Diese Kreuzfahrt beginnt auf der Saône in Trévoux, macht Halt in Lyon und fährt weiter über die Rhône in Richtung Le Pouzin. Von dort geht es über Avignon, Tarascon und Arles bis in die Camargue – eine Reise nach Südfrankreich, in das Herz der Provence. Besucht werden dabei ein Briefträger, ein Künstler und engagierte Bürger:innen.
In dieser Folge geht es auf Saône und Rhône von Trévoux nach Arles. In Lyon begleitet die Reisedokumentation einen Briefträger durch die sogenannten Traboules, verwinkelte und versteckte Gänge der städtischen Hinterhöfe, begegnet einem Künstler, der die Geräusche der Stadt erkundet, sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die Risse im Asphalt mit Mosaiken auffüllen.
In den Nebenarmen der Vieux Rhône sind Libellenforscher unterwegs. Und in der Provence trifft man im Sommer auf Menschen, die zur Lindenblütenernte auf Bäume klettern, kann ein Schauspiel aus Farben und Düften auf Lavendelfeldern erleben und eine alte Wassermühle besuchen, in der Kastanien der Ardèche zu Mehl für Kastanienbrot verarbeitet werden. Ein junger Bauer in der Camargue setzt Entenküken aus, die in seinen Reisfeldern das Unkraut beseitigen sollen. Und der Domherr von Avignon führt auf den Turm der Kathedrale Notre Dame, während dort das Geläut von 35 Glocken im vollen Gange ist.
Dokureihe (D 2021, 44 Min)
Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/095710-002-A/flusskreuzfahrten/
Verfügbar bis zum: 26/08/2025
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[Musik] Flüsse erschließen Kontinente, nähren die Natur, sind Lebensadern für Menschen und Länder. Flüsse sind bis heute wichtige Handelswege. An ihren Ufern entstanden bedeutende Metropolen. Mittlerweile folgen Flusskreuzfahrer den Routen, besuchen Orte mit Geschichte und Landschaften, die zum Entdecken einladen. M. [Musik] Eine Reise ins Reich der Sinne verspricht diese Flusskreuzfahrt zu werden. [Musik] Die Route durch Südfrankreich führt zu Künstlern, die die Stadt als Leinwand entdecken. Eine Musiker, der den Geräuschen der Großstadt nachjagt. einer Landwirtin, die sich dem Duft des Lavendels verschrieben hat, einer Bäckerin, die auf das Herbemehl des Waldes schwört und einem Domherrn, dessen Glocken den Takt einer mittelalterlichen Stadt vorgeben. Auf der Zon in Trevou beginnt die Kreuzfahrt, macht Stopp in Lyon und fährt weiter über die Roh in Richtung Le Pousson. Von dort geht es über Avignon, Tarascon und Arl bis in die Kamark. [Musik] 20 km nördlich von Lyon am Unterlauf der Son bricht die MS Annabelle auf in Richtung Mittelmeer. Auf vier Decks bietet das 135 m lange Schiff bis zu 180 Gästen Platz. [Musik] Für die rund 350 km lange Tour werden Sie vier Tage benötigen mit zahlreichen Zwischenstopps. [Musik] Eine kleine Insel in der Sonn markiert die Ankunft am ersten Zielort der Reise. [Musik] Lyon am Zusammenfluss von Z und R. Die Stadt wird von den beiden Strömen geradezu zerschnitten. Mehr als 30 Brücken verbinden deshalb Lionsstadtteile miteinander. [Musik] Die historischen Bauwerke sind für den modernen Schiffsverkehr oft zu niedrig. [Musik] Nah der Kathedrale von Lyon ist Nicola Slav unterwegs. Der Briefträger arbeitet in der Altstadt und hat Zugang zu den sogenannten Trabul. Versteckte Verbindungsgänge quer durch Häuser und Hinterhöfe. Manchmal höre ich den Fremdenführern zu, den ich begegne. Sie erzählen, dass es sich um kleine Passagen handelt, die im ersten Weltkrieg und auch in der Resistenz benutzt wurden als Geheimgänge. Man durchquerte also eine Trabulle, um von einer Straße zur nächsten zu gelangen. Eine andere Version der Geschichte lautet, dass man sie in der Zeit der Renaissance benutzt hat, um Seide zu transportieren, denn Lyon liegt an der Seidenstraße. So ist es möglich, ganz gemütlich von den Geschäften bis runter zum Fluss zu gelangen, ohne auf die Straße zu müssen. 