die man eigentlich permanent dem Sänger sagt, permanent, weil das sind, das sind Dinge die sind, das sind zwar Basics aber die, ja, da das sagt man eigentlich immer und das muss man auch immer wieder einfordern dass das passiert weil das eben eine, da schleichen sich Bequemlichkeiten ein und besonders schwierig ist wenn es drei zusammen sind, wie zum Beispiel die Rheinöchter bei Weia! Wage! Woge, du Welle! so da muss man "eia" "age" es ist auch auf dem Schlag und so muss so frühzeitig passieren dass man dass man das eben zusammen hat ja. Natürlich nicht nicht extrem früher, sondern so das ist ein kleiner Moment früher also so dass man eben wie so eine kleine Trommel, das dann ist es meistens schon richtig. Ich glaube die Konzentration ist eigentlich auf den Vokal auf die Zeit zu bringen also da wo es wirklich klingen soll muss der Vokal klingen, deswegen heißt es ja auch Vokalmusik und nicht Konsonantmusik. Das waren jetzt nur die musikalischen Aspekte dann kommt der Regisseur, dann kommt der Kostümbildner, dann kommt der Beleuchter und sagt du musst dich aber dahin stellen, das ist ja ein unglaublich weites Feld und ich glaube der der Opernbesucher kriegt ein Bruchteil davon mit, also im Idealfall gar nichts im Idealfall kriegt ja nichts mit und sagt das war schön Punkt. Ja und das ist so soll es ja sein das ist ja auch eine Art Illusion die wir herstellen aber da steckt viel Arbeit drin. Ich habe einen relativ bekannten Sänger als Lehrer oft erlebt und der hat immer gesagt wenn die Leute so Probleme haben so singen, so angestrengt zu werden, also als Sänger sollte Singen nicht dein größtes Problem sein sondern im Gegenteil weil, wenn man in einen Bus steigt hofft man auch nicht dass der Busfahrer das problematisch für ihn Bus zu fahren ist sondern er muss wirklich gut und leicht Bus fahren können, so sollte es beim Sänger auch sein, dass er sich um alles kümmern kann aber das Singen sollte möglichst problemfrei, das fand ich ein cooles Bild ja. Also das gibt also bei Koreanern zum Beispiel ich würde außer also ich meine wenn ich jetzt überlege alle asiatischen Sprachen die sind ja so weit weg, also auch diese ganzen Chinesisch gibt es ja allein schon das gleiche Wort in verschiedenen Tonhöhen meint etwas völlig anderes, also das ist auch für unsere Ohren ganz schwierig und ich glaube verhältnismäßig umgekehrt genauso ist das für die Deutsch zu sehen und deswegen meine unglaubliche Bewunderung für bestimmte Sänger die wie äh, ich nenne gerne Kwangchul Youn z.B der also ein vorbildliches Deutsch spricht wo ich mich frage wie geht das dass jemand der aus diesem ganz anderen Kosmos kommt so ein tolles deutsch singen kann oder Fujimura … ich habe den Vornamen nicht da… Mezzosopranistin, auch ganz vorbildliche Aussprache und da gibt es erstaunliche Sänger, aber natürlich glaube ich dass es für diese Kulturkreise extrem schwer, oder auch bestimmte Sänger aus dem russischsprachigen Raum, aus dem Slawischen, natürlich ist das für die Sänger schwierig bestimmte "hhh" Klänge irgendwie, also das deutsche "ach" z. B. das ist ganz schwer für viele, die machen dann entweder zu viel oder zu wenig oder, ja das ist auch eine interessante Aufgabe für Repetitoren eigentlich, das hat schon fast mit Gesangsunterricht zu tun, zu rauszufinden wo sitzt eigentlich so ein bestimmter Reibelaut bei mir und dann spricht man darüber. Ja wir haben ja auch drei verschiedene "ch"s, wir haben ach, ech, ich das sind dann völlig verschiedene Stellen und das muss man den Sängern auch sagen, ja solche Dinge… das geht sehr ins Detail aber das ist die Aufgabe die wir haben ja. Ganz interessant doch diese Orchesterfrage das fand ich, das kann ich bestätigen. Ich habe auch mal in Rom, durfte ich mal Orchesterproben machen für Siegfried und Götterdämmerung und das ist tatsächlich so, eigentlich wird ein Klang also eine lange Note wird immer nachlassend gespielt und das ist nicht so bei Wagner muss man es halten also das wird gehalten, außer es ist gewünscht, dass uns mal nachlässt aber eigentlich werden diese Bögen gehalten und da ist die die Art zu spielen immer so ein bisschen immer nachzugeben, das heißt da muss man das fordern, dass der Klang bleibt und das ist ein Legato bleibt. Was natürlich wenn man dann umgekehrt deutsche Orchester mit italienischer Musik hört, oft genau das Problem ist dass also dieser gehaltene Klang also oft im widerspricht also bei Verdi muss eben nachlassend gespielt und dann hat es sofort diese Durchsichtigkeit und diese Leichtigkeit die die Sänger dann wieder nicht zudeckt, ja, und das sind das sind diese Eigenheiten der verschiedenen Spielweisen, das ist sehr faszinierend und das bildet auch sehr wenn man das in dem jeweiligen Land hört oder Janacek in Tschechien zu hören ist ganz anders als bei uns also das ist einfach eine Welt, würde ich sagen. Also ich habe faszinierende konzertante