🚴‍♀️ Fahrradtour gegen Depressionen – die Mut-Tour mit Halt in Leipzig

Das Projekt will ein Tabu brechen: Über Depressionen sprechen. Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, doch noch immer wird die Erkrankung oft missverstanden und stigmatisiert.
Die Teilnehmer der Mut-Tour – viele von ihnen selbst betroffen – radeln quer durch Deutschland, um ins Gespräch zu kommen und Bewusstsein für seelische Gesundheit zu schaffen. Ihre Botschaft: Reden statt Schweigen. 💬

Leipzig spielt dabei eine besondere Rolle, denn hier hat die Deutsche Depressionshilfe ihren Sitz. Nicht nur deshalb macht die Radtour hier einen Zwischenstopp! Gemeinsam wollen sie zeigen: Depression ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die jeden treffen kann.

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im Job aussortiert und das wegen einer Depression. Man hat mich lieber pensioniert als mich woanders einzusetzen. Das ist ganz verrückt. Man geht im System damit gar nicht um. Eine Fahrradtor will für einen besseren Umgang mit Depressionen kämpfen, fährt dafür mit dem Rad durch ganz Deutschland. Wir wissen z.B. am Anfang der Woche nicht mit wem wir fahren. Ähm wir wissen nicht, wo wir abends übernachten und ich denke beim Thema Depression, dass es eine Volkskrankheit ist, das trifft arme, reiche, junge, Alte. Oft wird sowas auch totgeschwiegen. Die meisten Menschen sitzen ja heute irgendwie in einem Büro und bewegen nur noch eine Maus und sind vereinzelt. Und das macht vielleicht nicht Depression, aber das ist förderlich. Was hilft gegen die neue Volkskrankheit? [Applaus] Depression ist eine seelische Erkrankung. Etwa jeder fünfte Erwachsene wird im Laufe des Lebens einmal mit einer Depression konfrontiert. Vielen fällt es schwer darüber zu sprechen, oft aus Scham oder aus Angst vor Ausgrenzung, besonders in der Arbeitswelt. Dagegen helfen, Offenheit und Sichtbarkeit, Reden, zuhören, Unterstützung anbieten und annehmen. Ein Beispiel für diesen Ansatz ist ein kreatives Fahrradfahrprojekt mit Zwischenhalt in Leipzig, die Muttour. Bei diesem Projekt reisen meist Betroffene in kleinen Gruppen durch Deutschland, um mit ihrer Tour das Bewusstsein für Depressionen und seelische Gesundheit zu fördern. Ziel ist es, die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen und das Schweigen zu brechen. Menschen wie Peter Kraus zeigen dabei, wie wichtig es ist, Gesicht zu zeigen und ins Gespräch zu kommen. Wir wissen z.B. am Anfang der Woche nicht mit wem wir fahren. Ähm wir wissen nicht, wo wir abends übernachten, also wir klingeln irgendwo, fragen jemanden nach dem Quartier und ähm ja, das ist schon mutig und das Thema ist natürlich was mit Mut, weil es geht um Depression, ja, seelische Gesundheit und Radfah ist eine Sache, die ganz viele Menschen können und wir durch die Strecken, die wir zurücklegen können, erreichen wir auch viele Menschen und auch viele Medien. Ähm und Bewegung ist gut. Also so unsere Urkroßeltern, die haben sich ein ganzen Tag bewegt, waren in der frischen Luft und waren mit anderen zusammen. Ja, die meisten Menschen sitzen ja heute irgendwie in einem Büro und bewegen nur noch eine Maus und sind vereinzelt. Also, das macht jetzt nicht Depression, aber das ist förderlich und wir wollen, dass Menschen, die krank sind, sich Hilfe suchen, wie bei Zahnschmerzen, ne? Wenn sie sich keine Hilfe suchen, schlecht. Und dass sie, die gesund sind, Respekt haben, ne? Wie beim Herzinfarkt, der hat sich kaputt geschafft, ein guter Mann, aber der ist schwach. Na ja, ist halt schwach, ne? Peter Kraus ist heute Rentner und war einst als Lehrer tätig. Seine eigene Depression machte den Arbeitsalltag schwer. Viele Arbeitgeber wüssten nicht, wie sie mit seelischen Erkrankungen umgehen sollen, erzählte er. Oft fehle Wissen, oft auch Zeit für ein offenes Gespräch. So wie Peter Kraus geht es vielen in Deutschland. 