Das südfranzösische Arles erfindet sich gerade neu. Bislang war der malerische Ort am Rande der Camargue vor allem für seine antiken Wahrzeichen wie das berühmte Amphitheater bekannt, die Teil des UNESCO Weltkulturerbes sind. Mit dem weithin sichtbaren Turm des amerikanisch-kanadischen Architekten Frank O. Gehry hat die Stadt nun ein weiteres Wahrzeichen erhalten.

Das südfranzösische Arles erfindet sich neu. Bislang war der malerische Ort am Rande der Camargue vor allem für seine antiken Wahrzeichen wie das berühmte Amphitheater bekannt, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Mit dem weithin sichtbaren Turm des amerikanisch-kanadischen Architekten Frank O. Gehry hat die Stadt ein weiteres Wahrzeichen erhalten. Auf einer ehemaligen Industriebrache ist rund um den Gehry-Turm ein Kulturcampus entstanden, der sich als „Zukunftswerkstatt“ und als Anziehungspunkt für die relevantesten Künstler des 21. Jahrhunderts versteht.
Zwischen dem Amphitheater und dem glitzernden Gehry-Turm liegen 2.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte. Aber auch bedeutende romanische Kirchenbauten gehören zum reichen Weltkulturerbe von Arles. Und immer noch entdecken Archäologen Neues: Spektakulär sind die großformatigen Fresken im pompejanischen Stil, die bei den Ausgrabungen einer altrömischen Villa gefunden wurden und wie ein gigantisches Puzzle zusammengesetzt und restauriert werden.
Die Dokumentation zeigt Arles als eine Stadt im Spannungsfeld zwischen Antike und Avantgarde und als einen Ort, der immer schon Künstler und Kreative angezogen hat. Darunter Vincent van Gogh, der hier seine produktivste Phase hatte. Oder Pablo Picasso, der häufig nach Arles kam und eng mit dem Fotografen Lucien Clergue befreundet war, einem Mitbegründer des renommierten Foto-Festivals „Les Rencontres d’Arles“.

Dokureihe, Regie: Marion Schmidt (D 2022, 53 Min)

Video verfügbar bis zum 14/09/2025
Link zur Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/095807-001-A/unesco-weltkulturerbe/

#unesco #südfrankreich #amphitheater

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[Musik] Lesiscon, die Stadt der Toten, gespenstisch und verwunschend zugleich. Seit mehr als 2000 Jahren ranken sich unzählige Legenden um die antike Nekropole im Südfranzösischen Ar. Die berühmteste spielt im dritten Jahrhundert und dreht sich um das Schicksal des Gerichtsschreibers Genesius. Weil Genesius sich geweigert hatte, Todesurteile gegen Christen niederzuschreiben, wurde er enthauptet und auf Lesaliscon bestattet. Fortan setzte ein regelrechter Run auf die Gräberstadt ein. Gläubige aus ganz Europa wollten hier in der Nähe des Meertürers begraben werden. Seit 1981 zählt die Nekropole zum Weltkulturerbe der Menschheit. [Musik] อ Eine Stadt zwischen Antike und Avantard. [Musik] Bei uns stehen die historischen Denkmäler und die Denkm der Zukunft im Dialog miteinander. [Musik] Wir haben eine Geschichte und die muss man fortschreiben. Es gibt noch enorm viel zu tun. Diese Gegend birgt noch viele Schätze. Vieles wartet nur darauf, entdeckt zu werden. Wir hatten vielleicht das Glück, dass es so etwas wie einen lokalen Geist gibt, der sehr mit dieser Kultur verbunden ist. Daher sind manche Denkmäler extrem gut erhalten. Aber erst das Ensemble macht die Stadt einzigartig. In Arl sind die Spuren der antiken und mittelalterlichen Vergangenheit allgegenwärtig. Unübersehbar prägen bedeutende römische und romanische Bauwerke das Stadtbild. Arl hat also es geschafft, ein antikes Erbe zu behalten, umzuwandeln, nicht zu zerstören und halt eben um zu deuten auch und um zu nutzen und jahrhundertelang darauf aufzubauen, bis in unsere heutige Zeit hinein. Jede Epoche hat eigentlich so ihre den Beitrag dazu geleistet. Es sind vor allem seine römischen Monumente, mit denen Arl identifiziert wird. Seit Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus tront das gewaltige Amphitheater über der kleinen Stadt ihr wohl bekanntestes Wahrzeichen. Bis heute wird die Arena für kulturelle und sportliche Großveranstaltungen genutzt. [Musik] damals 11500 mad für 21 000 Menschen, wobei die Zuschauer durch ein ausgeklügeltes System von Treppen, Gängen und Galerien geleitet und je nach sozialem Stand platziert wurden. Das Besondere an diesem Denkmal ist, dass hier große Aufführungen stattfinden konnten. Klar, aber ab dem 16. Jahrhundert wurde es ganz anders genutzt. Es wurde nämlich zu einer mittelalterlichen Festung im Herzen der Stadt. Statt Gladiatoren kämpfen nun also städtisches Leben. Man nutzt die Außenmauern des Amphethers, um ein befestigtes Viertel zu schaffen. [Musik] Das Amphetheater wird zur Stadt mit Häusern, Gassen und einem zentralen Platz. Anfang des 19. Jahrhunderts ließ die Stadtverwaltung all diese Bauten wegen mangelnder Hygiene abreißen. Nachdem das Amphitheater wieder freigelegt war, wurde es 1840 unter Denkmalschutz gestellt. Diese Anerkennung wurde 1981 mit der Auszeichnung UNESCO Weltkulturerbe nochmals gesteigert. UNESCO. Arl lebt nicht nur vom Nimbus seiner römischen Vergangenheit. Arl hat sich im Laufe von mehr als 2000 Jahren immer wieder erneuert. Sichtbarstes Zeichen unserer Zeit, der spektakuläre Turm von Star Architekt Frank Gary. Er steht im Zentrum des Luma