Aufführungen erlebt von vielen Wagner Opern auch andere Opern aber aber besonders bei Wagner Opern. Parsifal, Tristan, auch der Ring lief in Duisburg konzertant und das war sehr fasziniert, das heißt sobald eine Inszenierung da ist hat man natürlich immer auch die Auseinandersetzung mit der jeweiligen Idee des Regisseurs die dahinter steckt und mal korrespondiert das mehr und mal weniger mit dem was man sich selbst vorstellt unter dem Stück. Dieses Problem hat man natürlich nicht in der konzertante Aufführung weil da kann man sich sein eigenes Bild machen, kann man natürlich in der Oper auch wenn man die Augen schließt aber das ist ja eigentlich der Sinn der Inszenierung das heißt also, ich bin der Meinung dass Aufführungen eigentlich eine gute Alternative sind gerade um bestimmte Publikumsschichten nicht zu sehr zu vergraulen mit bestimmten modernsten oder verschiedenen gegen den Strich gebürsteten Ansichten über ein Werk. Also besonders wenn wenn eine ganz andere Geschichte erzählt werden soll als in dem eigentlichen Werk vorgesehen ist also wenn ich jetzt über den Holländer eine andere Geschichte darüber lege und sagt das ist aber jetzt die Geschichte die ich erzähle, dann bleibt die eigentliche Geschichte außen vor, ja? Kann man natürlich machen aber dann ist die Frage natürlich ob man dann nicht auch in die Partitur eingreifen sollte und es vielleicht lieber mit einer Jazzband aufführt statt mit einem Sinfonieorchester also, einfach wäre meine Anregung für manche modernen Regie-Kollegen Die erste Oper die Richard Wagner dirigiert hat war Don Giovanni im kleinen Theater in Bad Lauchstädt… Goethe war auch bei Bad Lauchstädt und 1995 habe ich dort auch meine erste Oper dirigiert und auch Don Giovanni… … habe ich mit Richard Wagner gemeinsam, allerdings habe ich dort nicht meine Frau kennengelernt, aber er hat ja da seine Minna getroffen. [Musik] Ich bin mit Richard Wagner in Kontakt gekommen zuerst als Kind durch die Radioübertragungen, meistens die im Radio liefen, Bayerischer Rundfunk und zwar die Direktübertragungen vom Bayerischen Rundfunk, da wurde der Ring übertragen, Parsifal, ich weiß es nicht, ich erinnere mich an Ring besonders und das hat mich als Kind fasziniert und meine Eltern obwohl sie Musik affin sind auch, Opern affin, aber das fanden sie dann doch ein bisschen lang und langwierig und dann musste ich mich zurückziehen in den Zimmer und das dann für mich selbst für und das hat mich aber so begeistert dass ich da stundenlang der vom Radio gehockt bin und das schon sehr ohne sehr viel darüber zu wissen aber er konsumiert habe und da ist eine frühe Bindung würde ich sagen entstanden. Dann habe ich natürlich in meinem Studium ich habe zunächst Kirchenmusik studiert das heißt Orgel, Chorleitung also die, Bach sehr viel Bach Mendelssohn und so da hat Wagner dann weniger eine Rolle gespielt das war eher so ein, ich würde mal sagen unter den meisten Kirchenmusikern eher verpönt und für mich war das dann auch erstmal so ein bisschen aussen vor, ich hatte in erster Linie mit Bach mich dann beschäftigt, das heißt Wagner war dann so ein bisschen hinten angestellt und dann habe ich aber noch Dirigieren studiert und da war natürlich dann Oper zentral und über die Oper kommt man natürlich zwangsläufig auch wieder zu Wagner und die erste Oper die ich, als Student habe ich im Opernchor in Nizza als Aushilfe mitgesungen, bei Lohengrin, so das ist, also Lohengrin war die erste Oper mit der ich professionell zu tun hatte, habe ich als Tenor mitgesungen. In der Inszenierung lustigerweise von ähm wie hieß der, Pet Halmen, und es ist eine Inszenierung die hier von der Deutschen Oper am Rhein kam, die war damals ausgeliehen worden nach Nizza und mit James King als Lohengrin und Viktor von Halem, Mari Anne Häggander, also es waren sehr schöne Besetzung und ja und Klaus Weise hat dirigiert was mich auch sehr fasziniert hat, das war meine erste große Wagner Begegnung kann ich sagen und dann als ich mit dem Studium fertig war, nach Schwerin als meine erste Stelle kam, war auch eine Wagner Oper mein erstes Stück, nämlich Meistersinger und also so kann man natürlich dann früher oder später mit dem gesamten Werk Richard Wagners in Kontakt, also ein bisschen ketzerisch könnte man sagen Wagner bedeutet in erster Linie sehr viel Arbeit weil wenn man hier sieht also es ist ein sehr dicke Bücher und dann muss man natürlich entsprechend als Anfänger auch sehr viel üben bis man das alles in den Fingern hat und bis man die Texte kann und die Harmonik versteht und das ist ja teilweise sehr komplexer sehr sehr kompliziert auch rhythmisch aber wenn man sich damit näher auseinandersetzt merkt man dass es Wagner selbst gar nicht in erster Linie um die Musik ging sondern die Musik war ihm eigentlich eher ein Transportmittel um was was Größeres zu transportieren, also eine Philosophie eine, also im Grunde könnte