2023 waren laut dem AOK Gesundheitsatlast 12,12% der Bevölkerung ab 10 Jahren von Depressionen betroffen, was einen neuen Höchststand darstellt. Eine Lösung, reden und Sichtbarkeit. Genau hier setzt die Muttour an, ein Projekt, das mit dem Fahrrad durch Deutschland reist, um das Bewusstsein für das Thema zu schärfen. Die Teilnehmer fahren in kleinen Gruppen, um Gespräche anzuregen in der Öffentlichkeit und in den Medien. Ihr Motto: Reden stadschweigen, zuhören statt wegschauen. Die Tour macht Halt in Leipzig und zeigt, wie wichtig es ist, Unterstützung anzubieten und auch anzunehmen. Das gibt da, wo ich herkomme, in dem Bundesland 30.000 Beamte, aber man hat mich lieber pensioniert als mich woanders einzusetzen. Das ist ganz verrückt. Man hat offenbar irgendwie auch Ängste oder man geht im System damit gar nicht um. wird also ich möchte nicht pauschal urteilen, aber es damit wird nicht adäquat umgegangen. Ähm und ähm ich glaube viele Arbeitgeber können damit auch besser umgehen. Oft wird sowas auch tod geschwiegen. Also ich war früher mal Personalratsvorsitzende sowas wie Betriebsrat im öffentlichen Dienst und wir hatten auch natürlich Alkoholiker wie in jeder größeren Firma, aber darüber hat man dann nicht gesprochen. Ein wichtiger Ansprechpartner für Betroffene sitzt in Leipzig. Die deutsche Depressionshilfe. Sie will aufklären, beraten und Wege zur Behandlung und Unterstützung aufzeigen. Professor Ulrich Heger, ehemaliger Arzt des Universitätsklinikums Leipzig und Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sagt, dass Depressionen trotz zunehmender Aufmerksamkeit immer noch missverstanden werden. entscheiden bei einer Depression ist, ob man eine Veranlagung hat und Menschen mit einer Veranlagung, die erkranken, selbst wenn das Leben auch ihr ganz persönliches Leben eigentlich sehr sehr gut ist und Menschen ohne die Veranlagung, die erkranken nicht auch wenn sie ganz ganz große Bitterisse erleben. muss man verstehen, dass Depression weniger eine Reaktion auf Lebensumstände ist, als man zunächst mal denkt. Und dass die Diagnose häufiger gestellt wird und damit mehr Menschen Hilfe kriegen, äh das ist eben auch ein Zeichen, dass das Tabu, das Sigma deutlich abgenommen hat, aber es ist immer noch da. Und der Kern dahinter ist eigentlich das Missverständnis, dass man glaubt, Depression ist eine Reaktion in erster Linie, eine Reaktion auf Lebensumstände und dann denkt sie nich jeder, na ja, äh der hat der Stress im Beruf habe ich auch, aber ich beiß hal zusammen und gehe da trotzdem hin und lass mich nicht gehen. Also es wird immer noch missverstanden, dass es was mit Schwäche zu tun hat. Vor allem die Erkranken selber sind es ja so, die stigmatisieren sich ja selber und erst nach einiger Zeit beginnen zu verstehen, dass es eine richtige Erkrankung ist, auch ein Erkrankung des Gehirns. Und wenn man darüber nicht spricht, wird nichts besser. Und ich denke beim Thema Depression, dass es eine Volkskrankheit ist, das trifft arme, reiche, junge, Alter, da ist es dringend notwendig und eine Gesellschaft, die sich damit beschäftigt, ist eine bessere Gesellschaft. Die Muttour arbeitet fachübergreifend. Menschen aus verschiedenen Fachrichtungen ziehen an einem Strang. Unterschiedliche Behandlungsmethoden werden offen betrachtet, immer mit dem Blick darauf, was dem Einzelnen hilft. Die Depressionshilfe, das sind quasi die ähm, wenn man von Autos mal ausgeht, ist die Autoindustrie, das sind die Dienstleister, die leben auch ähm damit als Behandler ähm zu arbeiten und wir sind sowas wie der ADC, wir sind die Selbsthilfegruppe, ja, wir sind der betroffenen Verband. Ja, also wir sind nicht gegen ähm wir sind einfach eine andere äh Gruppe und ähm wir denken, wir sind auch jetzt nicht irgendwie sagen Psychotherapie gut, Medikamente schlecht, es ist ganz individuell, wie man mit dem Problem umgeht. Ähm wir sind da offen. Ähm und die Behandler haben natürlich immer ihr Dinge im Kopf. Wenn Sie Psychotherapeut sind, werden sie wahrscheinlich ähm mit Medikamenten umgehen, aber die Psychotherapie ist der König, wenn sie Pharmareferent sind, wenn sie sagen, Psychotherapie ganz gut, aber natürlich braucht man die Pillen. Also und wir sind da natürlich neutrale eingestellt. Für Peter Kraus ist klar, psychische Erkrankungen sollten so selbstverständlich angenommen werden wie körperliche Beschwerden. Wunsch an die Gesellschaft mehr Verständnis, mehr Rücksicht und der Mut Hilfe anzubieten und anzunehmen. Die Muttour zeigt, gemeinsam geht es leichter. [Musik]

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