Kunstcampus, mit dem sich die Stifterin, eine Schweizer Kunstsammlerin und Pharmaerben ihren Lebenstraum in der Stadt erfüllt hat, in der sie aufgewachsen ist. [Musik] Wir fingen an zu diskutieren, wie eine kulturelle Institution des 21. Jahrhunderts wohl aussehe. Solche Fragen erschienen am Ende des 20. Jahrhunderts wichtig. Meine Berater und ich haben darüber viel nachgedacht. Gleich wurden Zweifel laut. würde eine solche Institution zu einer so alten Stadt passen? Es war von Anfang an ganz wichtig, dass diese Zukunft auch aus Fragmenten der Vergangenheit entwickelt wird, dass man eben ähm nicht nostalgisch mit Vergangenheit umgeht, sondern dass man quasi, dass die Vergangenheit keine Werkzeugkiste sein, um um die Zukunft zu produzieren. Wie kann man Verknüpfungen finden, einen Bezug zum Kulturerbe herstellen? Solche Überlegungen spielten bei Mayer Hoffmann und Frank Gary, dessen Name für eigenwillige ikonische Bauten steht eine große Rolle. Wir dachten über etwas nach, dass er den römischen Plan nannte. Gemeint war die Glasrothunde, die als Referenz an die Arena gedacht ist. Wir nennen sie Drum, also Trommel. In Arl mit all seiner historischen Substanz sind Bauvorhaben immer heikel. Gleich beim ersten Entwurf gab es daher Schwierigkeiten. Dieser erste Vorschlag war für einen Ort gedacht, der aus archäologischer Sicht als sensibel galt. Zu nah dran meinte die Archäologiekommission und schlug vor, unseren ersten Entwurf um etwa 20 m zu verschieben. Unser Ansicht nach hätte das aber insgesamt ein Ungleichgewicht verursacht. Es wurde ein langer Weg von diesem ersten zurückgewiesenen Entwurf bis zur endgültigen Umsetzung des Turms. Selbst Gary wusste am Ende gar nicht mehr, wie viele Modelle sein Team angefertigt hat. Vielleicht 100. [Musik] Der glitzernde Turm ist nur ein Teil des Luma Projekts. Auf der 11 Hektar großen Industriebrache, einem ehemaligen Ausbesserungswerk der französischen Bahn, ist ein Kulturkampus entstanden, der nicht nur Ausstellungsort sein will. ist ja so, dass man oftmals sieht, dass eigentlich Menschen relativ wenig Zeit vor Kunstwerken verbringt. 10 Sekunden, 15 Sekunden im Durchschnitt pro Kunstwerk. Und die Idee war eigentlich von Anfang an auch, wie kann es möglich sein, eine Kunstinstitution für das 21. Jahrhundert zu entwickeln, wo Menschen vielleicht einen Tag verbringen. Ein Entdeckungsraum, ein offener Kunst und Produktionsort mit starkem Fokus auf ökologische Fragen und ein Ort, der sich ständig verändert. Zunächst aber hatten Maja Hoffmann und ihre Mitstgreiter mit den Hinterlassenschaften des ehemaligen Industrieareals zu kämpfen. Die französische Bahn war gekommen und hatte einen großen Teil des Geländes zerstört, auch römische Überreste, nämlich große Teile des antiken Gräberfelds. Die Eisenbahn hatte Beton darüber gegossen, um darauf Werkstätten zu errichten, in denen Züge hergestellt werden konnten. Hoffmann hatte sich in den Kopf gesetzt, ausgerechnet dort einen Park anzulegen. Wie sollte das gehen? Obwohl es absurd schien, bat sie den vielfach preisgekrönten belgischen Landschaftsarchitekten Bass Smetz sich das Gelände anzusehen. Wir gingen die Rampe hinunter und kamen auf diese Betonplattform. Sie sagte, dass ich hier gerne einen Park für die Menschen in Allegen würde. Ich weiß noch, dass ich dachte, hier auf dieser Betonplatte, wo es keine Erde, kein Wasser und keine Vegetation gibt. Hm, wie sollen wir das hinkriegen? Wie können wir nicht nur einen Park anlegen, sondern überhaupt die Situation hier verstehen? Und wie können wir das Klima verändern? Es ging vor allem darum, das Klima so zu verändern, dass ein Park gebaut werden konnte. Auch nachdem 1984 die Eisenbahnwerkstätten geschlossen wurden, wuchs hier nichts mehr. Und auf dem ehemaligen Gräberfeld tief zu bohren, war schon aus archäologischen Gründen undenkbar. Also musste Erde drauf und die Wasserversorgung organisiert werden. Die ersten Pflanzen wurden in einer Halbwüste gepflanzt. Wir mussten also pflanzen, pflanzen, pflanzen, um das Klima zu ändern und der Natur eine Chance zu geben. Bei den ersten Pflanzen war ich ein bisschen nervös. Wir haben jeden Tag die Feuchtigkeit des Bodens geprüft und sichergestellt, dass die Pflanzen überleben und Teil dieser neuen Landschaft werden. Für ihn persönlich sei das gesamte Projekt vor allem eine Lektion in Optimismus gewesen. Die Betonplatte absorbiert die Hitze und so haben wir durch 80.000 Pflanzen und durch das Verdunsten des Wassers die Temperatur um 8° gesenkt. Das ist die reale Temperatur. Die gefühlte Temperatur, die eine Kombination aus Wärme, aber auch Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Strahlung ist, die sinkt um 25°. 