man sagen ein gewisser Größen waren die ich ich möchte die Welt durch meine Kunst erlösen und und und besser machen. Könnte man natürlich als Größenwahns nicht bezeichnen andererseits ist mehr über die vielen Jahre die ich mich jetzt damit auseinandersetze immer mehr bewusst geworden wie sehr das gesamte Werk Richard Wagner natürlich zuerst in seinem Kopf entstanden ist, also es war erst ein Gedanke es war erst eine Idee, eine Philosophie und dann hat sich das manifestiert in Noten, in Dichtung später in einem Gebäude in einem Festspielhaus und er hat nur aus dem Gedanken selbst heraus eine komplette Welt geschaffen die heute Tausende von Menschen mit sehr viel Arbeit versorgt und auch Einkommen sicher für viele Sänger und und Regisseure und Dirigenten und Orchestermusiker und das fasziniert mich dass man also, wenn heute jemand zur Tür rein käme und würde mir sagen: ich mache ich habe eine Idee ich mache hier ein Festspielhaus und ich komponiere hier eine Oper dann würde man ja irgendwie so ein bisschen sagen… "dream on", oder so aber das ist eben das faszinierende bei Richard Wagner, dass er das also und zwar schon als er auch noch nicht erfolgreich war, also noch bevor König Ludwig ihn quasi vom Schuldenturm gerettet hat, könnte man sagen hat er schon, war er schon der Überzeugung dass das eigentlich alles schon ganz toll ist und und wertvoll was er tut und das ist das was mich fasziniert diese Sicherheit die er von Anfang an anscheinend hatte, das es großartig ist was er tut und das es wichtig ist, und ja und da steht man heute staunend davor ich weiß natürlich auch eine widersprüchliche Persönlichkeit auch diese antisemitischen Aussagen von Richard Wagner die sehr verstörend sind das heutige Sicht die gehören genauso zu dieser sehr vielschichtigen Persönlichkeit wie dieser Witz der Humor den er hatte und ja es ist es faszinieren sich damit auseinanderzusetzen aber ich finde das in der Musik kann ich kein Antisemitismus hören und lesen, deswegen glaube ich auch dass man daher keine Ressentiments gegenüber der Musik haben braucht aber diese Aussagen gegen das Judentum und so weiter davon Wagner das ist natürlich schon, ja also aus heutiger Sicht also ich habe es nie begriffen warum es dazu kam oder was dahinter steckte. Also der Assistent ist in erster Linie für den Dirigenten würde ich sagen eine Art externes Ohr das heißt der Dirigent kann natürlich logischerweise nur an dem Ort sein wo er dann das Orchester dirigiert und nicht gleichzeitig im Saal hören wie die Akustik ist das ist besonders wichtig in einem Haus wie Bayreuth weil durch die besondere Situation mit diesem verdeckten Orchestergraben kann der Dirigent nicht wirklich den Raumklang beurteilen von unten, also sehr erfahrene Bayreuth Dirigenten haben natürlich dann mehr oder weniger da schon Erfahrungswerte wie sie das sehr gut hinkriegen aber es ist in Bayreuth besonders wichtig ein externes Ohr und das ist in dem Fall der Assistent oder die Assistenten im Saal zu haben und es gibt den Besonderheit dass man per Telefon mit dem Dirigent in Kontakt ist und ein bisschen lustig in den Proben dann teilweise während die Musik läuft ist man dann am Telefon und kommuniziert Dynamiken, Dinge die oder Dirigent speziell fragt hört man die ist, hört man das, ist das plastisch genug, kann man diesen Auftakt gut hören oder weil die Akustik ja auch sehr hallig ist dann manchmal muss man Auftakte ein bisschen mehr betonen und solche Dinge die man in einem normalen Opernhaus anders artikuliert ausführen würde, würde man in Bayreuth dann teilweise also auch kurze, ähm feine Artikulationen werden da wenn man im Graben ist klingt es fast grob in der Ausführung und in im Saal klingt das ja so wie es soll und das sind eben die Dinge für die ein externes Ohren Assistent wichtig ist der dann ist natürlich ein Vertrauensverhältnis der Dirigent muss auch dem Assistent vertrauen dass das in dem Sinne ist aber ich würde sagen das also in normalen Opernhäuser ist das auch genau die Funktion aber es ist eben in einem Haus wie bayreut wo eben oder ist es eigentlich nur in Bayreuth soweit ich mich in Sinne dass der Graben verdeckt ist das besonders wichtig da dieses externe Ohr zu haben. Es gibt auch während, also zum Beispiel in Bayreuth ist es oft so dass man also man sieht zwei drei Assistenten also ein Studienleiter zwei Assistenten noch und dann laufen während der Generalproben oder Endproben auch noch teilweise parallel entweder Bühnendienste dass man zum Beispiel einen Bühnenhorn oder ein solche Dinge so wie Stierhorn Einsätze bei denen in der Götterdämmerung oder solche Dinge die werden natürlich auch dirigiert hinter der Bühne und das ist normalerweise auch die Aktion eines, die Aufgabe eines Assistenten da hinter die Bühne zu rennen, dann rennt man kurz raus und und geht hinter die Bühne und dirigiert diesen Einsatz, dann kommt man