Wettringen im Münsterland – nie gehört? So ging es mir bis vor kurzem. Doch als ich hörte, dass die 8000-Seelen-Gemeinde Platz 1 im Fahrradklima-Test des ADFC belegte (in der Kategorie „Orte bis 20.000 Einwohner“) und somit den Titel „fahrradfreundlichster Ort Deutschlands“ trägt, war meine Neugier geweckt. Wie fährt es sich dort? Ich habe mir mein Rad geschnappt und Wettringen auf eigene Faust erkundet. Besonders beeindruckend: Die Radschnellroute „Triangel“, teilweise auf dem Bahndamm der ehemaligen Strecke Gronau – Rheine. Aber auch im Radfahrparadies gibt es noch ein bisschen was zu verbessern.

Links/Quellen:

Ergebnisse des Fahrradklima-Tests:
https://fahrradklima-test.adfc.de/

Pressemitteilung der Kommune Wettringen:
https://www.wettringen.de/artikel/2025/quartal-2/adfc-fahrradklima-test-2024-wettringen-zum-3-mal-auf-dem-1-platz/

Triangel-Route des Kreises Steinfurt:
https://www.kreis-steinfurt.de/kv_steinfurt/Kreisverwaltung/%C3%84mter/Amt%20f%C3%BCr%20Planung,%20Naturschutz%20und%20Mobilit%C3%A4t/Mobilit%C3%A4t/Triangel/

