Fünf Ausflugstipps rund um die Eisenbahn, die tollen Freizeitspaß versprechen.

In der Pfalz lädt das Kuckucksbähnel zur Weinprobe unter Dampf. Seit über 10 Jahren veranstaltet die Museumsbahn schon solche Rollenden Weinproben. Vor der Abfahrt des stilecht mit einer kohlegefeuerten Dampflok bespannten Zuges erhalten die Gäste ein exklusiv bedrucktes Weinprobierglas. Die Weinprobe beginnt dann schon im Zug auf der gut einstündigen Fahrt durch den Pfälzer Wald nach Elmstein. Dort wartet ein Catering auf die Teilnehmer. Außerdem können die Weine von vier ausgesuchten Weingütern der Region verkostet werden, bis es mit dem Kuckucksbähnel wieder zurück nach Neustadt an der Weinstraße geht.

Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad führt Wanderer und Spaziergänger in die Geschichte und den laufenden Betrieb der Schwarzwaldbahn zwischen Hornberg, Triberg und St. Georgen ein. Die Besucher erleben eine Panoramatour mit beeindruckenden Aussichten auf die Schwarzwaldbahn – eine der schönsten und tunnelreichsten Gebirgsbahnen Deutschlands.

In einer Solardraisine kann man durch den Odenwald fahren. Und zwar auf der seit 1994 stillgelegten Trasse der Überwaldbahn zwischen Mörlenbach und Wald-Michelbach – einer der schönsten denkmalgeschützten Eisenbahnstrecken Europas. Sobald man in die Pedale tritt, springt der Elektromotor zur Unterstützung an, sodass auch längere Anstiege bequem gemeistert werden. Drei hohe Viadukte und zwei Tunnels machen die Strampelei auf Schienen zu einem besonderen Erlebnis.

Ein Bahnhof als Ferienwohnung oder Hochzeitslocation? Das gibt es in Gamburg im Taubertal. Der denkmalgeschützte Bahnhof des Ortes wurde von einer Frankfurter Familie aufwändig restauriert. Aus dem ehemaligen Wartesaal wurde eine Location für Familienfeste, aus dem oberen Stockwerk eine große Ferienwohnung. Ein Abenteuer für Eisenbahnfans, denn Züge halten hier immer noch.

Bei den sogenannten „Mondscheinfahrten“ in Trossingen, die immer abends, meistens am dritten Freitag im Monat stattfinden, braucht man keine Fahrkarte. Die Tour mit der ältesten elektrischen Lokomotive der Welt ist umsonst. Gratis sind auch die Getränke. Ein Muss – nicht nur für Liebhaber historischer Bahnen.

Kapitelmarken
00:00 Intro: Auf dem Schwarzwaldbahn-Erlebnisweg ab Triberg
02:00 Rollende Weinprobe mit dem Kuckucksbähnel ab Neustadt Weinstrasse
07:05 Auf dem Bahnerlebnisweg: Die Geschichte der Schwarzwaldbahn
11:57 Mit einer Solardraisine auf einer denkmalgeschützten Eisenbahnstrecke durch den Odenwald strampeln
17:17 Übernachten im Bahnwärterhäuschen an der Schwarzwaldbahn
18:39 Urlaub machen und feiern im Bahnhof Gamburg im Taubertal
35:05 Fernsprecher am Bahnerlebnisweg mit Geräusche-Raten für die Wanderer
24:07 Mondscheinfahrten mit der ältesten E-Lok der Welt in Trossingen
29:15 Outro: Am Ende des Bahnerlebniswegs auf dem Bahnhof Triberg

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#swr #treffpunkt #eisenbahn

. Hören Sie es auch?