wieder zurück und dann sagen die Kollegen die da sitzen schon so, ja war zusammen, war nicht zusammen, und dann hat man schon direkt das Feedback und das ist die Aufgabe auch in der Vorstellung nur in der Vorstellung laufen wir nicht in Zuschauerraum sondern sind dann eben nur hinter der Bühne Manchmal ist es auch in den Pausen -also zwischen den Akten- laufen dann Proben mit den Sängern, zum Beispiel in der Walküre wird im ersten der ersten Pause der dritte Akt anfangen mit den Walküren, der berühmte Walkürenritt, normalerweise geprobt oder die Rheintöchter ein Reingold oder eine Götterdämmerung, werden normalerweise vor den jeweiligen Akten also im Rheingold vor der Vorstellung, noch mal eingestellt auf dass man wirklich zusammen ist, das ist wirklich ein wie aus wie ein Organismus. Ja, also im Prinzip ist Wagner natürlich erst mal als Komponist nicht anders zu behandeln als andere Komponisten also ich würde sagen zwischen den früheren Wagner Opern und Freischütz Weber oder oder Meyerbeer oder selbst Lortzing könnte man sagen, da gibt es durchaus Verbindungen also gerade im Holländer kann man ja sagen sie eine viele Spielopern Elemente noch ganz deutlich zu hören, auch im Tannhäuser, und da würde ich sagen gibt es nicht so wirklich Unterschiede und ich meine die Aufgabe als Assistent die Balance zu hören und in dem Dirigenten Feedback zu geben aber auch den Sängern natürlich sagt man da darfst du ein bisschen weniger oder hier ist es muss ein bisschen lauter sein oder das sind ja so ja Dinge die für die Balance dann wichtig sind und ja wenn man einen sehr vertrauensvolles Verhältnis zum Dirigenten hat dann darf man auch mal über das Tempo meckern und sagen also ich finde hier hängt so ein bisschen durch oder hier muss ein bisschen, das hängt natürlich immer von der von der Beziehung ab die man zu dem Dirigenten hat weil das ist doch eine sehr sensible Sache, also man sind ja auch gestandene Musiker die Dirigenten, die ihre eigene Vorstellung sehr genau haben und dann ja also die Sänger also wir sind natürlich auch irgendwo die Sprachrohre für den Dirigenten also weil der Dirigent kann jetzt nicht zu jedem einzelnen Sänger immer hin…und dann heißt bitte richte hier dies aus und das aus und dann dann gehen wir dahin und übermitteln natürlich die Wünsche des Dirigenten und aber nicht nur das sondern auch ich meine wir sind die ganze Zeit am kontrollieren aber wenn wenn kleine Fehler sind kleine Auftaktfehler, Achtel statt Viertel oder solche Dinge oder auch kleine falsche Töne die sich eingeschlichen haben wo man dann noch mal nachhakt und das dann auch korrigiert ja sind dann alles immer sehr öffentlich wenn es im Radio gesendet wird und dann gibt es eine gewisse Verantwortung. Man kann natürlich sagen also allein die Masse an Musik also irgendwie 16 Stunden irgendwas im Ring ist natürlich aufgrund der Länge schon also eine Herausforderung weil man einfach gerade jetzt wenn der Ring als Zyklus läuft hat man als Assistent natürlich auch entsprechend die ganze, das ganze Werk in kürzester Zeit zu betreuen und entsprechend dann auch es gibt ja immer wieder Stellen, selbst wenn man das Stück kennt die man dann doch auch wieder üben muss und und jedes Mal sich wieder ein bisschen angucken muss, also insofern würde ich sagen schon der Ring ist wahrscheinlich die die Größte Herausforderung und auch im Ring gibt es natürlich unterschiedliche, also zum Beispiel der erste Akt Siegfried ist natürlich zu spielen ziemlich anspruchsvoll, dritter Akt Tristan ist natürlich sehr schwer oder ja also es gibt immer einzelne Szenen die sehr fordern sind, pianistisch, weil wir ja auch die Proben begleiten wenn kein Orchester dabei ist dann sind wir sozusagen das Orchester im Graben und ja da hat man sehr viel zu üben. Ich würde sagen in der Assistenz-Tätigkeit also im Saal zu sitzen und zu hören gibt es keinen Unterschied weil das ist, es ist insofern also von der Konzentration auch anstrengend aber es ist jetzt nicht vergleichbar mit am Klavier zu sitzen und das wirklich alles zu spielen und die Töne alle zu treffen und die Tempi möglichst so wie der Dirigent die haben möchte zu spielen ja. Also ich würde sagen dass das assistieren im Saal ist anders anstrengend als das Repetieren der Proben im Graben Ich denke man kann das nicht direkt, also das Publikum kann feststellen ob die Vorstellung gut war oder nicht und im Ernstfall also die Kritik sagt dann der Dirigent war toll und hat es super einstudiertes es geht immer auf den Dirigenten und ich würde sagen also ohne unbescheiden zu sein aber wenn ein Dirigent sehr gut wegkommt in der Kritik gerade in einem Haus wie Bayreuth würde ich sagen, bei aller Bescheidenheit, dass die Assistenz da einen gewichtigen Anteil daran hat. Das will jetzt nicht die Leistung des Dirigenten schmälern aber es hat, also Christian Thielemann sagt das immer wieder dann, man ist