So, nach all den Fragen von mir ist es wohl auch nun Zeit wieder was zu teilen. Ich hab diesen Text bereits komplett fertig geschrieben und dann ist mein PC abgestürzt. Juhu

Nach meiner größeren Radtour im Sommer letzen Jahres zum Gardasee von Rosenheim aus, habe ich bereits im Winter die nächste Tour geplant und nach Infos gesucht.

Es ging in das Land meiner (Fahrrad-)Träume: Niederlande (und auch etwas Belgien).

Dieses mal war ich nicht alleine, sondern bin mit meiner Freundin zusammen unterwegs gewesen. Ich auf den Gravelbike, sie auf dem EBike. Daher habe ich kürzere Etappen geplant und nicht so spannende Abschnitte haben wir mit dem Zug übersprungen.

Die Route ging im Mai von Brüssel nach Amsterdam an der Nordseeküste entlang.

Fotos folgen noch

Tour: (Höhenmeter kann ich mir dieses Jahr wohl sparen)

0. Tag: Zugfahrt von Rosenheim nach Brüssel

  • mit der Regio nach München, dann mit dem ICE nach Brüssel mit Umstieg in Frankfurt Hbf
  • das Ein- und Aussteigen mit den beiden Rädern und insgesamt 4 vollen Seitentaschen war immer sehr heikel, aber haben wir gut hinbekommen

1. Tag: Brüssel – Aalst – Gent, 42km, 3h

  • in Brüssel war die Rad-Infrastruktur noch nicht so gut; die Etappe hat uns am wenigsten gefallen

2. Tag: Gent – Brügge – Middelburg, 62km, 3,5h

  • den Weg nach Brügge sind wir mit dem Zug gefahren; der Zug war leider der einzige mit tiefen Einstieg, dafür war er aber sehr voll
  • in Brügge angekommen, habe ich eine Route gefunden, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt; genau diese waren aber so überfüllt, sodass wir öfters absteigen und schieben mussten
  • dementsprechend lange hat die Fahrt aus Brügge hinaus gedauert
  • über die Pflastersteine ala Paris-Roubaix haben wir uns nicht unbedingt gefreut
  • nach Brügge ging es 15km lang an einem Kanal entlang Richtung Nordseeküste
  • an der Küste entlang Richtung Breskens war es zwar voll, aber wunderschön
  • ein Ticket für die Fähre von Breskens nach Vlissingen hätte man schon online buchen können, es gibt aber auch einen Ticketautomaten. Alles sehr einfach und günstig

3. Tag: Middelburg- Ouddorp, 57km, 3h

  • es ging über die Deltawerke quer durch das Meer
  • das Wetter hat uns nicht enttäuscht: Sonnenschein und wenig Wind
  • Tipp: auf der Insel mit dem Deltapark Neeltje Jans gibt es ein Meeresfrüchterestaurant. Genau davor steht eine öffentliche Toilette

4. Tag: Ouddorp – Delft, 43km, 2h

  • das letzte Mal über das Meer
  • in Rozenburg gibt es eine Fähre über den Rhein, gezahlt wird bei dem Personal
  • Preis ca. 2€ für die Überfahrt

5. Tag: Delft – Gouda – Utrecht, 42km, 2h

  • gemütlich nach Gouda um einen Laib Gouda und Stroopwaffeln zu kaufen
  • vor Gouda fährt man durch ein Art Sumpfgebiet das wunderschön ist

6. Tag: Utrecht – Amsterdam, 47km, 2h

  • lange Zeit an einem Kanal entlang, sonst über Fahrradstraßen
  • in Amsterdam gab es das erste Mal einen nervigen Gegenwind

Rest: wir waren noch eine zusätzliche Nacht in Amsterdam bevor wir wieder mit dem Zug Richtung Heimat sind; beim Umstieg in Frankfurt ist mir erst aufgefallen, dass mir der Grasgeruch wesentlich lieber als der Tabakgeruch ist

Radwege:

Einen großteil der Wege habe ich durch simple Google Suchen gefunden:

"Ort XY nach Ort XX" Komoot, Reddit , GPX ; das hat tatsächlich überraschen gut funktioniert

Zudem wusste ich das an der Küste die Eurovelo 12 Route verläuft.

Weitere Quellen: Brüssel, nach Gent, Reddit, Reddit2, Küste, Infos zu Routen auf der ganzen Welt

Unterkunft: keine Links, kann jeder selbst über den Anbieter seiner Wahl buchen, habe selber Booking verwendet, Preise jeweils für 2 Personen inkl. Frühstück

Brüssel: Latroupe Le Berger – 130€, ekelhafte Seitengasse, kleinstes Zimmer ever

Gent: Vakantielogies Cathedral – 136€, das Bad war ein Geschoss niedriger, aber nur für uns

Middelburg: Boutique Hotel Bajoene – 200€, sehr teuer, aber wunderschönes Zimmer

Ouddorp: Boetiek hotel Azul – 220€, zu teuer, war mehr eine Ferienwohnung als ein Hotelzimmer mit Küche und Couch, in der Region gab es leider nichts anderes

Delft: Casa Julia – 140€ schönes Zimmer, gute Lage

Utrecht: Brass – 140€ ohne Frühstück, da das Restaurant renoviert wurde; es gab auch keine Zimmerkarte, die Türe gingen per Handy auf, wir haben mit keiner einzigen Person vom Hotel geredet; Fahrradabstellen war hier unmöglich, 100m entfernt war eine kostenlose (für 24h) Fahrradgarage

Amsterdam: The Social Hub Amsterdam West – 365€ für 2 Nächte, sehr groß, sehr professionell, hat uns sehr gut gefallen; ist gleichzeitig so ein Co-Working Space

Ausrüstung: Fahrrad: Riverside Touring 920 von Decathlon, EBike "Eigenbau"

  • die Satteltasche von der letzten Tour habe ich mit einem Gepäckträger und 2 Ortlieb Taschen ersetzt
  • wir haben mit Regen gerechnet und haben daher viel mehr Platz benötigt als gedacht

Fazit:

Überraschung! Durch mehr Investments und bessere Infrastruktur fahren mehr Leute mit dem Fahrrad! In den Niederlande dürfen übrigens auch Roller und MiniAutos auf den Radwegen fahren.

Die Landschaft ist wunderschön. Windräder! (Hier gab es auch Wutbürger die gegen Windräder sind)

Räder haben gehalten, Wetter war schön, die Route hat gepasst. 10/10

Für Fragen stehe ich immer bereit. Falls ich Angaben/Links entfernen soll, einfach Bescheid geben. Den Posts werde ich vermutlich noch editieren, falls mir noch was einfällt.

by LordEigelb

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