“Following in the Footsteps of My Ancestors” is a personal documentary film by Ute Köhler about her family history. The filmmaker embarks on an extraordinary journey to retrace the emigration route of her ancestors, who emigrated from southern Germany to Galicia (present-day Poland) in the 18th century and later to Volhynia (Ukraine).
The film begins with Ute Köhler’s own hike from Dolgesheim to Ulm in southern Germany, followed by a bicycle tour along the Danube to Vienna (Austria). This is the same route taken by her ancestors from five generations back, 240 years ago. Through interviews with witnesses such as her great-uncle Ludwig Zimmermann, who was born in Volhynia in 1902, as well as conversations with historians and archivists in Poland, the moving emigration story of German colonists unfolds.
The documentary shows how her ancestors lived as farmers in German colonies, for example in Hohenbach and Reichsheim in the Vistula triangle in Galicia and later near the city of Lutsk in Volhynia in the 19th and early 20th centuries, until they were forced to flee again during World War I. Ludwig Zimmermann’s family was deported to the Russian interior in 1915 and returned to Germany in 1918. The film combines personal investigation with historical analysis and culminates in Ute Köhler’s decision to process this family history into a novel, a literary tribute to her courageous ancestors.
Da haben sie ein Haus gehabt. Da war eine K und dann kam ein Wohnzimmer und da haben sie drin geschlafen, ne? Nicht so wie hier. Da haben sie im Wohnzimmer geschlafen und in der K haben sie gegessen und dann haben sie Stallung gehabt und Scheune, wo sie viel drin gehabt haben in der Stallung. Ihr hab doch da in Volinien habt ihr gewohnt, ne? Oder in Berlinien? Ja. Ja. Und da bist du auch geboren, ne? Da bist du doch auch geboren, ne? Oder? Da bin ich auch geboren. Ja, der Heimat ist da, wo man geboren ist, da ist der Heimat, nicht? Stimmt. Die Idee, den Spuren meiner Vorfahren zu folgen, entstand im Jahr 2022. Statt wie andere den Jakobsweg in Spanien zu gehen, beschloss ich durch Süddeutschland aus der Reineregion nah Worms nach oben zu wandern und im Anschluss an der Dona entlang nach Wien mit dem Fahrrad zu fahren. Ich wollte etwa denselben Weg wie meine Vorfahren im 18. Jahrhundert nehmen. In Wien erhielten meine Ahnen 1783 an der höfischen Agentur des Kaisers Josef des II die Papiere zur Weiterreise und es wurde ihr Zielort in Galizien festgelegt. Auf der Reiserute durchquerten sie die Weinregion Südmeern, die Städte Brünn und Olmütz in Tschechien sowie fuhren durch die Orte Bioskobiala, Tarnov, Meerlz im heutigen Polen bis nach Chermin. Endlich waren meine Vorfahren nach ihrer langen Reise in ihrer Zielregion im Weichselgebiet angekommen. In Galipien lebten sie ca. 80 Jahre und zogen zwischen 1863 und 1866 nach Aufhebung der Leibeigenschaft in Russland weiter nach Osten nach Wolinien. Schudlich Zimmermann und seine Familie hatten in Bolinien bis zum ersten Weltkrieg eine neue Heimat gefunden. 1915 wurden die deutschen Kolonisten aus Wolinien ins Innere Russland deportiert. Als meine Vorfahren 1917 in ihr Dorf zurückkamen, fanden sie ihre Heimat zerstört vor und beschlossen 1918 zurück nach Deutschland zu gehen. Ludwig Zimmermann hat mit seiner Familie bis zu seinem Tod in Schließwig-Holstein gelebt und auf mehreren Gutshöfen gearbeitet.