ohne einen guten Assistenten einfach verloren weil man einfach da ja insofern würde ich sagen da hat es eine besondere Wichtigkeit und in allen anderen Opernhäusern haben die Assistenten mit Sicherheit auch in großen Anteil wenn etwas sehr gut über die Bühne läuft dann ist das fantastisch einstudiert, mit den Sängern und dann dann kann der Dirigent wirklich Musik machen und muss ich nicht wie ein Verkehrspolizist um Dinge kümmern die eigentlich laufen müssten. Die Soufflage, ja ist auch extrem wichtig, also gerade in Bayreuth weil -darüber könnten wir vielleicht auch noch reden- Also dass das diese besondere akustische Situation ist weil das eben ein bisschen verzögert ist, also der Klang geht erst zur Bühne und dann zurück und dadurch ist natürlich, normalerweise wird in Deutschland ja nicht dirigiert bei der Soufflage. Also in Italien gibt es diese Maestro Suggeritore die wirklich Dirigenten sind, also die dirigieren die Sänger richtig. Ja in Deutschland ist es nicht üblich außer in Bayreuth. Da wird es gemacht ja also da werden wirklich Einsätze gegeben und das hat auch damit zu tun dass der Klang eben in Bayreuth erst von dem Graben zur Bühne geworfen wird und dann sich mischt und dann quasi zusammen mit dem Gesang gemischt bereits in das Publikum kommt was diesen typischen perfekten Mischklang macht und das ist aber für die, sowohl für die Dirigenten ungewohnt weil sie die Sänger eigentlich immer ein bisschen später hören als sie das in einem normalen Opernhaus gewohnt sind und für die Sänger ist es auch ungewöhnlich weil normalerweise heißt es immer man soll ein bisschen früher singen dass man zusammen ist dann dass der Klang außen dann und in Bayreuth ist es so man singt im Grunde mit dem was man hört ja also man wartet wirklich auf den Klang und kann sich da ja und, man kriegt in Bayreuth als Sänger sehr viel Klang was nicht nur gut ist sondern manche Sänger werden verleitet dann ein bisschen zu viel zu geben weil sie glauben sie müssten mit dem Orchester in Wettstreit treten und das ist genau nicht der Fall sondern Bayreuth hat so eine tolle Akustik dass man eigentlich normal singen kann und trotzdem an den meisten Stellen sehr gut hörbar ist, also das heißt muss dann immer sagen weniger weniger und ja, das sind eben auch Sänger die länger da singen schon erfahrener wissen das und Sänger die neu sind sind meistens zu laut und zu früh. Ich kann nur sagen dass jeder Dirigent irgendwo seine Eigenheiten hat, seine Dinge die besonders wichtig sind und wo Wert darauf legt und ja ich kann das das schwer zu benennen im Einzelnen so das sind natürlich so die musikalischen Aspekte die jedem einzelnen wieder so mehr so wichtig sind oder anders und auch wie auf szenischen Proben Klavier gespielt wird wird unterschiedlich gesehen, die einen wollen dass man sehr zart Spiel leise spielt damit die Sänger auch wirklich auch nicht so zu laut werden und andererseits gibt es andere die möchten ein bisschen mehr Fundament haben dann kriegt man meistens sehr schnell. Natürlich gibt es mehr Dirigenten die die alles kontrollieren wollen aber es sind auch sehr viele die dann eben mögen wenn der Sänger sich Freiheit nimmt und das muss natürlich alles innerhalb eines gewissen Rahmens passieren, also eines Spannungsrahmens aber also es ist sehr viele Dirigenten die ich kenne die auch sehr berühmt sind, wollen sich eigentlich diese Art von Tempodramaturgie nicht aus der Hand nehmen lassen und wollen selbst bestimmen wann wann ist nach einer Fermate weitergeht und wie … das kann ich auch verstehen das ist einfach der der Spannungsbogen den den man dann in der Hand hat und ich glaube auch die Dirigenten die dem Sänger Freiheit lassen würden das nur in einem gewissen Rahmen tolerieren, ja. Ja, nur für das eine Werk eigentlich konnte es wirklich beurteilen. Also sagen wir mal, nach, also ich würde ich sagen der dritte Akt Siegfried und Götterdämmerung, da kannte er dann auch schon und vor allem der Parsifal den hatte er wirklich mit der Erfahrung des Hauses gemacht und das hört man eben auch und und wenn man, ich würde sagen, den Parsifal dort zu erleben, zu assistieren, und und das war für mich noch mal etwas Besonderes obwohl ich die anderen Opern da auch erlebt habe aber der Parsifal ist klanglich und in vieler Hinsicht einfach für dieses Haus geschrieben und diese ganzen höheren Chöre also die die höchste Höhe mittlere Höhe und so weiter das sind alles bestimmte Positionen die schon seit 100 Jahren eben so sind und das macht diesen speziellen Klang dort aus und das diese wie sich das dort mischt ja ich habe gute Vorstellungen auch in großen Opernhäusern gesehen von Parsifal aber oder auch konzertant, nur diese diese spezielle Klang von Bayreuth, dieser Mischklang dass man wirklich nicht hört welches Instrument wann startet und in wo geht die Kantilene über in ein anderes Instrument, das ist mit Absicht