Rennradfahrer Florian Lipowitz aus Laichingen ist der Überraschungsstar der Tour de France. Spätestens jetzt kennt fast ganz Deutschland seinen Namen und daran muss er sich erst einmal gewöhnen. Eigentlich ist der 24-Jährige eher zurückhaltend, schüchtern, ein junger Mann, der einfach nur Fahrrad fahren will, ohne groß im Rampenlicht zu stehen.

Während bei der Tour de France Titelverteidiger Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard in der Gesamtwertung 2025 außer Reichweite waren, schaffte es der 24-jährige Schwabe bei seinem Tour-Debüt als Dritter aufs Podium und gewann als bester Jungprofi die Wertung für das Weiße Trikot. Der zuvor letzte Deutsche auf dem Podium in Paris war Andreas Klöden, der 2006 ebenfalls Dritter wurde. Lipowitz ist neben dem Gesamt-Vierten, Oscar Onley, die Tour-Entdeckung.

Erst vor 2 Jahren unterschrieb er seinen Profi-Vertrag und ist jetzt zum ersten Mal bei der Tour de France dabei. Lipowitz wird als die Deutsche Hoffnung gehandelt, ein Jahrhunderttalent. Er kämpft um das weiße Trikot bei der Tour de France, das dem besten Fahrer unter 25 Jahren zusteht.

Lipowitz’ Weg in die Weltspitze des Radsports ist außergewöhnlich. Ursprünglich als Biathlet aktiv, wechselte er mit 18 Jahren nach zwei schweren Verletzungen aufs Rennrad.

Die Leidenschaft zum Radfahren – eine Familiensache: Bruder Phillip, Papa Marc und Mutter Evelyn, alle begeisterte Sportler. Schon mit 15 strahlte Florian Lipowitz über beide Ohren, wenn es den Berg hochging.

Jetzt fährt Florian Lipowitz immer noch gerne den Berg hoch, aber wesentlich schneller. Das Abenteuer Tour de France – eine überraschende und herausragende Leistung von Florian Lipowitz – der 24-Jährige wird jetzt die Ruhe genießen und wir wissen aus sicherer Quelle das er sich unfassbar auf Linsen und Spätzle freut.