Ahoi und moin moin aus dem Münsterland. Ich bin heute in die Gemeinde Wetring gefahren. Die liegt grob gesagt zwischen Reine und Ochtrup und hat gut 8000 Einwohner. Wetring war mir bislang kein Begriff, aber der Grund, weshalb ich jetzt davon gehört habe, ist ein Erfreulicher, denn zum dritten Mal in Folge ist Wetring als fahrradfreundlichster Ort Deutschlands ausgezeichnet worden. Den Test hat der ADFC gemacht und die Kategorie, in der Wetringen auf Platz 1 gelandet ist, sind die Orte und Kommunen bis 20.000 Einwohner. Ich habe überlegt, hm, was macht für mich ein fahrfreundlicher Ort aus? Wird einem da der rote Teppich ausgerollt? Ähm, gibt es überall Verpflegungsstationen? [Musik] Äh, habe so ein bisschen rumgesponnen und eigentlich bedeutet Fahrradfreundlichkeit ja in erster Linie, dass man sicher von A nach B kommt, vielleicht auch noch recht komfortabel und Spaß dabei hat. Ähm, genau. Und das sind so die Sachen, die werde ich mir heute mal angucken. Ich habe mein Fahrrad mitgenommen und mit diesem Fahrrad werde ich jetzt gleich in den Ort reinfahren. Ich bin jetzt noch ein wenig außerhalb und werde mich dann mal umschauen und werde auch mal gucken, was in diesem ADFC Test so gesagt wurde und ob das mit meiner Wahrnehmung übereinstimmt. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine entspannte kleine Fahrradtour und wünsche euch viel Spaß, mich dabei zu begleiten. Ich habe das ehemalige Bahnhofsgebäude in Wetringen erreicht. Hier führt eine sehr gut ausgebaute Fahrradstraße und das nicht ohne Grund, denn tatsächlich ist das die ehemalige Bahnstrecke zwischen Gronau und Reine, die ist Ende der 80er Jahre das letzte Mal von einem Güterzug befahren worden. Ja, und man hat diesen Bahndamm genutzt, um dort eben eine Fahrradstraße einzurichten. Die lässt sich auch ziemlich gut befahren. Man kann ganz gut nach links und rechts gucken. Mal sieht man ein paar Felder, mal ein kleines Weltchen. Also, das ist auf jeden Fall eine gute Sache. Und diese Strecke gehört zu einem Dreieck, das nennt sich hier Triangel. Das heißt, man hat drei von diesen direkten Routen eingerichtet und kann theoretisch ja immer im Kreis oder besser gesagt im Triangel fahren. Ähm hat auf jeden Fall nicht jede Gemeinde. Hier rund um den Bahnhof ist auch ein bisschen was los. Es gibt da etwas Gastronomie mit einem schönen Sommergarten, einem Biergarten und hier ist der Zop, also hier fahren auch die Busse ab. Und was der ADFC ähm besonders herausstellt, ist, dass es hier an diesem Zop auch eine Reparaturstation gibt. Das heißt, Radfahrende können hier mit ein bisschen Werkzeug kleinere Pannen selber beheben. Ähm, hier ist auch eine Toilette und es gibt frisches Trinkwasser. Also, das sind sicherlich Sachen, die für Leute, die jetzt längere Touren machen und weiß ich nicht, 50 km oder mehr abspulen, schöne Annehmlichkeiten. Hinter mir ist das Rathaus von Wetring und dort ist man nachvollziehbarerweise stolz auf die Auszeichnung. Man sieht auch im Ort verteilt an mehreren Stellen Schilder, die darauf hinweisen, dass man zur fahrradfreundlichsten Gemeinde in Deutschland gekürt wurde. Und ähm ja, nachdem ich jetzt so ein bisschen hier auch durch den Ortskern geradelt bin, kann ich sagen, ähm es fährt sich auf jeden Fall ganz gut. Man hat teilweise baulich getrennte Radwege, die sind in einem ja ordentlichen Zustand. Ich meine, die perfekten Radwege wird sowieso nirgends geben, denn der Untergrund arbeitet und entsprechend verändert sich ja auch die Oberflächenstruktur. Ähm, teilweise sind die Radwege nicht baulich getrennt. Das heißt, man muss dann mit auf der Straße fahren. Manchmal gibt es einen Schutzstreifen, manchmal nicht. Was mir aber aufgefallen ist, dass die anderen Verkehrsteilnehmer, spricht die Autos, äh schon Rücksicht nehmen. Also, die fahren dann doch auch langsamer, mal ein Stückchen hinterher und überholen mit ordentlich Abstand. Das ist sicherlich nur eine Momentaufnahme. Ich bin jetzt kein Mensch, der hier häufig mit dem Fahrrad unterwegs ist, aber es deckt sich ja offensichtlich mit den guten Noten, die man im Test des ADFC erhalten hat. Ich bin hier am Heimathaus von Wetring und hier gibt es nicht nur alte landwirtschaftliche Geräte, sondern auch das Heimathaus selbst. So ein schönes Bauerngebäude und man hat hier extra auch noch mal ausgeschildert Fahrräder und E-Bike. Auf der linken Seite tatsächlich eine Ladesäule für E-Bikes und auch noch mal so eine Reparaturstation in diesem Fall hier jetzt äh vom ADAC. Und wenn man dann möchte, kann man sich hier auch noch in diesen hinter diesen tollen Bilderrahmen stellen und ein Selfie machen vor dem Heimathaus. Was wirklich schön ist, sind die vielen Rastplätze. Man hat hier in und um Wetterringen sehr viele kleine Plätze geschaffen, an denen man sich als Radfahrer äh ja ein bisschen ausruhen und verpflegen kann. die sind so im Laufe der Jahre entstanden und man hat so das Gefühl, ja, hier bin ich als Tourist willkommen. Ähm was auch super ist, was ich bis jetzt so gesehen habe, dass es sehr viele Fahrradständer gibt. Ähm das zieht sich so durch den ganzen Ort, also am im Ortszentrum, an den Supermärkten, am Sportplatz. Das ist natürlich auch super für die Leute, die hier wohnen und die täglich ihr Rad nutzen. Und ich sag mal so, ich habe davon schon einige gesehen, die hier mit ihren Rädern unterwegs sind und das dann vermutlich so auch als ihr wichtigstes Fortbewegungsmittel sehen. Das hat man natürlich auch in den Niederlanden. ist ja jetzt nicht so ganz weit bis dorthin und äh ja, diese Fahrradbegeisterung in den Niederlanden, die schwappt natürlich hier im erweiterten Grenzgebiet auch herüber. Äh was ich finde, was man etwas verbessern könnte, ist so die Ausschilderung. Die hat in dem Test vom ADFC auch recht gute Noten bekommen. Ich bin da nicht so ganz überzeugt von. Ja, es gibt teilweise Schilder, es gibt auch ein Knotenpunktsystem, aber ich kenne das aus anderen Gegenden. Beispielsweise im Emsland, da ist das noch engmaschiger. Da gibt es noch mehr Orte, an denen tatsächlich auch Karten aushängen. Ähm, die sind hier teilweise schon ein bisschen in die Jahre gekommen und man muss mit unter danach suchen. Klar, im Zeitalter, wo jeder ein Smartphone dabei hat, ist es nicht mehr ganz so entscheidend, aber vielleicht steckt das Handy gerade im Rucksack oder der Akku ist leer und da ist es dann doch von Vorteil, sich zu orientieren. Man hat ja teilweise einfach diese Hinweisschilder, dass eine Route weitergeht. Ähm, die helfen einem aber nicht so wirklich weiter, wenn man gar nicht weiß, ähm, was der nächst größere Ort ist. Da muss man dann teilweise etwas suchen, bis man ein Schild findet. Also an der Stelle aus meiner Sicht gibt’s noch ein bisschen Verbesserungspotenzial. Das war’s für mich für heute. Ich hoffe, ihr habt ein bisschen was mitgenommen von dieser Tour. habt jetzt einen Überblick, wie es sich in Deutschlands Fahrradfreundlichster Kommune so fährt. Und ja, im Zweifelsfall kommt ihr einfach mal her und probiert das selber aus. Zumindest wenn ihr jetzt aus dem Umland kommt, ähm lohnt es sich. Es ist landschaftlich auch ganz schön hier. Und wenn man dann zu viel vom Landleben hat, kann man auch immer noch mal z.B. nach Münster fahren und ein bisschen shoppen gehen oder sich was angucken. Mir hat’s Spaß gemacht. Ähm, ich habe mich gefreut heute und äh ja, vielleicht sieht man sich demnächst bald wieder. Danke fürs Einschalten und ciao. Ja. Ja.

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