so komponiert dass man eben ganz wie im Trance mitgenommen wird das hat etwas hypnotisches würde ich sagen , die Musik ist es wie eine Droge und das ist Absicht, das ist nicht Zufall, das wollte er diese Wirkung, ist vollkommen beabsichtigt, das schreibt er auch dass er genau diese Wirkung erzielen möchte, dass der Zuhörer da wirklich in so einem anderen Zustand versetzt wird ja, und ich würde sagen es ist ihm gelungen. Ich würde sagen im Saal selbst eigentlich nicht weil der Graben ist ja ein Halbrund und die ersten Violinen spielen quasi in diese Richtung und werden reflektiert so das heißt also faktisch kommt der Klang in der Reflexion doch wieder von links das heißt also man hat eigentlich, also ich weiß nicht was es wäre wenn jetzt die ersten wie normal links sässen, ob man dann merken würde dass es schwäche also ich vermute das ist auch schwächer wäre weil natürlich die die Wand des Grabens, diese Reflexion des Klangs begünstigt aber ich kann nicht sagen dass ich es ihm Saal besonders höre, ich weiß es natürlich und vielleicht liegt es auch daran also ich … würde sagen das ist einfach der perfekte Mischklang da. Der Solorepetitor studiert mit den Sängern die Partien ein, das heißt die Töne, die Rhythmen, auch der Text, die Aussprache, das sind alles die Aspekte die da gearbeitet werden, natürlich gibt es Sänger die sehr viel alleine schon studieren und die dann relativ studiert schon kommen, dann gibt es auch andere die auch komplett unstudiert kommen und sich das dann in der Repetition abholen, das ist auch in Ordnung, das ist also ich will das nicht werten, ich sag nur das ist unterschiedlich. Also bei manchen Sängern ist es besser wenn sie von Anfang an mit dem Repetitor Studieren also gerade bei Stücken die sehr kompliziert sind dann gewöhnt man sich nichts falsch an, bei Sängern die sehr gut sind auch im Selbststudium oder die sehr gut selbst Klavier spielen können und sich helfen die können natürlich auch viel schon alleine machen und sowieso ist die Aufgabe des auswendig Lernens nicht immer in der Repetition zu leisten. Also man kann natürlich auch Abschnitte machen, Du kannst auch wiederholen wie der Name Repetition schon sagt aber eben ob man das wirklich so oft wiederholen kann dass es dann auswendig sitzt, vor allem die Kontrolle, die richtigen Töne, die Rhythmen, Aussprache, manchmal unterhält man sich auch über inhaltliche Dinge wie, wie ist etwas gemeint wenn man denkt die Farbe ist vielleicht so dass der Sänger das ganz anders versteht als, es ist meine Ansicht nach dem Stück gedacht, ist und dann unterhält man sich auch über Subtexte oder ob etwas vielleicht so ein bisschen mehr à part oder so das das macht auch Freude wenn man 0:25:59.320,1193:02:47.295 da gibt’s schon auch noch einen Bedarf an Eigenleistung das sein erst zu Hause aber also verschiedene Aspekte oder wenn man auch Dinge auf verschiedene Weisen probiert, wenn man sagt manche Dirigenten mögen das mehr so manche so lass uns mal zwei Tempi probieren mal ein bisschen schneller mal ein bisschen langsamer und was macht das mit dem Atem oder was macht es mit also mit dem ganzen Charakter an der Phrase, sowas finde ich spannend und dann auch die Sänger flexibel zu halten weil also gerade in einem Theater wie Deutsche Oper am Rhein hat man viele Gast Dirigenten der einen kommen bisschen, machen schnellere Tempi die anderen sind eher ruhig und das ich inzwischen habe ich nicht mehr so viel Ego und sage das ist richtig oder falsch Tempo oder sondern es ist faszinierend wenn jeder auf seine Weise das authentisch musiziert wie er das sieht und dafür finde ich muss man als Solorepetitor die Sänger vorbereiten dass sie mit allen gut klar kommen und sich gut vorbereitet fühlen, wenn sie auf der Bühne stehen. Also Wagners deutsch ist natürlich eine Kunstsprache die er selbst geschaffen hat und und und der also er hat ja auch über alt Hochdeutsch das war ein sehr gebildeter Mann, da hat er natürlich viel einfließen lassen in seinen spezielles Wagner deutsch, das ist auch für Deutsche manchmal nicht so einfach diese grammatikalischen Konstruktionen zu entschlüsseln da muss man manchmal dreimal den Satz lesen um zu verstehen: ach so meinte er das. Ja und es gibt auch ein Buch das heißt ich glaube "Wagners Wörter", ja da werden auch einzelne Begriffe noch mal auf was es wirklich bedeutet also vertragen also solche Dinge dann also, das ist ganz interessant also da kann man auch als Deutscher immer noch sehr viel lernen und das ist natürlich für Ausländer oder für nicht deutsche Muttersprachler immer eine Herausforderung also auch allein die Bedeutung und was die Aussprache betrifft da ist dann natürlich ja, klar, der sich hier weiter man von der deutschen Sprache entfernt ist das so schwieriger also nun habe ich das Glück dass es meine Muttersprache ist aber ich merke natürlich wenn Menschen aus dem englischsprachigen