Gleich kommt er raus. (Aufgeweckte Musik) Schon beeindruckend, so nah dran,
wenn der Zug hier durch donnert. Mitfahren ist das Eine. Aber wir zeigen Ihnen jetzt
spannende Freizeiterlebnisse rund um die Eisenbahn. (Dynamische Musik) Wir strampeln mit einer Draisine
über Viadukte im Odenwald. Wir begleiten eine Hochzeit
in einem Bahnhof im Taubertal. Und wir fahren völlig kostenlos
mit der ältesten Elektrolok der Welt durch Trossingen. (Dynamische Klänge) Was für ein Ausblick. Toll, wir sind unterwegs
entlang der Schwarzwaldbahn. Und die kann man hier rund um Triberg
richtig toll beobachten. Deswegen hatte Nikolaus Arnold
vom Tourismusbüro die Idee zum Bahnerlebnispfad,
um die Schwarzwaldbahn, also eine der schönsten Gebirgsbahnen
Europas, beobachten zu können. Ja, wir sind hier
an einem sehr spektakulären Punkt, dem so genannten Vierbahnenblick, weil da kann man
die Schwarzwaldbahn vier mal sehen. Wir haben ja sehr viele Tunnel und zum ersten Mal
sieht man die Bahn da drüben. Dann fährt sie in den Tunnel. Dann da drüben zum zweiten Mal,
dann kommt der Triberger Bahnhof. Dann kommt das Interessante. Dann fährt die Bahn
total in die falsche Richtung, aber das hat natürlich einen Grund. Die Bahn muss hier Höhe gutmachen. Deshalb fährt sie hier
in die falsche Richtung. Durch Tunnel
und dann fährt die Bahn dort oben und hat diesen Höhenunterschied
überwunden. Total beeindruckend! Und es gibt viel zu entdecken
an vielen verschiedenen Stationen. Wir wandern los. Währenddessen schauen wir
erst mal noch in den Pfälzer Wald. Da geht’s mit Pfälzer Gemütlichkeit
auf den Schienen zu. (Dynamischer Ton) (Pfeifen der Lokomotive) Stimmungsvolle Begrüßung an Gleis fünf im Bahnhof
Neustadt an der Weinstraße. Sofort bekommt man das wichtigste Utensil
für die anstehende Bahnerlebnistour. Wir haben extra eigene Gläser
für die eigene Weinproben-Fahrt, damit die Leute
es als Andenken mitnehmen können. Es geht bei dieser Fahrt
also in erster Linie um Wein und nur ein wenig
um Eisenbahngeschichte. Die Weine sind erst mal ganz gut und auch generell
die Umgebung, das Bähnchen. Ich war auch schon mal
im Lokhäuschen vorne drin, toll das mal erklärt zu bekommen. Der Höhepunkt ist die Weinprobe
am Ende und ein Weingut, das kenne ich,
die haben ganz ausgezeichnete Weine. Und dann wird die Rückfahrt
entsprechend lustig sein. (Peppige Musik) Von Anfang an sorgen
die “Red Hot Dixie Devils” für die passende
musikalische Begleitung. Seit über 40 Jahren
fährt die historische Museumsbahn von Mai bis Oktober fast jedes Wochenende
in den Pfälzer Wald. Aber nur an vier Terminen verwandelt sich das Kuckucksbähnel in
eine rollende Bar mit Wein und Sekt. (Aufgeweckte Musik) 75 Euro kostet das All-Inclusive-
Vergnügen pro Person. Solange man nur Bahn fährt,
ist der Führerschein nicht in Gefahr. (Peppige Musik) Also wird auf dem Kuckucksbähnel
ausgelassen gefeiert, frei nach dem Motto: Jeder Tag ist ein besonderer Tag,
der unwiederbringlich vorbei ist. Deshalb feiert jeden Tag,
wie wenn es der Letzte wäre. Los geht’s. Zunächst noch auf der
Hauptstrecke Mannheim-Saarbrücken. Aber schon nach wenigen Kilometern
zweigt das Kuckucksbähnel ab auf seine eigenen Gleise
Richtung Elmstein. (Pfeifen) In der historischen Dampflok wird der Kessel
mit viel Kohle richtig aufgeheizt. (Gesang) In den Waggons dagegen der Schampus
mit Eiswasser schön gekühlt! Das ist ein Grüner Veltliner Sekt
vom Weingut Hammel. Damit gehen wir
durch den ganzen Zug und schenken den ein. Die erste offizielle
Probe gibt es also schon unterwegs, präsentiert von
einer pfälzischen Weinhoheit. Hat was schön Würziges
vom schwarzen Pfeffer, und sonst auch aromatisch, es geht in Richtung Birne und Apfel,
aber auch die Litschi ist vorhanden. Also was sehr schön Erfrischendes,
mit einer leicht würzigen Note. Keiner geht hier leer aus. Solange wir nicht auf dem Trockenen
sitzen, sind wir zufrieden. Der Ausschank ist dank jahrelanger
Erfahrung bestens organisiert. Wir waren das letzte Jahr
schon einmal dabei und kennen einer der Musiker. (Peppige Musik) Gut eine Stunde
