ASCHAFFENBURG: Trauer lässt die Bürger nicht los! Stadt blickt nach der brutalen Bluttat nach vorn
Rund neun Monate nach der tödlichen Messerattacke eines wohl psychisch Kranken auf eine Kinderkrippengruppe in Aschaffenburg hat das Sicherungsverfahren gegen den Beschuldigten begonnen. Neben der Aufklärung des Verbrechens geht es am Landgericht Aschaffenburg unter anderem nun darum, ob der Verdächtige zur Tatzeit im Januar womöglich schuldunfähig war.
Die Staatsanwaltschaft möchte mit Blick auf die in einem ersten forensisch-psychiatrischen Gutachten angenommene Schuldunfähigkeit des 28-Jährigen erreichen, dass der Afghane dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.
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Video 2025 erstellt
Wir schauen nach Aschaffenburg. Die tödliche Messerattacke dort, die ist inzwischen schon Monate her, sorgte damals bundesweit für Entsetzen. Aus dem Nichts griff ein Afghan eine Kindergartengruppe an. Der 28-jährige tötete einen zweijährigen Jungen, marokkanische Herkunft und einen Mann, der die Kinder schützen wollte. Und nun beginnt heute also der Prozess gegen diesen Flüchtling. Allerdings könnte der Angeklagte Schuld unfähig sein. In diesem Fall könnte das Gericht eine zeitlich unbefristete Unterbringung des Afghan in einer psychiatrischen Klinik anordnen. Der Messeangriff vom Januar war für Erschaffenburg ein tiefer Einschnitt. Ein Mann, der sich in einem Park auf eine Gruppe Krippenkinder stürzt und auf sie ebenso einsticht wie auf Erwachsene, die zur Hilfe eilen. Der leitende Notarzt von damals erinnert sich. Auf dem Weg hier in den Park haben wir schon die erste Rettungswagenbesatzung mit einem verletzten Mädchen entgegen mit Schnittwunden am Hals. Standen zwei Betreuerinnen vom Kindergarten da mit einem Bollerwagen, dem drei Kreidebleiche stille Kinder im Alter von Z bis 3 Jahren saßen. Am Ende waren ein Mann und ein zweijähriger Junge tot. Eine unfassbare Tat begangen ohnees Motiv einfach so. Ich habe eine Situation in der Aschaffenburg vorgefunden, wie sie noch nie war. Es war alle waren waren so still. Das war für Aschaffenburg in der Nachkriegszeit eigentlich der 11. September vergleichbar. Natürlich nicht in der Dimension, aber so wie es dann auch wahrgenommen wurde, weil viele den Ang verloren haben und so verunsichert waren. Für die Stadt war es aber wichtig über die Gewalttat schnell hinwegzukommen durch umfangreiche Betreuung für die Betroffenen ebenso wie durch Veranstaltungen in dem Park, wo alles geschah. Am 13. Juli haben wir ein großes Familienpicknickfest gefeiert und das hat sehr sehr gut funktioniert. Da waren mehrere tausend Leute über den Tag da, viele viele Kinder und alle waren irgendwie glücklich, haben gesagt, das war der richtige Schritt. Wir planen jetzt äh ein Gedenk zu schaffen. Kein Mahnmal oder kein Friedhofsteil. Natürlich muss irgendwie beschrieben werden, was war da gewesen, aber auch ein Blick nach vorne. Auch für den Notarzt von damals hat sich das Leben wieder normalisiert. Ich habe kein Problem damit hierherzukommen. Habe tatsächlich gemerkt, dass ich jetzt in den Park gegangen bin. Ich war schon noch ein paar mal hier gewesen, dass es schon komisches Gefühl war, die Treppen da wieder hochzugehen. Man fühlt sich ein bisschen zurückversetzt, aber es ist jetzt für mich in dem Moment nicht belastend. Auch der Oberbürgermeister weiß aber, dass der Prozess jetzt noch einmal die Gefühle aufwirbeln wird. Trotzdem bleibt nach dem furchtbaren Verbrechen vom Januar der Blick nun nach vorn gerichtet.