Raum haben typische Probleme, asiatische, koreanische japanische Sänger haben natürlich andere Probleme, oder spanisch sprechende Menschen haben sehr oft diese weichen "b" und "w" und das muss man eben je nachdem bearbeiten und wir versuchen am Ende immer auf ein perfektes Ergebnis zu kommen. Überhaupt, also ich meine was wenn ich jetzt das sagen darf noch, also was oft zu kurz kommt in der Interpretation Wagners Opern ist einfach der Text, ist die Dichtung, das heißt Wagner hat alle Stücke erstmal gelesen und zwar wie also mit verteilten Rollen auch im Haus Wahnfried, das war vielleicht auch lustig ich denke der hat immer diesen sächsischen Akzent noch gab, aber trotzdem hat es immer erst einmal nur die Texte rezitiert und auch mit verteilten Rollen lesen lassen, das hat er nicht nur mit seinen Texten, das hat er auch ja doch Shakespeare und zusammen, also Lesungen haben sich dann mit verteilten Rollen und dann habe ich noch ein Buch gelesen wo sie dann mit den jeweiligen Abendgesellschaften dann verteilt die Rollen dann irgendwelche Texte gelesen haben, das war natürlich ja Zeitvertreib auch aber es ist für die eigenen Werke glaube ich wichtig gewesen dass die Worte eine Bedeutung haben und an Gewicht haben und nicht sozusagen was ist manchmal heute ist das ist in erster Linie wie eine Sinfonie ist mit Worten sondern ich glaube wenn man die Worte als erstes in der Wichtigkeit betrachtet, dann dann nähert man sich ein bisschen anders dem Gesamtwerk an als wenn man die Musik als erstes stellt so faszinieren und so verführerisch das ist weil die Musik natürlich etwas unglaublich faszinierendes ist und und eigentlich wird Richard Wagner heute eher als Komponist wertgeschätzt als als Dichter, aber ich glaube dass man sich dem Werk besser annähert über den Text, das sage ich als Musiker. Ja ja, absolut! Also die die Aussprache ist sehr sehr wichtig und ich finde es eine Unart dass man jetzt alles mit Übertiteln bezeichnet auch bei deutschen Opern also sollte in Deutschland nicht notwendig sein aber es wird immer mehr gemacht und viele Leute finden es auch sehr hilfreich aber ich empfinde das immer eher als Kritik wenn Übertiteln in der eigenen Sprache notwendig sind weil das heißt ja dass der Text nicht verstanden wird sonst wäre es ja nicht notwendig. Ja da finde ich, könnte man oft noch mehr erreichen, das hat nicht nur mit den Sängern zu tun, das hat auch mit den Orchester zu tun, wie laut die spielen, wie weit man dann noch vielleicht mehr Rücksicht nehmen könnte aber aber die Aussprache ist natürlich ganz extrem wichtig auch in der Korrepetition wird dann schon darauf geachtet dass Konsonanten früh gesprochen werden, dass der Vokal auf die Zeit kommt und der Konsonant zu kurz davor, also das ist immer so wichtig dass wenn das nicht der Fall ist hat man immer den Eindruck der Sänger schleppt, ist immer zu spät der Konsonant kommt immer vor her und auf die Zeit kommt der Vokal. Das sind Dinge die man eigentlich permanent dem Sänger sagt, permanent, weil das sind, das sind Dinge die sind, das sind zwar Basics aber die, ja, da das sagt man eigentlich immer und das muss man auch immer wieder einfordern dass das passiert weil das eben eine, da schleichen sich Bequemlichkeiten ein und besonders schwierig ist wenn es drei zusammen sind, wie zum Beispiel die Rheinöchter bei Weia! Wage! Woge, du Welle! so da muss man "eia" "age" es ist auch auf dem Schlag und so muss so frühzeitig passieren dass man dass man das eben zusammen hat ja. Natürlich nicht nicht extrem früher, sondern so das ist ein kleiner Moment früher also so dass man eben wie so eine kleine Trommel, das dann ist es meistens schon richtig. Ich glaube die Konzentration ist eigentlich auf den Vokal auf die Zeit zu bringen also da wo es wirklich klingen soll muss der Vokal klingen, deswegen heißt es ja auch Vokalmusik und nicht Konsonantmusik. Das waren jetzt nur die musikalischen Aspekte dann kommt der Regisseur, dann kommt der Kostümbildner, dann kommt der Beleuchter und sagt du musst dich aber dahin stellen, das ist ja ein unglaublich weites Feld und ich glaube der der Opernbesucher kriegt ein Bruchteil davon mit, also im Idealfall gar nichts im Idealfall kriegt ja nichts mit und sagt das war schön Punkt. Ja und das ist so soll es ja sein das ist ja auch eine Art Illusion die wir herstellen aber da steckt viel Arbeit drin. Ich habe einen relativ bekannten Sänger als Lehrer oft erlebt und der hat immer gesagt wenn die Leute so Probleme haben so singen, so angestrengt zu werden, also als Sänger sollte Singen nicht dein größtes Problem sein sondern im Gegenteil weil, wenn man in einen Bus steigt hofft man auch nicht dass der Busfahrer das problematisch für ihn Bus zu fahren ist sondern er muss wirklich gut und leicht Bus fahren können, so sollte es beim Sänger auch sein, dass er sich um alles kümmern kann aber das Singen sollte