dauert die Fahrt bis Elmstein. Meist geht es durch
dicht bewaldetes Gebiet auf der einspurigen Museumsbahn
den Speyerbach entlang. (Aufgeweckte Musik) Nicht nur die Lok, das ganze Kuckucksbähnel
ist unter Dampf. Dafür heizt die Band mächtig ein. (Peppige Musik und Gesang) ♪ You make me happy
when skies are grey (Peppige Musik und Gesang) (Pfeifen) Ankunft in Elmstein. 250 gutgelaunte Kuckucksbähnler
unterwegs zum Festplatz. Es war sehr lustig,
sehr schön und lecker. Und wie geht’s jetzt weiter? Wir gehen nach Elmstein
zu den Winzern und machen eine Weinverkostung
und ein Picknick. Grauburgunder, Weißburgunder,
Riesling oder Rosé, die ganze pfälzische Weinvielfalt
ist da. Das Weingut von uns ist
dieses Jahr das erste Mal dabei. Das hier ist
ein rotierendes System. Es sind jedes Jahr
vier verschiedene Winzer. Es ist nicht immer gleich. Viele Leute sind Wiederholungstäter
und die machen das jedes Jahr. Dann haben sie jedes Jahr
vier andere Winzer. Unterm Zeltdach gibt’s parallel
Saumagen, Weck und Worscht. Für viele ist die Weinprobe am
Kuckucksbähnel jedes Jahr ein Muss. Diese Tickets
sind auch sehr schnell vergriffen. Wir stellen die im Januar
ins Netz rein und innerhalb von einer Woche
sind die Tickets alle weg. Nach drei Stunden Speis und Trank, ist auch die Lok wieder fit
für die Rückfahrt nach Neustadt. Bis zum nächsten Mal mit dem
Kuckucksbähnel im Elmsteiner Tal. (Dynamischer Ton) Nach so viel Dampf und leckerem Wein
haben wir auch Durst. Der Nick hat mir
eine Getränkestation versprochen. Und die ist hier! Das ist cool.
– Nicht schlecht. Das ist cool im wahrsten Sinne.
– Ja, genau. Da darf man sich bedienen. Das wird hier immer bereit gestellt. Bezahlen muss man schon.
Gibt es ein Kässle? Bezahlen, das zeige ich dir. Da gibt’s noch was ganz Besonders. Nicht nur ein Kässle,
wo man was reinschmeißen darf, sondern hier darf man sich
auch ein Schnäpsle nehmen, zum Beispiel original
Schwarzwälder Kirschwässerle. Erzähl mir doch mal die Geschichte
von der Schwarzwaldbahn, die ist ja recht bewegt. Das ist
eine sehr spannende Geschichte. Sie ist ja auch schon alt, über 150 Jahren
fährt die Schwarzwaldbahn schon. Der Erbauer
war ein recht schlauer Kerl. Robert Gerwig
war ein badischer Ingenieur. Der stand vor dem Problem: Wie kann die Bahn so einen Höhenunterschied
von über 500 Metern überwinden? Dann hat er
die geniale Idee gehabt: Ich mach das
mit zwei große Kehrschleifen. Und so überwindet
die Bahn diese Höhe. Dann ging es noch weiter. Als die Bahn eröffnet wurde,
war er gar nicht da, weil er zu diesem Zeitpunkt
in der Schweiz war. Dort gibt es die Gotthardbahn und dort findet man
genau diese Kehrschleifen wieder. Dort war er ebenfalls tätig,
der Robert Gerwig. Sie kommen aus Barcelona auf den
Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad. Und dieses Mädchen kommt aus Belgien. Der Bahntourismus im Schwarzwald
hat internationale Bedeutung. (Ruhige Musik) Hier darf man
ausnahmsweise tatsächlich mal auf den Schienen laufen. Ja, das ist eine Installation,
nur speziell für den Erlebnispfad. Hier sehen wir auch, was für verschiedene Schwellen
es gibt. Ja, das erklärt das zum Beispiel. Das sieht man alles nicht,
wenn man im Zug sitzt und deshalb hat man das hier
alles mal anschaulich dargestellt. Das ist es eben,
sonst rausch man einfach vorbei. Genau. – Hier kann man
es wirklich hautnah sehen. Das war auch,
was dir den Ansporn gab. Ja, ich bin voll der Eisenbahnfan,
Schwarzwaldbahnfan und das wollte ich einfach
alles mal zeigen. Wir machen jetzt
mal ein kleines Experiment. Wir laufen jetzt mal so, wie früher die Streckenläufer
die Schwarzwaldbahn getestet haben, ob alles in Ordnung ist. Man muss immer
von Schwelle zu Schwelle laufen, immer der selbe Abstand. Irgendwann musst du
gar nicht mehr auf den Boden gucken. Du hast diesen Schritt drauf. (Ruhige Musik) Da sieht man mal,
wie abgelegen die Bahn unterwegs ist. Ja. Der Erlebnispfad
folgt der Schwarzwaldbahn mit ihrer schwierigen,
in den Granit gehauenen Topographie fast überall hin. Blick hinter die Kulissen
der 1873 eingeweihten Strecke. Hier ist die Tafel.
