Joa. Das war mein dritter Versuch in Schwerin, mein zweiter auf der 90-km-Strecke, und ich habe aus den vergangenen Radrennen diesen Jahres immerhin ein bisschen gelernt: Ich hatte zwei Liter Wasser mit insgesamt etwa 300 g Kohlenhydraten dabei, von denen ich anderthalb Liter getrunken habe, und zwei Liter Wasser in einem Trinkrucksack, aus dem ich einen Liter getrunken habe.
Ich nehme an, dass die regelmäßige Zufuhr von Kohlenhydraten dafür verantwortlich war, dass ich mich das gesamte Rennen hindurch prima gefühlt habe. Klar, irgendwann stoße ich eben an meinen FTP-Wert von irgendwas 231 W an, über den heben mich auch die Kohlenhydrate nicht drüber, aber darunter war’s halt schon geil. Ich kam nicht ansatzweise so oft aus der Puste wie vor drei Wochen in Magdeburg, ich war nach jeder Belastung schnell wieder fit und vor allem ist die Tonspur angenehmer als bei meinen früheren Videos, weil ich mich kaum räuspere.
Ein Drittel der Strecke bin ich in einer größeren Gruppe gefahren, dazwischen in verschiedenen kleinen Gruppen und die letzten 18 Kilometer quasi ganz allein. Mit dem Resultat bin ich nicht so ganz zufrieden: Ich kam nach 2:41:44 h mit einem Schnitt von 33,7 km/h ins Ziel, holte mir meine Medaille und einen Kaffee und schon sauste der Besenwagen über die Ziellinie. So viel mehr Zeit hätte ich mir gar nicht lassen dürfen und diese Erkenntnis harmoniert einfach mal so gar nicht dem tollen Gefühl während des Rennens — ich war am Ende, Frauen und Männer zusammengezählt, auf Platz 256 von 348 Teilnehmer*innen auf der langen Strecke.
Aber: Ich hab mich gut gefühlt und freue mich auf den Sparkassen Münsterland Giro am 3. Oktober. Das wird sicherlich der totale Absturz auf 125 km, aber: Dabeisein ist alles, nicht wahr?
Also, los geht’s auf regennasser Fahrbahn:
4:48 Erste Bremsprobe
15:15 Start
26:21 Luftpumpe verloren — die mochte die DDR-Fahrbahnqualität nicht
27:22 Schnell am Besenwagen der 60-km-Strecke vorbei
1:11:27 Hier stürzt jemand vor uns mitten in der kleinen Gruppe, steigt aber direkt wieder aufs Rad und fährt weiter. Glück gehabt!
1:39:24 Flaggenkunde kann ich nicht
1:47:07 Die steile Abfahrt durch Gädebehn. Hier habe ich immer Angst, kopfüber abzusteigen.
2:02:22 Die beliebte Kopfsteinpflaster-Passage in Kritzow, auch bekannt als Friedhof der Trinkflaschen. Hier hat man in einem Radrennen eigentlich gar keine andere Wahl, als über den engen Gehweg auszuweichen.
2:21:51 Wir überholen ein zweites Mal den Besenwagen der 60-km-Strecke und ich wundere mich, wie der wieder vor uns gelangt ist.
2:22:50 Die letzten Sekunden in einer kleinen Gruppe. Den beiden wurden wohl die Beine schwer und ich bin entgegen meiner Gewohnheit dieses Mal nach vorne aus der Gruppe rausgefallen.
2:28:31 Fehleranalyse: Woran hat’s gelegen?
2:30:27 Flaggenkunde kann ich immer noch nicht
2:49:19 Hier hätte ich wohl ablösen sollen, kapiere das aber nicht und fahre weiter im Windschatten — peinlich!
2:55:12 Wie im letzten Jahr schon wieder zu früh zum Zielsprint angesetzt. Vielleicht lern ich’s ja 2026.