möglichst problemfrei, das fand ich ein cooles Bild ja. Also das gibt also bei Koreanern zum Beispiel ich würde außer also ich meine wenn ich jetzt überlege alle asiatischen Sprachen die sind ja so weit weg, also auch diese ganzen Chinesisch gibt es ja allein schon das gleiche Wort in verschiedenen Tonhöhen meint etwas völlig anderes, also das ist auch für unsere Ohren ganz schwierig und ich glaube verhältnismäßig umgekehrt genauso ist das für die Deutsch zu sehen und deswegen meine unglaubliche Bewunderung für bestimmte Sänger die wie äh, ich nenne gerne Kwangchul Youn z.B der also ein vorbildliches Deutsch spricht wo ich mich frage wie geht das dass jemand der aus diesem ganz anderen Kosmos kommt so ein tolles deutsch singen kann oder Fujimura … ich habe den Vornamen nicht da… Mezzosopranistin, auch ganz vorbildliche Aussprache und da gibt es erstaunliche Sänger, aber natürlich glaube ich dass es für diese Kulturkreise extrem schwer, oder auch bestimmte Sänger aus dem russischsprachigen Raum, aus dem Slawischen, natürlich ist das für die Sänger schwierig bestimmte "hhh" Klänge irgendwie, also das deutsche "ach" z. B. das ist ganz schwer für viele, die machen dann entweder zu viel oder zu wenig oder, ja das ist auch eine interessante Aufgabe für Repetitoren eigentlich, das hat schon fast mit Gesangsunterricht zu tun, zu rauszufinden wo sitzt eigentlich so ein bestimmter Reibelaut bei mir und dann spricht man darüber. Ja wir haben ja auch drei verschiedene "ch"s, wir haben ach, ech, ich das sind dann völlig verschiedene Stellen und das muss man den Sängern auch sagen, ja solche Dinge… das geht sehr ins Detail aber das ist die Aufgabe die wir haben ja. Ganz interessant doch diese Orchesterfrage das fand ich, das kann ich bestätigen. Ich habe auch mal in Rom, durfte ich mal Orchesterproben machen für Siegfried und Götterdämmerung und das ist tatsächlich so, eigentlich wird ein Klang also eine lange Note wird immer nachlassend gespielt und das ist nicht so bei Wagner muss man es halten also das wird gehalten, außer es ist gewünscht, dass uns mal nachlässt aber eigentlich werden diese Bögen gehalten und da ist die die Art zu spielen immer so ein bisschen immer nachzugeben, das heißt da muss man das fordern, dass der Klang bleibt und das ist ein Legato bleibt. Was natürlich wenn man dann umgekehrt deutsche Orchester mit italienischer Musik hört, oft genau das Problem ist dass also dieser gehaltene Klang also oft im widerspricht also bei Verdi muss eben nachlassend gespielt und dann hat es sofort diese Durchsichtigkeit und diese Leichtigkeit die die Sänger dann wieder nicht zudeckt, ja, und das sind das sind diese Eigenheiten der verschiedenen Spielweisen, das ist sehr faszinierend und das bildet auch sehr wenn man das in dem jeweiligen Land hört oder Janacek in Tschechien zu hören ist ganz anders als bei uns also das ist einfach eine Welt, würde ich sagen. Also ich habe faszinierende konzertante Aufführungen erlebt von vielen Wagner Opern auch andere Opern aber aber besonders bei Wagner Opern. Parsifal, Tristan, auch der Ring lief in Duisburg konzertant und das war sehr fasziniert, das heißt sobald eine Inszenierung da ist hat man natürlich immer auch die Auseinandersetzung mit der jeweiligen Idee des Regisseurs die dahinter steckt und mal korrespondiert das mehr und mal weniger mit dem was man sich selbst vorstellt unter dem Stück. Dieses Problem hat man natürlich nicht in der konzertante Aufführung weil da kann man sich sein eigenes Bild machen, kann man natürlich in der Oper auch wenn man die Augen schließt aber das ist ja eigentlich der Sinn der Inszenierung das heißt also, ich bin der Meinung dass Aufführungen eigentlich eine gute Alternative sind gerade um bestimmte Publikumsschichten nicht zu sehr zu vergraulen mit bestimmten modernsten oder verschiedenen gegen den Strich gebürsteten Ansichten über ein Werk. Also besonders wenn wenn eine ganz andere Geschichte erzählt werden soll als in dem eigentlichen Werk vorgesehen ist also wenn ich jetzt über den Holländer eine andere Geschichte darüber lege und sagt das ist aber jetzt die Geschichte die ich erzähle, dann bleibt die eigentliche Geschichte außen vor, ja? Kann man natürlich machen aber dann ist die Frage natürlich ob man dann nicht auch in die Partitur eingreifen sollte und es vielleicht lieber mit einer Jazzband aufführt statt mit einem Sinfonieorchester also, einfach wäre meine Anregung für manche modernen Regie-Kollegen Die erste Oper die Richard Wagner dirigiert hat war Don Giovanni im kleinen Theater in Bad Lauchstädt… Goethe war auch bei Bad Lauchstädt und 1995 habe ich dort auch meine erste Oper dirigiert und auch Don Giovanni… … habe ich mit Richard Wagner gemeinsam, allerdings habe ich dort nicht meine Frau kennengelernt, aber er hat ja da seine Minna getroffen.

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