– Ja. Aja, guck, da sieht man schön:
Da sind wir losgelaufen. Da ist der Triberger Bahnhof. Da geht es hoch, zack, zack, zack. Es sind ganz schön viele Stationen. 16 Stationen sind’s. Wie lange braucht man
dann für die ganze Strecke? Wenn man es gemütlich macht,
man will auch immer alles anschauen, dann läuft man pro Strecke
etwa 2,5 Stunden. Aber sehr gemütlich. Nichts für Rollstuhlfahrer
oder Kinderwägen. Nein, es hat eher
alpinen Charakter. Man sieht es auch hier,
wir sind jetzt schon bei 720 Metern. Wir sind ja bei 600 Meter
hochgelaufen. – Geht schon aufwärts. Jetzt sind wir hier, Station fünf,
also beim Gremmelsbacher Tunnel. Da sieht man den Verlauf schön,
wie die Bahn hier fährt. Wir sind jetzt schon 3,5 Kilometer
vom Triberger Bahnhof losgelaufen. Na dann, weiter geht’s.
Da haben wir noch was vor uns. Ist ja richtig verwunschen hier.
– Ja, da sind immer so Pfade. Schön hier,
hier ist halt die Vegetation. Okay.
– Ist halt schön hier, wirklich. So, hier haben wir jetzt
den perfekten Tunnelblick. Gut gesagt, genau, da können wir
durch den Tunnel durchgucken. Das Thema “Tunnel” ist wahnsinnig
spannend bei der Schwarzwaldbahn, weil wir sehr viele Tunnel haben,
37 Stück an der Zahl. Damit haben wir die tunnelreichste
Gebirgsbahn der Welt. Das haben wir nachprüfen lassen. Es gibt nirgendwo
eine Gebirgsbahn… Das ist verrückt.
Nicht mal in der Schweiz? Nein, innerhalb von 20 Kilometer
37 Tunnel. Wahnsinn! Aber auf den Schienen zu sein,
ist natürlich strengstens verboten. Das heißt, wir gehen
jetzt auch gleich wieder weg. Es ist ja
noch eine viel befahrene Strecke. Ganz anders im Odenwald. Da kann man das wirklich alles
auf der Strecke erleben, durch den Tunnel fahren, hautnah,
und zwar auf einer Draisine. (Dynamische Klänge) (Ruhige Musik) Tief im Odenwald
über Berg und Tal strampeln, eine wahre Panoramastrecke:
die Überwaldbahn. Heute sind hier nur noch
Draisinen unterwegs. (Peppige Musik) Ich würd’s empfehlen,
weil ich glaube, man sieht es ja nicht mehr so oft, dass noch so viel
Natur erhalten ist. Wenn man mal vielleicht
rauskommen will aus der Stadt, ist es schon was Schönes hier. Für viele der ideale Betriebsausflug. Man bekommt
die ganze Belegschaft unter, mietet entsprechend viele Draisinen. Am besten natürlich
mit einem herzhaften Frühstück, das sich das Tiefbauamt Heidelberg
hier am Start in Mörlenbach selber organisiert hat. Es gibt einige Kollegen,
die hier in der Gegend hier wohnen. Die haben das vorgeschlagen
und deswegen sind wir heute hier. Ja, ich bin gespannt, die Landschaft mal
von der Draisine aus zu entdecken und man muss da ja auch mitradeln. Gut, dass wir gestärkt sind.