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Lipowitz. Lipowitz zum dritten der Gesamtwertung. Ein 
Mann wie Florian Lipowitz. Florian Lipowitz, einer der Hauptdarsteller der diesjährigen 
Tour. Florian Lipowitz, großen Respekt. Florian Lipowitz in aller Munde – spätestens 
jetzt kennt fast ganz Deutschland seinen Namen und daran muss er sich erst einmal gewöhnen.
Der 24-Jährige eher zurückhaltend, schüchtern, ein junger Mann, der einfach nur Fahrrad fahren 
will, ohne groß im Rampenlicht zu stehen. „Um ehrlich zu sein, bin ich schon eher froh, wenn ich meine Ruhe habe. Ich stehe 
nicht so gerne in der Öffentlichkeit.“ Nur da muss er jetzt durch – Lipowitz 
gehört zu den „Nachwuchs-Fahrern“, hat aber mit seinem bisherigen Erfolg bei der 
Tour de France das Medieninteresse geweckt. Erst vor 2 Jahren unterschrieb er seinen 
Profi-Vertrag und ist jetzt zum ersten Mal bei der Tour de France dabei. Lipowitz 
wird als die Deutsche Hoffnung gehandelt, ein Jahrhunderttalent, Gipfelstürmer, die Medien benutzen eine Superlative 
nach der anderen. Ein enormer Druck. „In meinem Fall ist es so, ich glaube, ich 
bin da auch so ein bisschen ein Kopfmensch. Ich mache mir meistens schon am Anfang Sorgen 
oder die Tage davor, ob das Training gut war, ob man sich auf das Rennen gut vorbereitet hat. 
Wir haben im Team Mentaltrainer, mit denen man öfter redet und Kontakt hat. In meinem Fall 
würde ich sagen, dass es mir ganz gut tut.“ Das mit dem Druck kennt Florian 
schon von seiner Biathlon-Karriere. Vor sechs Jahren war er noch als 
Biathlet unterwegs, doch dann zwang ihn eine Verletzung diese Karriere aufzugeben: „Ein oder zwei Jahre drauf habe ich mir im 
Sommerurlaub beim Kitesurfen das Kreuzband gerissen. Das ist natürlich ein langer 
Weg zurück wieder in den Sport. Das hat ein halbes Jahr lang gedauert. Da war der 
Radsport das erste, was wieder möglich war.“ Beim Biathlon hat er die Grundlagen 
geschaffen, Muskelmasse, Ausdauer, Resilienz – dennoch war die Umstellung 
vom Biathlon zum Radfahren groß: „Die Rennen an sich sind nicht vergleichbar. Die Rennen im Biathlon sind vielleicht ne 
halbe Stunde, 40 Minuten und im Radsport ist man natürlich mehrere Tage unterwegs. Die 
Rennen gehen meistens drei, vier Stunden.“ Die Leidenschaft zum Radfahren – 
eine Familiensache: Bruder Phillip, Papa Marc und Mutter Evelyn, 
alle begeisterte Sportler. Schon mit 15 strahlte Florian Lipowitz über 
beide Ohren, wenn es den Berg hochging. Jetzt fährt Florian Lipowitz immer noch gerne 
den Berg hoch, aber wesentlich schneller. Sein Traum bei der Tour dabei zu 
sein, ging dieses Jahr in Erfüllung. 21 Etappen – 3.338,8 Kilometer. Auf der 
14 Etappe schafft Lipowitz das Unerwartet, er steht auf dem Podium und trägt das Weiße 
Trikot als bester Fahrer unter 26. Klar, muss Lipowitz dann wieder vor die Kamera: „Ja, ich habe mich super gut gefühlt heute. 
Die Beine waren gut und ich habe bis zum letzten Anstieg gewartet. Ich wusste, 
dass Jonas oder Pogi die Attacke setzte.“ Seit 19 Jahren stand kein Deutscher Fahrer 
mehr auf dem Tour-Gesamtpodium in Paris. Florian Lipowitz ist seit langem wieder Einer, der es schaffen könnte. Und 
da sind wir wieder beim Druck. „Florian, wie war der erste Tag in 
weiß?“ „Ich konnte ihn eigentlich nicht so wirklich genießen. Ich hatte 
nen kleinen Sturz, ich weiß gar nicht 20, 30 Kilometer nach dem Start. Danach war 
es super hart, wieder zurück zu kommen.“ Und dann kam die 18. Etappe – Lipowitz 
unverletzt und risikofreudig unterwegs. Kommentator: „Lipowitz platzt und muss 
seiner offensiven Taktik Tribut zollen.“ „Die letzten 10 Kilometer habe ich gemerkt, 
die Energie ist nicht mehr da und dann war es nur noch eine Qual. Wahrscheinlich habe 
ich zu viele Körner im Tal liegen lassen. Aber ich denke, ich habe was versucht 
und ich kann trotzdem zufrieden sein.“ Es ist seine zweite Grandtour überhaupt 
– Risiko zahlt sich nicht immer aus, aber noch hat er 22 Sekunden Vorsprung auf seinen 
Konkurrenten Onley. Lipowitz versucht bei der 19. Etappe einfach am Hinterrad vom Schotten zu 
kleben, damit dieser ihm nicht davonfahren kann. Geschafft im strömenden Regen hat 
er sogar den Vorsprung vergrößern können Platz 3 und das weiße Trikot verteidigt. 
„Lipo-Flitz“ wie die Fans ihn liebevoll nennen. Das Abenteuer Tour de France – eine 
überraschende und herausragende Leistung von Florian Lipowitz – der 24-Jährige 
wird jetzt die Ruhe genießen und wir wissen aus sicherer Quelle das er sich 
unfassbar auf Linsen und Spätzle freut.

43 Comments

  1. hoffentlich wird er nicht verheizt und lässt sich nicht verheizen , man sollte so ein Talent und netten Menschen schützen vor den Schlechten Seiten des Hochleistungssports , ich wünsche Ihm alles Gute und so viel Erfolg wie er verarbeiten kann , viel 🍀🍀🍀🍀

  2. Fakt ist: ab jetzt ist er kein " privat " Mann mehr. Das ist der Preis…..dafür, dass er – bei normalem Verlauf – in den nächsten Jahren so viel Geld verdienen kann, um danach – für den Rest des Lebens – ausgesorgt zu haben! Deutschland lechzt nach einem neuen Helden. Aber alles hat halt auch seinen Preis. Natürlich kann man auch mit 200 Millionen zum Sozialfall werden, siehe Boris Becker….