25 und langsam wuchs auf der Industriebrache tatsächlich eine Art grüner Lunge für Ar heran. Wir denken, dies könnte zum Modell für Industriegebiete werden. Das war ein Rangierbahnhof wie viele auf der ganzen Welt. Wir versuchen hier ein Vorbild zu schaffen. Ein Vorbild, wie es in Zeiten des Klimawandels dringend gefragt ist. [Musik] Auch Lesaliscon oder das, was von der riesigen Nekropole übrig ist, genießen die Menschen in Arl als grüne Oase am Rande der Stadt. Das bekannte Bild der Schnurgeraden Allee mit den aufgereiten Sarkophagen allerdings hat mit dem ursprünglichen Gräberfeld nichts zu tun. In der Antike waren die Sarkophage nicht sichtbar. Sie befanden sich in den Mausen, waren begraben. Es gab jedenfalls keine Sarkophag Allee. Das ist ein völlig künstliches Bild davon, was die Alice K ursprünglich waren. [Musik] Die Römer hatten ihre eigenen Vorstellungen vom Reich der Toten. Entsprechend haben sie auch ihre Gräberfelder angelegt. [Musik] Seit dem römischen Z Tafelgesetz werden die Toten außerhalb der Stadt an den Hauptverkehrswegen bestattet. Alles in den Nekropolen besuchte man seine Toten, um Trankopfer zu bringen und Totenmale abzuhalten. Gelage, die später von den christlichen Bischhöfen verboten wurden. [Musik] Zunächst bringen die Römer ihren Einäscherungsritus mit. Noch im 4. Jahrhundert wurden Ohnenbestattungen gefunden. Erst nach und nach wird bei den Christen die Erdbestattung üblich. in der Hoffnung auf Auferstehung. Bei einigen Sarkophagen sind geheimnisvolle Zeichen und Symbole in den Stein geritetzt. Manche schwer zu erkennen. Noch sind nicht alle zweifelsfrei entschlüsselt. Auf diesem Gefäß sehen wir eine Reihe von Symbolen, die in der heidnischen Grabkunst recht häufig vorkommen. So haben Sie hier das Querbeil und die Axt und dort das Winkelmaß mit dem Senklot. Die Bedeutung ist ziemlich umstritten. Lange Zeit dachte man, dass es sich um ein Freimaurersymbol handelt oder dass es den Beruf des Verstorbenen anzeigt. Allerdings ist es auch auf Frauengräbern zu finden. Es sind nicht zuletzt solche ungelösten Rätsel, die der Totenstadt ihre Aura verleihen. Schon Dante war so fasziniert, dass er Lesiscon in seinem Inferno verewigt hat. Man muss sich vorstellen, dass diese Nekropole am Ende der Antike extrem groß waren. Es ist immer noch schwierig, ihre Entwicklung wirklich zu erfassen, nachdem sie im 19. Jahrhundert durch den Bau der Eisenbahnlinie zerstört wurde. Doch selbst das änderte nichts an ihrer Faszination. Vincent van Goch hat auf den Alice mehrfach seine Staffelei aufgeschlagen. Auf einem seiner Bilder sind die rauchenden Schlote der angrenzenden Eisenbahnwerkstätten zu erkennen. Von der Kirche Saint Donora am Ende der Allee war vor allem Paul Gogan fasziniert. Bangoch hatte den Malerfreund nach Arl gelockt, um hier eine Künstlerkolonie zu gründen. Doch Gogan blieb nur wenige Wochen. Sein Lieblingsmotiv auf den Aliskran, die Kirche von Santonora, ist durch den Kult um den Heiligen Genesius berühmt geworden und zwar weit über die Grenzen der Provence hinaus. Im Mittelalter soll ein rotes Licht im Turm der Meert Kirche den Toten den Weg gezeigt haben. Professor Andreas Hartmann Firnig hat sich eingehend mit der Baugeschichte der Kirche befasst, die nie wirklich fertiggestellt wurde. Immer wieder gab es finanzielle Probleme, trotz der vielen Gläubigen, die hierherströmten. [Musik] Die Kirche dient der Reliquienverehrung für diesen schon in der Spätantige aufgesuchten Ort. Hier waren verschiedene äh Bischofsgräber, die auch sich um die Reliquien des Heiligen Genesius, des Märchtirasers äh geschart hatten und im Mittelalter dann auch als äh verehrungswürdig aufgesucht wurden von den Pilgern. Hier seine letzte Ruhe zu finden, galt als besonderes Privileg. Gläubige von außerhalb sollen ihre toten Angehörigen in Fässer gesteckt, eingesalzen, mit Geld versehen und Fluss abwärts in die Roh geworfen haben, damit sie in Arl aus dem Fluss gefischt und begraben werden. Die Idee neben den Heiligen Religien praktisch bestattet zu sein, das war dann offenbar den großen Familienarl immer ein Anliegen, auch da weiterhin Mitglieder ihrer Familie hier würdig zu bestatten. An diesem als heilig verstandenen Ort. Zum Weltkulturerbe zählt auch der andere bedeutende Sakralbau von Au, die Kirche Saint Trophim. 1178 wurde hier Friedrich Barbarossa zum König von Burgund gekrönt. Benannt ist die Kathedrale nach dem ersten Bischof von Arl, dem heiligen Trophimus, der die Provence christianisiert hat. Die Heiligen sind halt eben die Vermittler zwischen den Menschen und Gott, die also auch dann entsprechend von der Kirche hochgehalten werden. Und je mehr solche Heiligen sich zusammenfinden an einem auch, desto höher ist das Potenzial. Ich vergleiche es oft mit so einer Art heiligen Radioaktivität. Je näher man dran ist und je mehr Strahlung von diesen Reliquien ausgeht, desto besser ist es als eine heiligen Kraft. Die Suche nach dieser Kraft zog immer schon viele Pilger nach Arl. Auf die besonders hohe Heiligen Dichte der Stadt hat der berühmte Pilgerführer von Santiago de Compostela bereits im frühen 12. Jahrhundert hingewiesen. Santrophim gilt als herausragendes Beispiel romanischer Baukunst. Besonders ihr imposantes Entre. Das Portal von Centrophim ist eins der bedeutendsten Figurenportale in Südostfrankreich. Das Meisterwerk empfängt die Gläubigen mit eindeutigen Botschaften. Jemand, der dann zur Kathedrale gehen wollte, ein Besucher, ein Pilger, sah wahrscheinlich als erstes die Seitenrunden dieses Vorbaus und da wird dann betont die Höllenstrafen und die Seelenwegung, das was halt eben den Gläubigen erwartet, der nicht seine Christenpflichten erfüllt. Mit solchen einschüchternden Szenen wurde der Gläubige schon vor dem Betreten der Kirche konfrontiert. Wenn er vor dann