Das ist ein dann ganz wichtig. Acht Personen passen in ein Gefährt und das kostet
für die Gruppe zusammen 125 Euro. Anschnallen ist Pflicht,
Strampeln dagegen nicht. Das letzte noch: 400 Meter Abstand halten. Falls die vorne
ein bisschen langsamer sind, auch ein bisschen langsamer machen. Viel Kraft brauchen Sie gar nicht.
Das läuft mit einem Elektromotor. Das heißt, wie ein E-Bike. Das heißt,
es reicht die einfache Trittkraft, um schon auf
die Höchstgeschwindigkeit zu kommen. ♪ I like to move it, move it ♪ I like to move it, move it ♪ I like to move it, move it ♪ You like to move it Das Schienenfahrrad bewegt sich
überwiegend aus eigener Kraft. Der Elektromotor,
der die Fahrer unterstützt, bezieht seine Energie
aus den Solarzellen vom Dach. Auf der zehn Kilometer langen Fahrt beeindrucken
drei schwindelerregenden Viadukte. ♪ I like to move it, move it Und nicht nur die. Auf der Strecke gibt es zwei Tunnel. Einen ganz kurzen und einer,
der ist ein bisschen länger. Der kurze
ist auch gar nicht beleuchtet, aber der längere schon. ♪ I like to move it, move it ♪ I like to move it, move it ♪ I like to move it, move it ♪ You like to move it ♪ I like to move it, move it ♪ I like to move it, move it ♪ I like to move it, move it ♪ You like to move it Das ist ein bisschen gruselig, oder?
– Ja, tatsächlich schon. Also, ich hoffe,
dass wir nicht stecken bleiben. (Aufgeweckte Musik) Eine besondere Herausforderung:
ein Bahnübergang. Jetzt heißt es schnell sein
und wissen, wie man die Ampel für den kreuzenden
Verkehr auf Stopp schaltet. (Aufgeweckte Musik) Man muss natürlich beachten, dass man schon kurz vorher bremst
auf jeden Fall, weil sonst kommt man
zu schnell. Dann müssen wir aussteigen
und einen Knopf betätigen. Damit schaltet die Ampel
für die Autofahrer um und somit können wir
dann über die Straße fahren. Rücksicht auf Anwohner?
Wird gemacht. Ankunft am Wendepunkt. Hier haben die Draisinenfahrer
zwei Stunden Aufenthalt, denn die einspurige Bahnlinie
muss völlig frei sein, bevor die ersten
wieder die Rückfahrt antreten. Wir sind jetzt
in Wald-Michelbach angekommen. Das ist der zweite Bahnhof
neben Mörlenbach. Zwischen diesen beiden Bahnhöfen pendeln wir mit den Fahrzeugen
unter der Woche und am Wochenende eigentlich an jedem Tag hin und her. Mit 24 Draisinen,
die wir im Gleis haben. Und jetzt haben die Gäste hier ein bisschen Aufenthalt
in Wald-Michelbach und ab 14 Uhr geht es wieder zurück. Ein guter Zeitpunkt, um zwischendurch die Gleise
auf Herz und Nieren zu prüfen. Das ist genau genommen ein Unimog. Der Unimog ist ja bekannt,
er hat eine riesen Fangemeinde. Aber für uns hat er
eine besondere Bedeutung. Das ist ein Zwei-Wege-Fahrzeug. Das ist straßentauglich
und schienentauglich, was uns die tägliche Arbeit
unglaublich erleichtert. Täglich steht
eine Kontrollfahrt auf dem Plan. Mit dem Unimog geht’s schneller
als mit der Draisine. Wir müssen natürlich schauen,
ob die Strecke verkehrssicher ist, ob nichts auf den Gleisen
als Hindernis liegt. Wir müssen schauen, dass die
Beleuchtung im Tunnel funktioniert, die Notrufanlagen funktionieren
und so weiter. Viele würden auch
gerne mal mit dem Unimog fahren. Aber der Schienen-
und Straßen-Veteran ist das persönliche Vergnügen
vom Streckenwart. Alle anderen
nehmen die Solardraisine. Schön war’s. War’s anstrengend?
– Wie die Sau! Die war sehr entspannt.