  3. Freu mich sehr für Florian Lipowitz. Ich wünsche Ihm alles Gute für seine Laufbahn.
    Keine Stütze – und wenn ohne schwere Verletzungen! Und eine Presse die ihn nicht kaputt macht…..

  4. Weltklasseleistungen eines von Grund auf sympathischen jungen Mannes. Seine Familie hat ihm offenbar frühzeitig die Freude am Sport und einen gesunden Wettkampfgedanken vermittelt – dazu die Erkenntnis, wie befriedigend es ist, wenn man durch Anstrengung und hartes Training seine Leistungsgrenze hinausschiebt und hoch gesteckte Ziele erreicht. Aber auch im Kommentar dieses Videos wird natürlich gleich mit dem immensen Druck der plötzlichen Popularität gedroht – typisch deutsch … Da muss man ihm fast wünschen, er wäre in Holland, Belgien oder Skandinavien groß geworden, wo man nicht im Schatten eines alles erdrückenden Profifußballs nahezu allein über die Bekanntheit einer ganzen Sportart entscheidet. Übrigens kein Wunder, dass dieses Ausnahmetalent erst nach Verletzungen über den zweiten Bildungsweg im Wettkampf-Radsport gelandet ist: Wo sollen solche Veranlagungen in Deutschland entdeckt werden, wenn es bürokratische Hindernisse immer schwieriger machen, Nachwuchsradrennen zu veranstalten?

  5. Guten Morgen SWR, er ist letztes Jahr die Vuelta schon riesig gefahren. Top 10 hatte ich schon vor der Tour bei etwas Glück auf dem Zettel.

  6. Auch Platz 3 ist toll, Pogacar und Vingegaard waren bei ihren Touren 1ter und 2ter, Indurain hat erst im siebten Anlauf gewonnen, also es ist immer vieles möglich.

  7. 1zu1 das gleiche Interview wie vor 28jahren😂…ja ich steh nicht so gern im Rampenlicht. Der arme. Sagt er will nicht der neue Jan Ullrich genannt werden, aber sagt genau das gleiche wie er damals…😢…

    Hoffe einfach das du in 25 Jahren nicht an Til Schweigers Gartenzaun hängst…

  8. Junge sei nur vorsichtig. Die Medien sind definitiv keine Freunde, sondern Feinde. Sie schmeicheln Dir wenn es läuft und machen die Medienwirksam fertig wenn Du mal nicht vorn bist. Ulle kann da ein Liedchen singen was die Schreiberlinge so von sich geben. Und Experten…. haben die Ohne Ende. Hast ne gute Tour gefahren. Hast leider ein Team was keines ist. Daher ist Dein Erfolg umso bemerkenswerter. Alles Gute

  9. Gerade bei seinen Charakter hoffe ich sehr er hat sich die Geschichte von Jan Ulrich sehr gut angesehen … und wünsche ihm er lässt sich nicht auch vom Medienzirkus erdrücken.

  10. Erstmal ❤lichen Glückwunsch Florian zum dritten Platz in der Gesamtwertung…
    Du hast eine einzigartige Tour gefahren,als Neuling bei der Tour de france,, fantastisch was du geleistet hast
    Dabei immer respektvoll zu der Mannschaft, ruhig und so bescheiden,,,,
    Es war mir eine Ehre,drei Wochen mit zufiebern und die Etappen zu verfolgen 🎉🎉
    Bleib gesund und viel Erfolg bei deiner weiteren Reise

  11. Merci Lipo 🤍🙏🏻
    Die Tour ist hier mehr als ein Radrennen und dir zu jubeln dürfen war das schönste, was ich im Radsport seit Jan Ullrich kannte!
    Mach dein Ding, bleib bei dir und bald werden wir feiern 🎉

  12. Vom Typ her garnicht jemand dem man Doping zutrauen würde. Der aktuelle Beitrag der Sportschau lässt aber stark vermuten dass auch nach 2015 in dem Sport weiter freudig gedopt wird. Weiß echt nicht was ich von den übermenschlichen Leistungen halten soll die hier wieder abgeliefert wurden. stellt euch vor er ist der einzige auf dem Podium ohne Hilfe. Das wäre brutal.

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