Unterwegs in Unterfranken: Im Deutschen Burgenwinkel reiht sich eine Ruine an die nächste. Unsere Reporterin Maria Kaufmann erkundet die Haßberge mit dem Gravelbike – inklusive Bierpause, Mundart-Bibelkunde und märchenhafter Ausblicke.
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[Musik] Oh, die Hassbeberge. Keine Sorge, ich habe keinen Sprachfehler. Nein, die Hassberge schreibt man heute mit 3B. Die stehen für Burgel, Bier und Balken. Die Hassberge nicht umsonst als deutscher Burgenwinkel bekannt. Jeder kleine Ort hat eine oder ein Schlösschen oder eine Ruine. Mit dem zweiten B, dem Bike lassen die sich am besten erkunden. Vor allem, wenn man wie Jürgen Bergmann mit einem Gravel Bike unterwegs ist. ist ein Rennrad eigentlich mit breiteren Reifen, dass es sich nicht permanent auf die Nase legt. Genau. Also die breiteren Reifen sind wirklich goldwert, dass man einfach mehr Kontrolle über das Fahrrad hat, ähnlich wie beim Mountainbike und ist trotzdem noch flott, um auch Asphalt oder gepflasterten Wegen äh nicht wie so ein Bremsklotz über Mountainbike zu fahren. Wieso bietet sich das hier eigentlich so an, das Gebiet der Hassberge für diese Art von Fahrrad? Es ist ein kleines Mittelgebirge. Wir haben ganz unberührte Landschaften, Streuubstwiesen, ganz viele Wanderwege, Waldwege, alle 5 km ist eine Burg. Die Hassberge haben ja was Besonderes. Auch wenn man mal 2 d Minuten in Berg hochfährt, fährt man dann gleich wieder runter. Also es sind keine Anstiege wie in den Alpen, wo man hier stundenlang irgendwie ein Berg hochkurbeln muss. Das kommt mir doch sehr entgegen. Touren gibt’s im Naturpark Hassberge mehr als genug. Die Burgen, Bier und Bikeroute ist mit 70 km sicher eine für fortgeschrittene. Seinhalb Stunden ist man unterwegs, mal rauf, mal runter, kürzer geht aber immer. Das dritte B gibt’s in der Pause z.B. auf ein Bier in Ibind bei Uwe Rädlein. In seinem Wirus sind nicht nur die fränkischen Spezialitäten selbst gemacht, sondern auch die akustische Bibelkunde zur Untermalung. Mundart über die Schöpfungsgeschichte. Gott soll Eva ja aus einer Rippe von Adam geformt haben. Wie Gott der Herr dann Adam dann mal fragte, ob na des Evler auch wirklich gut beharte, d schreide rei wir Ölerippen raus und mach mal lauter Sölcher eblich draus. Wie Gott der Herr dann Adam später fragte, ob na das Ela auch immer noch beharte, da schreit nein oh nein, oh nein, oh nein. Setz mal schnall rer wieder ein. Wir sind da ein musikantenfreundliches Wzhaus. Das ist Auszeichnung. In Unterfranken gibt’s drei, vier Wettshäuser, die das haben. Bei uns kommen die Leute können einfach Musik spielen, andere kommen zu und singen. Das ist auch bekannt so in der Region und so trifft sich also bei uns so die Musikgesellschaft. Jeder darf mitmachen. Na, dann her mit dem Gerät. Oh, das ist ja ganz anders als beim Klavier. Ja, du musst zieh. Du musst ziehen. [Musik] Das war schön, ne? Ja, aber du siehst ja nichts. Das muss dann Das ist ja blöd. Das sind ja voll viele Knöpfe, aber ich sehe sie ja nicht. Oben sind ja gerelt und da ist eine, der ist äh wie Blindenschrift. Ist ja cool. Und das ist eigentlich der Grund der Grund, ne? Da kann ich auf eins Höhe ist G, ein Diebe ist F. Alle meine Ännchen könnte ich jetzt spielen, ne? Das kriege ich hin. Also h [Musik] schöner sind da schon die Übernachtungsmöglichkeiten in den Hassbergen, z.B. in Hofheim, Ebern oder Burg Preppach. Ganz in der Nähe auf Burg Bramberg bin ich gerade mit Jürgen unterwegs. Der Unterfranke ist nämlich Architekt mit Spezialeinsatzgebiet Burgrine. Du gehst jetzt nicht her und sagst: “Boah, die Mauer, die kann man aber schön abbauen oder da gehört der Fußbosenheizung rein.” Nee, es geht nicht darum, äh die Burg jetzt wieder aufzubauen. Wir versuchen den Zerfall aufzuhalten, quasi die Mauern zu sanieren in erster Linie, dass der Bestand erhalten bleibt, dass da wieder stabil ist, dass da keine Gefahr davon ausgeht, aber halt so fachgerecht mit entsprechend Handwerkern und historischen Materialien tatsächlich auch, dass es auch denkmal pflegerisch einfrei ist. Die alten Landadelsitze sind seit Jahrhunderten verlassen. Die Herrschenden zog es nach und nach ins Tal, weil es einfach auch bequemer war als immer auf dem Berg hochzulaufen. Es war auch sehr hart hier oben zu leben. Im Winter war es bitter kalt. Durch die Fenster hat’s gezogen. Es war kein kein Märchenschloss, wenn man sich das vielleicht so gern vorstellt. Kein Märchenschloss damals. Dafür sind die Hassbeberge heutzutage märchenhaft schön. vor allem dank der 3burgen, Bier und Balken.
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Wunderschöne Gegend 🥰