diesem Portal steht, empfängt ihn als erstes der richtende Christus mit seinen Aposteln. [Musik] Interessant ist also auch die Plastizität 3D und ich vergleiche es immer gerne mit der heutigen Tendenz dazu, dass Menschen das dreidimensional erfahren wurden. Es muss et was ähnliches gewesen sein, dass man dann auf einmal überall diese Skulptur das als Medium nutzt, um Botschaften den Menschen nahezubringen. Und das sollte wirken. Es sollte auch dann auf ihre ihre Seelenzustand wirken. Ende der 1980er Jahre wurde das Portal aufwendig restauriert. Seitdem, so heißt es, strahlt hier das Mittelalter. Bis 1792 befand sich an der Südseite der Kirche das Kloster Santrophim. Zentraler Teil der Anlage war der repräsentative Kreuzgang mit seinem reichen Skulpturenschmuck. Ein Prestigeobjekt der Klerikergemeinschaft, an dem sich Kunsthistoriker Professor Hartmann Fnich immer noch nicht satt gesehen hat. Ich habe schon tausende Fotos hier von diesem Kreuzgang seit Jahrzehnten und jedes Mal, wenn ich komme, gibt’s immer wieder etwas Neues zu sehen. Details, aber auch Lichtverhältnisse, die sich ändern. Jeden Tag ist was anderes, äh jeder Jahreszeit ist anders. Also von da ist es ein fantastischer Ort. Möglicherweise soll die außergewöhnliche Pracht auch dazu gedient haben, potenziellen Geldgebern zu imponieren. Der Kreuzgang wurde zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert in mehreren Bauphasen errichtet. Typisch für Arl, für diesen Kreuzgang eben die romanischen Galerien selbst, diese stark mit Bildern halt eben fast überfrachteten Stützen und das Gewölbe. Mal mit romanisch runden, mal mit gotisch Spitzenbögen. Das Gebäude ist 1981 zum Weltkulturerbe erklärt worden. Trotz seines reichen historischen Erbes ist Arl keine Stadt der Vergangenheit. So trifft sich jeden Sommer das internationale Hu is Hu der zeitgenössischen Fotografie beim Festival Ronal. An Clerk, selbst Inhaberin einer Fotogalerie, ist die Tochter des Mitbegründers Lucier Clerk, der eigentlich ganz andere berufliche Pläne hatte. [Musik] Mein Vater wollte Torero werden, aber mit Brille wird man kein Torero. Das war nicht möglich. Notgedrungen musste sich Lucian Clerk für einen anderen Beruf entscheiden. Statt Torero wurde er Fotograf. Ein erster Höhepunkt seiner Karriere war die Einladung im New Yorker Museum of Modern Art auszustellen. Dem Mecker der Kunst schlecht hin. Stellen Sie sich vor, Lucian Clerk, ein kleiner Mann aus der kleinen Stadt Arl, wird eingeladen, im Moma auszustellen. Das war wirklich außergewöhnlich. Fast schon ein bisschen zu viel der Ehre. Denn wenn man mit 27 Jahren im MoMA ausstellt, was soll dann noch kommen? Der Besuch im MoMA brachte Lucien Clerk auf eine Idee, die für Arl entscheidend werden sollte. Er läuft durch Räume, in denen die Fotografie gleichberechtigt mit Malerei und Skulptur ausgestellt ist, gleich berechtigt mit Kunst im Allgemeinen. Da ist er wie vom Blitz getroffen. Von da an hat er eine Mission. nämlich, dass auch in Frankreich die Fotografie als Kunstform anerkannt wird. Und dafür denkt er sofort ans Muse, das städtische Museum für moderne Kunst in AR, untergebracht im ehemaligen Sitz des Maltesordens in der Provence aus dem 15. Jahrhundert, auch Weltkulturerbe. Als erstes Kunstmuseum in Frankreich legte es eine beachtliche Fotosammlung an. [Musik] Hier sind die Großen der Fotokunst vertreten. Neben Luci Clerk Namen wie Henri Cartier Brisson, Brassai, Robertan oder auch die Deutschfranzösin Gesell Freund. [Musik] Heute umfasst die Sammlung mehr als 5000 Fotografien und begonnen hat all das in Erl. Arl, offenbar ein fruchtbarer Boden für innovative kulturelle Projekte und keineswegs erdrückt durch die Monumente seiner römischen und mittelalterlichen Vergangenheit. [Musik] Mit Vergnügungsstätten wie dem antiken Theater oder der Arena wollten die römischen Kolonialherren vor allem die eigene Kultur verbreiten. Im Gegensatz zur Arena ist das Theater aber weitgehend zerstört worden. Zeitweise wurde es als Steinbruch genutzt, um Baumaterial zu gewinnen, unter anderem für die Kirche Saint Trophim. Heute finden in den Überresten der antiken Spielstädte sommerliche Open Air Veranstaltungen statt. [Musik] Sich wieder ein Bild vom ursprünglichen Zustand eines solchen Orts zu machen, das ist die Arbeit von Jean-Claude Golvin. Das große Problem, vor dem wir immer stehen, wenn wir zerstörte Städten, Ruinen sehen, ist die Frage, wie sahen diese Dinge aus? Wie sahen diese Denkmäler ursprünglich aus und was war ihre Rolle, ihre Funktion? Das was fehlt kann nur durch das Studium vergleichbarer Beispiele aus einer vergleichbaren Epoche erforscht werden. Vergleichbar sowohl bezüglich der Form als auch der Zivilisation. Man muss aus dem, was man vor sich hat, Vorstellungen, Möglichkeiten ableiten und das vorschlagen, was am ehsten der ursprünglichen Stadt, dem ursprünglichen Objekt nahe kommt. [Musik] Man nennt Golvin auch den Maler verschwundener Welten. Der Archäologe, Architekt und leidenschaftliche Zeichner hat das Genre quasi erfunden. [Musik] Arl ist ein wichtiger Hafen als Bindeglied zwischen Fluss und Seeverkehr. Deshalb haben wir hier das kommerzielle, industrielle und aktive Viertel der Stadt, während wir hier vorwiegend ein Wohnviertel