
Moin zusammen,
es ist einfach so absurd und dämlich und undurchdacht, dass ich es mal posten möchte.
Hier geht's los.
Linkerhand ist der innerörtliche Fußweg mit "Fahrrad erlaubt". Dann geht es gleich grandios weiter mit dem Schild "Fußweg" vor dem Kreisel (im Bild). Also: Absteigen, schieben über den Kreisel, danach wieder auf's Rad.
Nächstes Highlight: Der Fußweg, links rot gepflastert, rechts asphaltierter Streifen mit "Fahrrad"-Piktogramm auf dem Boden. Schön breiter Radweg, oder? Nein. Reiner Fußweg. Vemute ich. Da ist kein Schild. Radfahrer haben hier aber in beide Richtungen "frei". Also Gegenverkehr und bitte Rücksicht auf Fußgänger.
Nebenbei bemerkt: Die Durchfahrtsstraße ist stark frequentiert und wird nachher nochmal richtig eng. Nein, da will niemand drauf fahren. Macht auch niemand.
Ein paar hundert Meter weiter: Gar kein Schild mehr. Aber gut, wir haben es uns gemerkt. Irgendwas, vermutlich Fußweg, Radler frei.
So. Hier beginnt die Hauptstraße richtig, mit Geschäften und viel Verkehr aller Arten. Bitte nach rechts rüber, jetzt gibt es auch da einen ordentlichen Weg. Halt. Ordentlich? Nö. Sieht nur so aus.
Der Radweg links endet für unsere Richtung (Verbot), die Umleitung (? Warum Umleitung?) zeigt nach rechts. Da gibt es wohl einen ordentlichen Weg. Nö, natürlich nicht. Sieht nur so aus.
Kein Schild. Nix. Aber vom Optischen her ein Radweg (wohl nicht, ist soweit ich vermute auch Teil des Fußwegs mit "Radler frei"), etwa 90 cm breit. Direkt neben dem gut genutzten Fußweg gepflasterten Bereich, wo die meisten Leute laufen, ähnlich breit. Gut geplant. Da kannte sich jemand aus!!! (Wurde Mitte der 80er gemacht, meine ich.)
Wir schaffen es auf den 90 cm durch den Ort, vorbei an dutzenden Geschäften, ohne einen Fußgänger anzufahren. Oder einen Autofahrer, der vom Parkplatz zu einem Geschäft geht. Wir fahren schließlich vorsichtig. Und zugegeben: Auch die Straße ist verdammt eng. Einfach komplett mieses Design. Es gibt örtlich Witze über die vielen abgefahrenen Seitenspiegel. (Und die Randsteine der Parklücken haben den Leuten zuerst massiv die Felgen geschrottet. Die Kanten wurden dann von einer Arbeitskolonne in Handarbeit rundgeklöppelt.)
Dann die letzte große Kreuzung. Oha. Das Schild rechts an der Ampel. Scheinbar sind wir die ganze Zeit auf dem Fußweg gefahren, ohne "Radler frei". Naja. Es hat sich keiner beschwert. Wenn wir weiter auf der rechten Seite geradeaus fahren würden, würden wir bei der Bushaltestelle vor dem Nichts stehen. Also Rasenfläche und dann hoher Bordstein. Die Spuren da zeigen, dass daregelmäßig Leute langlaufen, wahrscheinlich Richtung Netto, die dann auf die andere Seite wechseln.
Wir wechseln wieder auf die linke Seite, Fußweg "Radler frei" und Gegenverkehr bis zum Ortsende.
Geschafft.
Das war nur die Hauptstraße. Grundsätzlich ist überall Fußweg mit "Radler frei". Vermute ich. Ist nicht immer beschildert. Es stehen Bäume auf dem Fußweg, daneben kann man keinen Gegenverkehr passieren.
In der Bahnhofsstraße ist der Weg auf der rechten Seite reiner Fußweg, linke Seite dann "undefiniert" mit Radler frei in beide Richtungen.
Bordsteine sind in der Regel hoch und nur an Grundstücksausfahrten abgesenkt, nicht etwa da, wo man zum Supermarkt auf die andere Straßenseite muss.
Ich weiß nicht. Macht Radfahren hier Spaß? Ist es einfach, niederschwellig? Nein.
Macht hier jeder auf dem Rad so, wie er/sie meint, dass es irgendwie passt: Ja.
Haut es einigermaßen hin, wenn man kein Autosüchtiger ist und seine Erledigungen mit dem Rad machen WILL? Klar.
Aber bitte. Das ist doch nicht, was man von einem Verkehrskonzept erwarten können sollte.
Oder rege ich mich unnötig auf?
by Valid_Username_56