400 bis 500 Trabul soll es in Lyon geben. Ein Labyrinth im Verborgenen. Mich fasziniert die Geschichte hier und alles persönliche. Ich mag es, wenn viele Leute unterwegs sind, wenn was los ist. Dann wird das Viertel zum Dorf, in dem sich jeder kennt. Ich kenne jede Menge Leute. Ich bin ja auch schon fast 20 Jahre dabei. [Musik] In weit der Gänge finden sich Kunstwerke, die nur dem aufmerksamen Fußgänger ins Auge stechen. Niemand kennt den Urheber, aber Edw Michelle weiß mehr. Ich mache Abdrücke von einem Loch im Bürgersteig und die nehme ich dann als Schnittmuster. Ganz so wie bei der Utkoür. Das dient uns dann als Abdruck fürs Atelier. Später kommen wir mit einer Leinwand zurück, die aus lauter kleinen aneinander geklebten Teilen besteht. Dieses Transplantat fügen wir schließlich hier ein, damit das Loch ausgefüllt ist. [Musik] Normalerweise ist das die Arbeit des Künstlers MM für den ich arbeite, aber er möchte anonym bleiben und hier auf der Straße am helligten Tag, da springe ich für ihn ein. Mm. Fangemeinde, die jede seine Aktivitäten registriert und Neuerscheinungen im Netz postet, damit niemand sie verpasst. [Musik] [Musik] Einige Meter weiter der sogenannte Hügel der Arbeit, das ehemalige Viertel der Seidenmacher von Lyon. In den Hinterhöfen der einstigen Werkstätten ist Giom dabei, seine Stadt mit den Ohren zu entdecken. Heute ist es ruhig. Besucher, Fußgänger und zum Glück wenig Verkehrslärm von draußen. Heute höre ich einen schönen Klang. Diesen Nachhall der Menschen, die vorbeigehen, der Menschen, die sich ihre Geschichten erzählen unds den Wind der weht. Man hört die Fenster der Bewohner. Sie klackern im Wind und mit den Wänden dieses Hofes ergibt das einen wunderbaren Ton, ein schönes Echo. Da ist noch Leben. Giom ist auf der Suche nach dem Sound der Großstadt. Das ist der Klang der Feuchtigkeit. Da ist der laut, wenn der Regen auf Blätter auf den Boden fällt. Da ist aber auch der Klang der Stadt. Die Menschen, die rennen, um sich vor dem Wasser in Sicherheit zu bringen. Ein Moment der Beschleunigung. [Musik] Er betreibt ein Label für elektronische Musik, indem er mit den unterschiedlichsten Klängen experimentiert. Heute ist der Lärm der Stadt vor allem der Lärm der Autos des Verkehrs. Es ist nicht einfach in dieser Umgebung andere eindeutige definierte Geräusche zu finden, aber dennoch schafft man es interessante Dinge einzufangen. Wasser z.B. Wir werden das mit elektronischen Klängen mischen. Da passiert was zwischen einer Stadt und elektronischer Musik. Die Dinge werden kompatibel. [Musik] zurück auf dem Fluss. Das Kreuzfahrtschiff verlässt Lyon. vorbei am ehemaligen Hafen und Gewerbegebiet, das heute an eine Spielwiese für Architekten erinnert. [Musik] Und dann lässt das Schiff auch die Sohn hinter sich. Nach 473 km mündet der Fluss in die Rohen. [Musik] Der nächste Zielort der Kreuzfahrer liegt rund 120 km südlich am Rande der Ardesch. [Musik] Die Kleinstadt Lepousson ist vor allem bei naturinteressierten Touristen beliebt. Die Gebirgslandschaft der Region ist Heimat zahlreicher Vogel und Insektenarten. [Musik] Jean-Michel Faton ist in den Flussauen auf der Suche nach etwas ganz bestimmtem. Zusammen mit seiner Praktikantin hat er die lokale Libellenpopulation im Visier. [Musik] [Musik] Eigentlich reagieren sie sehr schnell auf Bewegung, daher ist es schwierig, sich ihnen zu nähern. Meist es besser sich ans Ufer zu setzen und darauf zu warten, bis sie sich niederlassen. Auf diese Weise kann man sie am besten fangen. [Musik] Die Arbeit von Jean und Elodie ist für das Ökosystem der Ardesch von großer