mit großen öffentlichen Gebäuden haben. Das Forum gibt Rätsel auf. Wir kennen es nur teilweise und so greift man für den am wenigsten bekannten Teil auf Hypothesen zurück, denn das Forum liegt unter der heutigen Stadt und zwar genau unter dem Rathausplatz, bis heute das Zentrum des städtischen Lebens. Wie der riesige Platz in der römischen Ehre als Forum ausgesehen haben könnte, zeigt ein Modell im antiken Museum von Ar. Nur wenige Reste des ursprünglichen Bauwerks, das einen großen Teil des antiken Stadtgebiets einnahmen, sind erhalten. Ein paar Säulen, Reste einer Straße eines Bürgersteigs, ein paar Pflastersteine. [Musik] Wir befinden uns im Hof des Museums Alatan. In seinem Zentrum direkt hinter mir befinden sich Überreste des römischen Forums aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, also aus der Zeit von Kaiser Augustus. Davon ist nur noch ein Teil erhalten, der Exedra genannt wird, ein Halbkreis, der das zentrale Forum flankierte. [Musik] Die Überreste dieser Exedra des römischen Forums sind Spuren eines Ortes, der für eine römische Stadt damals von großer Bedeutung war. Es handelte sich um einen wahrhaft öffentlichen Ort, wo über politische und gesellschaftliche Themen diskutiert wurde. Kaiser und andere wichtige politische Persönlichkeiten waren hier in Form von Statuen präsent. Davon ist nichts mehr übrig. [Musik] Diese römischen Ruinen sind wichtig für das Museum kulturell gesehen, denn es vermittelt eine Vision der provinzalischen Kultur, die auf diesem antiken Erbe beruht, so als lägen ihre Wurzeln in der römischen Antike und nicht in der Galischen. dans l’antiquité romaine et non pas dans l’antiquitée. Diese römischen Ruinen im Herzen des Museums sind kulturelle Wurzeln, deren Äste auch heute noch austreiben. [Musik] Das Forum mit seinen 3400 mad lag teilweise auf abschüssigem Gelände. Massive unterirdische Gewölbe, der sogenannte Kryptoporticus, mussten den Platz abstützen. Überhaupt hat Arl eine Unterwelt, die den Archäologen Mark Hy Heymanns fasziniert. Viele antike Häuser hatten Keller und als man diese rund um das 17. Jahrhundert wiederentdeckt, wurden sie legendär. Wenn man in Ar Leute besucht, erzählen alle, dass sie als Kinder von ihrem Keller aus bis zum Kryptoportikus gehen konnten. Alle Keller von Arl waren untereinander verbunden. Dieses Wissen über Keller und unterirdische Tempel wurde also immer weitergegeben. Ich schwöre, wenn man jemanden besucht, lässt man sich den Keller zeigen. Und viele sagen, dass man früher von ihrem Keller aus bis zum Kryptoportikus gelangen konnte. Alle hier gehen davon aus, dass in Arl noch viel Unentdecktes unter den Häusern schlummert. Erst vor wenigen Jahren haben Archäologen einen spektakulären Fund gemacht, der international großes Aufsehen erregt hat. [Musik] Im Trekta Viertel, also diesen Bereich hier, wurde eine Villa entdeckt mit Resten der eingestürzten Decke, der Wände und der wunderschönen Fresken. Sie wird natürlich besonders vorsichtig ausgegraben. Die Fragmente werden ins Museum gebracht und dann mit viel Geduld wieder zusammengesetzt. Dabei wird sehr methodisch vorgegangen, denn diese Dinge haben nur durch einen Glücksfall überlebt. Herausragend ist vor allem ein Fresco mit großformatigen figürlichen Darstellungen. Vergleichbare Malereien aus dieser Epoche sind in Frankreich nie zuvor entdeckt worden. Wenn wir sehr große Teile, vielleicht sogar ein ganzes Wandbild rekonstruieren können, was hier bei einem Raum der Fall ist, können wir daraus die Höhe der Zimmer ableiten, die Lage der Fenster und Türen, ob da eine Decke oder ein Gew. Diese Malereien liefern uns quasi die Gussform für Wände und Räume und eine Füll an Informationen, die helfen werden, den Gebäudekomplex insgesamt zu verstehen. Fast 1000 Kisten haben die Forscher aus der ehemaligen römischen Villa getragen. Schon aufgrund der Menge ein außergewöhnlicher Fund. Beiner unvorstellbar, wie aus diesen Massen, die simpler Bauschutt aussehen, irgendetwas Sinnvolles rekonstruiert werden soll. Die Ausgrabungen dauerten von 2013 bis 2017 und dabei kam diese römische Villa zum Vorschein, ein sehr früher Bauer aus den Jahren 70 bis 50 vor Christus. Er ist älter als die römische Kolonie von Al und doch mit allen typischen Merkmalen eines römischen Hauses. Das Interessante daran ist, dass die Villa bis zu einem Meter Höhe erhalten ist. Der Rest der bemalten Wände ist eingestürzt, aber man kann sie mit der Bemalung der 1 meter hohen Mauerreste verknüpfen. Inspiriert vom Fragment einer der Malereien tauften sie es das Haus der Harfinistin. Bei dieser Ausgrabung wurden Malereien freigelegt, die in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung sind. Zunächst einmal sind es die ersten, die in Al gefunden wurden. Vor allem aber handelt es sich um sehr frühe Malereien. Man unterscheidet vier pompeanische Stile und diese Malereien ordnen wir dem zweiten zu. Außerhalb von Pompei sind vergleichbare Funde selbst in Italien äußerst selten. Bis bei der Rekonstruktion der Malereien überhaupt mal irgendein Bild, ein Motiv zu erkennen ist, sind Fingerspitzengefühl, großes Fachwissen und ein langer Atem gefragt. [Musik] In dieser Phase untersuchen wir, wie wir das Puzzle der Ornamente zusammensetzen