Wir hatten einen tollen Ausblick. Wir hatten leider
den Hund mit dabei. Dadurch war es
ein bisschen anstrengender, weil es sehr laut im Tunnel war. Den weiten Blick über das Feld,
war wunderschön und in einen Steinbruch
konnte man auch noch reinschauen. War echt klasse! ♪ I like to move it, move it ♪ You like to move it (Dynamischer Ton) (Ruhige Musik) Zurück auf die Schwarzwaldbahn. Ein alter Streckenposten
bei Triberg-Gremmelsbach, erbaut 1873 zusammen
mit der Bahnlinie. Denkmalgeschützt
und heute ein Ferienhaus: schlicht und authentisch,
ohne Fernseher und Spülmaschine, nur zu Fuß erreichbar. Christoph Freudenberger
hat das Bahnwärterhäusle gerettet und sanft renoviert. Wie ist es, wenn man im Haus ist? Ist es nicht laut,
wenn die Züge vorbeifahren? Stört das nicht? Nein, im Gegenteil ich würde sagen, beim Bahnwärterhaus
erwartet man auch solche Geräusche. Ach so, das gehört dazu. Ja, aber das ist auch
nur einmal in der Stunde. Und dann zwei mal
hintereinander direkt. So ist es auch bei Ihren
Feriengästen, gehört es auch dazu? Ja, die Feriengäste
sind zum Teil Modellbahner oder sie sind einfach
leidenschaftliche Eisenbahner. Sie freuen sich
an der Atmosphäre rund um die Bahn. Ja, Übernachten
direkt an den Schienen ist bestimmt was total Besonderes. Vor allem, wenn man Fan ist.
Das glaube ich absolut. Ja. Das kann man auch im Taubertal
in einem denkmalgeschützten Bahnhof. Und da kann man sogar heiraten. (Dynamische Klänge) Großer Bahnhof im Taubertal. Heute wird hier Hochzeit gefeiert. (Ruhige Musik) Das alte Bahnhofsgebäude
von 1868 als Eventlocation. Eine tolle Idee,
nicht nur für Eisenbahnfans. Liebe Gäste,
schön, dass ihr heute hier seid. Danke, dass ihr so einen
bedeutenden Tag mit uns teilt. Bis gestern Abend um 23 Uhr haben wir noch die Location
gemeinsam hergerichtet. Ohne die tatkräftige Unterstützung
unserer Familien und lieben Freunde hätten wir das alles
nicht geschafft. Ob drinnen im alten Wartesaal
oder draußen am Bahnsteig, feiern kann man hier
bei jedem Wetter. Eisenbahn ist schon ein großer Teil,
vor allem in meinem Leben. Aber seit wir zusammen sind,
auch in Ines Leben. Dann haben wir gedacht, dass das doch
sehr gut zu uns beiden passt. Nicolas ist ein großer
Modelleisenbahn-Fan und es war jetzt eigentlich
auch eher so Zufallsfund. Wir hatten ein bisschen
in der Gegend von Würzburg geguckt, was es gibt an Locations und sind hier auf
den Bahnhof Gamburg gestoßen. Eine Hochzeitstorte
mit Modelleisenbahn. Auch da zeigt sich die heimliche
Leidenschaft vom Brautpaar. Es darf sich jemand
mit Teller nähern. Diese Party stört
garantiert keine Nachbarn, denn die wohnen meilenweit entfernt. Und noch besser: Die Hochzeitsgesellschaft
muss nachts nirgendwo mehr hinfahren. Wir haben
das komplette Haus angemietet und auch ein Großteil
der Gäste übernachtet hier und wir frühstücken
dann morgen hier noch gemeinsam. Die Eigentümer vom Ferien-
und Eventbahnhof Gamburg: Karin, Tilmann und Wolfgang Schlootz. Der Bahnhof ist für sie
ein zeitintensives Hobby, aber auch
ein einträglicher Nebenverdienst. Unter der Woche
sind sie damit beschäftigt, das Gebäude mit Festsaal
und zwei Ferienwohnungen auf Vordermann zu bringen. Denn am Wochenende ist der denkmalgeschützte Bahnhof