Bedeutung. Libellen sind wie Alarmgeber, denn sie reagieren auf Umweltverschmutzung. Außerdem reagieren sie auch auf Austrocknung von Feuchtgebieten, Sympfen, Flussläufen. Also gegenwärtig sind es die Tiere, die ziemlich genau Angaben über die Qualität unserer Umwelt liefern. Das ist der Grund, warum sich viele Franzosen für die Überwachung der Libellenpopulationen stark machen. Man findet Libellen nur an sehr schönen, sehr üppig begrünten und besonders natürlichen Orten. Diese Arten sind wahre Bioindikatoren. [Musik] Durch den Klimawandel und die Entnahme großer Wassermengen für die Landwirtschaft sind die Feuchtgebiete der Region von Dürre bedroht. [Musik] Das Problem verstärkt sich, weil die Rohen über weite Strecken kanalartig ausgebaut ist. Heute sind es daher vor allem die Nebenarme der Rohnen, die noch etwas unberührten Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten. [Musik] [Musik] Etwas weiter strom aufwärts in der Region Ardesch ganze Wälder voller Es-kastanien. Früher waren die Bäume hier von großer Bedeutung. [Musik] Maronen wurden unter anderem in Mühlen wie der von Lemell verarbeitet. [Musik] Jean-Claude Duchon ist Vorsitzender eines Vereins, der die alte Mühle instand hält. Kastanien waren seit Jahrhunderten Grundnahrungsmittel in der Ardesch. Die Kastanie wurde vor allem konserviert und getrocknet, denn nur so kann man sie haltbar machen. Später hat man sie wieder gewässert, um Suppen wie die Cousina davon zu kochen. Ja. Und dann hat man noch das Mehl genutzt. Eigentlich wurden alle Es-kastanien verwendet, auch die von minder Qualität mit einem Rüsselkäfer. Damit hat man dann die Schweine gefüttert als Grundlage für eine proteinhaltige Nahrung. Alles wurde verwertet. [Musik] Kastanien haben die Region über Generationen geprägt. Die Eskastanien bergen für mich Kindheitserinnerungen, denn meine Großeltern waren Bauern. Erst das Sammeln der Kastanien, dann die Abende beim Sortieren. Ganze Berge von Kastanien landeten auf dem Tisch und wir gingen sie von Hand durch. Wir sortierten die Guten aus zum Verkauf oder zur Konservierung für den Hausgebrauch. Das sind Erinnerungen, die mich in meine Kindheit versetzen. [Musik] Auch einige Bäcker der Ardesch halten die traditionelle Verarbeitung des Kastanienmehls lebendig. Z.B. Sonja Lesinski in Wallebon. Wir sind eher luftiges leichtes Weißbrot gewohnt, aber hier haben wir ein sehr nahhaftes Brot mit sehr ausgeprägten Geschmack und einem ganz eigenen Charakter. Früher sagte man, dass die Menschen aus der ihr Leben lang vom Kastanienbaum begleitet werden. Als Säugling legte man sie in eine Wiege aus Kastanien Holz. Im erwachsenenalter ernährte die Esskastanie. Sie wurde angebaut und ermöglichte ein finanzielles Polster. Und nach dem Tod wurde man in einem Sarg aus Kastanienholz beigesetzt. Dieser Baum ist das Symbol deresch, ein lebenslanger Begleiter. Sonja hat erst spät zum Brot gefunden. Vorher war sie Sozialarbeiterin, hatte dann einen Blumenladen. Heute steht sie jeden Morgen um 2 Uhr auf. Bäckerin zu sein ist ein bisschen wie ein Priesteramt. Berufung und Selbstverleugnung zugleich. Das heißt, Verzicht auf eigenes Familienleben, auf ein soziales Leben, für das Brot, für die Freude am Brot. Belle dochie. Es ist ein schönes, ein sehr schönes Leben. [Musik] Das Kreuzfahrtschiff verlässt Leepusson. Auf der Rohn geht es weiter Richtung Süden. Für den Betrieb des Schiffes ist eine 40köpfige Besatzung nötig. Vom Reinigungspersonal über das Küchenteam bis hin zur nautischen Crew. Mit knapp 20 km pro Stunde steuern die Kreuzfahrer dem nächsten Ziel entgegen. [Musik] Woher müssen sie noch eine der zahlreichen engen Schleusen überwinden, die allein zwischen Lyon und Avignon einen Höhenunterschied