
Der ADFC meint für die Berechnung des Gebrauchtpreises gelte diese Formel:
Wenn Neupreis und Alter des Fahrrads bekannt sind, kann man sich an diesen Faustregeln orientieren: Ein Fahrrad verliert beim Neukauf rund 20 Prozent an Wert. Nach etwa zwei Jahren liegt er nur noch bei 50 Prozent. Und danach halbiert sich der Wert alle vier Jahre. Am Ende zählt natürlich der Zustand des Fahrrads, um einen angemessenen Preis zu verhandeln
https://www.adfc.de/artikel/tipps-fuer-den-gebrauchtradkauf (Stand 14.3.2024)
Das mag sicher von der Art von Fahrrad und der Aussattung abhängen, aber aus persönlicher Erfahrung halte ich den so ermittelten Wertverlust für zu groß. Ein zwei Jahre altes Rad wird einem in meiner Erfahrung nirgends für 1/2 des Preises angeboten.
Ich interessiere mich v.a. für gebrauchte Rennräder und Gravelräder, vielleicht ist es bei anderen Rädern anders. Bei RR und Gravel würde ich eher 5 Jahre oder sogar noch mehr für eine Werthalbierung anpeilen. Und das typische Angebot auf Kleinanzeigen wird wahrscheinlich nochmal mehr wollen, da bekommt man ein Rad von 2018 (also 5 Jahre) eher für 2/3 des Orginalpreises angeboten, eins von 2013 (10 Jahre) vielleicht für 1/2-1/3.
Für RR und Gravel würde ich persönlich deswegen eher schätzen, dass sie zumindest anfangs eher linear an Wert verlieren (also ein bestimmtes % des Originalpreises pro Jahr verlieren) und nicht quadratisch (also Halbierung in jedem Zeitraum x).
Sonderfall sind ältere Stahlrahmenmodelle (80er bis 90er), die je nach Komponeten und Zustand einen Wert von 200-600 € vermutlich ewig halten (zumindest ist es das, was Verkäufer verlangen). Aber da ist dann i.d.R. auch Geld für die Instandhaltung eingeflossen.
Richtig ist auf jeden Fall und immer der letzte Satz:
Am Ende zählt natürlich der Zustand des Fahrrads, um einen angemessenen Preis zu verhandeln.
by superrevision