können. Natürlich ist ein Ziel, die Fresken anschließend im Museum zu präsentieren, aber zuallererst ist das eine Forschungsaufgabe. Je mehr wir zusammensetzen können, desto besser verstehen wir das Fresco und das wird uns ermöglichen, die Atmosphäre und die Architektur dieser Räume zu rekonstruieren. Wäre es nicht wünschenswert, dass ein so außergewöhnlicher Fund auch zum Weltkulturerbe erklärt wird? Nun, dann wir sind uns auch so bewusst, dass wir an einem sehr außergewöhnlichen Fund arbeiten, der wissenschaftlich und denkmalschützerisch von großer Bedeutung ist. Ein UNESCO Segieel wäre natürlich das Sahnehäbchen. Was das Expertenteam hier so feierlich und ganz ausnahmsweise präsentiert, sind die ersten rekonstruierten Teile der Wandmalereien. Bevor diese Fresken aber öffentlich ausgestellt werden können, müssen noch schwierige restauratorische Probleme gelöst werden. [Musik] Diese Arbeit ist sehr wichtig, weil die Fresken Zinoba enthalten. Zinoba ist ein Pigment, das in der Antike sehr beliebt war. Ein Rot, das leider die ärgerliche Eigenschaft hat, bei Lichteinfall schwarz zu werden. Unsere Restaurateurinnen versuchen also eine Lösung zu finden, wie dieses Phänomen gestoppt werden kann, damit wir die Fresken irgendwann in unserer Dauerausstellung zeigen können, ohne dass sie Schaden nehmen. Ein anderer spektakulärer Fund sorgte vor Jahren für Schlagzeilen. Damals hatten Unterwasserarchäologen ein römisches Holzboot in der Ronen entdeckt. Der Lastkarn wurde 2011 geborgen und dann im Museum ausgestellt in einem Flügel, der unter anderem dafür gebaut wurde. Das Boot ist aus zwei Gründen außergewöhnlich. Erstens, weil es gut erhalten ist und zweitens, weil es mit seiner Navigationsausrüstung, seiner Bordeeinrichtung und auch seiner Ladung gefunden wurde. Entgegen allen Erwartungen konserviert die rohen Gegenstände recht gut, weil es kein Salzwasser ist und weil die Dinge im Schlamm versinken, was sie gut schützt. Auch hier standen die Museumsleute vor schwierigen konservatorischen Fragen. Restauratoren verschiedener Fachrichtungen mussten sich mit den ganz speziellen Herausforderungen auseinandersetzen. Marine Crus z.B. hat sich um die verrosteten Nägel gekümmert, die das Schiff zusammengehalten hatten. [Musik] Bei der Restauration eines Bootes muss man das Zusammenwirken von Holz und Metall beachten. Die metallenen Nägel korrodieren, um sie herum bildet sich Säure, die mit dem Holz reagiert und es langfristig zerstören kann. Wir haben also fast alle Nägel entfernt, um das Ganze erhalten zu können. [Musik] Da wir Boot nicht mit Löchern ausstellen können, haben wir uns für Nachbildungen der Nägel entschieden. Wir nehmen Silikonabdrücke der Köpfe und befestigen sie am Boot. Auch das eine Sissifusarbeit. Man sieht hier eine Auswahl von Nägeln in verschiedenen Formaten, große und kleinere, die aus den Planken des Boots gezogen wurden. Wir hatten mehrere hundert davon und diese Auswahl ermöglicht einen guten Überblick über die Nagelherstellung zu römischer Zeit. Die Ren als lukrativer Handelsweg zwischen Mittelmeer und Nordeuropa machte Arl zu einer wohlhabenden Stadt. Ein Ausdruck dieses Reichtums waren die Termen, die Kaiser Konstantin im VI Jahrhundert nach Christus im Zentrum der antiken Stadt bauen ließ. Termen waren der Inbegriff römischer Zivilisation. In der antiken Welt war die Terme ein sehr wichtiger Ort, an dem man badete, sich wusch, wo man sich aber auch traf. Die Termen als das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens waren oft auch mit Bibliotheken oder Theaterseelen ausgestattet. Dieser Thermalkomplex aus der Antike ist noch sehr, sehr gut erhalten, weil er von Mauern umgeben war. Man denkt, dass das, was man heute sieht, die Terme ist, aber in Wirklichkeit ging sie weiter in Richtung Süden. Wir kennen also den Komplex noch nicht vollständig, aber das, was wir sehen ist im Originalzustand erhalten. Was hier aus den Überresten hypothetisch rekonstruiert wurde, galt jahrhundertelang als Palast Kaiser Konstantins. Ausgrabungen am Ende des 19. Jahrhunderts zeigten aber, dass es sich wohl nicht um ein Palast, sondern um Termen handelt, wie sie jede antike Stadt besaß. [Musik] Die Termen dienten natürlich der Körperhygiene. Sie waren für alle zugänglich, Männer und Frauen, aber normalerweise getrennt. Wir befinden uns hier in dem am besten erhaltenen Teil. Hier ist die Feuerstelle. Von hier strömte die warme Luft unter den Marmorboden, den Sie sehen. Dann durch kleine Kanäle aus Terracotta die Wände hinauf und schließlich durch die Schasteine wieder hinaus, die wir hier im Dach haben. Ein durchdachtes und gut funktionierendes System. Auch die Konstantintermen stehen als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Mehr Schutz und mehr Aufmerksamkeit wünscht sich Mark Heymanns auch für ein anderes Objekt, das bei der Renovierung des ehemaligen Klosters Saint Ceser zum Vorschein kam. Die Überreste einer frühchristlichen Kathedrale für die damalige Zeit von riesigen Ausmaßen und eine der ältesten Gallens. Wir befinden uns hier im Chor der antiken Kirche. Nur ein sehr kleiner Teil des großen liturgischen Komplexes ist erhalten geblieben. Hier haben wir einen kleinen Teil des Marmorfußbodens aus dem sech. Jahrhundert, der sich wahrscheinlich nach Westen und Süden fortsetzt. Also ein großes Ensemble. In der Antike wird die Messe größtenteils dort abgehalten. Der spätantike Boden ist außergewöhnlich gut erhalten. So etwas gibt es sonst nirgendwo in Frankreich und außer in Italien auch nirgendwo sonst in Europa. Die gesamte Anlage gilt als seltenes und guterhaltenes Beispiel religiöser Architektur. Meist wurden solche Bauten im Laufe der Zeit verändert und umgebaut. Hieringegen ein ziemlich komplettes Originalgebäude aus dieser frühen Zeit zu finden, war für den Archäologen, der schon viele Grabungen geleitet hat, ein ganz besonderes Erlebnis. Die Städte wurde 2003 entdeckt. 