von knapp 150 m ausgleichen. Dieses Mal soll es 13 m in die Tiefe gehen. Entlang der zahlreichen Staustufen der Rohen entstanden Wasserkraftwerke. Sie decken heute 3% des französischen Energiebedarfs. Der weitaus größere Teil, mehr als 70% stammt aus Atomkraftwerken. Auch sie wurden entlang der Rohen erbaut und nutzen das Wasser des Flusses zur Kühlung. [Musik] 200 km hat das Kreuzfahrtschiff bereits zurückgelegt. Es nähert sich seinem nächsten Zwischenstopp. [Musik] Ankunft in Vivier. Für viele Reisende das Tor zur Provenz. [Musik] Der mittelalterliche Ort ganz im Süden der Ardesch ist trotz seiner geringen Größe Vivier hat nicht einmal 4000 Einwohner Bischofssitz. [Musik] Wenige Kilometer weiter wird die Landschaft zunehmend bergig. Am Nordrand der Provenz auf ca. 375 m Höhe liegt Buile Baronie. Aufgrund seines günstigen Klimas ist der Ort vor allem für den Anbau von Heilpflanzen und Kräutern bekannt. Hier verwendet man üblicherweise endemische Pflanzen aus der Provence wie Tymian und Rosmarin. Wir verarbeiten aber auch Lindenblüten. Einmal zur Herstellung von Heilkräutern. aber auch für Cremes und sogenannte Hydrolasen. Das heißt, man distilliert eine Pflanze, filtert das Destillationswasser und füllt es dann in Flaschen ab. Und unsere Kunden verwenden es, um von den wohltuenden Eigenschaften der Pflanzen zu profitieren. Laurent Prax kennt die segensreiche Wirkung vieler Kräuter seit seiner Kindheit. Zu Hause gab es viele Anwendungsmöglichkeiten für Lindenblüten bei unruhigen Kindern. Neugeborene badete man in Lindenblüten. Man verteilte Pflanzen in ein kleines Becken und setzte unruhige Kinder hinein. Aber es gibt unzählige Anwendungsmöglichkeiten. [Musik] Das Wissen wird bis heute von Generation zu Generation weitergegeben. Weiter Strom abwärts lässt das Kreuzfahrtschiff langsam die Ardesch hinter sich. [Musik] Der Schiffsverkehr nimmt nun spürbar zu. Seit Jahrhunderten werden wir Heilkräuter der Ardesch, aber auch Öl, Wein und Holz über den Wasserweg in alle Welt exportiert. [Musik] [Musik] Während die Gäste an Bord der Annabelle feiern, erreicht das Schiff die Mittelalterstadt Avinum. [Musik] Von Lyon ist das Kreuzfahrtschiff die Rohen hinabgefahren. Vorbei an der Ardesch mit Zwischenstationen in Le Pousson und Vivier bis nach Avinho. Nach Ausflügen in das Umland wird das Schiff seine Fahrt von hier über Tarascon bis nach Arl fortsetzen. Seit dem Morgengrauen sind die Kreuzfahrer auf den Beinen, um das kulturelle Erbe Avignons zu erkunden. Im 14. Jahrhundert galt die Stadt als Zentrum der Christenheit. Machtkämpfe in Rom führten dazu, dass der Sitz des Papstums hierhin verlegt wurde. [Musik] Die päpstliche Kirche, die Kathedrale von Avignon, ist vor allem für das Geläut ihrer 35 Glocken berühmt, mit dem sich Domher Herr Daniel Brier auskennt. Daniel schaut regelmäßig nach dem Rechten. Auch wenn die Glocken längst nicht mehr von Hand bedient werden müssen, heute läuft hier alles automatisiert ab. Früher sagte man, dass die Glocke die Stimme Gottes symbolisiert, der sein Volk versammelt, aber auch gleichzeitig die Stimme der Menschen, die auf Gott antworten. zu freudigen Anlässen wie dem Einzug des französischen Königs oder zu traurigen Anlässen wie in Zeiten der Pest oder erst vor kurzem bei der Coronapandemie. Dieser Klang berührt das Innerste, die Tiefe der Seele. [Musik] Ich weiß noch, als ich das erste Mal hochgestiegen bin und sie habe Leuten sehen. Ich war total überwältigt, wie gelähmt. Hatte das Gefühl, dass mein Herz im Rhythmus der Glocke schlägt. Schließlich gewöhnt man sich daran, aber ich höre nun, ob sie gut klingt oder wann man sie ölen muss, dann hört man Geräusche. Sie hat ihre ganz eigene Sprache. [Musik] Im Umland von