2:56:40 Zieldurchfahrt
2:56:45 „So, und Malte Hübner, der Lüneburger, schließt sich an…“
Zu meiner Aufzeichnung bei Strava: https://www.strava.com/activities/15814297822
4 Comments
Danke, für das Video😃
War auch angemeldet für die 60 Km, leider krank geworden😮💨 wie findest du die Kopfsteinpflaster Passage? Gut das niemand auf dem Bürgersteig stand🙂 Münster bin ich für die 60 Km gemeldet. Ich höre gerade du kommst aus Lüneburg? Ich komme aus Brietlingen.😂
Schönes Video und alleine im Wind ist immer schlecht , mit welcher Cam hast Du das denn aufgenommen? ich frage wegen den ganz Infos die zu sehen sind.
32:00 Das ist die wichitgste Aussage überhaupt. Einfach Spaß haben und sich gegenseitig helfen. Dieses Jahr konnte ich meine Teamkollegen auf Platz 3 der langen Runde bringen als Helfer. Am Vortag bin ich die Nord- und Landesmeisterschaft gefahren über 115km mit einem 45er Schnitt. War also schon etwas angeschlagen gewesen von den Beinen her…
Hier ein paar Tipps, die mir das Leben deutlich einfacher gemacht haben ganz vorne mitzufahren. (Will nicht jeder, aber die Tipps helfen allen)
1. "Aero Intervalle" Einfach in die Trainingsrunden Zeitblöcke einbauen, wo man in Aeroposition fährt. Das heißt entweder unterlenker mit leicht angewinkelten Armen oder oben an den Griffen und die Unterarme auf den Lenker ablegen. Anfangen tut man mit 5-10 Minuten und das ganze bei einer Studne Fahrt 2-3 mal. Wird am Anfang bisschen Wehtun, aber mit der Zeit kann man sich schnell steigern bis man fast dauerhaft aerodynamisch fahren kann. Ich tue das bei jeder Aussfahrt, selbst bei entspannten Ausfahrten. Konnte meinen Schnitt 2kmh steigern. Hilf vor allem bei Rennen, wo man häufig alleine Fährt.
2. Stabitraining. Vor allem mit dem Tipp davor sehr wichitg. Stabilisation ist das A und O. Damit kann man erst richitg stabil auf dem Rad sitzen. 2-3 mal die Woche entweder ins Gym oder eigentlich gleich gut sind Homeworkouts. Klassiche Übungen wie Kniebeuge oder Liegestütz. Mag nicht jeder, ich weiß, aber hilft euch auch im Alltag ungemein weiter. Ansonsten auch gerne Yoga ausprobieren, dort lernt man seinen Körper auch gut kennen.
3. Essen im Rennen. Wie du es schreibst, es macht den Unterschied überhaupt. Ich selber Trinke vor dem Start einen Energy mit 60g Zucker. Damit habe ich erstmal eine Grundlage fürs Rennen, auch was Flüssigkeit angeht. Im Rennen selber bin ich dann mit einer Flasche Wasser und einer Flasche mit 130g Kohlenhydraten gefahren. Dazu ein Gel mit 45g. Das zusammen auf 2:20std. Pro Stunde sollte man auf um die 100 Gramm kommen, damit alles gut läuft. Vor dem Rennen bitte im Training ausprobieren, was man verträgt und wie viel. Ich selber Mische es mir aus Maltodextrin und Glucose an mit einer Fingerspitze Salz. Das spart richitg Geld im Gegensatz zu den Fertigmischen.
Vielleicht hilft das dem ein oder anderen. Wenn fragen sind, gerne stellen. Ich schaue die Tage hier nochmal vobei 🙂
Um wieviel Uhr bist du durchs Ziel gefahren? Ich stand kurz vor der Zieleinfahrt und hab einige Zieleinläufe aufgenommen, falls du deine Zieleinfahrt haben/sehen möchtest. 😃