2006 fingen wir richtig an zu graben und seitdem warten wir darauf zu erfahren, wie wir es schützen können, wie wir verhindern können, dass es verfällt. Durch ungebetene Besucher, Vandalismus und Vernachlässigung ist vieles schon zerstört. Vielleicht würde das begehrte UNESCO Label helfen, auch diese denkwürdige Städte zu erhalten. [Musik] Es wäre gut, wenn es auf die Liste käme und dadurch besondere Aufmerksamkeit erhält. Ich hoffe sehr, dass das so kommt. [Musik] Antike und Gegenwart. Wie blicken zeitgenössische Künstler aus aller Welt, die vorübergehend in Ar leben und arbeiten, auf das beschauliche Städtchen und sein Kulturerbe? Künstler und Künstlerinnen reagieren auf die Landschaft, reagieren auf das Licht, reagieren auf die ganzen ökologischen Fragen, die sich erstellen, aber reagieren natürlich auch auf die Geschichte, die die präsent ist und die besteht nicht nur aus Römerzeit und Mittelalter. Zur neueren Geschichte des Kunstorts Arl gehört vor allem Vincent van Goch, der hier als Maler die produktivste Phase seines Lebens hatte. Außerdem wollte er in Arl seinen großen Traum verwirklichen, die Gründung einer Künstlerkolonie, das Atelier des Südens. Ein Traum, der tragisch enden sollte. [Musik] Frank Gary hat uns auch immer wieder gesagt, dass sein Gebäude hier ist eine ganz klare Antwort auch auf die Geschichte von Arl, weil er kam nach Frankreich als ganz junger Architekt und hat hier auch die ähm äh Geschichte studiert und das hat hatte einen großen Einfluss auf das Gebäude und Fangoch war auch wichtig für ihn. Also er sah das ja auch wie eine Art von Lichtmaschine dieses Gebäude ist. Es fängt ja das Licht ein und es ist auch so, dass sich darum verändert. Auch innen gibt es überraschende Sichtachsen und viel spannendes aus Kunst und Design zu entdecken. Ab und zu hört man zwar immer noch, der Turm passe einfach nicht in eine antike Stadt, aber diese Stimmen scheinen weniger zu werden. Es war nie meine Absicht, das Gebäude gegen die Altstadt zu stellen. Im Gegenteil, ich denke, Frank Gary hat versucht mit der Architektur zu malen. All die Facetten dieses Gebäudes dienen dazu, das Bestehende zu reflektieren und die Architektur durch das Licht zu modulieren. Er hat mit der Architektur gemalt. Nach Garys Vorstellung sollen die 11000 Edelstahlplatten den Himmel reflektieren, aber auch an Vanchs breite Pinselstriche erinnern. Man kann sich ins Caffee setzen auf der anderen Straßenseite und das Gebäude betrachten. Alle paar Sekunden ist es anders. ist nie zweimal die gleiche Situation. [Musik] Befürchtungen, der Turm könne zu dominant sein und die Skyline von Arl stören, haben sich nicht bewahrheitet. [Musik] Ein Künstler, der gern und häufig nach Ar gekommen ist, war Pablo Picasso. Er ging dann ins Amphitheater, um sich Stierkämpfe anzusehen und besuchte bei der Gelegenheit seinen engen Freund Lucien Clerk, den berühmten Fotografen und verhinderten Torero. Zwischen den Picassos und den Clerkscete sich im Laufe der Jahre ein sehr familiäres Verhältnis. [Musik] Claud, Picasso, Jacquelin, Pacunos und Arena. [Musik] Picasso man darf nicht vergessen, dass Picasso seit Franco an der Macht war, nicht mehr nach Spanien zurückkehren wollte. Aber er fand seine Kultur in Arel und in Nim wieder mit den Toreros, dem Stierkampf. Er hatte Freunde, er konnte spanisch sprechen. Deshalb kam er sehr gerne nach Arl. Es war auch eine Corida, bei der er meinen Vater 1953 in Arl kennenlernt. Sie wurden Freunde und blieben es bis zu Picassos Tod 1973. Er wurde auch der Partenonkel meiner kleinen Schwester Olivia. So ist diese Freundschaft entstanden. Doch trotz aller Leidenschaft stand der Stierkampf für Picasso nicht an erster Stelle. Am allermeisten liebte er Arl wegen Van Goch. Immer wieder Van Goch, das Licht von Vanch. Wenn Picasso also nach Ark kam, ging er natürlich ins Meriatu. Es gab dort eine Vanoch Ausstellung und er hatte darum gebeten, dass man ihn anruft, wenn die Bilder abgehängt werden, weil er einmal einen von Goch in den Händen halten wollte. Zwar war Van Goch während seiner Zeit in Arl als Maler sehr produktiv, auch als Motiv spielt die Stadt eine große Rolle. Rund 300 Werke sind innerhalb von 15 Monaten entstanden, darunter einige seiner bekanntesten. Trotzdem besitzt die Stadt kein einziges Gemälde von ihm. Das einzige Original von Fangoch, das in Arl gibt und das im Museatü aufbewahrt wird, ist ein handgeschriebener Brief an den lieben Freund Paul Gugan. Anders als Picasso hat Van Goch sich in Arl wenig für die Stiere in der Arena interessiert. Ihm ging es um