Avignon in Richtung Osten wird der Duft von Lavendel. jetzt allgegenwärtig. [Musik] Lavendel ist gleich Provence. Hier dreht sich alles um Lavendel. [Musik] Auf dieser Art Boden kann man nur den Lavendel anbauen, der auch hier klar kommmt. Es gibt keine Bewässerungssysteme. Man ist also auf gedeih Verderbet ausgeliefert, um unsere schönen Pflanzen wachsen zu lassen. Veronik Angels Familie ist seit Generationen dem Lavendelanbau verbunden. Lavendel, das ist meine Kindheit, meine Familiengeschichte. Ich gehöre der fünften Generation der Lavendelbauern an und habe von klein auf darin gebadet. Seit ich 3 Jahre alt war, wurden dann Fotos von mir in den Lavendelfeldern gemacht. Ab meinem zehnten Lebensjahr habe ich zusammen mit meinem Vater gearbeitet. Das ist Teil unseres Universums. Mittlerweile hat Veronik den Familienbetrieb übernommen. [Musik] Das sind natürlich meine Kindheitsbilder, aber es ist eher der Destillationsgeruch als der Duft nach Blumen auf dem Feld. [Musik] Das ist für mich wirklich ein Symbol meiner Kindheit, denn wir sind keinen Sommer weggefahren, sondern immer dort gewesen. Die Destillerie, das waren unsere Ferien, aber das war auch okay. Ich rieche den Dampf. Wenn er das ätherische Öl der Blume transportiert, entsteht ein ganz eigener Geruch. Partikulier kostbares Lavendelöl. Für die Herstellung von einem Liter braucht Veronik bald 100 kg Blütenrispen. Ich sage immer, dass Lavendel das Schweizer Taschenmesser unter den ätherischen Ölen ist. Für uns ist Lavendel ein Allheilmittel. Ein Landwirt in der Provence hat immer ein wenig Lavendelöl dabei. Gegen Insektenstiche, Schnittwunden, gegen alle kleinen üblichen Problemet halt auf einfache Weise. Es ist wundheilend, antiseptisch, beruhigend. [Musik] Der vorletzte Abend der viertägigen Kreuzfahrt bricht an. Hinter den Kulissen des Schiffes bereitet sich die Küchenkre etwas Besonderes vor. [Musik] Übungslauf für das sogenannte Captains Dinner. Suf Salva Maran legt letzte Hand an an der kulinarischen Spezialitäten. [Musik] Surf and Turf und Gamb für die Gala. [Musik] Jetzt präpariert Salv ein Tartar aus rohem, gedünstetem und geräuchertem Lachs auf Schwarzbrotkanapes. [Musik] Keine 30 km entfernt von Avignon nähert sich das Schiff Tarasco. [Musik] Ganz in der Nähe des Stegs befindet sich die gewaltige Burg Tarascon aus dem 15. Jahrhundert. [Musik] Einer Legende nach soll hier einst ein Drache gehaust haben, der das Vieh der Bauern gerissen und Spaziergänger am Ufer vernascht hat. Ein Ungeheuer, an dem selbst zahlreiche tapfere Ritter gescheitert sein sollen. Erst die Heilige Martha soll das schuppige Untier gezähmt haben, angeblich mit Hilfe von Weihwasser. Heute trägt der Ort, an dem der Drache Tarask einst wütete, seinen Namen Taraskong. Von Lyon über Vivier ist die Tour mit dem Kreuzfahrtschiff bis nach Avignon und Tarascon gegangen. Nächster Halt ist Arl, wo Reisende das Kreuzfahrtschiff verlassen, um mit bescheideneren Verkehrsmitteln die letzten Kilometer ans Meer zurückzulegen. Kaum 20 km von Tarascon entfernt, liegt Arl. In römischer Zeit gegründet ist die Altstadt berühmt für ihre antiken Denkmähler. Der Maler Vincent van Goch ist hierhin einst dem norddeuropäischen Winter entflohen. kannt aus dieser Phase seine Nachtgemälde. [Musik] Seine Sternnacht über der Rohn dient heute Astrofotograf Fetter als Anregung. Dieses Foto zu machen ist sehr schwierig, denn als er dieses Bild gemacht hat, gab es keine Lichtverschmutzung. Es gab lediglich die mit gas betriebenen Straßenlaternen. Wir gehen da hinunter, denn hier ist viel Verschmutzung durch das Boot, das festgemacht hat. Und dann versuchen wir das Foto noch mal zu machen. Das ist sehr kompliziert, denn das Original war bereits eine