meist ausgebucht. Wir haben lange
nach einem schönen Gebäude gesucht. Wir lieben alte Gebäude
und wir haben den entdeckt. Wir, Wolfgang und ich,
haben den entdeckt, angeschaut und haben uns
in das Gebäude verliebt. Ich bewundere,
dass sie den Blick dafür haben, eine Immobilie,
egal in welchem Zustand sie ist, anzusehen,
welches Potenzial darin steckt. Ich denke, dieser Bahnhof,
der war runtergerockt. Das war ein Lost Place. Die beiden sind gekommen
und als alle gesagt haben: “Hey, da ist ein Brandschaden,
da ist ein Wasserschaden”, haben die beiden
das Potenzial gesehen: “Wir können den restaurieren. Das kostet keine Million,
sondern wir machen das jetzt.” Mit einer
liebevoll-antiken Einrichtung von Flohmärkten und Internetbörsen. Das ist unsere schöne große Küche. So eine große Küche
habe ich mir gewünscht. Das war früher ein Dienstraum, ein Raum, in dem die Installationen
für die Weichenstellung waren. Und das Letzte, was noch
davon übrig ist, sind diese Räder. Die führten die Seile
für die Weichen. Der ehemalige Wartesaal mit Blick auf den immer noch existierenden
Haltepunkt der Taubertalbahn. Ein Stock höher
dann die Ferienwohnungen, Tagesmiete 150 Euro. Urlaub
im eisenbahnromantischen Ambiente. Ja, wir haben uns bemüht,
das so einzurichten, wie es
einem alten Gebäude entspricht. Wir haben viele Antiquitäten
zusammengesammelt, aber auch moderne Stücke
mit kombiniert. Sodass es also auch nicht wirkt,
wie Uromas Wohnung. Es hat viel Spaß gemacht,
macht immer noch viel Spaß. Ja, wir sind beide Städter. Wir sind in Städten aufgewachsen,
in Großstädten. Wir haben immer nur
in Großstädten gewohnt. Das hier ist “auf dem Land leben”
und wir genießen das total. Ein Traumhaus, in dem sie gerne arbeiten
und ab und zu auch selber wohnen. Der Bahnhof Gamburg
mitten im schönen Taubertal. (Dynamischer Ton) Wir sind jetzt
bei einem Fernsprecher, den findest du so immer an der
Strecke der Schwarzwaldbahn. Da ist ein Telefon drinnen. Das darf man wirklich aufmachen
und den Hörer abnehmen? Du kannst den Hörer abnehmen und dann hörst du
interessante Geräusche. Drück mal die Nummer eins! Dann funke ich mit dem Lokführer?
– Ja, oder dem Fahrdienstleiter. Du bist Lokführer und funkst
jetzt mit dem Fahrdienstleiter. Wir haben das
jetzt modern gemacht. Da hörst du
verschiedene Fahrgeräusche, zum Beispiel, wie eine Dampflok
oder eine Diesellok klingt. Und du hörst auch, wie eine moderne E-Lok,
wie sie heute fahren, klingt. Okay, jetzt Nummer zwei, mal hören,
was da kommt. Klingt nach moderner E-Lok.
– Genau, du bist gut. Genau das ist sie auch,
hast du richtig gewusst. Und übrigens,
die älteste E-Lok der Welt, die fährt auch noch und
zwar ganz im Süden Baden-Württembergs und das auch noch
zum “Mondscheintarif”. Cut, genau. (Dynamische Klänge) Der älteste Elektrozug der Welt. Bei den Trossinger Mondscheinfahrten kann man die Pioniertechnik der
Elektromobilität kostenlos miterleben und die ist über 125 Jahre alt. Das ist super interessant. Die Eisenbahn ist für ihn
gerade das Höchste und Größte. Dann machen wir das
natürlich mit dem Kleinen. Aber für Papa doch auch?
– Ja, alte Technik begeistert immer. Wer rastet, der rostet.