Menschen, Landschaften und die kräftigen Farben des Südens. [Musik] Fangch hat ja nicht nur hier gelebt und viele seiner wichtigsten Bilder gemalt und war natürlich angezogen von dem Licht der der Kamar. Ähm Fangck wollte ja nicht nur seine eigene Arbeit hier realisieren, sondern hatte ja diesen Traum und er wollte unbedingt, dass sein guter Freund Goa hierherkommt und auch andere Künstler und leider hat das nicht stattgefunden und es blieb ein unrealisiertes Projekt. Gogan kam zwar, reiste aber nach wenigen Wochen und einem heftigen Streit wieder ab. Van Gochs Traum von der Künstlerkolonie in Arl war gescheitert. Verzweifelt schneidet er sich einen Teil seines Lors ab und wird ins örtliche Krankenhaus eingeliefert. Heute sind dort Archive und Büros untergebracht. Nur der Klinikgarten ist wieder genauso angelegt worden, wie Van Goch ihn damals gemalt hat. Dieses unrealisierte Projekt von Van Goch des ATD des Südens ist im Begriffe zu entstehen. Der Luma Campus, den Hans Ulrich Obrist meint, will allerdings kein reiner Kunstort sein. Er ein Geflecht aus Ausstellungsräumen, Archiven, Künstlerresidenzen und eine Art Think Tank für Zukunftsfragen. Maja Hoffmann sieht den Campus als Brutstätte und Schauplatz zugleich. Das ist das Forschungslabor des Luma. Das Team ist komplett multidisziplinär und bei unserer Arbeit spielt oft auch der Zufall eine Rolle. Es geht um nachhaltiges Alltags- und Industriedesign. Dabei werden neue Materialien auf Basis lokaler Rohstoffe entwickelt. [Musik] Das ganze Team arbeitet zusammen. Das heißt, wir haben kein Projekt, das nur einem Biologen oder Designer zugeordnet wird. Die Idee ist auch fachfremd darauf zu schauen. Das Besondere an der Arbeit in einem multidisziplinären Team ist, dass ich eben die verschiedenen Expertisen ergänzen und dass es nicht den einen Blick gibt, den Expertenblick, der nur auf die eigenen Ziele fokussiert, sondern dass jede Frage aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird, man also das Thema ganzheitlich untersucht und gemeinsam Lösungen findet. Was hier vor sich hinblubbert, sind Algen, aus denen das Designer und Forschungsteam bereits einige organische Materialien entwickelt hat. Materialien für Wandverkleidungen oder Gefäße. Ein anderer Rohstoff, der unweit von Arl reichlich vorkommt, ist Salz. Die Idee war mit dem Blick eines Designers andere Verwendungsmöglichkeiten für Salz zu finden und so wurde mit Hilfe von Salzbauern aus der Region ein ganzes NOHu rund um seine Kristallisation entwickelt. Das Ergebnis können Besucher im Gary Turm sehen und anfassen. Dort sind die Wände mit Paneelen aus Kamaksalz verkleidet. Salz ist von Natur aus feuerfest. Es ist von Natur aus antibakteriell und kommt hier in der Nähe in riesigen Mengen vor. Ebenfalls typisch für die Region Sonnenblumen. Sie sind für die Region ikonisch. Ich sage nur Fango Goch. Heute werden Sonnenblumen in der Kamark hauptsächlich zur Ölgewinnung angebaut. Aber dafür braucht man nur die Kerne. Was könnte man mit dem Rest der Pflanze anstellen? Wir haben die Pflanze analysiert, um zu sehen, wie wir die Abfälle nutzen können. Und wir haben verschiedene Bestandteile extrahiert, aus denen wir heute Dämmstoffe, aber auch Möbelkomponenten herstellen können. [Musik] Wir wollen anders bauen mit recyclen Materialien. Materialien, die wir um uns herum haben. Aber es gibt auch noch viel Unbekanntes bei der Frage, wie wir morgen bauen wollen. [Musik] [Musik] Wir denken viel darüber nach, wie das Luma in 10 Jahren aussehen wird, aber auch 2050. Und wie sehr es den Alltag beeinflussen kann. die Art, wie wir denken und wie wir Projekte angehen. Daher sehe ich das Projekt Luma in Arel als ein Werkzeug, um diesbezüglich Fortschritte zu machen. [Musik] Wir wissen ja nicht, wo die Kunst in 10 Jahren sein wird. Wir wissen nicht äh was Künstler in 10 Jahren machen werden. Es wird auch eine neue Generation von Künstlern in 10 Jahren präsent sein, die noch nicht jetzt sichtbar ist. Wir wissen nicht, was diese Generation machen wird. Das glaube ich, es ist wichtig, dass äh Kulturinstitutionen diese Offenheit haben. Man kann sich vorstellen, dass wir immer mehr Künstler sein werden inl und dass es ein Ort ist, wo sich die Zukunft entwickeln kann. und die Vergangenheit eine Werkzeugkiste ist, wie Hans Ulrich Obrist es ausdrückt. Wie kann das aussehen? Welche Rolle kommt dem Kulturerbe künftig zu? Es ist an uns Denkmalpflegerinnen, Restauratorinnen und Architektinnen, diese Flamme zu schützen. Interesse an diesem Erbe, das mehr als 2000 Jahre alt ist, denn es ist diese historische Vielschichtigkeit, die auch heute noch Besucher aus der ganzen Welt fasziniert. [Musik] Es muss ein Programm zur Restaurierung dieser Denkm geben und sie müssen auch mit Leben erfüllt werden. Hier sind die Hüter dieser Denkmäler, damit sie auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben. gut. [Musik] [Musik]

4 Comments

  1. Ich finde man sollte diese Ruinen/Bauwerke nicht nur im Zerfallungszustand erhalten, sondern ohne Zerstörungen renovieren und wieder mit Leben füllen. Man sollte die Pracht dieser Bauten wieder genießen dürfen. Die Japaner machen das seit Jahrhunderten mit ihren Tempeln.

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