Montage. Das Sternbild des großen Wagens kann nicht über dem Fluss gestanden haben. Vangoch muss es etwas verrutscht haben. [Musik] Zuerst der Blick auf die Wasserreflexe [Musik] und dann auf den Sternenhimmel. [Musik] Die fertige Fotomontage. Wangorsch Sternennacht über der Rohn als Foto. [Musik] Wirklich gute Bilder vom Sternenhimmel entstehen nicht in der Stadt. [Musik] Um schöne Fotos zu machen, braucht man sehr wenig Licht. Es muss wirklich sehr dunkel sein, so dunkel wie möglich. Das Faszinierende an der Nachtfotografie ist, dass wir heute über Apparate verfügen, die Dinge sichtbar machen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Mit den Fotoapparaten kann man in 5 oder 10 Sekunden ganz schnell den ganzen Sternenhimmel ablichten. Das ist fantastisch. Ich [Musik] bemühe mich an Kraftorte zu gehen, alte Kapellen, megalitische Orte, die seit Urzeiten von den Menschen genutzt werden und die sie aufgrund ihrer Schwingungen, ihrer Energie kennen. conn par les gens avec des vibrations de l’énergie ou c’est jais eins zu sein en communion la nature en fait [Musik] letzte Tag unserer Reise. Hinter Al verändert die Rohn ihren Charakter. Auf den letzten Kilometern zum Meer wandelt sich der Fluss zu einem seichten Gewässer. Für die großen Kreuzfahrtschiffe ist hier Schluss. [Musik] Weite Teile der Region liegen unter dem Meeresspiegel und werden regelmäßig überflutet. Das Meerwasser lässt den Boden versalzen. Ein Grund, warum hier traditionell Reis angebaut wird, denn Reis entzieht dem Boden Salz. Auf der Reisfarm Saint Scil zeigt Bernard Pujol, dem Juniorbauern Baptist Magios, wie man Enten als Unkrautvernichter einsetzt. on va leur environ que là ils connaissent pas sie kennen die ja noch nicht für sie bedeutet das Stress denn sie haben noch nie Wasser gesehen, noch das Gras und eben das alles. Doch da Enten ganz außergewöhnlich intelligente Tiere sind, werden sie sofort erkennen, was ihnen gut tut. Der Stress wird nur kurz anhalten. [Musik] Die Enten sollen sich von Unkraut im Reisfeld ernähren. Die bitteren Reispflanzen lassen die Tiere in Ruhe. Jeden Tag um die gleiche Zeit wird der Futter bringen. Ich würde mich hier an den Feld ran stellen und die Enten rufen. Siehst du? Alle heben den Kopf. Aber man muss rufen, egal wie weit weg sie sind. Hen kommt ihr Henten zu schüchtern. Man muss echt so tun, als würde man Tiere in den Bergen rufen, die weit weg sind. Sie vertrauen dir und werden dich hören und auftauchen. Nein, es ist tatsächlich so, als würdest du einer von ihnen sein, Teil der Herde. Du bist jetzt Teil der Herde. [Musik] Baptist ist ab jetzt nicht mehr nur Reisbauer, sondern auch Entenpapper. Er hat sich dem biologischen Reisanbau verschrieben. Keine leichte Aufgabe in einer Region, die vom ständigen Kampf mit dem Salz geprägt ist. [Musik] Regelmäßig muss der Wasserstand auf den Feldern kontrolliert und Süßwasser über Kanäle zugeführt werden, sonst wird der Boden zur Salzwüste. Das weiße Gold wird in großen Holzbottchen getrocknet und dann geschält. [Musik] So bleibt das Aroma erhalten. [Musik] 70% des französischen Reis stammt aus dieser Region. [Applaus] Langsam nähert sich die Rohn dem Mittelmeer. [Musik] Die Reise durch das Reich der Sinne, voller Klänge, Aromen und Düfte geht zu Ende. Auch die Impressionen des südfranzösischen Lichts, der heiteren Farben des Südens, wie Vanch sie nannte, werden viele Reisende mitnehmen. Sinneseindrücke, die sie vielleicht nie mehr vergessen werden. [Musik]
4 Comments
weiter so
So eine wunderschöne Reise mit ARTE! Ich liebe Ihre Filme sehr!
Ja,diese Arte Filme sind wundervoll,vielen Dank.
warum soll ich Hochsee Kreuzfahrt machen wenn ich bei einer Flusskreuzfahrten ständig was geboten bekomme ???