Das gilt auch für historische Bahnen. Um die Technik am Leben zu erhalten,
sollte sie bewegt werden, und so kam es, dass die betagten Fahrzeuge zwingend
wieder auf die Schiene mussten. Am Anfang waren es
reine Werkstattfahrten. Also nur Werkstattpersonal,
Lokführer und nach zweimal leer ohne Fahrgäste
hin- und herfahren sagten wir, Wenn wir schon fahren, dann können
ja auch Fahrgäste mitfahren. Dann haben wir es einfach
“Mondscheinfahrten” genannt, weil es einfach
im Dunkeln stattgefunden hat. So hat sich das dann etabliert. Ganz am Anfang
haben wir mal überlegt: Sollen wir Fahrkarten verkaufen,
soll man keine verkaufen? Aber wir haben dann entschieden,
nein, wir machen das kostenlos. Auch die Getränke, die wir im Zug
hier haben, sind kostenlos. Die Strecke ist ja
nur vier Kilometer lang. Also selbst wenn jetzt jemand kommt
und es darauf anlegt, zu sagen: Okay, ich trinke
jetzt fünf Bier, kostenlose, das schafft er gar nicht, weil wir sind ja
rechtzeitig wieder zurück. (Sie prosten sich zu.) Die Trossinger Nebenbahn ist eine der kürzesten Nebenstrecken
Deutschlands, aber sie bedeutete
für die Trossinger Industrie, allen voran
den Instrumentenbauer Hohner, den Anschluss zur Welt. Schmieren ist das A und O! Ich sage immer zu den Kollegen: Beim Fahren kann uns immer
mal irgendwo was kaputt gehen. Das ist historische Technik. Da steckt man nicht drin,
das kann schon mal passieren. Aber dass man mit zu wenig Öl
in den Lagern liegen bleibt oder da einen Schaden produzieren,
das darf uns nicht passieren. Ein kleines Museum am Trossinger
Stadtbahnhof erzählt die Geschichte, der ab 1898 bei der AEG
in Berlin gebauten Triebfahrzeuge, damals absolute Prototypen. Der gesamte Zug, also dieser grüne
Zug mit dem elektrischen Triebwagen, mit dem Personenwagen und mit
der E-Lok bildet zusammen einen Zug. Und das ist heute der älteste
betriebsbereite Elektrozug der Welt. Und das im beschaulichen Trossingen. Meist am dritten Freitag im Monat
finden die Mondscheinfahrten statt, früher spätabends,
heute auch bei Tageslicht, immer mit Rücksicht
auf den S-Bahn-Regelfahrbetrieb, der Trossingen täglich
mit der weiten Bahnwelt verbindet. (Ruhige Musik) Im historischen Zubringerzügle
pendelt man zwischen Trossingen Stadt und dem Fernverkehrshaltepunkt
der Deutschen Bahn. Die Fernzüge halten außerhalb
der Stadt auf freiem Feld. Zum Ersten Mal jetzt auf dieser Bahn? Ich persönlich nicht.
Ich war schon hier mit der Familie. Haben Sie denn Jugenderinnerungen
an diese Bahn? Ja, habe ich,
jeden Morgen in die Berufsschule, oben eingestiegen,
unten ausgestiegen und umgestiegen nach Schwenningen. Das war damals
wahrscheinlich anstrengend? Ja, auf jeden Fall,
aber Spaß hat es gemacht. Dort, wo sich Lokalbahn
und Fernbahn begegnen, wendet das Elektrozügle. Ein pensionierter Schweizer Lokführer ist Stammgast
bei den Mondscheinfahrten und er spielt,
Ehrensache in Trossingen, auf einem original Hohner-Akkordeon. (Akkordeon-Musik) Ich mache sonst noch Straßenmusik
seit ich Rentner bin. Erstens gehe ich dann in Zürich an
den See und mache dort Straßenmusik. Und dann kam ein Riesensortiment. Und hier ist es gut, da kann ich
ein bisschen auswendig spielen üben. Ich bin nicht sehr gut
im auswendig spielen. Erzähl mal,
wie es für die Kinder ist? Super!
– Sag mal, wo du herkommst. Von Frankreich. Wo aus Frankreich?
– Paris. Vom Haltepunkt der Fernbahn in wenigen Minuten
wieder zurück nach Trossingen-Stadt. Wer will kann an diesem Abend
noch zweimal hin- und herpendeln. Es ist toll, dass es Leute gibt, die so was noch pflegen
und das am Leben erhalten. Und so die ganze Technik erhalten. Wer hätte das gedacht,
Lok Lina ist immer noch top in Form, die älteste elektrische Lokomotive
der Welt. (Dynamischer Ton) Habt ihr auch noch Freizeittipps
rund um das Thema Eisenbahn? Dann schreibt uns doch gerne
unten in die Kommentare. Noch mehr rund ums
Wandern gibt es hier. Freizeittipps jederzeit
in unserer “Treffpunkt”-Playlist oder am besten: SWR-Kanal abonnieren. Ciao. SWR 2025

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